Xiaomi Mi Notebook Air im Test

Xiaomi Mi Notebook Air im Test

Martin Jud
Martin Jud
Zürich, am 13.08.2019
Stehst du auf kleine Dimensionen und Hochglanz? Dann könnte das Xiaomi Mi Notebook Air mit 13.3-Zoll-Display was für dich sein. Sein schlichtes Design sowie die technischen Daten weisen auf ein rundes Angebot hin.

Seien es Smartphones, E-Scooter oder auch Notebooks – der chinesische Hersteller Xiaomi lässt sich nicht lumpen und bietet meist faire Preise und hochwertige Hardware. Ob das auch auf das Mi Notebook Air zutrifft, zeigt der Test.

Notebook
Xiaomi Mi Air (13.30", Intel Core i5-8250U, 8GB, 256GB, SSD)

Die technischen Daten:

  • Intel Core i5-8250U
  • Nvidia GeForce MX150 2 GB
  • 8 GB RAM (SanMax M471A1K43BB1, SO-DIMM, DDR4-2400, 1 x 8 GB)
  • 256 GB SSD (Samsung MZVLW256HEHP-00000, M.2 PCIe 3 x4)
  • 13.3” Full-HD-IPS-Display (hochglanz)
  • Tastatur mit US-Layout
  • Touchpad mit integriertem Fingerabdruckscanner
  • Lautsprecher, Mikrofon und Frontkamera (1 Megapixel)
  • 4-Zellen Lithium-Polymer-Akku mit 40 Wh
  • Windows 10 Home

Zeitloses und schlichtes Design mit wenigen, aber sinnvollen Anschlüssen

Ab diesem Punkt schliesst sich das Notebook wie ein Klodeckel.
Ab diesem Punkt schliesst sich das Notebook wie ein Klodeckel.

Minimalistisch und schnörkellos kommt das Design des Notebooks daher. Nicht einmal ein Logo prangt auf dem Deckel. Dafür schliesst es sich ab einem bestimmten Punkt automatisch sanft wie ein Klodeckel – so gefällt mir das Teil mit dunkelgrauer Metalloberfläche. Das schlichte Design bin ich sonst eher von Herstellern wie Razer oder auch Apple gewohnt, wobei bei diesen das Hersteller-Logo die Schönheit etwas trübt. Das Mi Notebook Air bringt 1.3 kg auf die Waage. Es ist 31 cm breit, 21.1 cm lang und 1.5 cm hoch. Gute Dimensionen für den mobilen Alltag.

USB 3.0 Typ-A und USB-C-3.1 (DC-Eingang)
USB 3.0 Typ-A und USB-C-3.1 (DC-Eingang)
HDMI, USB 3.0 Typ-A und 3.5-mm-Kombi-Klinkenanschluss
HDMI, USB 3.0 Typ-A und 3.5-mm-Kombi-Klinkenanschluss

Auf der linken Seite des Notebooks sind HDMI-Anschluss, einmal USB 3.0 Typ-A sowie ein Kombi-Klinkenanschluss für Mikrofon und Kopfhörer angebracht. Rechts findest du einen USB-C-3.1-Anschluss, der auch gleich als DC-Eingang dient sowie ein zweites Mal USB 3.0 Typ-A.

Etwas zu dunkles Display

Das 13.3 Zoll grosse Display mit IPS-Technologie löst mit 1920 x 1080 Pixel auf. Bei den Displayrändern messe ich oben 1.2 cm, unten 2.2 cm und seitlich jeweils 8 mm. Was mir persönlich nicht gefällt, ist die Hochglanzoberfläche. Zwar wirken die Farben dadurch etwas satter – allerdings nur, wenn du keine spiegelnde Lichtquelle am Arbeitsplatz hast. An der Sonne arbeiten liegt damit nicht wirklich drin. Doch wie gleich der Helligkeits-Test zeigt, würde das Notebook auch ohne Hochglanz-Gedöns dafür nicht taugen.

Die Leuchtkraft respektive Ausleuchtung, die Farbraumabdeckung und den Kontrast des Panels überprüfe ich mit einem Farbkalibrierungssystem, dem x-rite i1Display Pro.

Die erreichten durchschnittlichen 180 cd/m² sind ein schlechtes Ergebnis. Dazu kommt, dass die Leuchtkraft unten rechts etwas abfällt. Die unregelmässige Ausleuchtung fällt mir allerdings weder beim Arbeiten noch beim Filmeschauen auf. Auch empfinde ich die Farben als knackig – im abgedunkelten Zimmer taugt das Teil auch im Kinomodus. Allerdings ist die Farbdarstellung nicht für den professionellen Einsatz gemacht. Bei der Farbraumabdeckung messe ich nur 79.1% bei sRGB, 57.8% bei Adobe RGB und 64.5% bei DCI P3. Top dagegen ist die Blickwinkelstabilität – da darf nichts moniert werden. Der statische Kontrast des Displays beträgt 703:1, der dynamische 2054:1.

Gute Tastatur und Touchpad mit Fingerabdrucksensor

Leider gibt es das Notebook nur mit US-Layout. Die Chicklet-Tasten haben einen Tastenhub von 1.3 mm. Die Tastatur ist sehr leise, hat einen klaren Auslösepunkt und federt angenehm. Es schreibt sich sehr komfortabel damit. Ausserdem verfügt sie über eine einstufige Hintergrundbeleuchtung.

Das Touchpad mit Glasoberfläche hat mit 110 x 67 mm eine angenehme Grösse. Es bedient sich selbst mit überflinken Fingern präzise und unterstützt auch Gestensteuerung mit mehreren Fingern. Oben rechts hat es einen Fingerabdrucksensor integriert, welcher bei mir stets beim ersten Versuch funktioniert.

Notebook-typisch schlechte Lautsprecher

Die zwei Lautsprecher befinden sich unterhalb des Chassis. Der Sound klingt, wie bei den meisten Notebooks, nicht befriedigend. Die Höhen drücken sich viel zu sehr in den Vordergrund, die Mitten sind spärlich vorhanden und im Bassbereich verhungert der Sound regelrecht. Genussvolles Musikhören geht anders.

Akkuleistung: Youtube-Dauerstreaming, Stress- und Office-Test

Beim Dauerstreaming mit Youtube stelle ich die Helligkeit des Displays auf die mittlere Stufe. Der automatische Shutdown kommt nach 5 Stunden und 52 Minuten. Ein eher bescheidenes Ergebnis. Am besten in dieser Disziplin war bisher ein HP Spectre x360 mit 8 Stunden und 47 Minuten.

Um sämtliche Hardware an die Grenzen zu bringen, mache ich auch einen Stresstest. Ich lasse die Programme HeavyLoad und FurMark mit höchster Bildschirmhelligkeit gleichzeitig laufen. Der Akku macht bei voller Systemauslastung nach 1 Stunde und 10 Minuten schlapp.

Tätige ich Office-Arbeiten, reicht der Akku für sieben bis siebeneinhalb Stunden. Einen kompletten Arbeitstag im Akkubetrieb liegt also nicht drin.

CPU

Der hier verbaute 64-Bit Quad-Core-x86-Mikroprozessor Intel Core i5-8250U wurde Mitte 2017 eingeführt und wird unter anderem auch bei Microsofts Surface Laptop 2 eingesetzt. Er basiert auf einer verbesserten Version der Kaby-Lake-Mikroarchitektur und wird mit der erweiterten zweiten Generation des 14-nm+-Prozesses hergestellt. Er arbeitet mit einer Taktrate von 1.6 GHz und hat einen TDP von 15 W. Der Turbo-Boost beträgt bis zu 3.4 GHz.

Auf dem Chip steckt auch Intels UHD Graphics 620, welcher mit 300 MHz läuft und eine maximale dynamische Frequenz von 1.15 GHz aufweist.

Grafikkarte

Die mobile Einsteiger-GPU Nvidia GeForce MX150 basiert auf dem GP108 Chip mit Pascal-Architektur. Die hier verbaute Version verfügt über 2 GB GDDR5 Video-RAM. Sie wird im 14-nm-Verfahren hergestellt und arbeitet mit einer Frequenz bis 937 MHz (Boost bis 1038 MHz). Die TDP dieser Karte soll unter 10 Watt liegen. Die Leistung der Karte ist sehr bescheiden und hängt zusätzlich vom verwendeten Kühlsystem und Gehäuse ab.

Performance: Cinebench R15 und R20

Mit Cinebench von Maxon kannst du testen, wie sich dein PC respektive Prozessor beim Rendern von Cinema-4D-Inhalten schlägt. Vor kurzem ist eine neue Version des beliebten Benchmarks herausgekommen. Zwecks besserer Vergleichbarkeit mit unseren bisherigen Reviews, habe ich die alte und neue Version laufen lassen.

So schlägt sich das Xiaomi-Notebook mit Cinebench R15:

560 Punkte im Multi-Core-Benchmark sind ein gutes Ergebnis für einen Laptop im Office-Bereich. Damit liegt das Notebook gleichauf mit dem Asus ZenBook 14 (569 Punkte) und lässt andere Notebooks mit selbigem Formfaktor wie das Lenovo Yoga S940-14IWL (533) oder Acer TravelMate X3 (543 Punkte) hinter sich.

Die grafische Leistung ist je nach Anwendung rund 40 Prozent höher, als sie es mit der auf dem SoC integrierten UHD Graphics 620 wäre. Die erreichten 78.15 FPS sind beinahe gleichauf mit dem Zenbook 14 von Asus (81.04 FPS), welches auch die GeForce MX150 von Nvidia verbaut hat.

So schlägt sich das Xiaomi-Notebook mit Cinebench R20:

Performance: Geekbench 4

Bei Geekbench 4 handelt es sich um einen plattformübergreifenden Benchmark. Er läuft auf Windows, MacOS, Linux, Android und iOS. Bei der Version 4 des CPU-Benchmarks widerspiegelt der Basiswert von 4000 Punkten die Leistung eines Intel Core i7-6600U, der mit 2.60 GHz getaktet ist. Nebst simulierten realen Szenarien, mit welchen die CPU getestet wird (single-core und multi-core), kann Geekbench auch die GPU-Leistung in Bereichen der Bildverarbeitung und dem maschinellen Sehen ermitteln. Du kannst dank dem Geekbench-Browser auch die Resultate mit anderen Systemen vergleichen.

Geekbench-Resultate des Xiaomi-Notebooks:

Das Resultat der OpenCL-Performance (41753 Punkte) ist auch hier wieder am ehesten mit dem Asus ZenBook 14 (41825 Punkte) vergleichbar. Allerdings schneidet das Zenbook beim Prozessor sowohl in der Single-Core (433 Punkte mehr) wie auch der Multi-Core Performance (1408 Punkte mehr) besser ab.

Falls du dir die Benchmark-Resultate im Detail ansehen möchtest:

Performance: PCMark 10

Dank PCMark 10 von 3DMark lassen sich PCs und Notebooks auf die vielfältigen Aufgaben an einen Arbeitsplatz testen – ausser aufs Kaffeeholen. Er ist ein Office-Benchmark und taugt für alle Geräte, bei denen ein Gaming-Benchmark aufgrund schwacher Hardware keinen Sinn macht.

Das Xiaomi-Notebook holt bei diesem Benchmark 3658 Punkte. Wenn du das Resultat auf der Homepage von 3DMark vergleichst, siehst du, dass das vorliegende Gerät klar besser ist, als ein durchschnittlicher Office-PC, jedoch zu wenig gut, um als schwacher Gaming-PC durchzugehen.

Fazit

Das Mi Notebook Air sieht nicht nur gut verarbeitet aus, es fühlt sich auch so an. Designtechnisch kann nichts reklamiert werden. Ausserdem hat es für ein 13.3-Zoll-Gerät genügend Prozessorleistung und sogar eine, wenn auch schwache, dedizierte Grafikkarte. Die reicht zwar nicht für Games, ist aber eine Hilfe, wenn mal Bildbearbeitung ansteht.

Apropos Bildbearbeitung und Photoshop: Für den professionellen Einsatz (Grafiker) ist das Gerät nicht geeignet. Dazu ist die Farbraumabdeckung zu schlecht. Ausserdem ist ein Hochglanzdisplay verbaut, welches leider nur eine Leuchtkraft von 180 cd/m² bringt und bei kleinster Lichteinstrahlung störend spiegelt. Auch etwas suboptimal sind die schlechten Lautsprecher und die mittelmässige Akkulaufzeit, welche nicht ganz für einen Tag Office reicht.

Abgesehen davon bekommst du ein tolles Stück Hardware zum fairen Preis. Willst du die beinahe selbe Leistung mit gleichem Formfaktor ohne spiegelndes Display, solltest du einen Blick aufs Zenbook 14 von Asus werfen.

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Martin Jud
Martin Jud
Editor, Zürich
Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.

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