

Samsung Galaxy Z Fold 8 Ultra im Test: grosser Namenszusatz, kleine Sprünge
Samsung spendiert seinem Edel-Foldable den Namenszusatz «Ultra». Doch was heisst das abseits vom grösseren Akku und der besseren Kamera?
Das Galaxy Z Fold 8 Ultra ist der direkte Nachfolger des Z Fold 7. Mein liebstes Feature, die Stiftfunktion, hat Samsung bedauerlicherweise bereits letztes Jahr entfernt. Der praktische Formfaktor bleibt, die Kameras werden sogar besser.
Design und Formfaktor: robuster falten dank Titanium
In Sachen Design bleibt Samsung ganz beim Vorgänger: Das Z Fold 8 Ultra ist gleich gross und gleich schwer. Genauer misst das Display 6,5 Zoll geschlossen und 8 Zoll geöffnet. 215 Gramm bringt es auf die Waage. Geschlossen ist das Smartphone 8,9 Millimeter dünn. Aufgeklappt sind es noch 4,1 Millimeter, statt der 4,2 Millimeter beim Z Fold 7. Das fühlt sich nach wie vor beeindruckend an.
Die Linsen der Kameras stehen deutlich aus dem dünnen Gehäuse hervor. Weil Samsung sie vertikal anordnet und am Rand platziert, wackelt das Foldable ohne Hülle auf dem Tisch. Egal ob geschlossen oder aufgeklappt. Das nervt mich bei jeder Generation noch etwas mehr.

Die Displays sind gewohnt hochwertig: Innen und aussen verbaut Samsung hochauflösende OLED-Screens mit 422 ppi. Sie haben eine Bildfrequenz von bis zu 120 Hertz und leuchten mit bis zu 3000 Nits auch bei Sonnenschein hell genug.
Eine Neuerung gibt es beim biegbaren Display dank der neuen Flex-Titanium-Technologie: Samsung hat dem Screen eine extrem dünne Titanplatte und eine Titanlegierungsfolie hinzugefügt, was die Spannungen beim Biegen gleichmässig verteilen soll. So sei das Foldable robuster als sein Vorgänger – wie gut das funktioniert, werden allerdings erst Langzeittests zeigen.

Schade hat Samsung mit der IP-48-Zertifizierung noch nicht zu Googles Pixel 10 Pro Fold aufgeschlossen. Das Rating bedeutet, dass Samsungs Falter zwar wasserdicht für 30 Minuten in 1,5 Meter tiefem Wasser ist. Vor Festkörpern unter einem Millimeter musst du das Gerät im Gegensatz zu Googles Faltphone allerdings in Schutz nehmen.
Hardware: bemerkenswerte Akkulaufzeit
Samsung hat einen der stärksten Chips auf dem Markt ins Foldable gepackt: den Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy. Dieser hat eine leicht erhöhte Taktrate im Vergleich zur regulären Version. Das zeigt sich auch im Benchmark mit Geekbench 6. Im Vergleich zum Google Pixel 10 Pro Fold liegt das Foldable weit vorn. Gegenüber dem letztjährigen Galaxy Z Fold 7 liefert das Ultra aber keine grossen Verbesserungen.
Fürs Zocken auf dem grossen Screen ist die Leistung optimal, auch grafiklastige Spiele wie «Wuthering Waves» lassen sich mit dem Galaxy Z Fold 8 in guter Qualität spielen.
Mit den 12 GB Arbeitsspeicher (RAM) meines Testgerätes (es gibt auch eine Ausführung mit 16 GB RAM) läuft das Zocken flüssig und ich kann rasch zwischen geöffneten Apps wechseln. Gerade fürs Multitasking auf dem aufgeklappten Screen ist das praktisch. Dazu im Softwareabschnitt mehr.

Der 5000-mAh-Kohlenstoff-Silizium-Akku unterstützt kabelgebundenes Laden mit 45 Watt und kabelloses Laden mit 20 Watt dank Qi2-Technologie – allerdings ohne Magsafe-Magnete. Die musst du über eine passende Schutzhülle ergänzen.
Der Akku liefert im Test von PCMark ein starkes Ergebnis: Fast 15 Stunden hält das Galaxy Z Fold 8 Ultra durch – in geöffnetem Zustand. Das ist eine souveräne Steigerung im Vergleich zu den 10 Stunden des Galaxy Z Fold 7 mit seinem 4400-mAh-Akku.
Kameras: neue Ultraweitwinkel
Im rückseitigen Kameramodul befindet sich die gleiche 200-Megapixel-Hauptkamera wie in Samsungs Flaggschiff, dem Galaxy S26 Ultra. Die Ultraweitwinkelkamera hat der Hersteller auf 50 Megapixel (MP) aktualisiert. Zuvor hatte sie noch 12 MP. Das 10-MP-Teleobjektiv bleibt gleich wie beim Vorgänger. Hier alle Linsen im Überblick:
- Hauptkamera: 200 MP, f/1.7
- Telefoto: 10 MP, f/2.4, zweifach optischer Zoom
- Ultraweitwinkel: 50 MP, f/2.2
- Frontkamera aussen: 10 MP, f/2.2
- Frontkamera innen: 10 MP, f/2.2
Die Hauptkamera macht schicke Fotos. Wie immer bei Samsung sind sie mir allerdings etwas zu warm. Spannend ist der Vergleich der Hauptkamera mit den vollen 200 Megapixeln und den heruntergerechneten 50 und 12 Megapixeln. Der Unterschied ist sogar in der 100-Prozent-Ansich gering. Bei der vollen Auflösung erkenne ich nicht viel mehr Details.


Die Qualität der Ultraweitwinkelkamera kommt der Hauptkamera sehr nahe, ich sehe bei gutem Licht keine Abstriche.

Die verdoppelte Brennweite bei der Telekamera gefällt mir sehr gut, auch der vierfache Digitalzoom geht qualitativ noch in Ordnung. Danach nimmt die Qualität kontinuierlich ab. Maximal ist eine 30-fache Vergrösserung möglich.

Klappe ich das Foldable auf, kann ich über den Aussenbildschirm Selfies mit der Hauptkamera machen. Deren Fotos haben im Vergleich zur Selfiekamera den bereits erwähnten Gelbstich. In diesem Fall sieht dadurch das Bild etwas wärmer und ich etwas brauner aus. Passt also ganz gut.

Bei wenig Licht, wie in einem dunklen Zimmer, verliert ein Motiv schnell an Detailreichtum. Dennoch wirkt das Foto insgesamt sehr natürlich aufgehellt und nicht zu warm.

Software für Foldables optimiert
Samsung liefert das Foldable mit dem aktuellen Android 17 und eigener Benutzeroberfläche One UI 9 für Foldables. Soll heissen, es gibt ein paar Softwareanpassungen extra für den Faltfaktor. Beispielsweise die praktische Zweifensteransicht fürs Multitasking. So kann ich mir theoretisch beim Schauen eines Youtubevideos Notizen machen. In der Praxis ist es nicht sehr intuitiv und ich öffne damit oft eine App in einer App, statt sie nebeneinander anzuzeigen. Immerhin: Auch das ist praktisch!


Zahlreiche Apps von Samsung und teils Drittanbietern hat der Hersteller auf den Faltfaktor angepasst. So habe ich beim Kalender, im Mailpostfach und beim Fotografieren eine gute Übersicht. Das ist im Vergleich zum Vorgänger nicht neu, aber dennoch äusserst wertvoll für ein Foldable.


An KI-Funktionen spart Samsung nicht. Die meisten sind aber Spielereien, gerade jene für Bildgenerierungen oder das automatische Erstellen von Stickern. Die einzige Funktion, die ich tatsächlich gerne nutze, ist das Transkribieren von Sprachnotizen. Das klappt mässig gut. Die Sprache wird nicht automatisch erkannt und es schleichen sich auch bei klaren Aufnahmen noch einige Fehler ein. In folgendem Beispiel transkribiere ich den Song «In einem anderen Leben» von Wincent Weiss.

Immerhin reicht auch das noch gut, damit ich nach einem langen Interview weitaus weniger Arbeit habe – und laut Samsung wird der Text ausschliesslich auf dem Smartphone verarbeitet und nicht an eine Cloud gesendet.
Fazit
Das Z Fold 8 Ultra ist kein ultra Upgrade
Das Galaxy Z Fold 8 Ultra ist ein Top-Foldable: starke Hardware, super Kameras und endlich eine lange Akkulaufzeit. Ansonsten bleiben die Unterschiede zum Galaxy Z Fold 7 minimal: Beide Foldables sind beeindruckend dünn und stehen einem regulären Smartphone in nichts nach.
Da die Updatezeiträume bei Samsung mit sieben Jahren sehr grosszügig sind, könntest du auch auf den Vorgänger zurückgreifen. Weil das Foldable eine durchaus teure Anschaffung ist, lohnt sich das aufgrund des aktuellen Preisunterschieds von mindestens 400 Franken besonders.
Möchtest du wie ich gerne ein Foldable mit Stiftfunktion, müsstest du noch weiter zurückgreifen und das Galaxy Z Fold 6 nutzen oder auf ein Konkurrenzmodell ausweichen. Dann käme am ehesten das Honor Magic V6 in Frage. Es ist das aktuell dünnste Foldable auf dem Markt. Kollege Jan war davon sehr angetan – bis auf Bloatware und Ultraweitwinkel-Kamera.
Pro
- starke Akkulaufzeit
- Top-Performance
- beeindruckend dünnes Design
- eindrucksvolle Kameraausstattung
Contra
- Kamerabuckel lässt das Smartphone wackeln
- keine Stiftfunktion
- eingeschränkter Staubschutz

Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los.
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