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Fuse Games / Star Wars
Hintergrund

«Star Wars: Galactic Racer» angespielt: Diese Galaxis kennt kein Tempolimit!

Luca Fontana
7.9.2026

«Star Wars: Galactic Racer» lässt mich mit irrem Tempo durch eine weit, weit entfernte Galaxis rasen. Motoren röhren, Landschaften schiessen vorbei – und irgendwo dazwischen werde ich wieder zum zehnjährigen Fanboy.

Ich kenne diese Strecke. Dabei sitze ich an der Gamescom zum ersten Mal am Steuer von Sebulbas Podracer in «Star Wars: Galactic Racer». Trotzdem weiss ich, was hinter der nächsten Kurve kommt. Die Haarnadel. Die Passage zwischen den hohen Felswänden. Ich habe das Boonta Eve Classic schliesslich schon unzählige Male gesehen – in «Star Wars: Episode I».

Dass ich es jetzt selbst fahren darf, ist der Höhepunkt einer Demo, bei der mir ohnehin erstaunlich oft ein breites Grinsen im Gesicht klebt. Denn Entwickler Fuse Games hat etwas ziemlich Entscheidendes bereits hinbekommen: «Galactic Racer» fühlt sich schnell an.

Verdammt schnell.

Drei Fahrzeuge, dreimal Vollgas

Bevor ich nach Tatooine darf, bekomme ich drei kurze Strecken und drei Fahrzeugklassen vorgesetzt. Auf Jakku fahre ich einen Landspeeder, gewissermassen das Auto der «Star Wars»-Galaxis. Er ist schwer, eignet sich gut zum Rammen von anderen Fahrzeugen und du kannst mit ihm in den Kurven driften. Danach folgt das Speeder Bike: kleiner, leichter und noch wendiger, fast wie ein futuristisches Motorrad. Der neue Skim Speeder liegt irgendwo dazwischen und erinnert mit seiner breiteren Bauweise schon eher an ein kleines Raumschiff. In engen Kurven legt sich das Gefährt spektakulär auf die Seite.

Die Unterschiede sind spürbar, das Grundgefühl bleibt aber gleich: «Galactic Racer» drückt ordentlich aufs Tempo. Die Umgebung schiesst an mir vorbei, Kurven kommen gefühlt immer einen Tick früher, als mir lieb ist, trotzdem bleibt die Steuerung präzise genug, dass daraus kein unkontrollierbares Chaos wird. Meistens jedenfalls.

Auf Jakku werden die Hinterlassenschaften des Imperiums kurzerhand zur Rennstrecke. Das dürfte der Versicherung nicht gefallen.
Auf Jakku werden die Hinterlassenschaften des Imperiums kurzerhand zur Rennstrecke. Das dürfte der Versicherung nicht gefallen.
Quelle: Fuse Games / Star Wars

Besonders auf Jakku funktioniert das hervorragend. Auf einer langen Geraden bleibt gerade genug Zeit, um den gewaltigen abgestürzten Sternzerstörer am Horizont zu bestaunen. Dann rast schon die nächste Kurve heran, ich ziehe haarscharf am Wrack vorbei und wenig später sogar durch Teile davon hindurch. Die Strecken nutzen ihre «Star Wars»-Kulissen nicht bloss als hübschen Hintergrund, sondern lassen mich mitten durch sie hindurchrasen.

Dazu kommt ein Sounddesign, das einen grossen Teil zum Geschwindigkeitsrausch beiträgt. Motoren röhren, Metall ächzt und mein Gefährt klingt in manchen Kurven, als würde es jeden Moment unter den Kräften auseinanderbrechen. Im Hintergrund schwillt derweil ein orchestraler Score an, der unverkennbar nach «Star Wars» klingt. Die weit, weit entfernte Galaxis fühlt sich hier nicht nur richtig an – sie hört sich exakt so an.

Endlich wieder Boonta Eve

Dann darf ich Sebulba spielen und mein innerer Zehnjähriger übernimmt endgültig. Das Boonta Eve Classic ist allerdings kein Teil der eigentlichen Story-Kampagne, sondern Teil eines separaten Spielmodus, in dem «Galactic Racer» besondere Rennen aus der «Star Wars»-Geschichte aufgreift. Schon vor dem Start fährt Fuse Games schwere Nostalgiegeschütze auf: das Starterfeld, bekannte Fahrer, vertraute Kameraeinstellungen und John Williams' Musik. Anakin fehlt zwar, dafür sitze ich im Podracer von Sebulba.

Jahrzehntelang angesammeltes «Episode I»-Wissen zahlt sich endlich aus: Beim Boonta Eve Classic weiss ich erstaunlich oft, was hinter der nächsten Kurve wartet.
Jahrzehntelang angesammeltes «Episode I»-Wissen zahlt sich endlich aus: Beim Boonta Eve Classic weiss ich erstaunlich oft, was hinter der nächsten Kurve wartet.
Quelle: Fuse Games / Star Wars

Und der klingt genauso, wie er klingen muss. Dieses unverwechselbare dumpfe Röhren seiner Motoren (dieses dumpfe Wub-wub-wub-wub) katapultiert mich augenblicklich zurück ins Jahr 1999. Sebulba darf sogar wieder das Arschloch geben: Per Spezialfähigkeit zünde ich einen seitlichen Flammenwerfer und röste Konkurrenten, die mir zu nahe kommen. Fair Play war noch nie seine Stärke.

Noch beeindruckender ist die Strecke selbst. Fuse Games hat sie der Filmvorlage so genau nachempfunden, dass mein über Jahrzehnte angesammeltes, vollkommen unnützes «Star Wars»-Wissen plötzlich nützlich wird. Schon beim ersten Durchgang erkenne ich Passagen wieder und weiss tatsächlich, welche Kurve als Nächstes kommt. Dazu sind die Podracer gefühlt noch einmal schneller als die anderen Fahrzeuge. In einer Perspektive sitze ich praktisch zwischen den beiden Triebwerken und sehe den Boden wenige Meter unter mir vorbeischiessen. Herrlich.

Nur etwas fehlt: die Tuskenräuber, die im Film von den Klippen auf die vorbeirasenden Pods schiessen. Schade.

«Need for Speed» trifft «Star Wars»

Podracing bleibt allerdings die Ausnahme. Das eigentliche Herz von «Galactic Racer» bildet die Kampagne, die nach «Episode VI» spielt. Das Imperium ist gefallen und im entstandenen Machtvakuum blüht eine neue illegale Rennszene auf. Weil Podracer derart gefährlich sind, dass nur wenige Piloten überhaupt damit umgehen können, erzählt eine Stimme aus dem Off, kommen Landspeeder, Speeder Bikes und Skim Speeder ins Spiel.

Als wahlweise männliche oder weibliche Hauptfigur Shade arbeitest du dich durch diese Rennszene nach oben. Ein bisschen «Need for Speed Underground» also, einfach mit «Star Wars»: Rennen fahren, Belohnungen verdienen, Fahrzeuge verbessern und immer stärkere Konkurrenz herausfordern.

Sentinel I ist deutlich unwirtlicher als Jakku: Zwischen schwarzem Gestein und schwefelgelben Seen wirkt selbst die Rennstrecke nicht sonderlich gesund.
Sentinel I ist deutlich unwirtlicher als Jakku: Zwischen schwarzem Gestein und schwefelgelben Seen wirkt selbst die Rennstrecke nicht sonderlich gesund.
Quelle: Fuse Games / Star Wars

Einen ungewöhnlichen Kniff gibt es allerdings: Die Kampagne funktioniert dabei als sogenanntes «Roguelite». Sprich: Du arbeitest dich innerhalb einer Galactic Tour über mehrere Planeten und wählst unterwegs zwischen unterschiedlichen Renn-Events. Scheiterst du zu oft, endet deine Tour und du musst einen neuen Anlauf starten. Ganz bei null landest du immerhin nicht: Bestimmte Verbesserungen und Freischaltungen bleiben dauerhaft erhalten.

Wie gut diese Schleife langfristig funktioniert, kann ich noch nicht beurteilen. In meiner Gamescom-Demo durfte ich die Kampagne nicht ausprobieren. Ob mich die Aussicht auf bessere Fahrzeuge und neue Planeten auch nach mehreren gescheiterten Touren noch motivieren würde – oder ob ich irgendwann frustriert den Controller weglege –, muss deshalb mein Kollege Simon Balissat herausfinden. Sein ausführlicher Test folgt Ende September.

Wo bleibt der Splitscreen?

Auch den Multiplayer konnte ich noch nicht ausprobieren. Gegen andere Menschen online anzutreten, gehört natürlich zum Paket. Was hingegen fehlt, ist lokaler Splitscreen – und das finde ich bei einem Rennspiel dieser Art ausgesprochen schade.

«Galactic Racer» schreit geradezu danach, drei Freunde aufs Sofa zu setzen und sich gegenseitig mit Speeder Bikes von der Strecke zu drängen. «Mario Kart» macht seit Jahrzehnten vor, wie viel Spass genau das machen kann. Warum sollte ausgerechnet ein «Star Wars»-Rennspiel diese Gelegenheit liegen lassen?

Fuse-CEO Matt Webster hat an der Gamescom erklärt, weshalb: Splitscreen hätte laut ihm Kompromisse bei Framerate, visueller Qualität und Immersion verlangt. Deshalb sei er technisch «a stretch too far» gewesen. Mega schade.

Die verschiedenen Kameraperspektiven verändern das Fahrgefühl erstaunlich stark. Aus dieser Sicht rauscht die Strecke besonders eindrücklich unter mir durch.
Die verschiedenen Kameraperspektiven verändern das Fahrgefühl erstaunlich stark. Aus dieser Sicht rauscht die Strecke besonders eindrücklich unter mir durch.
Quelle: Fuse Games / Star Wars

Abseits davon gehe ich erstaunlich begeistert aus meiner Demo. Ob mich die Roguelite-Kampagne langfristig motiviert, wie abwechslungsreich die Strecken bleiben und wie gut der Multiplayer funktioniert, muss sich noch zeigen. Das Wichtigste hat Fuse Games für mich aber bereits geschafft: Die Fahrzeuge steuern sich hervorragend, das Geschwindigkeitsgefühl ist fantastisch und die Präsentation trieft vor «Star Wars».

Und wenn Sebulbas Podracer dieses unverwechselbare Röhren von sich gibt, John Williams einsetzt und ich plötzlich weiss, welche Kurve hinter der nächsten Felswand wartet, höre ich ihn schon, meinen inneren Zehnjährigen, voller Vorfreude:

«Now this is podracing!»

So sieht ein glücklicher Star-Wars-Fanboy aus.
So sieht ein glücklicher Star-Wars-Fanboy aus.
Secret Mode Star Wars: Galactic Racer (PS5, DE)
Game

Secret Mode Star Wars: Galactic Racer

PS5, DE

Secret Mode Star Wars: Galactic Racer (Xbox Series X, DE)
Game

Secret Mode Star Wars: Galactic Racer

Xbox Series X, DE

«Star Wars: Galactic Racer» erscheint am 6. Oktober 2026 für PS5, Xbox Series X/S und PC.

Titelbild: Fuse Games / Star Wars

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Ich schreibe über Technik, als wäre sie Kino, und über Filme, als wären sie Realität. Zwischen Bits und Blockbustern suche ich die Geschichten, die Emotionen wecken, nicht nur Klicks. Und ja – manchmal höre ich Filmmusik lauter, als mir guttut.


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