Sportuhr Coros Pace 2: gut, günstig und genau
ReviewSport

Sportuhr Coros Pace 2: gut, günstig und genau

Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Zürich, am 11.01.2021
Coros mischt gerade den Sportuhrenmarkt auf. Nach dem Premium-Modell Vertix teste ich nun die günstigere Pace 2. Mein Fazit: die Sportuhr mit einem super Preis-Leistungsverhältnis.

Coros, das Tech-Unternehmen mit Sitz in Kalifornien, lancierte 2015 über Kickstarter einen smarten Velohelm. Vor rund drei Jahren kam die erste Sportuhr dazu. Seither haben die Amerikaner auch bei uns eine stetig wachsende Fangemeinde. Und auch ich bin schon mit einem Coros-Produkt durch die Schweizer Alpen gehechelt und war vor allem von der Akkuleistung begeistert:

*Überragende Akkulaufzeit:** Coros Vertix-GPS-Adventure Watch
ProduktvorstellungSport

Überragende Akkulaufzeit: Coros Vertix-GPS-Adventure Watch

Nach dem Highend-Produkt nun also das andere Ende des Coros-Preisspektrums, die Pace 2. Eine Weiterentwicklung ihrer ersten Sportuhr, der Pace.

Der Akku

Eins gleich vorneweg: Auch bei der Pace 2 bin ich vom Akku angetan. Der leistet zwar nicht ganz so viel wie derjenige der Vertix, überzeugt mich aber auch. Nach zwei Wochen im Vollmodus und einigen sportlichen Aktivitäten ist die Uhr noch immer zu rund 30 Prozent geladen. Das ist gut und lässt zum Beispiel die wesentlich teureren Polar Vantage V und Garmin Fēnix 6 Pro alt aussehen.

Grundlagentraining statt Alpenpanorama

Passend zum günstigeren Preis bin ich mit der Pace 2, nicht wie im Sommer mit der Vertix auf Alpentrails beim Matterhorn unterwegs, sondern vor der Haustüre beim Grundlagentraining.

Auch mein Hund arbeitet an seinen Grundlagen. Bei ihm geht es jedoch mehr in Richtung Yoga.
Auch mein Hund arbeitet an seinen Grundlagen. Bei ihm geht es jedoch mehr in Richtung Yoga.

Und hier interessiert mich die Genauigkeit der Messung. Kollege Restin hatte im Herbst seine günstige Amazfit auf der 400-Meter-Bahn auf Herz und Nieren geprüft, sich dabei die Lunge aus dem Leib gerannt und festgestellt, dass es die Chinesen mit dem Messen der Distanz nicht so genau nehmen.

*Laufbahn-Test:** Wie genau misst die Sportuhr?
HintergrundSport

Laufbahn-Test: Wie genau misst die Sportuhr?

Und die Amerikaner? Nun, wegen Corona kann ich den Test mit der Pace 2 leider nicht im Leichtathletikstadion auf der Bahnrunde machen, denn hier in Basel ist seit dem 23. November Schicht im Schacht. Und ich habe keinen Zugang zu den Sportanlagen. Aber ich kann meine Joggingrunde mehrfach laufen und die Daten der Pace 2 mit denjenigen von Garmin und Polar vergleichen. Ich laufe also die exakt gleiche Strecke zweimal mit der Coros Pace 2, und je einmal mit der Polar Vantage V und der Fēnix 6 Pro von Garmin.

Auf Google Maps berechne ich für die komplette Runde hin und zurück 7,88 Kilometer.

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Trübes Winterwetter. Bewölkt. Bei meinen vier Läufen werde ich nicht von Sonnenschein verwöhnt. Dafür bin ich auf meiner Hausstrecke nie unter dichtem Blätterdach im Wald unterwegs, ebenso stehen links und rechts keine Hochhäuser, die die GPS-Signale ablenken würden. Ich renne durchs Wohnquartier entlang zweitstöckiger Reihenhäuser und über offene Felder. Der GPS-Drift, also die Distanz zwischen meinem Standort und dem, was ein GPS-Empfänger dafür hält, sollte sich in Grenzen halten. Und das tut er auch.

Die Daten der Coros Pace 2: einmal 7,72 km.
Die Daten der Coros Pace 2: einmal 7,72 km.
Einmal 7,68 km.
Einmal 7,68 km.
Die Daten der Polar Vantage V: 7,86 km.
Die Daten der Polar Vantage V: 7,86 km.
Die Daten der Garmin Fēnix 6 Pro: 7,65 km.
Die Daten der Garmin Fēnix 6 Pro: 7,65 km.

7,88 Kilometer: Dieser Zahl am nächsten kommt die Polar Vantage V mit 7,86 Kilometern. Am weitesten davon entfernt ist die Fēnix 6 Pro von Garmin mit einem Unterschied von 230 Metern. Die Pace 2 liegt mit ihren gemessenen 7,68 respektive 7,72 Kilometern dazwischen und weicht maximal rund 2,5 Prozent von Google Maps ab. Eine für mich als Hobbyläufer zu vernachlässigende Grössenordnung.

So leicht wie keine andere

Ebenfalls zu vernachlässigen ist das Gewicht der Coros Pace 2. Sie wiegt gerade mal 29 Gramm in der Version mit dem Nylonband. Mit dem Silikonband sind es auch nur 35 Gramm. Das Teil soll gemäss Hersteller die leichteste GPS-Uhr der Welt sein. Ausserdem ist sie mit nur zwei Knöpfen ausgestattet. Wobei es sich beim einen Knopf um ein Rad handelt, über das die Uhr bedient wird und du durch das Menü navigierst.

Mit dem Rad scrollst du durch das Menü. Hier auf der rechten Seite.
Mit dem Rad scrollst du durch das Menü. Hier auf der rechten Seite.

Du kannst die Uhr übrigens auch um 180° gedreht tragen. Also die Knöpfe auf der linken Seite, sodass du das Scroll-Rad nicht mit dem Zeigefinger sondern mit dem Daumen bedienst. Ich bevorzuge die Variante mit den Knöpfen rechts.

Das Rad und der Knopf auf der linken Seite.
Das Rad und der Knopf auf der linken Seite.

Ein weiteres kleines, aber praktisches Detail ist die winzige schwarze Gummiabdeckung. Sie schützt den Anschluss des Ladekabels vor Fusseln und Co. Ich mag solche wohldurchdachten Kleinigkeiten.

Das kleine Schwarze schützt vor Schmutz.
Das kleine Schwarze schützt vor Schmutz.

Die App: mal hui, mal pfui

Die App: Was soll ich dazu sagen? Bisher war sie ein ziemliches Ärgernis, weil sämtliche Hintergrundinfos in Englisch gehalten waren. Seither haben die Entwickler bei Coros jedoch ein wenig vorwärts gemacht, sodass viele Informationen nun auch in Deutsch erhältlich sind, jedoch noch längst nicht alle. Ausserdem nervt, dass die Uhr und das Smartphone praktisch täglich aufs Neue gekoppelt werden müssen. Hier funktioniert die Bluetooth-Verbindung miserabel. Schade.

Ansonsten gibt es nicht viel zu bemängeln. Im Gegenteil. Mir gefällt speziell die Muscle-Heatmap: Hier siehst du nach einem Krafttraining, welche Muskelgruppen du wie oft trainiert hast. Und natürlich findest du weitere Statistiken, wie Schritte, Schlaf, Energieverbrauch, Trainingszeit, Belastungsindex und Trainingszustand.

Die Muscle-Heatmap.
Die Muscle-Heatmap.
Die Pace 2 zeichnet unzählige Daten auf.
Die Pace 2 zeichnet unzählige Daten auf.

Die Specs der Coros Pace 2

Bildschirmgrösse1,2 x 240 x 240 (64 Farben)
AnzeigetypAlways-On-Speicher-LCD
BildschirmmaterialCorning® Glas
LünettenmaterialFaserverstärktes Polymer
AbdeckmaterialFaserverstärktes Polymer
RiemenmaterialSilikon / Nylon
Schnellwechselband20 mm
Physische Grösse42 × 42 × 11,7 mm
Gewicht mit Silikonband35 g
Gewicht mit Nylonband29 g
TelefonverbindungBluetooth
ZubehöranschlussANT + / Bluetooth
NavigationGPS, GLONASS, Beidou
(Galileo über zukünftiges Firmware-Update)
SensorenOptischer Herzfrequenzmesser
Barometrischer Höhenmesser
Beschleunigungsmesser
Kompass
Gyroskop
Thermometer
Wasserbeständigkeit5ATM (50 Meter / 164 Fuß)
Arbeitstemperatur-20 ° C bis 60 ° C
Lagertemperatur-20 ° C bis 65 ° C
LadezeitWeniger als 2 Stunden
Lebensdauer der Batterie20 Tage regelmäßiger Gebrauch
30 Stunden im Voll-GPS-Modus
60 Stunden im UltraMax-Modus
Unterstützte WorkoutsLaufen, Indoor-Laufen, Streckenlauf, Fahrrad, Indoor-Bike, Pool-Schwimmen, Open Water, Triathlon, Fitnessstudio Cardio, GPS Cardio, Kraft, Training

Mein Fazit

Eine günstige Sportuhr, die viele Funktionen zu bieten hat und genau misst. Den Vergleich mit Polar und Garmin braucht die Coros Pace 2 auf jeden Fall nicht zu scheuen. Ausserdem ist sie extrem leicht und einfach in der Bedienung. Wenn da bloss die schlechte Konnektivität mit dem Smartphone nicht wäre. Das ärgert mich wirklich. Trotz des günstigen Preises. Insgesamt ist die Pace 2 aber jene Uhr, mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, die ich kenne. Klare Kaufempfehlung meinerseits.

Eine Vergleichstabelle mit allen Coros-Modellen findest du hier und unser gesamtes Coros-Sortiment gibt's hier.

Dieser Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschliesslich meine persönlichen Erfahrungen wieder.

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Patrick Bardelli
Patrick Bardelli

Senior Editor, Zürich

Es zählt nicht, wie gut du bist, wenn du gut bist. Sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.

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