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Anika Schulz
Hintergrund

Wie ich 50 Euro für einen Vogelnapf ausgab (und andere Fails)

Anika Schulz
10.6.2026
Bilder: Anika Schulz

Nymphensittich Rio trinkt teuer. Pebbles hämmert. Finni singt. Cookie räumt aus. Und ich? Bin auch irgendwie anwesend.

Ich teile mein Leben mit vier Nymphensittichen. Nicht: Ich halte vier Nymphensittiche. Ich gehöre ihnen. Sie bestimmen den Alltag, ich bin nur Zuschauerin. Dabei passiert erstaunlich viel … Fragwürdiges. Fünf Momente mit Rio, Cookie, Finni und Pebbles zeigen, dass ich mit gefiederten Charakterköpfen zusammenlebe.

Rio badet nicht, aber er trinkt für 50 Euro

Es ist Sommer. Ich habe meinen vier Nymphensittichen einen Vogel-Pool gekauft. Handgefertigt, aus Edelstahl, mit Sitzstangen drumrum. Ich taufte das Projekt «Rio Beach», weil Rio Wasser mag. Dachte ich.

Die vier Vögel betrachteten den Pool. Inspizierten ihn mit laaangem Hals. Näherten sich mit Trippelschritten. Und nutzen ihn seitdem als Trinknapf. Gebadet hat bisher keiner.

Ich habe also für 50 Euro einen XL-Wassernapf gekauft. Na super.

Badegäste an Rio Beach: 0. Selbst das Salatblatt kann meine Vögel nicht ins Wasser locken.
Badegäste an Rio Beach: 0. Selbst das Salatblatt kann meine Vögel nicht ins Wasser locken.

Pebbles erkenne ich am Fressgeräusch

Es gibt Fähigkeiten, die sich niemand bewusst aneignet. Ich kann inzwischen hören, welcher Nymphensittich gerade frisst.

Pebbles ist eine zarte und ruhige Nymphie-Dame. Bis Futter ins Spiel kommt. Dann haut sie rein wie ein Mähdrescher. Vor allem pickt sie mit erstaunlicher Wucht auf den Napfboden.

Klonk!

Klonkkk!

KLONK!

Irgendwann saß ich im Nebenzimmer, hörte dieses Geräusch und dachte: «Ah, Pebbles frühstückt.» Ich lag richtig.

Auf Fotos hält sich Pebbles gerne hinten. Außer beim Fressen, da ist sie die Erste – und überholt sogar Rio.
Auf Fotos hält sich Pebbles gerne hinten. Außer beim Fressen, da ist sie die Erste – und überholt sogar Rio.

Dieser Edelstahl-Napf hat sich übrigens als besonders stabil erwiesen:

Finni besingt sein Füßchen

Finni singt gerne. Das ist nichts Besonderes. Viele Nymphensittich-Hähne singen. Finni allerdings hebt dabei oft sein linkes Füßchen hoch. Schaut es an. Eindringlich. Voller Liebe. Dann singt er weiter.

Ich habe lange versucht, herauszufinden, was dort passiert. Inzwischen glaube ich: Finni singt seinem Füßchen ein Ständchen. Eine andere Erklärung habe ich nicht. Finni vermutlich auch nicht.

Finni strebt eine Karriere bei DSDSS (Deutschland sucht den Super-Sittich) an.
Finni strebt eine Karriere bei DSDSS (Deutschland sucht den Super-Sittich) an.

Cookie räumt die Wühlkiste aus

Du kennst das: Du bist beim Arbeiten völlig im Tunnel und bekommst nichts mit. Ging mir auch so. Als ich Stunden später ins Wohnzimmer guckte, war die Wühlkiste leer. Der Inhalt verteilte sich dafür im Wohnzimmer. Überall. Die vier Verantwortlichen wirkten zufrieden. «Guck mal, Mama. Wir haben neu dekoriert.»

Anstifter war Cookie. Ausgerechnet der Vogel, der sonst den Antrieb eines Beamten hat. Es sei denn, er kann Holzstückchen auf dem Sofa verteilen. Dann eröffnet er einen Handwerksbetrieb.

Der Ort des Geschehens: die Wühlkiste meiner Nymphies.
Der Ort des Geschehens: die Wühlkiste meiner Nymphies.

Diese Wühlkiste ist für Kaninchen. Du kannst sie aber auch für kleine Papageien nutzen und mit Holzspielzeug oder Gräsern füllen.

Aber alle warten auf Mama

Als ich eines Abends spät nach Hause kam, schliefen die Nymphensittiche schon. Vier Flauschbälle saßen aufgeplustert auf der Voliere. Bis ich das Licht anmachte.

Vier Köpfe erwachten. Plötzlich waren alle noch einmal kurz beschäftigt. Ich begrüßte die Bande, wechselte Wasser und Futter. Danach gingen die Vögel von allein in die Voliere. Normalerweise ist es abends ein mittelschweres Drama, sie ins Nymphie-Bettchen zu bugsieren. Dieses Mal nicht. Vielleicht war das Zufall. Vielleicht nicht.

Hach, seufz.

Da nehme ich gerne in Kauf, dass ich sonst wenig zu melden habe, wie du hier nachlesen kannst:

Titelbild: Anika Schulz

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Als Kind wurde ich mit Mario Kart auf dem SNES sozialisiert, bevor es mich nach dem Abitur in den Journalismus verschlug. Als Teamleiterin bei Galaxus bin ich für News verantwortlich. Trekkie und Ingenieurin.


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Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.

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