All der Plastik im Haushalt muss nicht sein, denn es gibt zahlreiche nachhaltige Alternativen.
All der Plastik im Haushalt muss nicht sein, denn es gibt zahlreiche nachhaltige Alternativen.

Mit diesen Tipps und Tricks haushaltest du nachhaltig

Raphael Knecht
Raphael Knecht
Zürich, am 06.08.2020
Im Haushalt nutzt du Produkte, die selbstverständlich und unumgänglich erscheinen. Achtest du genauer darauf, merkst du, dass viele davon Umweltsünder sind. Mithilfe cleverer Alternativen gestaltest du deine Haushaltsführung nachhaltig.

Nach dem Znacht wickle ich die Resten in Klarsichtfolie, packe das Ganze in Tupperware und stelle es in den Kühlschrank. Dabei denke ich nicht daran, dass sowohl die Folie als auch das Gefäss umweltschädigend sind. Ebensowenig kommt mir in den Sinn, dass ich Bienenwachstücher und Schraubgläser als Alternativen verwenden könnte. Beim Putzen, Aufräumen und weiteren Haushaltsaufgaben ist es dasselbe: Die Nachhaltigkeit kommt zu kurz. Ich überlege, welche Dinge ich täglich für die Haushaltsführung brauche, die nicht nachhaltig sind. Das sind ganz schön viele, wie ich geschockt feststelle. Ich mache mich auf die Suche, recherchiere und merke, dass der Weg zur Besserung nicht weit ist. Mit ein paar einfachen Tricks und entsprechenden Alternativprodukten gestalte ich meinen Haushalt ab sofort umweltfreundlich.

Vieles, was du beim Haushalten verwendest, ist alles andere als nachhaltig.
Vieles, was du beim Haushalten verwendest, ist alles andere als nachhaltig.

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Es gibt sie in jeder erdenklichen Farbe, mit allen möglichen Mustern und in vielen Formen: Papierservietten. Logisch, denn sie fehlen bei mir bei keiner Mahlzeit. Egal, ob für meine Gäste, meine Familie oder mich alleine – die Serviette aus Papier ist ein treuer Begleiter. Einen Umweltsünder aus dem Lehrbuch würde ich sie nicht schimpfen, aber da ist noch etwas mehr rauszuholen. Ich brauche viele Exemplare davon, was nicht gratis ist, und werfe sie nach dem Gebrauch weg. Die nachhaltige Alternative? Stoffservietten. Ich kann sie mehrmals verwenden, meinen Gästen problemlos auftischen und mit anderen Kleidungsstücken in der Waschmaschine mitwaschen.

Gracie (1x, 45 x 45 cm)
Broste Copenhagen Gracie (1x, 45 x 45 cm)

Völlig von der Rolle

Dass Haushaltspapier super praktisch ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Oft ist es – leider – auch mein Werkzeug der Wahl, wenn es ums Aufwischen von verschütteten Flüssigkeiten geht. Das Papier ist sehr saugfähig, hält auch in durchnässtem Zustand einiges aus und kann nach Gebrauch einfach entsorgt werden. Auch hier gäbe es schlimmere Umweltsünder, denn es handelt sich immerhin um Papier und Karton und nicht Mikroplastik. Doch es existiert auch in diesem Fall eine nachhaltige Alternative. Küchenhandtücher aus Baumwolle erfüllen denselben Zweck, sind ebenfalls saugfähig und ich kann sie – zusammen mit den Stoffservietten – mit der Kleiderwäsche mitwaschen. Am besten sind ältere, gebrauchte Küchentücher als Haushaltspapierersatz. So kann ich frische Exemplare als Handtücher nutzen, während die abgenutzten ihren Dienst als Putzlappen tun. Oder ich greife zu wasch- und wiederverwendbaren Putzlappen.

Gebrauchte Küchentücher eignen sich perfekt als Alternative zum Haushaltspapier.
Gebrauchte Küchentücher eignen sich perfekt als Alternative zum Haushaltspapier.

Auch ohne Chemie chemisch rein

All die vielen Warnzeichen, die auf den chemischen Reinigern für Fenster, Toilette oder Küche kleben, deuten darauf hin, wie giftig deren Inhalt ist. Giftig heisst in diesem Falle auch umweltschädlich – egal, wie wirksam ich mit ihnen putze. Dabei gibt es ökologische Alternativen, mit denen ich meine eigenen vier Wände wieder sauber kriege. Nebst den im Handel erhältlichen Ökoreinigern, gibt es aber auch noch einige Hausmittel, die ich zu Saubermachern umfunktionieren kann. Kombiniere ich beispielsweise kohlensäurehaltiges Mineralwasser und Essig, dann habe ich ein effektives Hausmittel gegen verstopfte Abflüsse. Oder ich nehme ein TwistOut-Stäbchen. Angebrannte Essensreste kriege ich mit Kaffeesatz wieder weg: Einfach zusammen mit heissem Wasser in die Pfanne geben, eine Viertelstunde einwirken lassen und schon glänzt sie wieder wie neu. Funktioniert auch tiptop bei Vasen oder Töpfen. Und Zitronensäure hilft, Kalkrückstände in Kaffeemaschinen, Wasserkochern oder Küchenarmaturen loszuwerden. Das klappt übrigens auch mit Essig hervorragend.

*Im Eiltempo und mühelos reinigen:** Diese Putz-Hacks machen's möglich
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Die unendliche Geschichte mit dem Sack

Plastiksäcke brauchen nicht viel Platz in der Tasche und sind überall zu kriegen. Doch anstatt beim Einkaufen jedes Mal einen neuen Sack zu nehmen, nutze ich meine eigenen Tragetaschen aus Stoff. Kleinere Beutel für Früchte und Gemüse sind zudem eine nachhaltige Alternative zu denen, die im Laden aufliegen. So verschwende ich weniger Plastik, produziere weniger Müll und kann meine Einkaufstaschen wiederverwenden. Das heisst nicht, dass ich alle Plastiksäcke sofort wegschmeisse. Ich verwende sie solange, bis sie auseinanderfallen und entsorge sie entsprechend. Dann erst steige ich auf umweltschonende Alternativen um.

Auch beim Transport von Lebensmitteln gibt's nachhaltige Alternativen.
Auch beim Transport von Lebensmitteln gibt's nachhaltige Alternativen.

Mittagessen aus der Dose

Es ist unglaublich, wie viel Plastik in einem Fertigsalat aus dem Supermarkt steckt. Wie bei einer Babuschka, löse ich Schicht um Schicht an Kunststoff, bis ich endlich zu den geniessbaren Teilen vordringe. Das nächste Mal werde ich meinen Salat am Morgen einfach zu Hause selber zubereiten und ihn in einem Glasgefäss mit zur Arbeit nehmen. Das ist günstiger und umweltschonender. Oder ich packe eine leere Lunchbox ein und bitte die Dame oder den Herren am Take-Away, mir den Zmittag direkt in den Behälter zu geben. Das funktioniert auch, wenn ich mich für ein Buffett entscheide. Es kostet manchmal Überwindung, danach zu fragen, aber unser Planet wird es mir schlussendlich danken.

Mehr als eine Scheibe abschneiden

Sind Plastikschneidebretter wirklich hygienischer als solche aus Holz? Nein, sind sie nicht. Das ist ein gängiger Mythos, der immer noch die Runde macht. Bei richtiger Pflege und je nach Holzart sind die Schneideunterlagen aus Holz mindestens so hygienisch wie ihr Pendant aus Plastik. Bretter aus Eiche, Lärche, Bambus oder Kiefer beispielsweise haben eine stark keimhemmende Wirkung. Einerseits entzieht das Holz der Oberfläche die Feuchtigkeit sehr schnell, sodass sich kaum Schimmel bilden kann. Andererseits töten diese Holzarten selbst Keime ab. Die nachhaltige Alternative zum Plastikschneidebrett hält bei richtiger Pflege zudem fast ewig. Einmal alle zwei Monate muss ich das Brett mit einem Speiseöl – wie beispielsweise Rapsöl – bestreichen. So bleibt mein Holzbrett noch länger hygienisch und anschaulich.

Holzschneidebretter sind genauso hygienisch wie Plastikunterlagen.
Holzschneidebretter sind genauso hygienisch wie Plastikunterlagen.

Kennst du weitere Hacks, die das Haushalten nachhaltig machen? Oder weisst du von anderen Produkten für den Haushalt, mit denen du gleichzeitig die Umwelt schonst? Dann ab damit in die Kommentarspalte. Wenn du zudem keine Tipps und Tricks rund um die Haushaltsführung mehr verpassen möchtest, dann folge mir mit einem Klick auf den «Autor folgen»-Button.

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Raphael Knecht
Raphael Knecht
Senior Editor, Zürich
Wenn ich nicht gerade haufenweise Süsses futtere, triffst du mich in irgendeiner Turnhalle an: Ich spiele und coache leidenschaftlich gerne Unihockey. An Regentagen schraube ich an meinen selbst zusammengestellten PCs, Robotern oder sonstigem Elektro-Spielzeug, wobei die Musik mein stetiger Begleiter ist. Ohne bergige Rennrad-Touren und intensive Langlauf-Sessions könnte ich nur schwer leben.

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