
«ACOTAR»-Reihe: Worth the Hype? Ich sage: Kommt darauf an
Das sechste Buch der «A Court of Thorns and Roses»-Reihe von Sarah J. Maas ist vor ein paar Tagen erschienen. Du fragst dich, ob du der Reihe endlich eine Chance geben solltest? Hier meine ehrliche Empfehlung dazu.
Wenn du Fantasy liest und in den sozialen Medien unterwegs bist, dann wird dir «ACOTAR» vermutlich ein Begriff sein. Mein Feed ist momentan voll mit dem Hype über die Buchreihe. Und alle, die die Bücher noch nicht gelesen haben, fragen sich zu Recht: Warum soll ich mir das antun? Immerhin musst du inzwischen mehr als 3000 Seiten lesen, und es geht noch weiter. Ich habe also schon etwa zehn volle Tage meines Lebens ins Lesen dieser Geschichte investiert. Ein riesiges Commitment also. Vor allem wenn man bedenkt, dass Autorin Sarah J. Maas auch noch zwei weitere Reihen geschrieben hat, die im selben Multiversum spielen. 17 Bücher insgesamt. Hat sich mein Commitment gelohnt? Für mich als Fantasy-Liebhaberin und Lesefan: Ja. Aber ich habe drei Bedingungen, unter denen ich dir die «ACOTAR»-Reihe empfehlen kann.
A Court of Splintered Harmony (Deluxe-Ausgabe mit Farbschnitt)
Deutsch, Hardcover, Sarah J. Maas

A Court of Thorns and Roses
Deutsch, Hardcover, Sarah J. Maas

A Court of Mist and Fury
Englisch, Softcover, Sarah J. Maas

A Court of Wings and Ruin
Englisch, Softcover, Sarah J. Maas

A Court of Frost and Starlight
Englisch, Softcover, Sarah J. Maas

A Court of Silver Flames
Englisch, Softcover, Sarah J. Maas

A Court of Splintered Harmony (Deluxe-Ausgabe mit Farbschnitt)
Deutsch, Hardcover, Sarah J. Maas
1. Du musst dich durch das erste Buch kämpfen
Das erste Buch ist kein guter Start. Die Schöne und das Biest mit Flügeln – aber schlecht geschrieben. Die Dramaturgie lässt zu wünschen übrig und die Protagonistin ist vorhersehbar und hat null Tiefgang. Das klingt jetzt schlimmer, als es tatsächlich ist, immerhin habe ich es trotzdem fertig gelesen. Und offensichtlich weitergemacht. Aber es war hart. Ich habe nur durchgehalten, weil mir eine Freundin versprochen hat, es werde ab dem zweiten Band besser. Zum Glück hat sich das bewahrheitet. Das zweite Buch macht das erste wieder wett, das dritte übertrifft das zweite. Das vierte ist dann wieder eine Enttäuschung, über die man aber hinwegsehen kann, wenn man das fünfte liest. Der neu herausgekommene sechste Teil beantwortet viele offene Fragen, hört aber mittendrin auf. Weiter geht’s im Januar. Ich bleibe dran. Muss ich ja fast, ich habe schon zu viel Zeit investiert, um aufzuhören.
2. Dein Cringe-o-Meter ist nicht zu tief eingestellt
Auch wenn die Geschichte alles in allem fesselt, gibt es Momente, in denen ich mich ein bisschen fremdschäme. Manchmal sind es kitschige Situationen oder unreflektierte und moralisch überkorrekte Aussagen der Charaktere. Oft ist es aber die sehr detaillierte und omnipräsente Erotik. Was mich zur letzten Bedingung bringt.
3. Du liest es auf Englisch!
Wieso sind Sexszenen auf Deutsch so unangenehm zu lesen? Wenn ich Wörter lese wie «Verdammt, Liebling», «Zelt in der Hose» oder noch schlimmer: «warme Spalte», da regt sich etwas in mir – nicht auf die gute Art. Eher so, als ob sich mein Frühstück ohne mein Einverständnis den Weg zurück in die Freiheit erkämpft. Unerträglich.
In der englischen Version gibt es zwar nicht weniger Rambazamba, aber immerhin bin ich mir die vulgäre Sprache gewohnt aus Liedern, Filmen und anderen Büchern. Es fühlt sich natürlicher an. Vermutlich auch, weil es die Muttersprache der Autorin ist.
Die Alternative für Fremdschämer
Wenn du diese Bedingungen erfüllen kannst, steht deiner Reise in «Das Reich der sieben Höfe» (das ist der deutsche Titel) meiner Meinung nach nichts im Weg. Ich verspreche dir: Du wirst viele vergnügliche Stunden erleben, gefüllt mit Spannung, Plot-Twists und mehr als einem Book Boyfriend.
Wenn dir aber vor allem der zweite Punkt zu schaffen macht und bei dir das Fremdschäm-Gen ausgeprägt vorhanden ist, du aber trotzdem bereit bist für ein längeres Commitment, dann würde ich dir die andere Reihe von Sarah J. Maas ans Herz legen: «Throne of Glass», auch bekannt als «TOG». Gleiche Spannung, starke Protagonistinnen und weniger würzige Liebesszenen. Hier geht’s zum ersten Buch. Und falls du dir englische Bücher nicht zutraust, findest du hier alle Bücher auch auf Deutsch.
Hast du «ACOTAR» gelesen und würdest du es weiterempfehlen? Schreib’s mir in die Kommentare, ich freue mich darauf.
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