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Hintergrund

So fühlt sich das iPhone Duo an

Mein erster Eindruck von Apples Falt-Smartphone ist zwiespältig. Die Mechanik fühlt sich hervorragend an, das matte Display nervt mich hingegen schon nach wenigen Stunden.

Hier ist es also, das teuerste Smartphone alles Zeiten: Das iPhone Duo kostet mindestens 1999 Franken oder 2299 Euro. Ganz schön viel Geld. Ob es das im Alltag wert ist? Für die meisten vermutlich nicht. Doch das werde ich in den nächsten Wochen ausführlich testen. In diesem Artikel gibt es zunächst erste Eindrücke der Hardware.

Besonders interessieren mich dabei das Scharnier und das Display. Mit denen will sich Apple unter anderem von anderen Foldables abheben. Das iPhone Duo soll robuster sein und sich dank des variablen Widerstand des Scharniers besonders befriedigend anfühlen. Zudem verspricht der Hersteller auch im aufgeklappten Zustand ein flaches Display mit unsichtbarem Falz.

Scharnier: pure Ingenieurskunst

Das Scharnier besteht gemäss Apple aus über 100 Einzelteilen – und die lohnen sich: Das Falt-Erlebnis ist grossartig. Öffne oder schliesse ich das iPhone Duo, schnappt es dank Magneten entschieden ein. Dazwischen hält das Display auch in jeder beliebigen schrägen Position. Diesen Spagat finde ich beeindruckend.

Das perfekt kalibrierte Scharnier hält das iPhone Duo in jedem Winkel stabil.
Das perfekt kalibrierte Scharnier hält das iPhone Duo in jedem Winkel stabil.

Es fühlt sich auch robust an. Da wackelt oder knarzt nichts. Ob das auch langfristig so bleibt, wird sich erst nach Monaten und Jahren zeigen. Ein erstes positives Indiz liefert Tech-Journalistin Joanna Stern. Sie hat das iPhone Duo mittels Roboter 32 000 mal gefaltet und danach keinen Unterschied festgestellt. Eine Messung ergab, dass das Scharnier nicht ausleierte, sondern sogar etwas steifer wurde.

Stelle ich das Duo wie ein Zelt auf, wird es zur einer Uhr.
Stelle ich das Duo wie ein Zelt auf, wird es zur einer Uhr.

Zwei weitere technische Errungenschaften: Erstens ist das Scharnier (und damit das gesamte iPhone Duo) Wasser- und staubgeschützt nach IP68. Es übersteht also das Eintauchen in mindestens einen Meter Süsswasser für mindestens 30 Minuten. Zweitens verläuft durch das Scharnier eine flexible Graphit-Röhre, welche die Abwärme von Chip und Display auf die beiden Gerätehälften verteilt. So wird die Hitze auch im geschlossenen Zustand über die Rückseite des Smartphones abgeleitet.

Display: flach, aber nie sauber

Das starke Scharnier sorgt auch dafür, dass das Innendisplay im geöffneten Zustand wirklich flach ist. Der Falz ist bei Foldables eine traditionelle Schwachstelle. Ich sehe und spüre ihn zwar auch beim iPhone Duo, wenn ich danach suche – jedoch weniger als bei den Konkurrenzmodellen. Er ist so subtil, dass ich ihn im Alltag kaum wahrnehmen werde.

Der Falz ist beim Öffnen sichtbar, aufgeklappt nehme ich ihn nicht mehr war.
Der Falz ist beim Öffnen sichtbar, aufgeklappt nehme ich ihn nicht mehr war.

Ein Hauptgrund dafür ist die matte Displayoberfläche. Diese «Nanotextur» kenne ich bereits von Apples Monitoren, Laptops und Tablets. Sie zerstreut die Reflexionen, die bei verspiegelten Displays anderer Foldables jede Unebenheit exponieren. So versteckt das Duo seinen Falz gekonnt.

Ob du die Nanotextur auch sonst gut findest, ist Geschmacksache. Sie kann in heller Umgebung angenehm sein, wenn sich Dinge nicht mehr scharf im Display spiegeln. Allerdings verzichtest du dafür auf etwas Bildschärfe und viel Kontrast. Denn die matte Oberfläche verschlechtert den Schwarzwert. Mir gefallen glänzende Displays deshalb unter dem Strich besser.

Fällt Licht auf ein mattes Display, sinkt der Kontrast drastisch. Das kann auch Apple nicht ändern. Live wirkt der Unterschied allerdings nicht so dramatisch wie auf Fotos und Videos.
Fällt Licht auf ein mattes Display, sinkt der Kontrast drastisch. Das kann auch Apple nicht ändern. Live wirkt der Unterschied allerdings nicht so dramatisch wie auf Fotos und Videos.

Dafür gibt es noch einen anderen Grund als die Bildqualität: Die Reinigung der Nanotextur ist ein Alptraum! Bei Monitoren spielt das keine grosse Rolle, da ich sie nicht verschmutze. Doch ein Smartphone fasse ich die ganze Zeit an und hinterlasse Fettflecken. Ein glänzendes Display kann ich einfach am T-Shirt abwischen. Das iPhone Duo nicht. Hier brauche ich ein Mikrofasertuch und am besten einen Displayreiniger. Sonst kriege ich Fettrückstände nicht vollständig weg. Als jemand, der seine Displays gerne sauber hält, macht mich das schon nach wenigen Stunden wahnsinnig.

Hast du erst einmal einen Fettfleck auf dem Innendisplay, lässt er sich nur mühsam entfernen.
Hast du erst einmal einen Fettfleck auf dem Innendisplay, lässt er sich nur mühsam entfernen.

Abseits der Oberfläche überzeugen mich beide Displays auf ganzer Linie. Sie stehen dem des iPhone 18 Pro in nichts nach und sind deutlich besser als das LED-Display des iPad mini (von dem allerdings demnächst ebenfalls eine OLED-Version erwartet wird). Mit einer Spitzenhelligkeit von 3000 Nits lassen sie sich auch in hellem Licht problemlos ablesen. Die Farben sind ebenfalls hervorragend.

Materialien: schweres Geschütz

Der Rahmen des iPhone Duo besteht aus Titan. Er soll das Foldable trotz seines dünnen Profils stabil machen, wie es schon beim iPhone Air der Fall ist. Dort funktioniert das gut und auch das Duo wirkt robust und verwindungssteif. Dazu trägt die Rückseite aus mattem Glas bei.

Der Nachteil der Stabilität ist das hohe Gewicht des iPhone Duo. Es wiegt 254 Gramm. Im aufgeklappten Zustand geht das in Ordnung, da man sich von Tablets sogar mehr gewohnt ist. Doch zugeklappt wirkt das Duo wie ein kleiner Ziegelstein. Es ist 38 Gramm schwerer als das iPhone 18 Pro. Das hört sich nach einem kleinen Unterschied an, doch weil gleichzeitig das Display kleiner ist, fühlt es sich nach viel an.

Das Duo ist zugeklappt kleiner und schwerer als das iPhone 18 Pro.
Das Duo ist zugeklappt kleiner und schwerer als das iPhone 18 Pro.

«Andere Foldables wirken billig und minderwertig», sagt Apple-CEO John Ternus in einem Interview mit «Time». Vielleicht. Doch andere Foldables, die mehr Kunststoff enthalten, sind auch leichter. Das Samsung Galaxy Z Fold 8 wiegt 201 Gramm, das Xiaomi 18 Fold 219 Gramm und das grössere Google Pixel 11 Pro Fold 239 Gramm. Apple läuft hier ins gleiche Messer wie bei den AirPods Max und der Vision Pro: Glas und Metall sind zwar schön, aber für das Nutzungserlebnis unter dem Strich nicht unbedingt besser.

Ein ausführlicher Test des iPhone Duo folgt in einigen Wochen. Wenn du ihn nicht verpassen willst, kannst du mir als Autor folgen.

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Mein Fingerabdruck verändert sich regelmässig so stark, dass mein MacBook mich nicht erkennt. Der Grund: Sitze ich nicht vor einem Bildschirm oder stehe hinter einer Kamera, hänge ich oft an den Fingerspitzen in einer Felswand.


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