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Patrick Bardelli
Meinung

Wasserfiltration mit der «BeeFree AC Bottle» von Katadyn

Die Schweizer Katadyn Group ist auf Nahrungs- und Trinkwasserversorgung spezialisiert. Unter der Marke Katadyn vertreiben die Kemptthaler mobile Wasseraufbereitungssysteme wie die «BeeFree AC Bottle».

Filterflaschen und Pressen, Steripen, Flaschen mit UV-Licht oder Micropur-Tabletten. Im Dschungel der Wasserfiltration, sei es für Wanderungen, Bikepacking oder Expeditionen, verliert man schnell den Überblick. Nicht nur mir geht das so, User «lord commander» hat es in den Kommentaren zu einem Beitrag meiner Kollegin Siri Schubert, wie ich finde, schön auf den Punkt gebracht:

Ein Schluck aus dem Ganges muss es nicht sein, aber vielleicht ein Mund voll aus einem Oberengadiner Bergbach. Wobei: So ein bisschen Wasser kann es in sich haben. Konkret zum Beispiel Bakterien, Parasiten, Viren oder Mikroplastik. Darum habe ich die «BeeFree AC Bottle» von Katadyn dieses Jahr mit in die Berge genommen.

Einfach Aktivkohle in den Filter einsetzen, vor dem ersten Gebrauch einen Liter durchlaufen lassen. Fertig. Die Flasche ist bereit für ihren Einsatz.

Wasser aus einem Bergbach kann seine Tücken haben.
Wasser aus einem Bergbach kann seine Tücken haben.

Entfernt Bakterien, Protozoen und Mikroplastik

Gemäss Hersteller entfernt das zweistufige System der «BeeFree AC Bottle» mit einem Hohlfaserfilter Bakterien, Protozoen und Mikroplastik. Viren schafft es hingegen nicht. Aktivkohle soll Chlor und Gerüche reduzieren und so für frischen Geschmack sorgen. Das kann ich bestätigen, das Wasser schmeckt angenehm frisch.

Die Durchflussrate soll bis zu zwei Liter pro Minute betragen. Das scheint mir jedoch eher hoch gegriffen zu sein. Ganz so leicht, wie Katady den Durchfluss beschreibt, ist er aus meiner Sicht nicht.

Das Runde kommt ins Runde: Die kleine schwarze Aktivkohle wird in den zweistufigen Filter eingesetzt.
Das Runde kommt ins Runde: Die kleine schwarze Aktivkohle wird in den zweistufigen Filter eingesetzt.

Die Reinigung der «BeeFree AC Bottle» ist simpel: den Hohlfaserfilter einfach mit Wasser ausspülen. Dieser soll eine Kapazität von bis zu 1000 Litern haben. Das ist jedoch abhängig von der Wasserqualität. Gleiches gilt für die Aktivkohle, die bis zu 200 Liter schaffen soll. Das wären dann bei der Variante mit 0,9 Litern Inhalt rund 1100 respektive 220 volle Flaschen. Bei der Variante mit 0,7 Litern Inhalt sind es entsprechend mehr.

Die «BeeFree AC Bottle» von Katadyn gibt es in zwei Grössen.
Die «BeeFree AC Bottle» von Katadyn gibt es in zwei Grössen.

Meine Meinung

Ich habe diese Trinkflasche nicht nur auf kleinen Wanderungen im Oberengadin genutzt, sondern bin damit die letzten Wochen auch regelmässig zwischen Home-Office und Grossraumbüro in Zürich hin- und her gependelt. Und da stellt sich sofort die Frage, ob es dafür überhaupt ein Wasseraufbereitungssystem wie jenes der «BeeFree AC Bottle» braucht. Die kurze Antwort darauf: Bei der Qualtität unseres Trinkwassers, das aus der Leitung kommt, wohl eher nicht.

Es gibt aber auch eine lange Antwort und die lautet folgendermassen:

Die «BeeFree AC Bottle» ist für mich nicht nur eine Flasche für alpine Wanderungen. Sie hat mich in den letzten Wochen auch im Alltag begleitet. Nicht, weil ich Leitungswasser misstraue, sondern weil sie eine hochwertige Trinkflasche mit einem angenehmen Mundstück und gutem Handling ist. Der Filter stört dabei nicht. Im Gegenteil: Auf Reisen, beim Velofahren oder wenn ich unterwegs an einem Brunnen oder einer unbekannten Wasserquelle auffülle, gibt er mir ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit.

Darin sehe ich die Stärke des Konzepts. Die Flasche ist keine Spezialausrüstung, die elf Monate im Schrank liegt und nur auf einer Trekkingtour genutzt wird. Sie lässt sich problemlos in den Alltag integrieren und ist dann bereits dabei, wenn sie tatsächlich gebraucht wird.

Natürlich ersetzt sie kein vollwertiges Wasseraufbereitungssystem für Expeditionen in Regionen mit hohem Virenrisiko. Wer in tropischen Ländern unterwegs ist oder Wasser aus stark verschmutzten Quellen trinken muss, braucht je nach Situation zusätzliche Methoden wie UV-Licht oder chemische Desinfektion. Für Wanderungen, Bikepacking-Touren oder Mehrtagestouren in den Alpen dürfte der gebotene Schutz aber für die meisten Anwendungsfälle ausreichen. Zusätzlichen Schutz kann darüber hinaus eine Micropur-Tablette bringen.

Bleibt die Frage, ob sich die Anschaffung lohnt. Wer ausschliesslich Leitungswasser trinkt und seine Trinkflasche nur im Büro oder beim Sport nutzt, wird den Filter vermutlich nie wirklich brauchen. Wer dagegen regelmässig draussen unterwegs ist, gerne spontan an Brunnen oder Bergbächen auffüllt oder auf Reisen nicht jedes Mal über die Wasserqualität nachdenken möchte, erhält mit der «BeeFree AC Bottle» eine unkomplizierte Lösung.

Titelbild: Patrick Bardelli

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Vom Radiojournalisten zum Produkttester und Geschichtenerzähler. Vom Jogger zum Gravelbike-Novizen und Fitness-Enthusiasten mit Lang- und Kurzhantel. Bin gespannt, wohin die Reise noch führt.


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