
Dysons elektrische Bürste spritzt Mundspülung zwischen die Zähne
Die erste elektrische Zahnbürste von Dyson heisst CameraJet. Die Besonderheit: Die Schallzahnbürste hat einen Tank und spritzt Mundspülung in die Zahnzwischenräume. Dafür braucht es aber eine Spezialpaste.
Zähneputzen, Zahnseide, Mundspülung – Mundhygiene ist aufwändig. Aus Zeitmangel, Bequemlichkeit oder auch Faulheit belassen es viele Menschen beim Putzen und reinigen Zahnzwischenräume und Mundraum nur ab und zu (wenn überhaupt).
Mit der ersten elektrischen Zahnbürste will Dyson die Zahl der Schritte von drei auf zwei reduzieren. Dafür packt der englische Hersteller alles in ein Gerät, den CameraJet. Was der mit einer Kamera zu tun hat, dazu kommen wir gleich.
Zuerst einmal ist die Neuheit eine normale Schallzahnbürste. Dyson wäre nicht Dyson, wenn die Ingenieure das Prinzip nicht völlig neu entwickelt hätten – sagt zumindest das Marketing. Eine variable Schallbewegung sorgt dafür, dass sich die Borsten ständig bewegen und sich nicht an schwer erreichbaren Stellen festsetzen. Das würde die Konkurrenz von Philips und Oral-B natürlich auch von ihren Produkten behaupten.

Quelle: Dyson
Auch die austauschbaren Bürsten, die es natürlich nur vom jeweiligen Hersteller gibt, kennen wir bereits. Bei Dyson steckt darin ein RFID-Chip, der rechtzeitig auf einen Austausch hinweist.
Zielgenau in die Zwischenräume
Die Dyson-Bürste ist aber deutlich wuchtiger als die Konkurrenz. Das hat mit der zweiten Funktion zu tun: Der Hersteller hat nämlich eine Munddusche eingebaut. Also einen Tank für Mundspülung, ein Drucksystem und eine Düse mit Kamera.
Ja, Dyson hat tatsächlich eine Makrolinse in die Zahnbürste eingebaut. Sie schaltet sich ein, sobald die Mundspülung läuft. Die Kamera erkennt die Zahnzwischenräume und spritzt gezielt dort eine Ladung Mundspülung oder Wasser hinein.

Quelle: Dyson
Ich konnte das bereits kurz testen: Das Auslösen ist gut zu spüren – sowohl an der Bürste als auch im Mund. Mit leisem Klackern der einzelnen Stösse fahre ich mit der Bürste über die Zähne. Der Wasserstrahl ist nicht unangenehm, aber etwas ungewohnt. Dank einem speziellen «Anti-Schwerkraft-Behälter» aka Tank für die Mundspülung funktioniert die Dusche gleichmässig, egal ob ich die Zahnbürste horizontal oder vertikal halte.

Quelle: Dyson
Über die Basisstation lädt die Bürste. Auf Knopfdruck fülle ich den 12,5-Milliliter-Tank wieder auf. Das reicht genau für einen Putzdurchgang. Und wenn ich Lust habe, kann ich den Putzvorgang über die App in der Live-Ansicht verfolgen. Ich kann mir die Beisserchen auch ganz ohne Munddusche aus einer Perspektive ansehen, wie sonst nur Zahnärztinnen und Zahnärzte. Laut Dyson speichert das System die Bilder nirgends und lädt sie nicht in die Cloud.

Quelle: Dyson
Dyson bringt eigene Zahnpasta
Der grosse Nachteil: Die Mundspülung des CameraJet funktioniert nur, wenn nicht zu viel Schaum im Mund ist, sonst sieht die Kamera nichts. Daher hat Dyson ein eigenes Sortiment an Zahnpasten und auch Mundspülungen entwickelt, die speziell auf das System abgestimmt sind. Ob es auch mit der eigenen Lieblingszahnpasta funktioniert, werde ich im Test ausprobieren.

Quelle: Dyson
Mit einem offiziellen Verkaufspreis von 479 Franken gehört die Dyson CameraJet zu den teuersten elektrischen Zahnbürsten auf dem Markt. Du bekommst dafür immerhin die Vollausstattung mit Bürste, Ladestation, Reiseetui, Zahnpasta und Mundspülung. Wie viel die Mundpflegeprodukte danach separat kosten und wann alles bei uns im Shop verfügbar ist, steht noch nicht fest. Der breiten Öffentlichkeit erstmals gezeigt wird das Gerät an der Techmesse IFA in Berlin ab dem 3. September.
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