Vmax VX4: Bester, aber auch teuerster E-Scooter, den ich je getestet habe
Produkttest

Vmax VX4: Bester, aber auch teuerster E-Scooter, den ich je getestet habe

Lorenz Keller
20.2.2024

Der Vmax VX4 GT ist gross, schwer und teuer. Trotzdem überzeugt der E-Scooter im Test mit bis zu 100 Kilometern Reichweite und ausgezeichnetem Fahrkomfort.

Was für eine Wucht: Der VX4 ist das Topmodell des Schweizer Herstellers Vmax. Ein E-Scooter speziell für Vielnutzerinnen und Vielnutzer, die auch mal längere Strecken zurücklegen wollen. Doch Reichweite, grosse Akkus und viel Fahrkomfort erfordern in anderen Bereichen Kompromisse – wie mein ausführlicher Test zeigt.

Hoher Preis: Unter 1000 Franken geht nichts

Den VX4 gibt’s in drei Batteriegrössen: 13 000 mAh, 18 200 mAh und 23 ’200 mAh. Das entspricht den Reichweiten 55, 75 und 100 Kilometer. Alle drei haben jeweils einen Motor mit 500 Watt Leistung eingebaut und eine Strassenzulassung für die Schweiz und Deutschland.

Die Preise starten hoch: bei 1200 Franken. Und sie reichen bis fast 1800 Franken. Das ist nicht alleine mit der Reichweite erklärbar, denn du findest bei uns im Shop durchaus auch E-Scooter mit Reichweiten von 70 bis 100 Kilometer für unter 1000 Franken.

Vmax VX4 LT (20 km/h, 55 km, 500 W)
E-Scooter

Vmax VX4 LT

20 km/h, 55 km, 500 W

Vmax VX4 ST (20 km/h, 75 km, 500 W)
E-Scooter

Vmax VX4 ST

20 km/h, 75 km, 500 W

Vmax VX4 GT (20 km/h, 100 km, 500 W)
E-Scooter

Vmax VX4 GT

20 km/h, 100 km, 500 W

Vmax VX4 LT (20 km/h, 55 km, 500 W)

Vmax VX4 LT

20 km/h, 55 km, 500 W

Vmax VX4 ST (20 km/h, 75 km, 500 W)

Vmax VX4 ST

20 km/h, 75 km, 500 W

Vmax VX4 GT (20 km/h, 100 km, 500 W)

Vmax VX4 GT

20 km/h, 100 km, 500 W

Starke Fahreigenschaften: stabil und sicher unterwegs

Los geht’s mit den Testfahrten. Das braucht zuerst etwas Eingewöhnung, denn ich stehe deutlich höher auf dem Scooter als normalerweise. Das Trittbrett befindet sich rund 25 Zentimeter über dem Boden, normal sind 15 bis 18 Zentimeter. Diese Höhe bedeutet auch, dass du mit dem Fuss nicht mehr zusätzlich anstossen kannst – was ich aber bei geladenem Akku auch nicht muss.

Der VX4 hat mehr Bodenfreiheit als die meisten E-Scooter.
Der VX4 hat mehr Bodenfreiheit als die meisten E-Scooter.
Quelle: Lorenz Keller

Ich stehe also zehn Zentimeter höher als üblich, was durchaus angenehm ist. Ich habe so auch das Gefühl, dass ich von den anderen Verkehrsteilnehmern auf der Strasse besser gesehen werde. Die 10-Zoll-Reifen sind zwar nicht grösser als bei den meisten anderen E-Scootern, trotzdem ist das Fahrgefühl besser.

Einerseits ist der Lenker schön breit, sodass du stabil fährst und immer alles im Griff hast. Andererseits ist halt auch alles andere robust und massiv: von den Offroad-Pneus bis zum breiten Trittbrett.

Mit keinem anderen Scooter hatte ich bisher ein so sicheres und gutes Fahrgefühl. Zusätzlich sind beide Achsen gefedert, was vor allem auf längeren Strecken sehr angenehm ist. Federung und Fahrgestell sind übrigens auf bis zu 150 Kilogramm Gewicht ausgelegt.

Das Trittbrett ist sehr breit und bietet einen guten Stand.
Das Trittbrett ist sehr breit und bietet einen guten Stand.
Quelle: Lorenz Keller

Gewicht ist der grösste Nachteil

Der VX4 ist nicht nur grösser als die meisten E-Scooter, sondern auch schwerer. Je nach Akkugrösse sind es 27,4 bis 29 Kilogramm. Du siehst an diesen Zahlen auch gleich, dass die Batterie gar nicht mal so viel ausmacht. Der VX4 LT mit 13 000 mAh grossem Akku wiegt nur 1,6 Kilogramm weniger als der GT mit 23 200 mAh grosser Batterie.

Kompakt gebaute Scooter mit ähnlicher Reichweite wiegen durchaus auch mal 20 bis 25 Kilogramm. Aber das Konzept mit der Federung, der Vollausstattung und der robusten Bauweise erhöht das Gewicht. So haben beispielsweise die leichtesten E-Scooter keine Stossdämpfer für die Langstrecke, so wie der Ocean Drive X9.

Auch zusammengeklappt ist der Vmax immer noch gross und schwer.
Auch zusammengeklappt ist der Vmax immer noch gross und schwer.
Quelle: Lorenz Keller

Im Alltag bedeutet das vor allem: Den Vmax kann ich nicht einfach so schnell ins Auto laden und irgendwohin mitnehmen. Er füllt den gesamten Kofferraum meines grossen Kombis – und ich muss ihn richtig hereinwuchten. Auch auf Reisen im öV habe ich verzichtet. Das wäre wie beim Zugreisen mit dem Fahrrad gewesen: nicht unmöglich, aber auch nicht komfortabel.

Clevere Ausstattung bis in die Details

Vmax hat den VX4 mit vielen Details ausgestattet, die sich im Alltag als nützlich herausgestellt haben. Blinker beispielsweise haben auch andere Modelle, aber oft nur jeweils ganz aussen am Lenker. Von hinten sind die nicht immer gut zu sehen. Der VX4 hat daher auch hinten noch zwei orange LEDs für die Richtungsanzeige.

Dank den Blinkern hinten und am Lenker sehen andere Verkehrsteilnehmer, wohin ich fahren will.
Dank den Blinkern hinten und am Lenker sehen andere Verkehrsteilnehmer, wohin ich fahren will.
Quelle: Lorenz Keller

Praktisch ist auch der Tempomat, der sich auf Wunsch automatisch einschaltet, sobald ich ein paar Sekunden konstant mit einer Geschwindigkeit unterwegs bin. Der Screen ist fast vier Zoll gross und sehr gut ablesbar, auch bei starkem Sonnenlicht. Und wenn das mal fehlt, hat der VX4 auffallend helle Leuchten.

Sogar an eine USB-Buchse hat der Hersteller gedacht, sodass du dein Smartphone notfalls am Scooter aufladen kannst. Zu guter Letzt ist der Ständer massiv und robust, ich kann also das Gefährt unkompliziert abstellen. Bei vielen Konkurrenzmodellen ist er zu knapp kalkuliert und die Kippgefahr deutlich grösser.

Kritik gibt es dafür, dass das Aufstarten gefühlt etwas zu lange dauert. Fünf Sekunden habe ich gezählt, das ist zwei bis drei Sekunden zu lang für einen so teuren E-Scooter. Und die Bremsen dürften für meinen Geschmack etwas stärker zupacken.

Der grosse Bildschirm ist ausgezeichnet ablesbar.
Der grosse Bildschirm ist ausgezeichnet ablesbar.
Quelle: Lorenz Keller

Ich kann den Scooter auch ganz ohne App nutzen – die braucht er theoretisch nicht mal für die Installation. Oder zum Sperren des E-Motors: Mittels Zahlencode lässt sich die Sperre auch direkt über das Display einrichten. Trotzdem hat es sich gelohnt, die Vmax-App zu installieren. Denn damit kann ich navigieren. Das funktioniert, indem ich ein Ziel über die integrierte Google-Suche auswähle oder auf einen Punkt auf der App-Karte klicke: Schon startet die Wegbeschreibung.

Das Handy stecke ich wieder in die Tasche, denn die wichtigsten Navigationsbefehle sehe ich nun direkt auf dem Screen des E-Scooters. Mit Pfeilen und Distanzangaben habe ich im Test den Weg recht gut gefunden. Wichtig ist, der Vmax-App alle Berechtigungen zu geben, damit das Smartphone die scheinbar «inaktive» App nicht abwürgt.

Navi-Anweisungen werden auch im Scooter-Screen angezeigt.
Navi-Anweisungen werden auch im Scooter-Screen angezeigt.
Quelle: Lorenz Keller

Im Vergleich sind die Fahreigenschaften der grosse Trumpf

Im letzten halben Jahr habe ich zwei Modelle mit ähnlichen Fahrleistungen getestet, die beide deutlich günstiger waren. Sowohl der SoFlow So One Pro wie auch den Xiaomi 4 Ultra gibt’s für unter 1000 Franken zu kaufen.

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Diese zwei Scooter haben Reichweiten von 65 bis 70 Kilometer angegeben und leisten 480 bzw. 612 Wattstunden. Sie sind am ehesten mit der günstigsten der drei VX4-Modelle vergleichbar. Der VX4 LT hat laut Vmax 55 Kilometer Reichweite und leistet 624 Wattstunden. Für dieses Modell zahlst du rund 300 Franken mehr. Das ist schon ein deutlicher Aufschlag.

Wie sind meine Erfahrungen? Der SoFlow hat den Motor mit dem stärksten Durchzug, aber keine Federung. Der Xiaomi bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Doch der VX4 kann durchaus mithalten. Er ist fast so schnell auf der Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h wie der SoFlow und bietet insgesamt den besten Fahrkomfort. Und sobald du auf einem Kiesweg unterwegs bist, ist der VX4 mit Federung, Offroad-Reifen und viel Bodenfreiheit sowieso unschlagbar.

Auch in den Details gibt es Unterschiede. So ist der VX4 gemäss iPX6 Standard gegen Wasser geschützt – also sogar gegen kurzzeitiges Untertauchen. Die Konkurrenz bietet nur Strahlwasserschutz gemäss iPX5.

Dank Stossdämpfern fahre ich jederzeit komfortabel.
Dank Stossdämpfern fahre ich jederzeit komfortabel.
Quelle: Lorenz Keller

Fazit

Der beste, aber auch der teuerste E-Scooter

Der Vmax VX4 ist der beste E-Scooter, den ich je gefahren bin. Das liegt vor allem daran, dass ich komfortabel unterwegs bin und mich damit sicher fühle. Das auch mal fünf Kilometer quer durch die Stadt. Die robuste Bauweise und der starke Motor sorgen dafür, dass der VX4 ein guter Ersatz für ein E-Bike ist – dann relativiert sich der Preis auch wieder etwas.

Aber klar, angesichts der Investitionen ist das Modell eher etwas für Vielfahrerinnen und Vielfahrer. Viele Features sind eigentlich totaler Luxus, die im Alltag aber sehr hilfreich sein können. Den Blinker etwa habe ich regelmässig genutzt – und durchaus auch mal ein anerkennendes Nicken von Autofahrern erhalten, die dank des orangen Lichtes genau wussten, was ich als Nächstes vorhabe.

Auch die Navigationsfunktion ist sehr praktisch und bei den teureren Elektro-Scootern noch lange nicht Standard. Dass der Screen gross und gut ablesbar ist, ist ein absoluter Pluspunkt. Denn auch das ist bei ähnlich ausgestatteten E-Scootern leider (noch) nicht selbstverständlich.

Pro

  • Gute Federung
  • Kraftvoller Motor
  • Stabil und robust
  • Gut ablesbarer Screen
  • Navigationsanweisungen direkt auf dem Display

Contra

  • Hohes Gewicht
  • Teurer als viele Konkurrenten
  • Mässig gute Bremsen
Vmax VX4 LT (20 km/h, 55 km, 500 W)

Vmax VX4 LT

20 km/h, 55 km, 500 W

Vmax VX4 LT (20 km/h, 55 km, 500 W)
E-Scooter

Vmax VX4 LT

20 km/h, 55 km, 500 W

Titelbild: Lorenz Keller

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