

Zwei Rezepte für enttäuschendes Eis am Stiel
Gesundes Eis? Soll ganz einfach und schnell gehen, haben sie gesagt. Ich bin daran gescheitert und gebe auf.
Weisst du noch das Rezept aus der Kindheit: Einfach sechs Teelöffel in die Fruchtzwerge stecken und ab ins Gefrierfach. Was dabei rauskam, war so ziemlich das Feinste, das ich mir damals vorstellen konnte. Süss und erfrischend. Vor allem aber süss.
Heute bin ich mit dem Zucker durch. Das rede ich mir zumindest ein. Inspiriert von ästhetischen Werbebildern von selbstgemachtem Eis am Stiel, wage ich einen neuen, gesunden Ansatz und scheitere gleich an zwei selbst entwickelten Sorten.
Gelato alla Joghurt
Weil ich die Kombination von süss und sauer liebe, entscheide ich mich beim Glacestand meistens fürs Joghurteis, egal ob im Becher oder am Stiel. Je mehr Beeren drin sind, desto besser. Sie machen das Geschmackserlebnis noch intensiver. Das als Eis am Stiel? Super Easy. Funktioniert mit den Fruchtzwergen ja auch. Oder?
Meine Umsetzung: Das Glace soll aus zwei Schichten bestehen. Eine beerige und eine milde mit Joghurt. Dafür gebe ich etwas mehr als eine Handvoll Heidelbeeren in den Kräuterhäcksler und zerkleinere sie zusammen mit einem Esslöffel Zucker, bis ein ungekochtes Kompott entsteht.

Zwei Löffel vom Kompott gebe ich in die Spitze der Eisform, bevor ich sie ins Gefrierfach stelle. Unter den Rest der Heidelbeeren verrühre ich einen Becher Naturjoghurt und püriere es im Häcksler zu einer einheitlichen Masse.

Nach vier Stunden fülle ich die Eisbecher mit dem Beeren-Joghurt-Gemisch auf, stelle sie zurück in den Gefrierer und warte zwölf Stunden, bis alles gefroren ist.

Das Urteil: Wer sich mit selbstgemachtem Eis auskennt, hat es vielleicht schon geahnt. Das Eis sieht zwar lecker aus, aber ist es leider nicht wirklich. Die «fruchtig, erfrischende» Spitze bleibt sauer und wässrig. Der Joghurtteil ist dafür durchwachsen von Eiskristallen und an einigen Stellen zu süss, während andere fast geschmacklos sind.
Erster Versuch: Gescheitert.
Ingwer und Co. für den absoluten Frische-Kick
Joghurt wars nicht, also versuche ich mein Glück mit gefrorenem Eistee. Was soll dabei schief gehen? Die zweite Sorte wird also ein Wasserglace. Ich brühe Tee aus einer Mischung von Zitronengras, Pfefferminze, Ingwer und Zitrone frisch auf.

Meine Umsetzung: Ich schnibbel Zitronengras, Pfefferminze und Ingwer klein und brühe alles mit kochendem Wasser auf. Nebenbei zerkleinere ich noch ein paar Pfefferminzblätter, Zitronensaft und einen Esslöffel Zucker im Kräuterhäcksler. In meiner Vision überraschen mich beim Schlecken die erfrischend sauren Pfefferminzstücke im Eis.

Ist der Tee erstmals abgekühlt, gebe ich zuerst die zerkleinerten Pfefferminzblätter und anschliessend den Tee in die Form. So wie man das halt macht, damit sich alles gut durchmischt. Und dann ab ins Gefrierfach.

Das Urteil: Okay, gar nicht mal so schlecht. Aber ehrlich gesagt auch nicht besonders gut. Die Pfefferminzblätter haben sich allesamt unten abgelagert. Das Glace wurde unabsichtlich zweischichtig. Die Spitze ist auch das Highlight des Ganzen: Sauer, leicht süss und erfrischend. Genau so habe ich mir das vorgestellt. So und nicht wie der Rest vom Eis. Wässerig, schlecht durchmischt und nach abgestandenem Tee schmeckend.
Weitere Versuche schaffe ich dann nicht mehr, weil mir erstens die Lust daran vergeht und zweitens bei zwei der vier Eisformen schon nach dem ersten Gebrauch eine Ecke abbricht und sie nicht mehr aufrecht im Gefrierfach stehen.

Kennst du einen einfachen, erfrischenden und wirklich leckeren Sommersnack? Schreib es in die Kommentare
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