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Produkttest

Oura Ring 5 im Test: Die Software macht den Unterschied

Die fünfte Generation des Smartrings von Oura hat sich technisch kaum weiterentwickelt, ist aber so kompakt und schmal wie nie zuvor. Die Software bleibt wegweisend, kostet aber im Abomodell extra.

Seit über zehn Jahren verkauft Oura smarte Ringe. Der finnische Hersteller hat damit eine ganz neue Produktkategorie populär gemacht. Kann Oura nach so langer Zeit den Ring überhaupt nochmals neu erfinden? Ich habe die fünfte Generation des Fitness- und Gesundheitstrackers in den letzten zwei Monaten getestet. Oura hat mir den Ring 5 dafür zur Verfügung gestellt. Einfluss auf den Artikel oder die Bewertung hatte der Hersteller aber nicht.

Klein, kleiner, Oura Ring 5

Die einleitende Frage kann ich gleich beantworten: Nein, der Ring 5 bietet keine neuen Features. Das Grundprinzip und die Funktionen sind dieselben wie bei den letzten beidenGenerationen.

Verändert hat sich die Form: Der Ring ist so klein wie nie zuvor. Der Oura Ring 5 ist laut Herstellerangaben um 40 Prozent kleiner als das Vorgängermodell. Das Schmuckstück ist fast zwei Millimeter schmaler, was die Optik sichtbar verändert. Der Ring 5 wirkt zurückhaltend und diskret. Im Vergleich dazu sieht der Ring 4 nahezu klobig aus.

Der klobigere Ring 4 (links) im Vergleich zum neuen Ring 5 – beides Grösse 11.
Der klobigere Ring 4 (links) im Vergleich zum neuen Ring 5 – beides Grösse 11.

Die neue Variante gibt es in sechs Farben – passend zu jedem Style. Das Gadget wiegt je nach Ringgrösse 2,0 bis 2,7 Gramm, deutlich weniger als beim Vorgänger, der 3,3 bis 5,2 Gramm auf die Waage bringt. Allerdings sind auch die älteren Modelle nicht so schwer, dass sich der Unterschied am Finger bemerkbar macht, vor allem im Vergleich zu echtem Schmuck aus Silber oder Gold.

Der Ring besteht aus Titan mit einer Nanoschicht, die besonders widerstandsfähig sein soll. In den ersten zwei Monaten hat sich das bewahrheitet. An der Innenseite des Rings bekomme ich sonst schnell Mikrokratzer, weil ich Dinge herumtrage, mich irgendwo festhalte und der Ring dadurch auf harten Materialien reibt. Beim Ring 5 ist das bisher nicht der Fall: Ich sehe keine Spuren des Alltags.

Der Ring ist stabil, obwohl ich ihn auch bei Outdoor-Aktivitäten dauernd trage.
Der Ring ist stabil, obwohl ich ihn auch bei Outdoor-Aktivitäten dauernd trage.

Genaue Messung, mittelmässiger Akku

Oura hat den Ring aber nicht einfach nur verkleinert, sondern von Grund auf neu entwickelt. So kommen verbesserte Sensoren zum Einsatz, die bei unterschiedlichen Hauttypen und Trage-Fingern gleichbleibend präzise Messungen ermöglichen sollen.

Überprüfen kann ich das nicht. Was ich im Test nachvollziehen kann, ist beispielsweise das automatische Schlaftracking. Einschlafzeit, Wachphasen, Aufwachzeit – die App bildet alles so ab, wie ich es erlebe.

Den Schrittzähler kann ich einem Härtetest unterziehen. Mit dem Klicker habe ich zweimal 1000 Schritte gezählt und mit den Werten in der App verglichen. Der Oura 5 gehört mit einer Abweichung von weniger als einem Prozent zu den genauesten smarten Ringen, die ich bisher getestet habe. Die Werte sind jeweils leicht zu tief, was in Ordnung geht, damit ich die eigene Aktivität nicht überschätze.

Weniger positiv fällt der Vergleich mit der Konkurrenz bei der Akkulaufzeit aus. Bei RingConn habe ich im letzten Test etwas über elf Tage gemessen, bis ich nachladen musste. Der Oura Ring 5 hat im Schnitt siebeneinhalb Tage gehalten. Das ist deutlich weniger als bei Modellen anderer Hersteller.

Immerhin: Trotz deutlich kompakterer Bauweise hält der Ring 5 gleich lang wie der Ring 4. Und auch sonst merke ich bei der Messgenauigkeit keinen grossen Unterschied zum Vorgängermodell, das ebenfalls präzise meinen Tagesablauf festgehalten hat.

Die Sensoren im Inneren messen meine Gesundheitsdaten.
Die Sensoren im Inneren messen meine Gesundheitsdaten.

Software ist der Knackpunkt

Aber ganz ehrlich: Die wichtigste Kompetenz von Oura ist die Software. Der finnische Hersteller bietet nach wie vor die umfassendste App, die kontinuierlich weiterentwickelt und mit neuen Funktionen erweitert wird. Doch das kostet zusätzlich: Um den Ring sinnvoll nutzen zu können, brauchst du eine Mitgliedschaft. Das Abo kostet sechs Franken oder Euro pro Monat oder 70 Franken oder Euro pro Jahr. Die Konkurrenz kommt zumeist ohne diese Zusatzkosten aus. Verständlich, dass dieses Preismodell für einige ein Dealbreaker ist.

Falls du bereit bist, die Abokosten zu investieren, dann bekommst du eine umfassende Auswertung aller Daten, die der Ring aufzeichnet. Und da geht Oura eben über die Apps der Konkurrenz hinaus. Es stehen nicht nur die Messwerte zur Verfügung, sondern die App interpretiert sie auch bis ins Detail.

Die Oura-App trägt nicht nur die Messdaten zusammen, sie interpretiert sie auch in allen Details.
Die Oura-App trägt nicht nur die Messdaten zusammen, sie interpretiert sie auch in allen Details.

Beispielsweise ist momentan mein Stresslevel höher als normal, da ich mitten in der IFA-Planung stecke und neben dem Tagesgeschäft unzählige Anfragen beantworten und die Besseberichterstattung planen muss. Die App rät mir nun, den Körper zwischendurch zur Ruhe kommen zu lassen.

Ich sehe aber auch, dass ich das Stresslevel generell im Griff habe: Der kumulative Stress ist gering, da ich mich zwischendurch erhole. Allerdings nimmt die Resilienz zu diesem Zeitpunkt ab. Die Erholung nachts und tagsüber ist nur gut, die Stressbelastung mässig. Der Tipp von Oura für mich: genügend schlafen und auch tagsüber eine Pause einlegen.

So kann ich mich bei jedem Aspekt meiner Gesundheit durchklicken und immer tiefer in die Zusammenhänge eindringen. Die App erklärt alles kurz und verständlich. Grafiken und das übersichtliche Design verstärken den positiven Eindruck – und wecken die Lust, sich intensiv mit den Daten zu befassen.

Ich checke beispielsweise die Tagesform und sehe, dass mein Ruhepuls mit 52 Schlägen pro Minute im Durchschnitt sehr gut ist. In einem weiterführenden Blogartikel erfahre ich die weiteren Zusammenhänge – allerdings auf Englisch.

In der Tiefe der App

Neben der Tagesform finde ich Details zu Schlaf, Aktivitäten, Herzfrequenz, Stress und Resilienz. Ich kann ein Gesundheitstagebuch führen und manuell alles eintragen, was mich beschäftigt hat. 80 unterschiedliche Sportarten trackt der Ring auf Knopfdruck, mehr als alle Konkurrenten. Manches wie Spaziergänge oder Joggen erkennt er auch automatisch. Wer das Training akkurat erfasst haben will, startet es aber jeweils besser manuell. Auf Wunsch erfasst der Ring Daten zum Zyklus, zur Schwangerschaft oder zur Menopause.

Zu jedem Punkt finde ich Analysen und Messdaten.
Zu jedem Punkt finde ich Analysen und Messdaten.

Mit der sogenannten «ungeführten Sitzung» kannst du eigene Achtsamkeits- und Entspannungsübungen aufzeichnen. Zu guter Letzt hat der Hersteller vor einem Jahr den Oura Advisor aufgeschaltet: ein selbst entwickeltes KI-Modell für Gesundheitsfragen, das aufgrund der Messdaten Tipps gibt – aber auch Fragen beantwortet: Wie ich auf Reisen beispielsweise besser schlafe oder meineResilienz erhöhen kann.

Was mir im Vergleich zum letzten Test aufgefallen ist: Ich kann nun präziser einstellen, wie oft sich die App mit Tipps und Tricks aktiv meldet. Früher haben mich die dauernden Benachrichtigungen genervt.

Ich bekomme also für die durchaus happige Abogebühr immerhin auch einen echten Mehrwert gegenüber Anbietern wie RingConn oder Samsung, die keine Abogebühr verlangen. Allerdings: Ob die bessere Software und die vertiefte Auswertung den Aufpreis wirklich wert sind, das ist eine individuelle Frage, die jeder Smartring-Fan für sich beantworten muss. Das entscheidet massgeblich mit, ob der Oura Ring 5 überhaupt infrage kommt. Übrigens: Falls die Optik nicht so wichtig ist oder du gar gerne breite Ringe trägst, dann wäre der Oura Ring 4 eine halb so teure Alternative. Mit dem gesparten Geld kannst du dir mehrere Jahre die Mitgliedschaft leisten.

Fazit

Tolle Software, aber nur mit Abo

Wer bereit ist, monatlich oder jährlich in eine Mitgliedschaft zu investieren, bekommt mit dem Ring 5 ein Gesundheits- und Fitnesstracking mit umfassender Auswertung. Niemand sonst schafft das in der Tiefe wie Smartring-Pionier Oura.

Das Gadget ist sichtbar kompakter und dadurch dezenter, aber technisch hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell kaum etwas geändert. Wer also Geld sparen will, sollte sich auch den Ring 4 anschauen.

Pro

  • schlank und unauffällig
  • hochwertig
  • umfassende Softwarelösung

Contra

  • mittelmässige Akkulaufzeit
  • teuer und mit Abo
  • ähnlich wie Vorgängermodell

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Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


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