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Stefanie Lechthaler
Ratgeber

Zwei Rezepte für enttäuschendes Eis am Stiel

Gesundes Eis? Soll ganz einfach und schnell gehen, haben sie gesagt. Ich bin daran gescheitert und gebe auf.

Weisst du noch das Rezept aus der Kindheit: Einfach sechs Teelöffel in die Fruchtzwerge stecken und ab ins Gefrierfach. Was dabei rauskam, war so ziemlich das Feinste, das ich mir damals vorstellen konnte. Süss und erfrischend. Vor allem aber süss.

Heute bin ich mit dem Zucker durch. Das rede ich mir zumindest ein. Inspiriert von ästhetischen Werbebildern von selbstgemachtem Eis am Stiel, wage ich einen neuen, gesunden Ansatz und scheitere gleich an zwei selbst entwickelten Sorten.

Gelato alla Joghurt

Weil ich die Kombination von süss und sauer liebe, entscheide ich mich beim Glacestand meistens fürs Joghurteis, egal ob im Becher oder am Stiel. Je mehr Beeren drin sind, desto besser. Sie machen das Geschmackserlebnis noch intensiver. Das als Eis am Stiel? Super Easy. Funktioniert mit den Fruchtzwergen ja auch. Oder?

Meine Umsetzung: Das Glace soll aus zwei Schichten bestehen. Eine beerige und eine milde mit Joghurt. Dafür gebe ich etwas mehr als eine Handvoll Heidelbeeren in den Kräuterhäcksler und zerkleinere sie zusammen mit einem Esslöffel Zucker, bis ein ungekochtes Kompott entsteht.

Ganz ohne Zucker gehts dann eben doch nicht.
Ganz ohne Zucker gehts dann eben doch nicht.

Zwei Löffel vom Kompott gebe ich in die Spitze der Eisform, bevor ich sie ins Gefrierfach stelle. Unter den Rest der Heidelbeeren verrühre ich einen Becher Naturjoghurt und püriere es im Häcksler zu einer einheitlichen Masse.

Einen Teil lasse ich länger gefrieren. Meine Idee: zweifarbiges Eis.
Einen Teil lasse ich länger gefrieren. Meine Idee: zweifarbiges Eis.

Nach vier Stunden fülle ich die Eisbecher mit dem Beeren-Joghurt-Gemisch auf, stelle sie zurück in den Gefrierer und warte zwölf Stunden, bis alles gefroren ist.

«Meine süss-saure Abkühlung», hätte ich am liebsten mit einem Werbelächeln in die Kamera gesagt. Aber alles kam anders.
«Meine süss-saure Abkühlung», hätte ich am liebsten mit einem Werbelächeln in die Kamera gesagt. Aber alles kam anders.

Das Urteil: Wer sich mit selbstgemachtem Eis auskennt, hat es vielleicht schon geahnt. Das Eis sieht zwar lecker aus, aber ist es leider nicht wirklich. Die «fruchtig, erfrischende» Spitze bleibt sauer und wässrig. Der Joghurtteil ist dafür durchwachsen von Eiskristallen und an einigen Stellen zu süss, während andere fast geschmacklos sind.

Erster Versuch: Gescheitert.

Ingwer und Co. für den absoluten Frische-Kick

Joghurt wars nicht, also versuche ich mein Glück mit gefrorenem Eistee. Was soll dabei schief gehen? Die zweite Sorte wird also ein Wasserglace. Ich brühe Tee aus einer Mischung von Zitronengras, Pfefferminze, Ingwer und Zitrone frisch auf.

Ingwer, Zitronengras und Pfefferminze: Eine sichere Wahl.
Ingwer, Zitronengras und Pfefferminze: Eine sichere Wahl.

Meine Umsetzung: Ich schnibbel Zitronengras, Pfefferminze und Ingwer klein und brühe alles mit kochendem Wasser auf. Nebenbei zerkleinere ich noch ein paar Pfefferminzblätter, Zitronensaft und einen Esslöffel Zucker im Kräuterhäcksler. In meiner Vision überraschen mich beim Schlecken die erfrischend sauren Pfefferminzstücke im Eis.

«Was als Tee lecker schmeckt, passt auch perfekt als Eis am Stiel», said no one ever.
«Was als Tee lecker schmeckt, passt auch perfekt als Eis am Stiel», said no one ever.

Ist der Tee erstmals abgekühlt, gebe ich zuerst die zerkleinerten Pfefferminzblätter und anschliessend den Tee in die Form. So wie man das halt macht, damit sich alles gut durchmischt. Und dann ab ins Gefrierfach.

Wortwörtlich Eistee.
Wortwörtlich Eistee.

Das Urteil: Okay, gar nicht mal so schlecht. Aber ehrlich gesagt auch nicht besonders gut. Die Pfefferminzblätter haben sich allesamt unten abgelagert. Das Glace wurde unabsichtlich zweischichtig. Die Spitze ist auch das Highlight des Ganzen: Sauer, leicht süss und erfrischend. Genau so habe ich mir das vorgestellt. So und nicht wie der Rest vom Eis. Wässerig, schlecht durchmischt und nach abgestandenem Tee schmeckend.

Weitere Versuche schaffe ich dann nicht mehr, weil mir erstens die Lust daran vergeht und zweitens bei zwei der vier Eisformen schon nach dem ersten Gebrauch eine Ecke abbricht und sie nicht mehr aufrecht im Gefrierfach stehen.

Rotho Wave
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Rotho Wave

Kennst du einen einfachen, erfrischenden und wirklich leckeren Sommersnack? Schreib es in die Kommentare

Titelbild: Stefanie Lechthaler

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Die Wände kurz vor der Wohnungsübergabe streichen? Kimchi selber machen? Einen kaputten Raclette-Ofen löten? Geht nicht – gibts nicht. Also manchmal schon. Aber ich probiere es auf jeden Fall aus.


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