Wasser, Wok und Vakuumieren: Drei sommerliche Kurztests

Simon Balissat
Simon Balissat
Zürich, am 13.07.2022

Du fährst im Sommer nicht weg? Kein Problem, Ferienstimmung kommt trotzdem auf. Dank dieser drei Geräte für daheim. Auf dem Prüfstand: ein Wassersprudler, ein Wok für den Induktionsherd und ein Vakuumsystem.

Für mein Ferienprogramm vakuumiere ich erst Reis vom Vortag, dann verarbeite ich ihn im Wok zu gebratenem Reis, bevor ich das Festmahl mit einem Sprudelwasser aus Eigenproduktion im Hi-Ball-Glas runterspüle. Dabei sitze ich auf einer zum Hocker umfunktionierten Bierkiste und fühle mich direkt, als ob ich unter einer Bahnlinie in Tokio einen Essensstand besuchen würde. Ich kann mich entspannt zurücklehnen, weil ich Fuchs gerade drei Produkte, die ich schon längst hätte testen sollen, in einem Beitrag zusammengefasst habe.

Aarke Wassersprudler

Wer im Ausland schon einmal Sprudelwasser bestellt hat, weiss Bescheid: Schweizer Wasser hat zu wenig Kohlensäure. Selbst Wasser, das mit «prickelnd» angeschrieben ist, ist bestenfalls so aufregend wie ein Jassturnier im Seniorenheim. Der Gipfel der Geschmacklosigkeit ist Wasser, das als «légère» verkauft wird und so wenig Kohlensäure hat wie ein Bier, das drei Tag offen im Kühlschrank stand. Im Ausland hingegen ätzt die Kohlensäure dir fast den Rachen weg und der erste Schluck stösst schon auf, bevor der zweite den Magen erreicht hat. Genau so muss Wasser mit Kohlensäure sein. Fürs Ferienfeeling blase ich daher selbst ins Horn und Kohlensäure in mein Wasser, dank des Aarke Carbonator. Ein erstes Testgerät hatte übrigens einen Produktionsfehler und hat nicht mehr aufgehört zu sprudeln.

Die Nachwirkungen des ersten Produkttests.
Die Nachwirkungen des ersten Produkttests.

Mein zweites Testgerät funktioniert einwandfrei. Gastkartusche hinten reindrehen, Flasche mit Wasser vorne anschrauben, Hebel ein paarmal betätigen, fertig ist das Sprudelwasser.

Für frisches Sommervergnügen in einem grossen Glas zwei Finger breit japanischen Shochu und ein paar Spritzer Zitronensaft hineingeben, mit Eis und Sprudelwasser auffüllen und fertig ist der Hi-Ball.

Electrolux Induktionswok

Wo ich schon in Asien bin: Das Angebot an brauchbaren Woks für den normalen Keramik- oder Induktionsherd ist überschaubar. Kein Wunder, schliesslich braucht es für das Kochgeschirr aus Fernost im Original eine richtig heisse Flamme und keinen lauwarmen Keramikherd. Auch die Form der meisten Woks für den Herd ist falsch, sie haben einen flachen und keinen bauchigen Boden. Electrolux hat nun einen Wok für den Induktionsherd auf den Markt gebracht, den ich zunächst verteufelt habe, bis ich die Technik raus hatte.

Die Pfanne stellst du samt Ständer aus Metall auf deinen Herd, die Induktionsplatte heizt dann von unten ein. Das führt dazu, dass die Seiten des Woks nicht wirklich heiss werden, was eigentlich das Ziel wäre. Der Wok sollte rundum richtig heiss sein, damit ich Gemüse, Reis oder Nudeln unter ständigem Rühren erhitzen kann und sie dabei leicht anbrennen, was den typischen Geschmack ausmacht. Die ersten Resultate mit dem Electrolux-Wok waren ernüchternd. Mir verbrannte der gebratene Reis unten im Wok komplett, während er seitlich nicht richtig warm wurde. Mein Fehler, wie sich herausstellte. Beim Rührbraten habe ich zu wenig und mit einer mickrigen Holzkelle gerührt. Erst mit schwerem Geschütz in Form meiner Schaumkelle konnte ich ansprechende Ergebnisse erzielen.

Nur in Kombination mit der Schaumkelle bringe ich mit dem Wok ein gutes Reisgericht hin.
Nur in Kombination mit der Schaumkelle bringe ich mit dem Wok ein gutes Reisgericht hin.

Stehst du auf makellose und blitzblanke Kochutensilien, dann ist dieser Wok nichts für dich. Schon nach dem ersten Kochen gab es Verfärbungen, die sich nicht mehr entfernen lassen. Mich stört das gar nicht. Im Gegenteil: Ich mag den gebrauchten Look des Woks.

Vakuumiergerät von Zwilling

Die aufmerksame Leserschaft mag sich fragen, was ein Vakuumiergerät mit Urlaub zu tun hat. Mit dem Vakuumiergerät von Zwilling lassen sich sowohl im Set erhältliche Vakuumsäcke mit Ventil, als auch Dosen aus Plastik oder Glas mit Ventil im Deckel vakuumieren, womit auf der Familienreise im Auto oder im Zug das mitgebrachte Essen frisch bleibt. Weil der Vakuum-Stick nicht grösser als ein Handmixer ist, lässt er sich auch wunderbar in den Urlaub mitnehmen. Der werte Kollege Martin Rupf würde sich bestimmt freuen.

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Für meinen Heimurlaub brauche ich die Vakuumbehälter für Essensreste (zum Beispiel gekochter Reis, der am Folgetag zu gebratenem Reis wird) und die Vakuumsäcke für angeschnittenes Gemüse oder Früchte (für Ferienfeeling empfehle ich Südfrüchte), die so länger frisch bleiben. Das funktioniert, wie es soll. Ein Sack hat bei mir Verfärbungen vom eingefrorenen Gulasch angenommen, sonst gibt es an den Behältnissen nichts zu meckern. Es funktioniert ganz einfach: Esswaren in die Dose oder in den Sack, den Vakuum-Stick am Ventil anlegen und die Luft absaugen. Die Säcke haben einen Zip-Verschluss, die Dosen ein Gummiventil, über das du die Dose beim Öffnen belüftest.

Der Vakuum-Stick hat einen Akku. Ist er leer, muss ich ihn am Deckel aufladen und das Vakuumieren unterbrechen. Unverständlich. Ausserdem besitzt der Stick noch immer einen Micro-USB- und keinen USB-C-Anschluss. Micro-USB wurde bei Handys schon vor vier Jahren durch USB-C ersetzt, im Jahr 2022 sollte das auch bei den Küchengeräten angekommen sein.

Völlig kalt lässt mich die Zwilling-App. Damit könnte ich einen QR-Code auf den Vakuumsack scannen und meine tiefgefrorene Wurst virtuell beschriften, inklusive Ablaufdatum. Ein klassisches Problem, das gar keines ist, weil Stift und Klebeband effizienter, einfacher und analog sind.

Was ist dein Küchenbegleiter im Sommer?

Meine drei willkürlichen, mühevoll auf Asia-Feeling getrimmten Küchenlieblinge haben dich inspiriert? Dann sag mir, mit welchen Geräten du deine Küche zur sommerlichen Oase werden lässt.

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Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell. 


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