So gelingt deine individuelle Gartenbewässerung: die Umsetzung

So gelingt deine individuelle Gartenbewässerung: die Umsetzung

Carolin Teufelberger
Carolin Teufelberger
Zürich, am 21.08.2019
Unser Grafiker Sven will die Fülle an Pflanzen seines Gemeinschaftsgartens individuell bewässern und deshalb sein eigenes System Schritt für Schritt zusammenstellen. Heute: die Umsetzung.

Die Planung ist abgeschlossen. Jetzt geht’s ans Eingemachte. Das Bewässerungssystem muss verlegt werden. Am Anfang scheint alles ein wenig überfordernd, da alle Teile einzeln verpackt angekommen sind. Aus dem grossen Durcheinander wird aber schnell ein organisierter Haufen. Schläuche zusammen, Tropfer zusammen, Verbindungsstücke zusammen. So macht’s Sinn.

Sven hat sich für eine Tröpfchenbewässerung – oder neudeutsch Micro-Drip-System – entschieden. Das Schema haben wir dir im letzten Beitrag schon visuell vorgestellt. Diesem folgen wir nun genau. Am Gartenschlauch, der an der Regenwassertonne hängt, installieren wir die Pumpe, die das Wasser ansaugt. Als nächstes folgt das Basisgerät. Das reduziert den Druck und filtert das Wasser. Pumpe und Basisgerät müssen mindestens einen Meter voneinander entfernt positioniert werden, damit der Druck nicht zu hoch ist.

Die Pumpe versteckt Sven in einer Holzkiste.
Die Pumpe versteckt Sven in einer Holzkiste.

Rohre verlegen

An das Basisgerät kommt ein 13 mm Verlegerohr, mit dem Sven den Weg bis zu den ersten Pflanzgefässen überbrückt. Dort angekommen, kannst du das Rohr abschneiden. Am besten geht das mit einem Seitenschneider oder einer Kombizange. Alternativ kannst du ein Teppichmesser benutzen, wenn du dir keine Sorgen um deine Hände machst. Daran hängt Sven das 13 mm Tropfrohr, das in regelmässigen Abständen kleine Löcher besitzt. Die zwei Rohre steckt er mit einem Verbinder zusammen. Je nach zu bewässernder Fläche kannst du anstatt dem grossen Tropfrohr auch die 4.6 mm Variante anhängen und mit Tropfern ausstatten. Hast du Pflanzreihen, wie bei Sven die Tomaten, dann eignet sich die erste Variante. Bei Gefässen wie Hochbeete oder Töpfen macht’s mehr Sinn, einzelne Tropfer zu verwenden.

Wenn's ums Eck geht, empfiehlt sich ein L-Verbindungsstück. An dieser Stelle ist die Gefahr für ein Leck besonders hoch, befestige das Rohr deshalb zusätzlich mit dem silbernen Kläppchen.
Wenn's ums Eck geht, empfiehlt sich ein L-Verbindungsstück. An dieser Stelle ist die Gefahr für ein Leck besonders hoch, befestige das Rohr deshalb zusätzlich mit dem silbernen Kläppchen.
Die Tomaten werden per Tropfrohr bewässert.
Die Tomaten werden per Tropfrohr bewässert.

Setzbaukasten für Gartenfans

Für Variante zwei nimmst du die dünneren Rohre zur Hand. Um diese anzuhängen, folgst du dem gleichen Schema wie zuvor: 13 mm Rohre an gewünschter Stelle abtrennen, das Verbindungsstück anschliessen und das 4.6 mm Rohr einstöpseln. Bei uns sind alle Rohre etwas starr, was das Verlegen erschwert. Sven krümmt und biegt die einzelnen Abschnitte auf Teufel komm raus, um sie flexibler zu machen, was ihm ganz gut gelingt. Zusätzlich kannst du die Rohre mit Haltern festpinnen, um sie in der gewünschten Position zu halten. Daran hängst du dann die Tropfer deiner Wahl. Achte dabei auf die Wasserabgabe, denn zwischen zwei und 380 Liter pro Stunde ist alles möglich. Für Töpfe wählst du Tropfer im unteren Bereich des Spektrums, für riesige Beete im oberen Bereich. Sven hat sich für eine Mischung aus Tropfern und etwas breitflächigere Sprühdüsen entschieden. Damit am Ende alles aufgeht, empfiehlt es sich, die Tropfer erst in der gewünschten Formation auszulegen und dann das Rohr zuzuschneiden.

Die Tropfer und Düsen werden ins Rohr gesteckt.
Die Tropfer und Düsen werden ins Rohr gesteckt.

Du siehst: Das ganze System funktioniert nicht viel anders als ein idiotensicherer Baukasten – sofern du vorher die richtigen Produkte gekauft hast.

Make it rain

Nachdem die eine Hälfte der SBB-Paletten-Beete ans System angeschlossen ist, wagen wir einen ersten Test. Dafür muss am Ende des Systems ein sogenannter Verschlussstopfen angebracht werden, da sonst ein Grossteil des Wassers einfach wieder hinten rauslaufen würde. Logisch, oder? Aus allen Tropfern, Löchern und Düsen rinnt Wasser, was wir als Erfolg verbuchen. Auch wenn der Druck nahe der Pumpe, was uns wahnsinnig unlogisch erscheint, etwas zu wünschen übrig lässt. Jetzt wird uns auch zum ersten Mal bewusst, wie viel Wasser aus der 6-Flächensprühdüse kommt. Nämlich etwas zu viel für unseren gewählten Ort, an dem nur wenige Pflanzen in der Erde stecken. Mit einem zusätzlichen Regulierventil lässt sich die Wasserabgabe reduzieren. So passt’s dann auch.

Wasser marsch! Die 6-Flächensprühdüse besprenkelt fast das gesamte Beet.
Wasser marsch! Die 6-Flächensprühdüse besprenkelt fast das gesamte Beet.

Nach dem ersten Test sind Sven und ich positiv gestimmt. Das System ist kinderleicht zusammenzustecken, lässt sich individuell gestalten und hat keine Lecks. Über die nächsten Wochen ist nun Feintuning angesagt, da die Wassermenge kaum bei allen Pflanzen stimmen wird. Ob die Bewässerung bis dann halten konnte, was sie verspricht, erfahrt ihr im nächsten Beitrag dieser Serie.

Was ich dir jetzt schon versprechen kann, sind mehr Beiträge im Bereich Do It + Garten. Dafür folgst du mir ganz einfach mit einem Knopfdruck als Autorin und bleibst ständig informiert.]

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Carolin Teufelberger
Carolin Teufelberger

Editor, Zürich

Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Menschen, Gedanken und Lebenswelten kennenzulernen,. Journalistische Abenteuer lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

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