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Ratgeber

Kälte? Kein Problem – meine Pflanzen tragen jetzt Wintermäntel

Vergangene Woche sank die Temperatur auf meinem Balkon auf bis zu -12 Grad Celsius. Plötzlich stand ich vor der Frage: Wie überleben das meine Pflanzen?

Pflegeleicht, katzenfreundlich, hitze- und kälteresistent: Nach diesen Kriterien suchte ich im Sommer meine ersten Balkonpflanzen aus. Seitdem wachsen bei mir ein Fingerstrauch, ein Olivenbäumchen, ein Lavendel und mediterrane Kräuter. Sie haben sowohl die Hitzeperiode im Juni als auch den ersten Schnee gut überstanden.

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Als die Temperaturen auf meinem Balkon vergangene Woche jedoch auf bis zu -12 Grad Celsius fielen, zitterte ich – vor Nervosität. Denn gerade bei mediterranen, kleineren Topfpflanzen soll es ab -5 Grad Celsius kritisch werden. Also sagte ich mir: Meine Pflanzen brauchen Winterjacken! Nur welche?

Natürlich oder künstlich?

Ich kann mich beim Winterschutz für Pflanzensäcke aus natürlicher Jute oder synthetischem Vlies entscheiden. Das sind die Vor- und Nachteile:

  • Jute ist atmungsaktiv und umweltfreundlich, muss aber, weil sie nicht so stark isoliert, häufig mehrlagig verwendet werden und kann Wasser aufsaugen.
  • Vlies ist wasserabweisend und sehr gut isolierend, aber weniger umweltfreundlich und atmungsaktiv.

Ich probiere beides aus.

Oben Säcke, unten Füsse

Als die Säcke bei mir eintreffen, taucht die nächste Frage auf: Wie weit stülpe ich sie über die Pflanzen? Ich lese, dass ich nur die Krone bis zum Stamm einpacken muss. Den Topf isoliere ich separat. Ich kann ihn zum Beispiel auf Holz, Styropor oder Topffüsse stellen. So hat die Kälte von unten keinen direkten Zugang.

Empfindliche Töpfe – zum Beispiel aus Ton – kann ich zusätzlich mit Vlies, Jute oder Noppenfolie umwickeln. Meine Boum-Töpfe aus Kunststoff sind zum Glück winterfest.

Rosmarin, Thymian und Salbei unter dem Jutemantel, der – im Unterschied zur Lichterkette – dem Sturm stand hielt. Den winterfesten Kunststoff-Topf muss ich nicht zusätzlich isolieren.
Rosmarin, Thymian und Salbei unter dem Jutemantel, der – im Unterschied zur Lichterkette – dem Sturm stand hielt. Den winterfesten Kunststoff-Topf muss ich nicht zusätzlich isolieren.

Auch die Wurzeln brauchen Socken

Den Wurzeln möchte ich ebenfalls warme Socken überziehen. Ich kann sie etwa mit Mulch, Stroh, Heu, Tannenzweigen oder Vliesresten zudecken. Hier muss ich jedoch darauf achten, dass das Material luftig bleibt und sich keine Staunässe bildet.

Das schaffe ich folgendermassen:

  • Die Abdeckung lege ich locker auf die Wurzeln. Unten kommt grobes Material hin (wie Tannenzweige), oben feines (wie Mulch).
  • Das Vlies umwickle ich nicht luftdicht. Ich lasse am Topfrand einen Spalt frei, damit Feuchtigkeit entweichen kann.
  • Ich stelle die Töpfe möglichst geschützt auf – also nah an die Hauswand.
  • Nachdem es stark geregnet oder geschneit hat, nehme ich die Säcke kurzzeitig ab, lüfte und lockere die Mulch-Abdeckung.
Die Füsse des Olivenbäumchens stecken in Socken aus Mulch.
Die Füsse des Olivenbäumchens stecken in Socken aus Mulch.

Und wie ist es mit Giessen? Das tue ich nur zurückhaltend und an frostfreien Tagen, damit – wieder – keine Staunässe entsteht. Übrigens: Die Säcke aus Vlies sind lichtdurchlässig, bei denen aus Jute ist nichts erwähnt. Sicherheitshalber würde ich sie nach Kälteperioden wieder abnehmen.

Vlies schlägt Jute

Mein Fazit nach dem Kältetest: Sowohl mein Olivenbäumchen (unter dem Vlies) als auch mein Rosmarin (unter der Jute) haben überlebt. Vlies finde ich jedoch viel leichter zu handhaben. Ich kann es einfacher um die Pflanze legen – auch dank des praktischen Reissverschlusses und Kordelstoppers. Es ist lichtdurchlässig, fusselt nicht und wird nicht feucht wie Jute.

Reissverschluss und Kordel sind praktisch.
Reissverschluss und Kordel sind praktisch.
So hält der Pflanzensack Wind und Wetter stand.
So hält der Pflanzensack Wind und Wetter stand.

Die nächste Kältewelle kann kommen. Jetzt bin ich bereit – und danach direkt für den Sommer.

Wie schützt du deine Pflanzen im Winter? Verrate es in einem Kommentar.

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Ich liebe alles, was vier Beine oder Wurzeln hat – besonders meine Tierheimkatzen Jasper und Joy sowie meine Sukkulenten-Sammlung. Am liebsten pirsche ich auf Reportagen mit Polizeihunden und Katzencoiffeurinnen umher oder lasse in Gartenbrockis und Japangärten einfühlsame Geschichten gedeihen. 


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