Fünf globale Fitness-Trends für 2022
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Fünf globale Fitness-Trends für 2022

Michael Restin
Michael Restin
Zürich, am 04.01.2022

Alljährlich befragt das «Health & Fitness Journal» des American College of Sports Medicine die Branche: Welche Themen werden die kommenden zwölf Monate dominieren? Auch dieses Mal sind bei den Antworten die Folgen der Pandemie zu spüren.

Manche Trends sind gekommen, um zu bleiben. Andere Hypes gehen vorbei und tauchen Jahre später wieder auf. Seit 16 Jahren will das «Health & Fitness Journal» wissen, wohin sich die Branche bewegt. Dafür werden alljährlich Menschen, die in der Gesundheits- und Fitnessbranche arbeiten, nach ihrer Sicht auf die Dinge gefragt. Dieses Jahr flossen 4546 Antworten aus aller Welt in die Ergebnisse ein. Die Hälfte der Befragten hat mehr als zehn Jahre Berufserfahrung und somit schon einige Trends kommen und gehen gesehen. Sie arbeiten als Ärzt:innen, Physiotherapeut:innen oder Personal Trainer, auf jeden Fall aber am Puls der Fitness-Welt. Wenn es nach ihnen geht, wird 2022 von den folgenden Trends dominiert.

1. Wearables

Überraschung! Auch im Jahr 2022 scheint Technik das grösste Zukunftsversprechen zu sein. Tracker, Smartwatches und anderen Gadgets schossen bereits 2016 von 0 auf Rang 1, als sie in der Umfrage erstmals zur Auswahl standen. Seither sind sie immer in den Top 3 zu finden und wurden im Vorjahr nur vom grossen Schlagwort «Online Training» übertroffen, das die Pandemie nach oben gespült hat. Nun sind die Wearables zurück auf dem Spitzenplatz. Die Branche wird inzwischen auf 100 Milliarden Dollar geschätzt und ist längst nicht mehr nur für Fitness-Freaks interessant. Von der Blutdruckmessung bis zum EKG werden die gesammelten Daten nach und nach auch medizinisch relevant. Ausserdem verwandeln sie sich von klobigen Kunststoffteilen in kleine Schmuckstücke wie den Movano Ring, der an der CES vorgestellt wird.

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2. Home Gyms

In der letztjährigen Befragung hat der Begriff Online-Training Karriere gemacht, der anfangs häufig aus improvisierten Zoom-Sessions bestand. Da klingt der diesjährige Platz zwei schon etwas ausgefeilter: Home exercise gyms. Die Fitness-Gemeinde hat aufgerüstet und sich auf die neuen Umstände eingestellt. Das Training zu Hause wird relevant bleiben, auch wenn die Pandemie irgendwann abklingt. Das Coaching und die Gemeinschaft holst du dir nach Lust und Laune einfach online dazu. Ob dich der Vaha-Spiegel mit einem Coach verbindet oder Zwift dein Ding ist – die Welt steht dir auch in den eigenen vier Wänden offen. Entsprechend bietet die Branche immer öfter nicht nur Geräte, sondern auch gleich die passende Community an.

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3. Outdoor-Aktivitäten

Schön, dass auch die echte Welt nach wie vor interessant ist. Dass es die Leute zum gemeinsamen Sport machen nach draussen zieht, ist nachvollziehbar und nicht nur in der derzeitigen Lage vernünftig. Fitness und Yoga im Park, geführte Bike-Touren oder Laufgruppen – der Branchentrend ist schon seit 2010 ein Thema und klettert von Platz vier im Vorjahr einen Rang nach oben. Gut so. Wir können ja nicht nur noch auf Bildschirme starren.

4. Krafttraining mit freien Gewichten

Lang- und Kurzhanteln, Kettlebells oder Medizinbälle sind Dinge, die aus Sicht der Befragten wieder wichtiger werden. Für die Fitness-Profis heisst das: Die Nachfrage nach entsprechenden Kursen steigt und sie sind gefordert, den Teilnehmer:innen effiziente Übungen und ihre korrekte Ausführung näherzubringen. Nach Platz 8 im Vorjahr klettert das Krafttraining mit freien Gewichten auf den vierten Rang.

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5. Abnehmen als Trainingsziel

Auf dem fünften Platz scheint die Pandemie nochmal durchzuschlagen. Nachdem das Abnehmen im Vorjahr mit Rang 16 noch keine Rolle spielte, ist es nach weiteren Monaten im Homeoffice und mit anderen Einschränkungen wieder auf dem Radar. Scheinbar wollen wieder vermehrt Leute trainieren, um ein paar Pfunde zu verlieren. Sind sie erfolgreich, ist dieser Trend im nächsten Jahr wieder weg. Klarer Fall von Jojo-Effekt.

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Welche Themen sonst noch auf der Liste stehen, kannst du hier nachlesen.

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Michael Restin

Editor, Zürich

Sportwissenschaftler, Hochleistungspapi und Homeofficer im Dienste Ihrer Majestät der Schildkröte.

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