
Produkttest
Xiaomi 17 Ultra im Test: Eine Kamera weniger und trotzdem besser
von Jan Johannsen

Liebhaber kleiner Smartphones mögen es nicht hören: Das Xiaomi 17 gehört unter den aktuellen Top-Smartphones zu den kleinsten Modellen.
Im aktuellen Smartphone-Angebot gehört das Xiaomi 17 mit seinem 6,3 Zoll großen Display zu den kleinen Modellen. Im Vergleich zum Xiaomi 17 Ultra ist es handlich und die Leistung ist identisch. Die Akkulaufzeit fällt sogar länger aus. Das kleine Smartphone verfügt nur über eine kleinere Telekamera.
Im Vergleich mit vielen anderen Smartphones, die ich zum Testen in die Hand nehme, fühlt sich das Xiaomi 17 kompakt an. Den gesamten Touchscreen erreiche ich trotzdem nicht mit einer Hand. Gegenüber dem Xiaomi 15 ist das neue Smartphone 1,2 Millimeter (mm) kürzer und 0,6 mm breiter geworden. Die Dicke ist unverändert geblieben.

Das AMOLED-Display ist kleiner als beim Vorgänger. Nur 0,06 Zoll, aber kleiner ist kleiner. Seine Auflösung von 2656 × 1220 Pixeln sorgt für ein scharfes Bild und die Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz für eine flüssige Darstellung bewegter Inhalte. Die Helligkeit reicht für die Nutzung bei Sonnenschein. Xiaomi gibt nur die Spitzenhelligkeit von 3500 Nits an. Diese erreicht das Xiaomi 17 allerdings nur kurzzeitig mit HDR-Inhalten, nicht im Standardbetrieb.

Der Rahmen des Xiaomi 17 besteht aus Aluminium und das gesamte Gehäuse ist nach IP68 wasser- und staubdicht. Das Smartphone übersteht 30 Minuten in bis zu 1,5 Meter tiefem Süßwasser. Beschädigungen auf dem Display soll «Dragon Crystal Glass» verhindern. Xiaomi zufolge sei es härter als die zweite Generation des Kunlun-Glas von Huawei. Die Angabe einer Härte von 860 HV 0,025 nach dem Vickers-Test hilft nicht bei der Vergleichbarkeit. Sie ist bei Schutzgläsern nicht weitverbreitet.
Am Kamerasystem des Xiaomi 17 ändert der Hersteller im Vergleich zum Vorgänger nur wenig. Die Blende der Hauptkamera verkleinert sich minimal und die Ultraweitwinkelkamera erhöht ihre Brennweite um drei Millimeter. Die Telekamera bleibt unverändert. Die Frontkamera verfügt über eine höhere Auflösung und eine kleinere Blende.

Der Sensor der Hauptkamera hat eine kleinere Fläche als das Ultra-Geschwistermodell, liefert aber ebenfalls eine hervorragende Bildqualität. Die Detailgenauigkeit ist hoch und die Farbwiedergabe intensiv und trotzdem natürlich.


Bei Dunkelheit liefert bereits die Automatik der Hauptkamera ausgeglichen belichtete Aufnahmen. Der Nachtmodus bringt leichte Verbesserungen, lohnt sich aber und ist standardmäßig aktiviert. Er erscheint, wenn es der Kamera zu dunkel ist. Dass muss ich ihn mit einem Klick auf das Mond-Symbol deaktivieren.

Die Ultraweitwinkelkamera nicht ganz so detailgenau wie die Hauptkamera. Vor allem in den Ecken entdecke ich Unschärfen. Für Social Media reichen die Bilder.

Bei Dunkelheit lohnt sich der Nachtmodus und hellt die Aufnahme stark auf – ohne sie taghell zu machen.
Die Telekamera hat mit einer Brennweite von 60 mm eine vergleichsweise kleine Vergrößerung um den Faktor 2,6 gegenüber der Hauptkamera. Den Bildausschnitt verändert sie trotzdem und liefert eine gute Bildqualität.

Der Nachtmodus lohnt sich bei der Telekamera ebenfalls.
Die Frontkamera kann ihre erhöhte Auflösung nicht ausnutzen und liefert bei Dunkelheit unscharfe Selfies. Tagsüber sind ihre Aufnahmen dagegen scharf, detailreich und farblich überzeugend.

Bei der Leistung des Xiaomi 17 setzt der Hersteller auf den Snapdragon 8 Elite Gen 5, den aktuell leistungsfähigsten Chipsatz von Qualcomm. Ihm stehen je nach Modellvariante 12 oder 16 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Ich konnte noch nicht alle unsere üblichen Benchmarktests durchführen. Bei den bisher durchgeführten liegt das Xiaomi 17 mit anderen Smartphones mit dem Chipsatz gleichauf. Namentlich sind das unter anderem das OnePlus 15, das Realme GT8 Pro oder das Honor Magic 8 Pro – und das Xiaomi 17 Ultra.
Der Akku des Xiaomi 17 verfügt mit 6330 mAh über eine größere Kapazität als das Xiaomi 17 Ultra. Das kleinere Smartphone hält im Akkutest von PCMark Work 3.0 bei halber Displayhelligkeit mit 22:26 Stunden fast zwei Stunden länger durch.

Das Xiaomi 17 nimmt beim Laden über ein USB-C-Kabel bis zu 100 Watt entgegen. Drahtlos sind es bis zu 50 Watt. Um diese Spitzenwerte zu erreichen, ist ein passendes Ladegerät nötig, das die Hypercharge-Schnellladetechnologie von Xiaomi unterstützt.
Ab Werk läuft Android 16 auf dem Xiaomi 17. Der Hersteller versieht das Betriebssystem mit seiner Oberfläche HyperOS 3. Neben optischen Anpassungen und Apps von Xiaomi bringt sie eine Reihe an KI-Tools. Sie ergänzen den KI-Assistenten Gemini von Google. Zur Xiaomi HyperAI gehören mehrere Übersetzungstools und generative Werkzeuge für Bilder und Texte.

Xiaomi erweitert die Interkonnektivität von HyperOS um weitere Funktionen und Geräte. Mit einem Xiaomi-Account lassen sich mehrere Geräte verbinden und übergreifend nutzen – das umfasst auch Produkte anderer Hersteller und mit anderen Betriebssystemen als Android.
Mein größter Kritikpunkt an HyperOS sind die vielen vorinstallierten Apps. Neben den üblichen von Google kommen teilweise funktionale Dopplungen von Xiaomi und Apps von Drittanbietern hinzu.

Xiaomi will das 17er fünf Jahre lang mit Android-Updates versorgen. Sicherheitsaktualisierungen soll das Smartphone sechs Jahre lang erhalten. Das sind weiterhin nicht die sieben Jahre von Google und Samsung, ein langer Zeitraum bleibt es dennoch.
Das Xiaomi 17 ist eine gute Wahl, wenn du ein kompaktes Top-Smartphone suchst. Im Vergleich zu noch größeren Modellen verzichtest du auf nichts Wichtiges. Das Display ist super, die Akkulaufzeit lang und die Rechenleistung top. Die Kameras liefern eine hervorragende Bildqualität. Einziger Nachteil: Die Telekamera hat eine kleinere Brennweite als bei größeren Smartphones wie dem Xiaomi 17 Ultra.
Die Frontkamera hat zudem überraschend Probleme mit der Fokussierung bei Dunkelheit. Mich stören zudem die vielen vorinstallierten Apps von Drittanbietern. Die lassen sich aber mit wenig Aufwand deinstallieren.
Die Änderungen gegenüber dem Vorgänger, dem Xiaomi 15, fallen überschaubar aus. Das ein Jahr alte Smartphone ist mit seinem gesunkenen Preis eine verlockende Alternative.
Pro
Contra
Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus.
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