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Produkttest

Pocketbook Inkpad One: Linuxbasiertes E-Ink-Tablet im Test

Das neueste E-Ink-Tablet des Schweizer Unternehmens Pocketbook basiert auf Linux. Die Stiftunterstützung macht das Gerät zu einem ausdauernden Begleiter für Skizzen und Notizen.

Das Pocketbook Inkpad One mischt E-Reader und Notizbuch in einer praktischen Grösse von 10,3 Zoll. Zudem kann ich auf verschiedene Arten Dateien auf das E-Ink-Tablet laden, vom Pocketbook-Shop über Dropbox bis zur Mail. Einige Funktionen sind aber zu kompliziert gestaltet.

Display und Design: genau so!

Das Inkpad One von Pocketbook hat für einen E-Reader mit Notizfunktion eine optimale Grösse. Es misst 24,4 × 17,3 × 0,5 Zentimeter und wiegt knapp 400 Gramm. Damit lässt es sich platzsparend im Rucksack unterbringen und bietet trotzdem genug Fläche für das Lesen von PDF-Dateien und für das Erstellen von Notizen. Zudem liegt es gut in der Hand, auch wenn ich längere Zeit lese.

Das Inkpad One hat eine wunderbare Grösse.
Das Inkpad One hat eine wunderbare Grösse.

Pocketbook verbaut im Inkpad One ein 10,3 Zoll grosses E-Ink-Display mit einer Auflösung von 1404 × 1872 Pixeln (226 ppi). Das ist nicht überragend, reicht aber, um Texte und Graustufenbilder genügend scharf darzustellen.

Die verbaute E-Ink-Technologie nennt sich E-Ink-Mobius und basiert auf Kunststoff. Das macht den E-Reader leichter, dünner und bruchresistenter als auf Glas basierende E-Ink-Displays. Ich mag die Haptik und das Display ist nicht anfällig für Fingerabdrücke. Dank des Aluminiumrahmens fühlt sich das E-Ink-Tablet angenehm kühl und hochwertig an.

Hardware: typisch langsam aber ausdauernd

Im Pocketbook Inkpad One steckt ein 1,8 GHz-Quad-Core-Prozessor. Das reicht für ein E-Ink-Tablet vollkommen aus und bietet eine gute Balance zwischen flüssigem Umblättern und geringem Stromverbrauch. Der Arbeitsspeicher umfasst zwei Gigabyte, was in Ordnung ist. Es reagiert durch die E-Ink-Technologie generell etwas träge. Daran kann ich mich bislang noch nicht gewöhnen, Geduld ist also gefragt.

Überrascht bin ich vom grosszügigen internen Speicher von 32 Gigabyte. Damit kommst du wohl ziemlich lange aus, da ein E-Book durchschnittlich nur zwei oder drei Megabyte gross ist. Falls du gerne Hörbücher drauf lädst, sieht das natürlich anders aus. Eine solche Datei umfasst schnell mal 500 Megabyte.

Dank 32 Gigabyte internem Speicher lade ich unzählige Bücher auf das Inkpad One.
Dank 32 Gigabyte internem Speicher lade ich unzählige Bücher auf das Inkpad One.

Zur Verbindung von Kopfhörern steht dir Bluetooth 5.0 zur Verfügung. Auch Wi-Fi (2,4/5 GHz) ist mit dabei, allerdings nicht genauer spezifiziert. Ich hatte in meinem Test immer eine gute Verbindung über mein WLAN zuhause.

Pocketbook gibt eine Akkulaufzeit von bis zu einem Monat an. Ich habe ihn während meines Tests nicht leer gekriegt, würde die Laufzeit bei regelmässiger Nutzung aber eher auf zwei bis drei Wochen schätzen. Das reicht immer noch gut für längere Ferien. Aufgeladen ist das Gerät nach knapp 90 Minuten über den USB-C-Anschluss.

Mit im Lieferumfang ist der Stylus 2 mit integriertem Akku. Auch er wird per USB-C aufgeladen und hält wohl noch länger durch als das Tablet. Leider hält er nicht magnetisch am Gerät, sodass ich ihn schnell verlieren könnte. Was ich deshalb unbedingt empfehle, ist eine Hülle. Dort kannst du den Stylus unterbringen und das Tablet geht direkt beim Zuklappen in den Ruhezustand.

So bringst du Bücher und Dateien auf den E-Reader

Der Inkpad One basiert auf dem Betriebssystem Linux, aktuell Version 4.9.56. Updates erscheinen unregelmässig und bei Bedarf, bisher über einen Zeitraum von rund 5 Jahren. Das offene Ökosystem bindet dich nicht an einen einzelnen Shop oder eine Plattform. Die Benutzeroberfläche ist zudem übersichtlich und aufgeräumt. Einzig die Büchertipps nerven mich auf der Startseite – zum Glück kann ich sie deaktivieren.

Auch sonst passe ich die Startseite so an, wie ich sie brauche: So tausche ich die verwirrende «Notizen»-App aus, die nur meine Notizen anzeigt, die ich in die Bücher gekritzelt habe. Stattdessen wähle ich Notepad, die richtige Notizbuchfunktion von Pocketbook.

Apps auf der Startseite kann ich problemlos austauschen.
Apps auf der Startseite kann ich problemlos austauschen.

Pocketbook stellt eine Auswahl an Büchern in diversen Sprachen frei zur Verfügung. Möchte ich eigene draufladen, gibt es mehrere Möglichkeiten und 25 Formate, die der E-Reader unterstützt. Darunter die gängigen EPUB, FB2, PDF, AZW sowie die Comic-Formate CBR und CBZ. Auch E-Books mit Adobe DRM und LCP DRM werden unterstützt.

Die präsenteste Variante – weil ich direkt auf der Startseite Zugriff habe – ist der Pocketbook Onlineshop. Der ist gut, wenn du ein bestimmtes Buch herunterladen willst, zum Stöbern läuft er auf dem E-Reader aber viel zu langsam und die Auswahl ist begrenzt. Möchtest du Bücher über öffentliche Bibliotheken ausleihen, tust du das entweder über Onleihe oder Libby, beide sind als Apps vertreten.

Am liebsten mag ich die Pocketbook Cloud. Hier lade ich am PC im Browser alle Dateien in die Cloud – verknüpft mit meinem Pocketbook-Konto. Ist der E-Reader mit dem WLAN verbunden, synchronisiert er die Dateien automatisch. Das läuft schnell und ohne Probleme.

Ich lade neue Bücher am liebsten über die Pocketbook Cloud hoch.
Ich lade neue Bücher am liebsten über die Pocketbook Cloud hoch.

Möchtest du bereits gekaufte Bücher über Dropbox auf das Inkpad One laden, geschieht das mit einem Account im Webbrowser des Tablets. Das ist eine echte Geduldsprobe, weil der Browser lange Ladezeiten hat. Einmal verknüpft, ist das aber kein Problem mehr und ich habe direkt über die Dropbox-App Zugriff.

Mit Send-to-Pocketbook mailst du dir die Bücher – das habe ich in meinem Test allerdings erfolglos versucht. Mühsam ist, dass ich das Gerät nicht einfach mit USB-C-Kabel am PC verbinden und die Dateien draufziehen kann.

Lesen und schreiben: auch für Mangas geeignet

Das Lesen auf dem Inkpad One finde ich generell sehr angenehm. Die Auflösung bei Illustrationen dürfte höher sein, für meine Mangas reicht es aber gut aus. Schade ist, wie wenig ich einstellen kann. Beispielsweise blättert der E-Reader immer von rechts nach links, obwohl es bei Mangas umgekehrt wäre. Deshalb blättere ich hier gezwungenermassen falsch herum. Auch eine Möglichkeit, im Querformat zwei Seiten nebeneinander anzeigen zu lassen, fehlt mir. Das sind aber sehr spezifische Nörgeleien.

Das Inkpad One eignet sich auch bestens für Mangas – nur an Einstellungen mangelt es etwas.
Das Inkpad One eignet sich auch bestens für Mangas – nur an Einstellungen mangelt es etwas.

Das Inkpad One bietet eine automatische Helligkeits- und Lichtfunktion. Abends, wenn ich lese, um besser einschlafen zu können, ist das besonders hilfreich. Dann stellt die Lichtfunktion auf eine wärmere Farbtemperatur um und hält mich weniger wach.

Helligkeit und Wärme der Beleuchtung passen sich automatisch an.
Helligkeit und Wärme der Beleuchtung passen sich automatisch an.

Über die Text-to-speech-Möglichkeit lasse ich mir Bücher vorlesen – sofern ich den E-Reader mit kabellosen Kopfhörern oder Musikboxen verbinde. Das klappt zuverlässig. Mehrere Sprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch unterstützt das Tablet direkt, weitere stehen zum Download bereit. Es lassen sich pro Sprache verschiedene männliche und weibliche Stimmen herunterladen. Sie klingen nicht besonders natürlich und kommen keineswegs an offizielle Hörbücher heran, für mich wäre das deshalb nichts. Für Sehbeeinträchtigte ist es eine Variante, sich Texte vorlesen zu lassen. Ich empfehle allerdings, direkt richtige Hörbücher auf das Gerät zu laden.

Notizen erstelle ich mit dem beigelegten Stylus. Der Stift fühlt sich gut an und die raue Oberfläche des Tablets sorgt für guten Grip. Bei schnelleren Strichen bemerke ich die lange Reaktionszeit des Geräts.

Mich nervt zudem die komplizierte Art, Randnotizen in einem Buch zu machen. Ich muss dafür extra in einen Notizmodus gehen. Einfach die Buchseite antippen und ein Werkzeug fürs Markieren oder Notieren auswählen geht nicht. Bin ich in der Notizfunktion, muss ich jeweils über zwei angezeigte Pfeiltasten blättern und kann nicht mehr mit dem Finger zur nächsten Seite wischen.

Die integrierte Notiz-App ist auf das Nötigste begrenzt, reicht aber in den meisten Fällen aus. Mir fehlt mehr Pinselwerkzeug und eine Ebenenfunktion. Bilder malen kann ich aber trotzdem.

Für komplexere Skizzen ist die Notiz-App etwas zu minimalistisch gehalten.
Für komplexere Skizzen ist die Notiz-App etwas zu minimalistisch gehalten.

Kleiner Tipp: Schreibst du handschriftliche Notizen direkt in eine Datei, solltest du anschliessend die Schriftgrösse des Dokuments nicht mehr ändern. Andernfalls verschieben sich die Notizen. Das ist auch bei anderen E-Readern ein Problem.

Pocketbook hat deshalb eine gute Alternative: Kommentarboxen. Möchtest du eine Ergänzung beim Text anbringen, markierst du mit diesem Tool ein Wort und schreibst die Notizen per digitaler Tastatur direkt in die Kommentarbox. Anschliessend ist diese fest mit der markierten Stelle verknüpft und verrutscht auch nicht, wenn du das Layout und die Schriftgrösse anpasst.

Witziger Zusatz: Sudoku und Schach spielen

Pocketbook stellt in den Apps auch ein paar Spiele zur Verfügung, die ganz unterhaltsam sind. Solitär finde ich – wie bei den meisten E-Readern – etwas ungünstig in Graustufen. Rot und Schwarz kann ich kaum auseinanderhalten. Schach läuft dafür sehr gut – auch zu zweit. Sudoku macht ebenfalls Spass. Nur die Kritzel-App scheint mir überflüssig, weil sie noch weniger kann als die Notiz-App. Enttäuscht hat mich zudem die Kalender-App. Sie macht nichts weiter, als Daten und Uhrzeiten anzuzeigen – ich kann also keine Termine reinschreiben.

Ich kann auch auf dem InkPad spielen, zum Beispiel Schach.
Ich kann auch auf dem InkPad spielen, zum Beispiel Schach.

Fazit

Der Schweizer punktet mit einem offenen System

Das Pocketbook Inkpad One ist eine souveräne Mischung aus E-Reader und digitalem Notizbuch. Dank 10,3 Zoll ist es nicht zu gross für unterwegs und bietet doch genug Platz für Mangas und Kritzeleien. Die Benutzeroberfläche ist aufgeräumt und Pocketbook bietet eine praktische Auswahl an Apps auf dem Gerät. Manche davon dürften noch etwas mehr Funktionen bieten und auch gewisse Einstellungen beim Lesen von Comics fehlen mir. Das Tablet ist zwar träge, aber das kenne ich von den meisten E-Readern.

Insgesamt bietet der Hersteller mit dem Inkpad One ein bezahlbares E-Ink-Tablet mit Notizfunktion, das sich vor der Konkurrenz nicht verstecken muss.

Möchtest du mehr Funktionen und Apps, empfehle ich dir das Viwoods AiPaper. Es läuft auf Android und lässt sich mit allen Apps aus dem Google Play Store bespielen. Zudem ist es schneller als das Inkpad One. Dafür fällt die Akkulaufzeit etwas geringer aus und du bezahlst wesentlich mehr.

Pro

  • übersichtliche Benutzeroberfläche
  • optimale Grösse für Mangas und Notizen
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • diverse Möglichkeiten, Bücher draufzuladen

Contra

  • teils Einstellungen fehlen oder sind kompliziert gelöst
  • bestimmte Apps bieten zu wenig Möglichkeiten
PocketBook InkPad One (10.30", 32 GB)
eReader
−6%
EUR280,54 statt EUR299,–

PocketBook InkPad One

10.30", 32 GB

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Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los. 


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