So gelingt das Papierschöpfen

So gelingt das Papierschöpfen

Sabrina Müller
Sabrina Müller
Saland, am 07.06.2021
Papier selber herzustellen ist keine Hexerei. Mit ein paar Tipps und genügend Zeit klappt es (fast) immer.

Meine Tochter ist vom Prozess «aus Alt mach Neu» total fasziniert. Sie ist davon so begeistert, dass sie später einmal PET-Flaschen-Rezykliererin werden will. Um ihre Neugierde zu fördern, haben wir zusammen aus Altpapier neues Papier geschöpft.

Was braucht es dazu?

Zum Rezyklieren von Altpapier brauchst du ein paar alte Zeitungen als Basis. Wenn du Lust hast, kannst du auch ein buntes Papier hinzugeben, um deinem neu geschöpften Papier Farbe zu verleihen. Als Werkzeuge eignen sich ein Stabmixer und ein Papierschöpfrahmen. Falls du keinen solchen hast, kannst du selber einen bauen, indem du ein feines Drahtgitter in einen alten Bilderrahmen spannst. Weiter brauchst du zum Schöpfen von Papier eine grosse Wanne und eine kleine Schüssel. Halte zudem ein paar Handtücher bereit. Diese brauchst du später zum Trocknen des Papiers.

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Set zum Papierschöpfen
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Creativ Company Set zum Papierschöpfen

Nicht verschwenden – wiederverwenden

Schritt 1: Zerreisse die Zeitung in kleine Stücke und lege die Fetzen in eine Schüssel. Wenn du dein Papier einfärben möchtest, zerreisst du zudem ein Papier – gebraucht oder nicht – deiner Wunschfarbe und gibst es ebenfalls zum Altpapier hinzu.

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Schritt 2: Gib etwas lauwarmes Wasser in die Schüssel, bis das ganze Papier zugedeckt ist. Diese «Suppe» lässt du nun etwa eine Stunde stehen.

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Schritt 3: Nachdem sich das Papier mit Wasser vollgesogen hat, mixt du das Papier mit einem Handmixer zu einem Brei. Hierbei kannst du selber variieren, wie gross die Papierschnipsel noch sein sollen. Je feiner der Brei, desto gleichmässiger wird schlussendlich dein geschöpftes Papier.

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Schritt 4: Fülle die grosse Wanne mit lauwarmem Wasser und gib ein paar Löffel von deinem Papierbrei hinein. Nun gehst hältst du deinen Schöpfrahmen in die Wanne und wartest, bis sich das Papier gleichmässig auf dem Rahmen verteilt hat.

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Schritt 5: Ziehe deinen Rahmen waagerecht aus dem Papierbad und lasse dabei das übrige Wasser vollständig ablaufen. Wenn möglich, lässt du das Papier auf dem Rahmen etwas antrocknen, bevor du es entfernst. Danach stürzt du es auf ein Handtuch und lässt es trocknen. Lass dir dabei genügend Zeit. Denn ist der Brei zu feucht, fällt dir beim Stürzen alles auseinander. Besser ist es, wenn du das Wasser im Rahmen vollständig ablaufen lässt und mit einem Schwamm trocken tupfst. Wenn du genügend Zeit hast, lohnt es sich, das feuchte Papier noch etwa 30 Minuten lang auf dem Gitter antrocknen zu lassen. Dadurch wirst du das Papier viel stabiler stürzen können.

In einem ersten Versuch haben meine Tochter und ich das Papier auf einem Backpapier trocknen lassen. Es lässt sich davon zwar einfach lösen, doch die Trocknung dauert ewig. Besser als Backpapier sind Handtücher. Die saugen die überschüssige Flüssigkeit sofort auf, was den Trocknungsprozess beschleunigt. Im trockenen Zustand löst sich das Papier auch vom Handtuch gut ab. Achte jedoch darauf, dass das Handtuch keine starke Struktur hat. Diese wird später nämlich auch auf dem Papier zu sehen sein. Es sei denn, du möchtest den Effekt nutzen, um ein Muster zu kreieren. Muster gestaltest du auch, indem du getrocknete und gepresste Blüten auf dem noch feuchten Papier verteilst.

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Schritt 6: Nach einem Tag sollte das Papier trocken sein. Falls es Falten hat, kannst du diese mit einem Bügeleisen glätten.

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Schritt 7: Nun kannst du das neu geschöpfte Papier für alle möglichen Dinge verwenden. Zum Beispiel für eine Grusskarte oder ein Lesezeichen.

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Kein Perfektionismus verlangt

Mit dem Papierschöpfen wirst du keine einwandfreien, rechteckigen und gleichmässigen Papiere herstellen – und das ist das Schöne daran. Das Resultat soll ja selbst gemacht und divers aussehen. Es hat seinen Reiz, wenn mal ein Papier etwas dicker wird, weil du mehr Papierpulpe erwischt hast. Geniesse den Prozess und bastle mit dem Ergebnis nach Belieben weiter.

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Sabrina Müller
Sabrina Müller

Autorin, Saland

Meine Schülerinnen und Schüler und auch meine eigenen Kinder inspirieren mich tagtäglich durch ihre unbändige Fantasie. Die kreativen Projekte, die daraus entstehen, dokumentiere ich gerne auf meinem Blog Fantasiewerk. Ich hoffe, damit ganz viele Mamis und Papis zum Basteln mit ihren Kindern anzuregen. [Fantasiewerk.ch](https://fantasiewerk.ch)

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