Samsung Odyssey G9 im Test: Der ultimative Gaming-Monitor

Samsung Odyssey G9 im Test: Der ultimative Gaming-Monitor

Kevin Hofer
Kevin Hofer
Zürich, am 14.07.2020
Bilder: Thomas Kunz
Der Odyssey G9 von Samsung ist einzigartig. Ich habe bereits einige 49-Zoll-Super-Ultra-Wide-Monitore getestet. Aber keiner hatte auch nur ansatzweise das zu bieten, was der G9 hat: Das bislang beste und vollkommenste Gaming-Erlebnis.

Die Specs des Odyssey G9 lassen Gamer-Herzen höher schlagen. Er bietet als erster Dual-Quad-High-Definition-Monitor 240 Hz, 1 ms Reaktionszeit, HDR1000 und HDR10+, G-Sync, FreeSync Premium Pro und 1000R-Wölbung in einem. Hier alle wichtigen Specs auf einen Blick:

  • Auflösung, Grösse und Seitenverhältnis: 5120x1440 (DQHD) auf 49 Zoll im 32:9 Format
  • Curved: 1000R Krümmung
  • Bildschirmtechnologie: VA
  • Bildwiederholrate: 240 Hz
  • Reaktionszeit (grau zu grau): 1 ms
  • Eingabeverzögerung: 2 ms
  • Helligkeit: 1000 cd/m2
  • Farbtiefe: 10 Bit / HDR1000 und HDR10+
  • Farbraumabdeckung: sRGB 125 Prozent und DCI-P3 95 Prozent

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Bei der Bildschirmtechnologie hat sich Samsung für VA entschieden. VA-Panels bieten einen hohen Kontrast, natürliche Farben und grosse Blickwinkel. Dafür sind die Reaktionszeiten tendenziell höher als bei TN-Panels. Die Fortschritte bei der Technologie haben diesen Unterschied jedoch verringert und so preist Samsung beim G9 eine Reaktionszeit von 1 Millisekunde an. Bei der Hintergrundbeleuchtung bietet das Modell zehn Local-Dimming-Zonen.

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Das Design des Monitors gefällt mir sehr gut. Weiss ist mal etwas anderes. Spezieller Hingucker ist das «Infinity Core Lighting Design». Dabei handelt es sich um mehrere LED-Ringe, die hinten am Monitor angebracht sind. Das erinnert stark an der Arc-Reaktor von Iron Man. Das Teil lässt sich in 52 Farben einstellen und gibt fünf unterschiedliche Lichteffekte wieder. Schade nur, dass du beim Gamen davon nichts mitbekommst,.

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Anschlüsse und Bedienung

Damit ich in den vollen Genuss aller Spezifikationen des G9 komme, verbinde ich ihn per DisplayPort. Mit HDMI komme ich nicht über 60 Hz hinaus. Der Monitor hat folgende Anschlüsse:

  • Zwei USB 3.0 Typ A Downstream-Ports
  • Ein HDMI Type A 2.0
  • Zwei DisplayPort 1.4
  • Kopfhörer

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USB-C fehlt. Alle Kabel lassen sich im Standfuss verstecken und eine Blende bei den Anschlüssen lässt sie (beinahe) ganz verschwinden. Der Standfuss fungiert gleichzeitig als Headset-Halter. Hinter dem Monitor sind die Kopfhörer zwar schön versteckt, aber auch schwieriger erreichbar. Samsung gibt bei der Leistungsaufnahme 108 W an. Zum Vergleich: Der aktuelle Bestseller-Monitor bei digitec hat lediglich eine Leistungsaufnahme von 46.80 W. Der G9 säuft also ordentlich Strom.

Toll ist, dass sich der Monitor in der Höhe verstellen lässt. Zudem kannst du ihn drehen und neigen. Damit findest du bestimmt die richtigen Einstellungen für dich. Den G9 kannst du ausserdem an der Wand befestigen.

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Bedienen lässt sich der Odyssee G9 über einen einzigen Knopf, der gleichzeitig auch Joystick ist. Was häufig in einer fummeligen Steuerung mündet, funktioniert beim G9 ausgezeichnet. Der Joystick macht tatsächlich Freude.

Ziehst du den Stick nach vorne, stellst du die Lautstärke ein, gegen hinten gelangst du zu den Bildeinstellungen wie Helligkeit, Schärfe und Kontrast. Drückst du nach links oder rechts, wählst du die Quelle. Durch blosses Herunterdrücken gelangst du ins Hauptmenü. Hier stehen die Standard-Einstellungen zur Verfügung: Einstellen der Refresh-Rate, Adaptive-Sync, Bildeinstellungen, Farbmodi, PIP/PBP oder die Steuerung von Infinity Core Lighting. Alles in Allem ist das Menü übersichtlich und ich suche nie lange nach den Einstellungen.

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Bildqualität

Der Monitor ist ab Werk kalibriert und bietet verschiedene Farbmodi. Zunächst mache ich mir mit dem Eizo-Monitortest ein Bild von der Qualität. Wie bei einem Monitor in dieser Preisklasse zu erwarten, stelle ich keine Pixelfehler fest, das Bild ist homogen, die Farbabstände sind differenziert und der Verlauf ist gleichmässig.

Mit dem x-rite i1Display Pro Spektrometer vermesse ich den Monitor. Ich stelle fest: Der Monitor ist in den oberen zwei Dritteln sehr gleichmässig ausgeleuchtet. Gegen unten fällt die Helligkeit jedoch ab.

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Von blossem Auge erkenne ich diesen Unterschied zwar nicht, über 100 Nits Differenz sind jedoch viel. Auch die 1000 Nits, die es für die DisplayHDR-1000-Zertifizierung bräuchte, messe ich nicht. Das ist aber häufig so, da dieser Wert nur für den Bruchteil einer Sekunde erreicht werden muss. Mit unserem Spektrometer kann ich nur konstante Werte auslesen. Mit über 600 Nits gehört der G9 zu den hellsten Monitoren, die ich je vermessen habe. Beim statischen Kontrast messe ich 1625:1. Das entspricht nicht den versprochenen 2500:1, ist aber wohl auch auf die Spitzenhelligkeit zurückzuführen, die ich mit unserem Spektrometer nicht messen kann.

Bei der Farbraumabdeckung messe ich folgende Werte:

  • 99.7 Prozent sRGB
  • 87.9 Prozent Adobe RGB
  • 90.8 Prozent DCI P3

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Das entspricht ebenfalls nicht den Werten auf dem Datenblatt. Dennoch sind es sehr gute Werte und auch Fotografen und Videoeditoren können mit dem G9 arbeiten. Übrigens habe ich bis heute mit unserem Spektrometer noch nie Werte gemessen, die jenen der Hersteller entsprechen. Meine Werte sind immer schlechter. Das liegt daran, dass ich bei uns in realen Szenarien teste und die Hersteller im Labor.

Gamen, das Highlight

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Einen Monitor wie den G9 brauchst du nicht zum Arbeiten. Selbstverständlich ist auch das problemlos möglich. Seine wahren Qualität zeigt er aber erst beim Gamen. Dazu muss das Spiel jedoch das 32:9 Format unterstützen, was längst nicht alle Spiele tun. Hier findest du eine relativ gut sortierte Liste. Um von der hohen Bildwiederholrate zu profitieren, starte ich als erstes «CS:GO» und stelle im Monitor-Menü auf 240 Hz. Ich bin zwar der schlechteste Shooter-Spieler der Welt, dank der hohen Refresh Rate habe ich aber keine Schlieren und treffe die Gegner zuverlässiger als mit tieferer Wiederholrate. Ghosting ist ebenfalls nicht festzustellen.

Auch G-Sync macht sich bemerkbar: Keine Spur von Screen-Tearing. Um vom HDR zu profitieren, starte ich «Final Fantasy XV». Wow, in Super Ultra Wide und HDR1000 sieht die Welt von Eos noch eindrücklicher aus. Ich könnte mich stundenlang darin verlieren. Hier fällt mir dennoch eine Schwäche des Monitors auf: Fahre ich mit dem Regalia durch einen Tunnel, ist in den dunklen Bereichen leichtes Backlight Bleeding erkennbar. Hier macht sich bemerkbar, dass Samsung nur zehn Local-Dimming-Zonen verwendet. Bei Fernsehern verwendet Samsung einige Zonen mehr. Leider konnte ich kein Foto machen, auf dem du das Backlight Bleeding siehst, aber es ist da.

Um mich von der enormen Krümmung von 1000R vereinnahmen zu lassen, starte ich «Thumper». Das Spiel ist perfekt für VR und der G9 hat eine ähnliche immersive Wirkung. Ich fühle mich richtig ins Spiel hineinversetzt und vergesse alles um mich herum. Das ist definitiv die grösste Stärke des G9: Die Immersion. So macht Gamen Spass.

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Fazit: Geiles Teil zu fairem Preis

Auch wenn ich nur ein paar Stunden mit dem Odyssey G9 hatte, möchte ich ihn nicht mehr hergeben. Vom Design über die Funktionen bis zur Bildqualität ist der Monitor top. Einzig das leichte Backlight Bleeding gibt es zu monieren. In den meisten Fällen fällt dir das jedoch nicht auf und das Gaming-Erlebnis wird nicht getrübt.

Damit ein Monitor wie der G9 Sinn macht, brauchst du eine ordentliche Gaming-Maschine und kompatible Spiele. Um wirklich von der hohen Refresh-Rate zu profitieren sollten es schon eine 2080 Super und ein aktueller Prozessor sein. Vergleiche ich den Preis des Odyssey G9 mit anderen Modellen, steht er sehr gut da: 1650 Stutz sind zwar viel Geld, für die Features und Qualität ist das Preis-Leistungs-Verhältnis jedoch ausgezeichnet. Hätte ich das nötige Kleingeld und den Platz auf meinem Bürotisch, der G9 hätte bei mir ein neues Zuhause.

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Odyssey G9 LC49G95TSSUXEN (49", 5120 x 1440 Pixels)
Samsung Odyssey G9 LC49G95TSSUXEN (49", 5120 x 1440 Pixels)

Mit dem Samsung Curved Gaming Monitor Odyssey G9 erleben Gamer eine völlig neue und aufregende Spielerfahrung.

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Kevin Hofer
Kevin Hofer
Editor, Zürich
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

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