

Vitaminwasser im «Saldo»-Test: Die meisten sind getarnte Süssgetränke
Auf den Flaschen stehen Begriffe wie «Reload», «Vitamin Active» oder «Hydrate». Das klingt gut. Stimmt aber nicht, denn in den Vitaminwassern steckt vor allem Zucker. Und zwar viel zu viel.
Ich habe auch schon häufiger zur Flasche gegriffen. Nach einer Laufeinheit mit ein paar Intervallen stille ich meinen Durst mit einem halben Liter «Reload». Ich sollte das überdenken. Denn wie ein Test des Schweizer Konsumentenportals «Saldo» zeigt, sind die Wässerchen gar nicht so gesund, wie sie behaupten.
Zehn Produkte hat das «Saldo»-Team an verschiedene Lebensmittellabore geschickt und umfangreich testen lassen. Wie viel Zucker steckt drin, wie viele B-Vitamine? Sind Schadstoffe enthalten?
Zuerst die gute Nachricht: In keinem der zehn Produkte fanden die Expertinnen und Experten giftige Stoffe wie Uran oder Trifluoressigsäure (TFA), was die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen kann.
Wenig Vitamine, viel Zucker
Die Labore waren nicht nur auf der Suche nach Schadstoffen, sondern auch nach den Vitaminen. Immerhin bewerben die Hersteller ihre Produkte als Sportgetränke, die besser sind als «normales» Wasser oder andere Erfrischungsgetränke.
Das Urteil ist vernichtend. «Saldo» schreibt:
Die Vitaminwasser sind keine gesunden Durstlöscher, sondern Süssgetränke, die zur Entstehung einer Fettleber oder von Typ-2-Diabetes beitragen können.
Die Getränke dürfen als kalorienarm beworben werden. Das liegt aber allein daran, dass sie Zucker in Form von Fruktose enthalten. In dieser Form hat er weniger Kalorien als Haushaltszucker. Trotzdem stecken in einer Halbliterflasche Vitaminwasser rund 20 Gramm Zucker, weshalb sie auch nicht gesund seien.

Sind dann wenigstens Vitamine im Wasser? Das schon, heisst es bei «Saldo». Aber es sind selten die Mengen, die auch auf dem Etikett stehen. Im Test zeigte sich, dass die Flaschen unterschiedliche Mengen enthalten, obwohl sie vom gleichen Hersteller kommen. Das liegt an Sonnenlicht und Wärme, die die empfindlichen Vitamine abbauen. Deshalb würden die Hersteller, die das Problem kennen, ihren Drinks oft mehr Vitamine zusetzen, um die angegebene Menge auch dann zu erreichen, wenn eine Flasche länger im Regal steht. Die Eigenmarken-Vitaminwasser von Coop und Aldi enthielten zum Beispiel 50 Prozent mehr Vitamin B12 als angegeben.
Das sei wenigstens nicht schädlich, schreibt «Saldo». Besonders nützlich seien die Vitamine aber auch nicht. Denn in der Schweiz ist der grösste Teil der Bevölkerung ausreichend mit den Vitaminen A, C, B6 und B12 versorgt. Zusätzliche Vitamine durch den Konsum von entsprechenden Getränken bringen keinen Vorteil für die Gesundheit.
Leitungswasser als Alternative
Vitaminwasser sind also zu süss, die Vitamine unnötig. Und dann sind sie auch noch deutlich teurer als Mineralwasser. Sieben Produkte im Test kosten mehr als 2 Franken pro Liter. «Saldo» vergleicht das mit den Kosten für einen Liter Schweizer Mineralwasser, was es schon ab rund 20 Rappen gibt. Oder du nimmst Leitungswasser. Für 20 Rappen erhalte man 100 Liter Hahnenburger. Für den Geschmack kannst du eine Scheibe Zitrone hineingeben.
Den kompletten Bericht findest du in der aktuellen gedruckten Ausgabe von «Saldo» (Nr. 13/2026) oder hier online (Abonemment erforderlich).
Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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