
Im Sommer draussen schlafen? So geht’s bequem
Du willst möglichst komfortabel campen und wie in einem Bett schlafen – nur draussen? Das Sobuy-Zelt könnte die Lösung für dich sein.
Bei mehrtägigen Trekkingtouren bin ich meist leicht unterwegs. Doch auf dem Campingplatz darf’s auch mal komfortabel und etwas schwerer sein. Vor allem, wenn ich mit dem Auto anreise und das Gewicht meiner Ausrüstung keine Rolle spielt.
Das Sobuy 4-in-1-Zelt fasziniert mich schon länger. Mir gefällt die Idee, in einem (fast) richtigen Bett zu schlafen – und das draussen an der frischen Luft. Vier Nächte will ich auf einem Campingplatz am Urnersee im Glamping-Zelt verbringen. Für ausreichend Platz habe ich mir die Zwei-Personen-Variante ausgesucht.
Verpackung und Aufbau
Mit 21 Kilo hat das Zwei-Personen-Zelt ein recht heftiges Gewicht. Doch es kommt verpackt in einer Rollentasche, die sich kürzere Strecken selbst über unbefestigte Wege ziehen lässt.
Am Campingplatz angekommen, mache ich mich ans Aufbauen. Und bin positiv überrascht, wie einfach sich alles ausklappen und zusammenstecken lässt. Ohne Werkzeug oder andere Geräte.

Zugegeben, ich brauche sicher eine Viertelstunde, bis alles steht. Hätte ich die Gebrauchsanleitung gelesen oder das Zelt zuhause schon einmal probeweise aufgebaut, wäre es sicher schneller gegangen. Dass es beim Aufbau windet, hilft nicht gerade, weil die Zeltplane immer wieder verrutscht. Beim nächsten Mal geht’s sicher schneller.
Von Matratze bis Leintuch alles dabei
Im Paket ist alles vorhanden: ein Feldbett mit Alustützen, eine Zeltplane mit mückengeschützten Fenstern samt Gestänge, eine aufblasbare Doppelmatratze, ein Spannbetttuch, aufblasbare Kissen mit Überzug, zwei Sommerschlafsäcke und extra Stangen, Schnüre und Heringe für die Schattenspender.

Eine elektrische Minipumpe ist ebenfalls in der Tasche. Nachts dient sie ausserdem als Campinglicht. Ich mag solche Sorglos-Pakete. Denn nichts ist nerviger, als beim Zeltaufbau festzustellen, dass beispielsweise die Heringe nicht inklusive sind.
Bei diesem Zelt hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht: Alles passt, alles ist aufeinander abgestimmt. Am Spannbetttuch sind sogar Schnallen angebracht, um es am Feldbett zu fixieren. So verrutscht die Matratze nachts nicht.

Extra Taschen sind ebenfalls dabei, die sich draussen am Zelt befestigen lassen, um Schuhe, eine Jacke oder andere Gegenstände in greifbarer Nähe zu verstauen.
Wie man sich bettet …
Als das Zelt steht, geht’s ans erste Probeliegen. Fürs Feintuning pumpe ich die Luftmatratze noch etwas stärker auf und dann passt’s. Zusätzlich zum im Lieferumfang enthaltenen Kunstfaser-Schlafsack habe ich mir die Daunendecke Sea-to-Summit Ember Quilt eingepackt. Den Schlafsack lege ich als Extra-Schicht über die Matratze. Von den Temperaturen her wäre zusätzliche Isolierung kaum nötig gewesen. Aber wenn schon Komfort, dann richtig.

In der ersten Nacht windet es und ich spüre, wie das Zelt wackelt. Nicht bedrohlich, aber deutlich genug, dass ich mehrfach aufwache. Klar, die Kuppel bietet viel Angriffsfläche für den Wind und ohne zusätzliche Verankerung im Boden ist das Zelt nicht für stürmische Nächte gemacht. Es ist ganz klar eine Übernachtungsmöglichkeit für laue, ruhige Sommernächte.
Die nächsten drei Nächte sind praktisch windstill. Und ich schlafe wunderbar. Das Bett samt dicker Luftmatratze ist super bequem. Ich kann auf dem Rücken, Bauch und selbst auf der Seite schlafen, ohne dass irgendetwas drückt. Und warm und trocken von unten ist das Bett auch.
Ein Test bei leichtem Regen
Was für ein Glücksfall: Es regnet. Ich sage das nicht oft, aber bei einem Zeltexperiment lässt das Nass von oben mein Testerinnen-Herz höher schlagen. Leider hält der Schauer für einen echten Härtetest nicht lang genug an, aber zumindest für kurze Zeit hält das Zelt dem Regen stand.

Für stärkeren Regen ist das Zelt nicht gemacht. Zwar rollen die Tropfen an den steilen Zeltwänden schnell herunter, aber das Material ist mit einer Wassersäule von 1500 Millimetern nur wasserabweisend. Für Zelte, die starken Regen aushalten können, wird mindestens eine Wassersäule von 3000 Millimetern empfohlen. Ich habe sicherheitshalber ein grosses Tarp mitgenommen, das ich im Notfall übers Zelt gespannt hätte.
Schattenspender und Lüftung
Direkt am See gelegen, verfügt der Campingplatz über wenig Bäume. Umso dankbarer bin ich für die Schattenspender am Zelt. Einmal mit Stangen aufgespannt, kann ich entspannt im Campingstuhl unter dem kleinen Stoffsegel sitzen. Gleichzeitig wird das Zelt durchlüftet, ohne dass die pralle Sonne durch die Öffnungen scheint. Win-win, würde ich sagen.

Ich kann die Aussicht geniessen, während der fest installierte Moskitoschutz surrende Plagegeister fernhält.

Abbau und Einpacken
Am Morgen der Abreise baue ich das Zelt im Nu ab und verstaue es wieder in der Tasche. Das ist mir wichtig. Denn ich habe es schon zu oft erlebt, dass Campingausrüstung schön kompakt geliefert wurde, die Taschen aber so knapp geschnitten sind, dass es mir unmöglich war, alles wieder in der Originalverpackung zu verstauen. Das ist beim Sobuy-Zelt nicht der Fall. Die Tasche bietet sogar noch Platz für die Daunendecke, die nicht zur Originalausstattung gehört.
Fazit
Komfort auf dem Campingplatz
Die Kombi aus Zelt, Feldbett und Luftmatratze hat mich überzeugt. Bequem und gemütlich sorgt sie für guten Schlaf in warmen, windstillen und trockenen Nächten. Die Details sind gut durchdacht und Auf- und Abbau einfach.
Ich würde das Zelt bei einem Car-Campingtrip jederzeit wieder nutzen. Nachdem ich mich an das Bettgefühl beim Zelten gewöhnt habe, wird es schwierig sein, wieder auf einer dünnen Isomatte auf dem Boden zu schlafen.
Pro
- komplettes Schlafset im Paket enthalten
- einfach auf- und abzubauen
- bequem für alle Schlafpositionen
- Lüftung, Schattenspender und Moskitoschutz
- durchdachte Details wie Spannbetttuch mit Clips
Contra
- nur für windarme, trockene Nächte geeignet
Forschungstaucherin, Outdoor-Guide und SUP-Instruktorin – Seen, Flüsse und Meere sind meine Spielplätze. Gern wechsel ich auch mal die Perspektive und schaue mir beim Trailrunning und Drohnenfliegen die Welt von oben an.
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