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Produkttest

Turtle Beach Stealth Pro 2 im Test: mein neues Lieblings-Headset

Kevin Hofer
26.6.2026

Das Turtle Beach Stealth Pro 2 bietet 80 Stunden Akkulaufzeit dank zwei Hot-Swap-Akkus, tolle Verarbeitung und ein Mikrofon auf Podcast-Niveau. Als Premium-Gaming-Headset setzt es in vielen Bereichen Massstäbe, wenn auch nicht ganz ohne Abstriche.

Turtle Beach kam mir beim Thema Premium-Gaming-Headset lange nicht als erster Name in den Sinn. Das Stealth Pro 2 ändert das. Es fühlt sich an und sieht aus wie ein Headset, das deutlich mehr kosten sollte – und bricht dabei mit dem Gaming-typischen Plastiklook, für den die Marke früher bekannt war.

Wichtig: Turtle Beach bietet das Headset in verschiedenen Versionen an. Achte gut darauf, welche für deinen Use Case passt. Ich teste die PC-Version, die auch mit der Playstation kompatibel ist, aber nicht mit der Xbox. Weiter sind je nach Version gewisse Features nicht verfügbar. So ist der Bluetooth-Codec LDAC nur bei der PC-Version dabei.

Verarbeitung auf hohem Niveau

Der Kopfbügel besteht aus eloxiertem Aluminium, die Aussenseiten der Muscheln haben eine Soft-Touch-Oberfläche mit kupferfarbenen Akzenten. Die Lautstärkeregler sind aus gefrästem Metall – ich fühle und höre den Unterschied zu Plastik. Die Ohrmuscheln lassen sich schwenken und vollständig drehen, sodass ich das Headset auch bequem um den Hals tragen kann. Das Teil wirkt unzerstörbar.

Das Headset macht Schlangenmenschen Konkurrenz.
Das Headset macht Schlangenmenschen Konkurrenz.

Das Kopfband ist aus elastischem Textil gefertigt – ähnlich wie beim AirPods Max – und liegt flach auf dem Kopf auf. Je nach Kopfform kann das den Tragekomfort einschränken. Bei mir ist das nicht der Fall.

Das Headset sitzt angenehm, auch während langen Sessions. Im Vergleich mit dem kürzlich getesteten Arctis Nova Pro Omni finde ich das neue von Turtle Beach einen Tick bequemer. Das liegt auch daran, dass die Textilpolster des Stealth Pro 2 atmungsaktiv sind. Unter jenen aus Kunstleder des Onmis schwitze ich schnell. Das Memory-Foam-Polster ist weich und nachgiebig, besonders an der Druckstelle über den Brillenbügeln. Durch Drehen lassen sich die Polster einfach entfernen und bei Bedarf ersetzen.

Die weichen Polster sind bequem.
Die weichen Polster sind bequem.

Einziger Wermutstropfen: Aufgrund der hochwertigen Materialien wiegt das Headset um die 380 Gramm. Im Vergleich zum Omni sind das 50 Gramm mehr. Mit der Zeit spüre ich das.

Die Bedienelemente sind auf beide Seiten verteilt. Rechts: Schnellwechsel-Taste für die Eingangsquelle, separater Lautstärkeregler für Bluetooth und ein Bluetooth-Pairingknopf. Links: Lautstärkeregler, Regler für Chat-Soundlautstärke-Verhältnis, Mikrofonstummschaltung, Power-Button und ein frei belegbarer Modus-Knopf, der standardmässig für ANC (Active Noise Cancelling) zuständig.

Nahezu unerschöpfliche Akkulaufzeit

Zwei Hot-Swap-Akkus mit je 40 Stunden Laufzeit ergeben zusammen 80 Stunden. Einer sitzt im Headset, der andere lädt gleichzeitig im Wireless-Dock. Der Tausch dauert Sekunden. Sollten wider Erwarten beide leer sein, reichen 15 Minuten Ladezeit für mehrere Stunden Betrieb. In der Praxis ist das Headset damit immer betriebsbereit.

Der Akku ist schnell getauscht.
Der Akku ist schnell getauscht.

Das Dock ist kompakt und zeigt per LED-Ring den ANC-Modus sowie den Mikrofonstatus an. Ein physischer Knopf wirft den Akku sauber heraus. Kleine Details, die im Alltag Freude machen.

Das Ladedock ist gleichzeitig Dongle für die 2,4-GHz-Verbindung.
Das Ladedock ist gleichzeitig Dongle für die 2,4-GHz-Verbindung.

Gleichzeitige Funk- und Bluetooth-Verbindung

Per 2,4-GHz-Funk lassen sich bis zu vier USB-Sender gleichzeitig gekoppelt halten und per Knopfdruck am Headset durchschalten. Dazu kommt Bluetooth 5.3 mit LDAC-Codec für gute Klangqualität auch über Bluetooth. Die simultane Verbindung über Funk und Bluetooth funktioniert problemlos. Leider gilt das nicht für mehrere Bluetooth-Verbindungen gleichzeitig.

Der Gerätewechsel ist etwas langsamer als bei manchen Konkurrenten – es dauert einen Moment, bis die neue Quelle aktiv ist. Kein Dealbreaker, aber spürbar.

Starkes ANC

Das ANC des Stealth Pro 2 gehört zu den besten, die ich an einem Gaming-Headset gehört habe. Es kommt nah an das des Arctis Nova Pro Omni heran – bemerkenswert, weil die Polster des Stealth Pro 2 deutlich durchlässiger sind. Besonders positiv: Bei aktiviertem ANC entsteht kein Rauschen im Hintergrund, was bei vielen anderen Headsets ein Problem ist.

Dank dem starken ANC lässt mich Umgebungslärm kalt.
Dank dem starken ANC lässt mich Umgebungslärm kalt.

Der Ambient-Modus überzeugt mich, er klingt natürlich und offen. Ein Wermutstropfen: Der Sidetone – also das Mithören der eigenen Stimme – funktioniert bei aktiviertem ANC und Ambient-Modus nicht.

Kräftiger, gut ausgewogener Sound

Die 60-mm-Dual-Treiber des Stealth Pro 2 liefern einen typischen Gaming-Sound: Der Bass ist betont, aber nicht überwältigend. Druckvoll beschreibt ihn am besten – ich kann teils die Schwingungen fühlen. Stimmen klingen klar und natürlich – weder zu nasal noch zu grell.

Im Gaming macht das Spass. Explosionen klingen wuchtig, Schritte lassen sich gut orten. Die Treiber haben eine beeindruckende Lautstärke-Reserve: Selbst bei sehr hohem Pegel spielen sie ohne Verzerrung.

Auch wenn der Gesichtsausdruck etwas anderes vermuten liesse: Das Stealth Pro 2 klingt gut.
Auch wenn der Gesichtsausdruck etwas anderes vermuten liesse: Das Stealth Pro 2 klingt gut.

Beim Musikhören zeigt sich wie bei den meisten Gaming-Headsets, dass die Abstimmung aufs Zocken ausgelegt ist. Mit einem kleinen Eingriff am Equalizer – etwa den Bass bei 125 Hz absenken und die Höhen bei 8 kHz leicht reduzieren – klingt es aber auch für Musik sehr gut. Die gute Nachricht: Der 10-Band-Equalizer in der Swarm-2-App macht das schnell und unkompliziert. Die Profile kann ich auch Onboard speichern und dann zwischen ihnen wechseln.

Mikrofon auf hohem Niveau

Das abnehmbare unidirektionale Mikrofon ist eines der Highlights des Stealth Pro 2. Es klingt warm und natürlich – ohne den roboterhaften Klang, den ich vom Arctis Nova Pro Omni kenne. Mit einem vollwertigen Podcast-Setup kann es nicht mithalten, aber für Discord, Gaming und Streams klingt es gut. Positiv hervorzuheben ist das Sidetone-Feature, mit dem ich mich besser sprechen höre.

Das Mikrofon klingt gut.
Das Mikrofon klingt gut.

Ebenfalls mit dabei sind zwei Beamforming-Mikrofone in den Ohrmuscheln, falls ich den Mikrofonarm nicht angeschlossen habe. Für einen kurzen Anruf sind sie in Ordnung, aber auch nicht mehr. Schön, dass Turtle Beach das anbietet. Dieses Feature fehlt etwa beim Omni.

Software mit Potenzial

Am PC lässt sich das Stealth Pro 2 über die Swarm-2-App konfigurieren. Der 10-Band-Equalizer für Sound und Mikrofon, ANC-Stufen, Tastenbelegungen – alles ist übersichtlich und ohne Login zugänglich. Einstellungen lassen sich auf dem Headset speichern, was auch die Nutzung an der Konsole vereinfacht.

Die App bietet alles Nötige.
Die App bietet alles Nötige.

Im Vergleich zu Steelseries oder Logitech fehlen ein parametrischer Equalizer und eine Community-Bibliothek für Presets. Für die meisten dürfte das kein Problem sein, da das Headset bereits ab Werk gut klingt.

Fazit

Geiles Teil

Das Stealth Pro 2 ist eines der besten Headsets, die ich getestet habe. Verarbeitung, Komfort, Mikrofon und Akkulaufzeit sind auf einem Niveau, das in dieser Preisklasse seinesgleichen sucht. Der Klang ist auf Gaming optimiert, lässt sich aber mit dem Equalizer auch auf Musik gut anpassen.

Zwei Kritikpunkte gibt es aber. Einerseits musst du gut darauf achten, welche Version du dir kaufst. Je nachdem, kannst du das Headset nicht mit all deinen Endgeräten nutzen oder dir fehlen Features. Andererseits bietet das Stealth Pro 2 zwar viel, dürfte den meisten aber zu teuer sein – trotz guter Leistung.

Pro

  • herausragende Verarbeitung
  • nahezu unerschöpfliche Laufzeit
  • Mikrofon klingt natürlich und warm
  • starkes ANC ohne Hintergrundrauschen
  • kräftiger, gut abgestimmter Klang

Contra

  • hoher Preis

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