Eigene Tomaten ziehen: die Aussaat

Eigene Tomaten ziehen: die Aussaat

Carolin Teufelberger
Zürich, am 24.04.2020

Bislang war ich mehr der Setzlingstyp. Nun ziehe ich meine ersten Pflanzen aus Samen und hoffe, dass daraus bald leckere Früchte werden. Erst muss mein Saatgut aber keimen.

Ich liebe Tomaten. Egal, ob gelb, rot oder grün. Saftig oder fest, groß oder klein. Noch lieber als die Frucht sind mir die Rispen. Sie riechen nach Urlaub, nach Unbeschwertheit. Oft reibe ich meine Hände daran, um etwas von dem Gefühl auf mich selbst zu übertragen.

Meine Liebe geht so weit, dass ich selber Tomaten ziehen möchte. Aber nicht Emotionen allein, sondern auch der Verstand haben zu dieser Entscheidung geführt. Denn viele im Handel erhältlichen Sorten sind hochgezüchtete Monokulturen, die der Biodiversität schaden und oft wässrig schmecken.

Ich ernte, was ich säe

Deshalb habe ich mir zwei alte Sorten geholt: die rote, tiefgefurchte Reisetomate und die gelbe, pflaumenförmige DDR-Tomate Ildi. Um das Projekt zu starten, brauche ich zudem: Anzuchtgefäße, Anzuchterde und einen Wassersprüher. Die speziellen Gefäße sind komplett aus biologisch abbaubarem Material und können dann in einer späteren Phase direkt umgetopft werden. Anzuchterde ist wichtig, da diese weniger Nährstoffe enthält als normale Blumenerde. Das ist in der empfindlichen Anfangsphase wichtig, da die Keimlinge sonst verbrennen können.

Ich fülle die Anzuchtgefäße drei Fingerbreit mit Erde, ohne diese festzudrücken. Die Keimlinge sollen sich später einfach entfalten können. Dann besprühe ich die Erde mit Wasser. Dafür nehme ich die Flasche eines leeren Badreinigers. Du kannst natürlich auch vorsichtig mit einem Löffel wässern. Wichtig ist nur, dass die Erde während der ganzen Keimungsphase feucht ist, sich aber nie Staunässe bildet. Denn sonst verschimmeln die Samen. Mit einem Kugelschreiber – oder feingliedrigen Fingern – mache ich ein knapp ein Zentimeter tiefes Loch und gebe ein, zwei Samen hinein: oben die Reisetomate, unten die Ildi. Obendrüber gebe ich dann wenig Erde und befeuchte sie noch einmal.

Wartungsintensiv

Die Samen hüte ich nun während zehn Tagen auf der Fensterbank wie meinen Augapfel. Sie müssen bei einer Temperatur zwischen 20 und 28 Grad keimen. Dabei müssen sie stets feucht bleiben. Ich gieße die Samen dafür mehrmals täglich und stelle sie unter eine Haube. Ich benutze dafür eine Plastikbox, du kannst dir aber auch ein kleines Treibhaus kaufen oder es ganz ohne versuchen.

Wenn alles nach Plan verläuft und die Samen tatsächlich keimen, ist als Nächstes das Pikieren dran. Sobald drei Keimblätter zu sehen sind, werde ich die Sämlinge verpflanzen. Bis dahin könnt ihr mich gerne mit Tipps und Tricks versorgen.

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