Xiaomi Smart Band 8 Pro im Test: Die günstige Alternative zur Smartwatch
Produkttest

Xiaomi Smart Band 8 Pro im Test: Die günstige Alternative zur Smartwatch

Lorenz Keller
19.3.2024

Das Xiaomi Smart Band 8 Pro sieht aus wie eine Smartwatch und verhält sich auch so. Der Test zeigt: Der nicht mal 70 Franken oder Euro teure Tracker ist tatsächlich eine Alternative zur Uhr.

Ist es noch ein Fitnesstracker oder schon eine Smartwatch? Die Übergänge zwischen den Wearable-Kategorien sind fliessend. Das zeigt sich beim Xiaomi Smart Band 8 Pro, das wie eine Smartwatch aussieht, aber auf einen App-Store verzichtet.

Der grosse Unterschied zur Apple Watch oder auch zu Uhren mit dem Android-Betriebssystem Wear OS: Es gibt keinen App-Store und ich kann keine zusätzlichen Programme installieren. Ich muss mit dem klarkommen, was Xiaomi von Anfang an integriert hat. Updates der Software sind zwar möglich, jedoch wird es kaum neue Funktionen geben.

So günstig kann Technik sein

Knapp 70 Franken oder Euro kostet das Xiaomi Smart Band 8 Pro. Bei den Fitnesstrackern liegt das Smart Band damit im Mittelfeld, Android-Uhren kosten jedoch mindestens das Doppelte. Willst du eine Apple Watch, dann gibst du mindestens dreimal so viel aus.

Preiswert oder günstig oder wie immer du es nennen willst, ist das Smart Band vor allem angesichts des Gegenwertes, den du dafür kriegst.

Das Smart Band erinnert sehr an die Apple Watch.
Das Smart Band erinnert sehr an die Apple Watch.
Quelle: Lorenz Keller

Ein Tracker in Uhren-Optik

Auf den ersten und auch auf den zweiten Blick erinnert das Smart Band sehr an die Apple Watch. Von der rechteckigen Form des Bildschirms bis zur Integration des Armbandes ins Gehäuse. In den Details gibts dann natürlich schon Unterschiede, so ist der Screen stärker in die Länge gezogen als bei Apple.

Trotzdem wirkt das Modell von Xiaomi insgesamt mehr wie eine Smartwatch als wie ein klassisches Fitness-Armband. Der AMOLED-Screen mit 1,74 Zoll ist schön gross und gut ablesbar. Die Helligkeit bis 600 Nits reicht aus, um das Display bei Sonnenlicht gut ablesen zu können.

Dass dicke schwarze Ränder den Bildschirm umranden, kaschieren die voreingestellten Zifferblätter sehr gut. Denn sie basieren ebenfalls auf dunklen Grundfarben, die nahtlos in die Ränder übergehen. Installierst du ein helles Zifferblatt, ist der Rahmen deutlich sichtbar.

Mit einem hellen Zifferblatt sind die dicken schwarzen Ränder gut zu sehen.
Mit einem hellen Zifferblatt sind die dicken schwarzen Ränder gut zu sehen.
Quelle: Lorenz Keller

Überrascht war ich, dass ich über die App Hunderte unterschiedliche Zifferblätter installieren konnte. Nicht alles entspricht meinem Geschmack, vieles ist ziemlich bunt und wild. Aber ich habe problemlos einige gefällige Varianten gefunden, die ich dann auch noch in den Details individualisieren kann.

Gehäuse: leicht, hochwertig und am richtigen Ort gespart

Die Uhr inklusive mitgeliefertem Armband wiegt gerade mal 38 Gramm. Am Handgelenk ist das Smart Band somit kaum zu spüren und lässt sich auch über Nacht bequem tragen. Die Leichtigkeit ist darauf zurückzuführen, dass Xiaomi zwar einen Metallrahmen verbaut, das restliche Gehäuse aber aus Kunststoff besteht. Das stört im Alltag nicht, der Hersteller hat hier sicher am richtigen Ort gespart.

Die Rückseite mit dem Sensor besteht aus Plastik.
Die Rückseite mit dem Sensor besteht aus Plastik.
Quelle: Lorenz Keller

Das mitgelieferte Armband gefällt mir ebenfalls. Es besteht übrigens nicht aus Silikon, sondern aus TPU-Kunststoff, der noch langlebiger sein soll. Auf der Haut fühlt sich dieses Material ganz ähnlich an. Gefällt dir der Kunststoff nicht, kannst du zusätzliche Armbänder kaufen. Sie sind nämlich austauschbar – in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit.

Das Armband lässt sich mit einem Klick abnehmen.
Das Armband lässt sich mit einem Klick abnehmen.
Quelle: Lorenz Keller

Der Verschluss von Xiaomi ist gut gemacht, aber du kannst deswegen nur Bänder des Herstellers nutzen. Immerhin hat Xiaomi gleich eine gesamte Kollektion auf den Markt gebracht – in Leder, Textil und sogar ein Milanese-Armband aus Edelstahl. Da kommen gleich nochmals Apple-Watch-Vibes auf.

Xiaomi Geflochtenes Armband mit Schnellverschluss (22 mm, Nylon)
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69,81 EUR

Xiaomi Geflochtenes Armband mit Schnellverschluss

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Die Akkulaufzeit ist eine Wundertüte

Die Akkulaufzeit ist je nach Einstellung sehr gut, oder eben auch nicht so wirklich. Indem ich Funktionen zu- oder ausschalte, kann ich selber steuern, wie oft ich das Gerät an den Strom hängen muss.

Zuerst habe ich einfach mal alles aktiviert: also das Always-On-Display, die kontinuierliche Überwachung des Pulses, das ganztägige Tracking des Blutsauerstoffs, die Stress-Überwachung, das Schlaftracking und alle Benachrichtigungen. Das Resultat: Nach rund vier Tagen ist die Batterie des Smart Bands leer. Das ist etwas enttäuschend.

Also teste ich das andere Extrem: Ich zähle noch die Schritte, nutze das Schlaftracking und die Benachrichtigungen. Puls, Blutsauerstoff und Stress messe ich nur noch manuell. Zudem aktiviert die Uhr den Bildschirm nur noch, wenn ich das Handgelenk anhebe oder auf den Screen tippe. So verlängert sich die Akkulaufzeit auf gute 14 Tage.

Der Always-On-Display hilft, wenn ich schnell die Uhrzeit ablesen will.
Der Always-On-Display hilft, wenn ich schnell die Uhrzeit ablesen will.
Quelle: Lorenz Keller

Mit ein bisschen herumpröbeln finde ich heraus, dass vor allem das Always-On-Display ein Batteriefresser ist. Schalte ich bei der Minimalkonfiguration den Dauer-Bildschirm dazu, dann sind es statt 14 Tage Laufzeit nur noch knapp sechs Tage.

Damit fühle ich mich in einer ärgerlichen Zwickmühle. Das Always-On-Display schätze ich nämlich sehr, weil ich so die Uhrzeit unkompliziert ablesen kann. Im Sparmodus muss ich immer den Arm mit einer demonstrativen, nicht ganz natürlichen Bewegung anheben, damit sich die Anzeige zuverlässig einschaltet. Das dauert jeweils auch noch gefühlt eine Sekunde zu lange. Ich bin also hin- und hergerissen, ob ich auf Komfort oder auf Akkulaufzeit verzichten soll.

Datensammler in allen Lebenslagen

Trotz des tiefen Preises musst du im Bereich Fitness und Gesundheit kaum Abstriche machen: Der Sensor misst Herzfrequenz und Blutsauerstoff, 150 verschiedene Sportarten können mit eigenen Trainings-Modi aufgezeichnet werden. Einzig ein EKG ist nicht möglich.

Xiaomi hat auch einen GPS-Chip eingebaut, der beim Tracking von Laufstrecken zum Einsatz kommt. Er hat Zugriff auf die fünf Satellitensysteme BeiDou, GPS, GLONASS, Galileo und QZSS. Die Präzision im Test war aber nur mittelmässig, wenn ich ohne Smartphone unterwegs war. Hatte ich es dabei, war die Streckenaufzeichnungen viel genauer, da dann auch die Ortung des Smartphones benutzt wird.

Für mich ist klar: Will ich eine ultragenaues Tracking, dann kaufe ich mir eine Sportuhr oder gar einen Brustgurt mit Sensor. Für den Hobbybereich reicht aber das Sport Band problemlos aus.

Die Tracking-Auswertung, hier des Schlafes, kann ich mir direkt auf der Uhr oder ausführlicher in der App anschauen.
Die Tracking-Auswertung, hier des Schlafes, kann ich mir direkt auf der Uhr oder ausführlicher in der App anschauen.
Quelle: Lorenz Keller

Gut gefallen hat mir das Schlaftracking, das präzise Daten geliefert hat. Sogar die halbe Stunde Powernap am Nachmittag hat die Uhr automatisch erkannt und aufgezeichnet. Spannend ist auch der Vitalitätswert, den Xiaomi aufgrund von WHO-Empfehlungen erstellt. Dieser steigt mit Bewegung und Sport Schritt für Schritt an und sollte nach einer Woche mindestens den Wert 100 erreichen. Wenn nicht, ist das Motivation, die Aktivitäten etwas zu intensivieren.

Die App ist in Ordnung, nicht ganz so übersichtlich und manchmal grafisch etwas schlicht, dafür aber auch nicht überladen. Standardmässig werden die Daten in der Cloud gespeichert, du kannst das aber auch deaktivieren. Die Messungen lassen sich auch mit anderen Apps synchronisieren, zum Beispiel Google Fit, Suunto oder Strava.

Die App ist OK, aber nicht besonders elegant und übersichtlich.
Die App ist OK, aber nicht besonders elegant und übersichtlich.
Quelle: Lorenz Keller

Fazit

Erstaunlich viel Qualität fürs Geld

Das Xiaomi Smart Band 8 Pro ist einer Smartwatch erstaunlich ähnlich – und das zu einem Preis unter 70 Franken oder Euro. Du kannst zwar keine zusätzlichen Apps installieren, doch Xiaomi hat an alle wichtigen Features gedacht. Im Zentrum stehen natürlich Anwendungen für Fitness und Gesundheit.

Überzeugend ist der grosse und schöne Screen und die austauschbaren Armbänder. Die Verarbeitung und das Plastikgehäuse gehen in dieser Preiskategorie in Ordnung.

Insgesamt ist die Kombination aus Uhren-Optik und Fitness-Tracker ideal für alle, die nicht viel Geld ausgeben wollen und mit den Basis-Funktionen ohne Erweiterungsmöglichkeit zufrieden sind. Das Verhältnis von Preis und Leistung ist ausgezeichnet.

Pro

  • Gute Verarbeitung
  • Fairer Preis
  • Hochwertiger Screen
  • Armband austauschbar
  • Viele Fitness- und Gesundheitsfunktionen

Contra

  • Bildschirm schaltet sich verzögert an
  • Always-On-Display verringert Akkulaufzeit massiv
  • Integriertes GPS nicht ganz präzise
Titelbild: Lorenz Keller

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Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


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