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Anna Sandner
Produkttest

Schneller blitzen, weniger Haare? Der Ulike Air 10 Pro im Test

Anna Sandner
12.8.2026
Bilder: Anna Sandner

Der Ulike Air 10 Pro verspricht schmerzfreie Haarentfernung per IPL mit schnellen Ergebnissen. Ich habe ihn getestet und genau hingeschaut, was davon stimmt und wo er im Vergleich zur Konkurrenz einzuordnen ist.

Für viele bedeutet der Sommer ständiges Rasieren oder Epilieren, oft gefolgt von eingewachsenen Härchen und gereizter Haut. Abhilfe versprechen IPL-Geräte, die das Haarwachstum durch Lichtimpulse langfristig reduzieren.

Die Produktpalette an IPL-Heimgeräten wächst kontinuierlich. Neben den großen Playern Philips, Braun und Beurer ist seit einiger Zeit auch ein Anbieter aus China auf den europäischen Markt getreten: Ulike.

Mit dem neuesten Modell Air 10 Pro verspricht das Unternehmen eine angenehme Behandlung durch Saphir-Eiskühlung und eine schnelle, effektive Haarentfernung. Was an diesen Versprechen dran ist, habe ich mir genauer angeschaut. Den Vorgänger Air 3 habe ich bereits in einem Produkttest unter die Lupe genommen.

Eiskühlung trifft auf hohe Lichtenergie

Fangen wir mit dem Alleinstellungsmerkmal der Ulike-Geräte an: der Saphir-Eiskühlung. Die ist mir bereits vom Ulike Air 3 bekannt und hat dort wie auch beim Ulike Air 10 Pro gehalten, was sie verspricht. Die Behandlung ist trotz hoher Energiedichte bei den Lichtblitzen schmerzfrei. Die Saphir-Kontaktfläche wird auf rund 15 °C gekühlt, sodass die Hitze des Lichts auf der Haut nicht spürbar ist.

Ulike wirbt prominent mit 26 Joule Energie. Das klingt gewaltig, relativiert sich aber auf die Fläche des Lichtfensters: Mit knapp 8 Joule pro Quadratzentimeter ist das Gerät nur geringfügig stärker als Top-Modelle der Konkurrenz. Dennoch wäre diese Energie ohne die Kühlung schmerzhaft. Hier liegt aber auch ein Risiko für die Anwendung. Normalerweise warnt dich ein plötzlicher Schmerzreiz, falls du versehentlich über ein Tattoo, ein Muttermal oder eine zu dunkle Hautstelle blitzt. Weil die Saphir-Kühlung diesen Schmerz komplett unterdrückt, fehlt dir dieses natürliche Warnsignal der Haut.

Scannen und gleiten: die neuen Behandlungsmodi

Die wichtigste Neuerung zum Air 3 ist der optische Sensor. Er misst kontinuierlich deine Hautpigmentierung und passt die Lichtintensität automatisch an. Das erspart dir den manuellen Abgleich mit einer Farbskala, ist deutlich genauer und schont die Haut. Hier schließt Ulike nun zur Konkurrenz auf.

Auch bei den Behandlungsmodi gibt es eine Neuerung. Für empfindliche Hautpartien nutzt du die sanfteren Stufen («Fast» oder «Normal»), dicke Haare vertragen die Einstellung «High». Für die hartnäckigsten Haare hat Ulike den USHR-Modus (Ulike Strong Hair Removal) integriert, bei dem das Gerät seine maximale Energie abgibt. Unabhängig von diesen Stufen kannst du zwischen zwei Modi wählen: Im manuellen Modus löst du jeden Lichtblitz per Knopfdruck einzeln aus – das passt für kleine Stellen wie die Oberlippe. Wenn du hingegen große Flächen behandelst, kannst du in den «Auto Glide»-Modus wechseln. Du hältst die Taste gedrückt und ziehst das Gerät fließend über die Haut, während es kontinuierlich blitzt. Das spart bei der Ganzkörperbehandlung Zeit.

Tatsächlich geht so die Anwendung etwa an den Beinen deutlich schneller, als wenn ich jeden Blitz einzeln auslösen muss. Ich habe beide Beine in wenigen Minuten geschafft. Das hat es mir leichter gemacht, regelmäßig Zeit dafür zu finden.

Kabelbindung und Dauerlüfter

Der Air 10 Pro ist etwas größer und schwerer als der Vorgänger. Da hat mir persönlich der handlichere Air 3 besser gefallen. Und auch ganz leise ist der Air 10 Pro nicht. Der permanent laufende Lüfter für die Kühlung gibt ein hörbares Surren von sich.

Im Vergleich zu den Vorgängermodellen ist der Air 10 Pro (ganz rechts) etwas wuchtiger.
Im Vergleich zu den Vorgängermodellen ist der Air 10 Pro (ganz rechts) etwas wuchtiger.

Etwas knifflig ist das Aufsetzen an runden Körperstellen wie den Knien, da der komplett gerade, flache Gerätekopf nicht optimal anliegt. Hinzu kommt, dass die Lichtimpulse seitlich stark durchleuchten. Die beiliegende Schutzbrille ist daher kein optionales Zubehör. Besser anliegende Aufsätze würden das vermutlich entschärfen. Ulike verzichtet aber komplett auf wechselbare Aufsätze. Das hat den Vorteil, dass du während der Behandlung nicht ständig Teile tauschen oder überlegen musst, welcher Aufsatz nun für welche Zone gedacht ist. Überhaupt ist die Bedienung erfreulich einfach und intuitiv. Ein beiliegender Quick-Guide erklärt alles Wesentliche in Kürze. Mir gefällt außerdem, dass ich keine App installieren muss, sondern das Gerät einfach einstecken und sofort loslegen kann.

Schon beim Air 3 habe ich bedauert, dass ich an das Kabel gebunden bin. Das ist beim Nachfolger nicht anders und schränkt die Bewegungsfreiheit etwas ein. Die hohe Leistung und die Kühlfunktion wären im Akkubetrieb aber schlicht nicht möglich.

Ein Lüfter im Inneren und die Saphir-Kontaktfläche außen sollen den Schmerzreiz der IPL-Blitze auf ein Minimum reduzieren.
Ein Lüfter im Inneren und die Saphir-Kontaktfläche außen sollen den Schmerzreiz der IPL-Blitze auf ein Minimum reduzieren.

Viel hilft viel?

Dass du bei der IPL-Anwendung für ein nachhaltiges Ergebnis Ausdauer brauchst, ist dir vermutlich schon klar. Das liegt daran, dass die Lichtimpulse biologisch bedingt nur in der aktiven Wachstumsphase der Haare wirken. Und weil wir den Haarzyklus nicht künstlich beschleunigen können, reicht eine Behandlung alle ein bis zwei Wochen eigentlich völlig aus, um die aktiven Follikel zu treffen. Ulike empfiehlt allerdings, das Gerät im ersten Monat drei- bis viermal pro Woche anzuwenden.

Das ist durchaus ein merkliches Zeitinvestment und unterscheidet sich von der Konkurrenz. Bei Modellen von Philips oder Braun startest du direkt im Zweiwochenrhythmus, da dieser Takt den biologischen Zyklus bereits optimal abdeckt. Warum also sollst du bei Ulike zu Beginn so häufig blitzen?

Eine offizielle Erklärung fehlt, doch es dürfte an der Handhabung liegen: Wer das Gerät im «Auto -Glide»-Modus in wenigen Minuten über die Beine zieht, lässt unweigerlich Hautpartien aus. Blitzt du allerdings dreimal pro Woche, triffst du diese vergessenen Haare einfach bequem im zweiten oder dritten Durchgang.

Da ich den biologischen Sinn hinter dieser extrem engmaschigen Anwendung zu Beginn nicht sehe, habe ich mich im Test bewusst nicht an diese Vorgabe gehalten und deutlich seltener geblitzt. Das Ergebnis: Auch mit meinem reduzierten Rhythmus konnte ich nach vier Wochen sichtbare Ergebnisse feststellen. Die hohe Energie scheint demnach auszureichen, um die Haarwurzeln effektiv zu behandeln, auch wenn du den Anwendungsrhythmus etwas entspannter und hautschonender angehst.

Fazit

Schnelle Ergebnisse dank starker Kühlung

Der Ulike Air 10 Pro liefert solide Ergebnisse und bleibt durch die effektive Saphir-Eiskühlung bei der Anwendung schmerzfrei. Die Bedienung (kein Aufsatzwechsel, keine App) ist erfreulich intuitiv. Der Hauttonsensor passt die Lichtintensität kontinuierlich an und schont dadurch die Haut. Der Ansatz fordert ein paar Abstriche: Das Gerät ist zwingend an ein Kabel gebunden und der Lüfter für die Kühlung surrt während der Anwendung. Der komplett flache Behandlungskopf erfordert an kurvigen Körperstellen etwas Geschick. Insgesamt legt der Air 10 Pro seinen Fokus auf den «Auto -Glide»-Modus und eine hohe Anwendungsfrequenz – ganz nach dem Motto «viel hilft viel».

Pro

  • «Auto -Glide»-Modus für schnelle und kontinuierliche Anwendung
  • automatische Hauttonerkennung
  • hohe Gesamtenergie (26 Joule) trifft auch hartnäckige Haarwurzeln
  • Kühlfunktion, um die Haut zu schonen

Contra

  • flacher Behandlungskopf, keine weiteren Aufsätze
  • Zeitaufwand zu Beginn (mehrfache Nutzung pro Woche in der Startphase)
  • Kabelbetrieb
Titelbild: Anna Sandner

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Wissenschaftsredakteurin und Biologin. Ich liebe Tiere und bin fasziniert von Pflanzen, ihren Fähigkeiten und allem, was man daraus und damit machen kann. Deswegen ist mein liebster Ort immer draußen – irgendwo in der Natur, gerne in meinem wilden Garten.


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