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Stephan Lamprecht
Produkttest

Withings «Body Scan»: eine Körperfett-Waage, die viel mehr kann

Mit der smarten Waage «Body Scan» von Withings kannst du nicht nur dein Gewicht beobachten. Sie schreibt auf Wunsch auch ein EKG und behält so deine Herzgesundheit im Blick. Und das macht sie richtig gut.

Für eine Grundfitness gehe ich regelmäßig laufen. Also keinen Marathon oder so was. Ein Sportfreak bin ich nun wirklich nicht. Einfach ein paar Kilometer durch Parks, an der Hamburger Elbe oder der Berliner Spree entlang. Um meine körperliche Verfassung zu tracken, teste ich die «Body Scan»-Waage von Withings, die mir der Hersteller zur Verfügung gestellt hat.

Wie der Name schon sagt, kann die Waage mehr als wiegen. Laut Hersteller kann sie außerdem:

  • die Körperzusammensetzung auswerten (Körperfettanteil, Muskelmasse, Viszeralfett).
  • ein EKG aufzeichnen
  • Herzfrequenz ausgeben
  • Pulswellengeschwindigkeit ermitteln
  • das Gefäßalter bestimmen
  • meine Nervengesundheit bewerten

Da bin ich nun aber gespannt.

Schick, aber nicht pflegeleicht

Beim Auspacken erweist sich die Waage mit fast fünf Kilogramm als überraschend schwer. Mein Testexemplar ist schwarz, die Hochglanzoberfläche besteht aus Glas. Das Ding fühlt sich solide und wertig an.

Ich erahne es binnen Minuten: pflegeleicht ist anders.
Ich erahne es binnen Minuten: pflegeleicht ist anders.

Damit die «Body Scan» auch so ansehnlich bleibt, werde ich sie wohl häufig putzen müssen, dünkt mir. Auf der Oberfläche siehst du jedes Staubkörnchen, jeden Wassertropfen und jeden Fingerabdruck.

Ohne App geht erstmal nix

In der gedruckten Kurzanleitung sind die ersten Schritte erklärt. Ganz wichtig: Ich brauche die Withings-App für mein Smartphone. Erst wenn ich darin ein Benutzerkonto anlege, kann ich die Waage einrichten. Einfach auf die Waage steigen fällt also erstmal aus.

Download und Kontoeröffnung sind schnell gemacht. Ich muss in der App zu «Devices» wechseln und das Pluszeichen antippen. Erst dann schalte ich die Waage ein.

Die Withings-App führt durch die Einrichtung der Waage.
Die Withings-App führt durch die Einrichtung der Waage.

Ein Einrichtungsassistent hilft mir und begleitet mich durch das Pairing via Bluetooth. Anschließend fragt die App nach den Zugangsdaten meines WLANs. Passt alles, dauert es ein paar Sekunden und es kann losgehen.

Das erste Wiegen wird zur Geduldsprobe

Nach der Einrichtung bietet die App mir an, die Funktionen besser kennenzulernen. Zu jeder Gesundheitsfunktion gibt es eine kurze Einführung. Withings erwartet von mir vermutlich, dass ich die genau durchlese. Ich will aber endlich messen! Also tippe ich ungeduldig überall auf «Aktivieren».

Eigentlich soll ich jede Einführung zu den Gesundheitsfunktionen erst durchlesen. Es mangelt mir schlicht an der Geduld.
Eigentlich soll ich jede Einführung zu den Gesundheitsfunktionen erst durchlesen. Es mangelt mir schlicht an der Geduld.

Und damit geht’s endlich los. Oberhalb des farbigen Bildschirms der Waage ist ein via Kabel verbundener Stab befestigt. Den ziehe ich heraus und achte darauf, dass jede meiner Hände eine der beiden Elektroden umfasst, während ich mit nackten Füßen auf die Waage steige. In Socken funktionieren die Gesundheitsfunktionen nämlich nicht.

Den Stab muss ich halten, damit die «Body Scan» die Körperanalysen durchführen kann.
Den Stab muss ich halten, damit die «Body Scan» die Körperanalysen durchführen kann.

Ein vollständiger Messzyklus beginnt mit dem Gewicht. Weil die «Body Scan» auf kleinste Bewegungen der Füße reagiert, dauert es einen Augenblick, bis mein Gewicht im Display erscheint. Und ich muss ja mal ehrlich sagen: Diese Waage ist genauso unfreundlich wie alle anderen Waagen. Ich bin viel zu schwer. Hüstel. Was aber auch an meiner Liebe zu Pizza liegen könnte. Ok, weiter im Text …

Die Muskelmasse ist ganz okay.
Die Muskelmasse ist ganz okay.

Sofern bereits ältere Messergebnisse vorliegen, zeigt mir die Waage die Differenz dazu an und somit eine Tendenz, ob das Gewicht nach oben oder unten geht. (Ich muss weinen.) Den Abschluss bildet die kurze Ermittlung der Körperzusammensetzung. In Prozent bekomme ich den Anteil an Muskel- und Fettmasse. (Muss noch mehr weinen.)

In diesem Zusammenhang wichtig: Gegenüber einer ärztlichen Untersuchung zeigen Geräte für den Heimgebrauch lediglich eine Annäherung. Sie bilden Tendenzen ab und helfen mir bei der Einordnung meiner Messwerte. Warum das schwierig ist, hat mein Kollege Oliver genau erklärt.

  • Ratgeber

    Wie (un)genau messen Körperfettwaagen für den Hausgebrauch?

    von Oliver Fischer

EKG und die Nervengesundheit

Ist das Wiegen abgeschlossen, geht es an das EKG. Laut Anleitung soll ich möglichst weiter stillstehen. Für 30 Sekunden schreibt die «Body Scan» jetzt ein 6-Kanal-EKG. Dazu später noch mehr. Stellt das Gerät keine Auffälligkeiten fest, leuchtet in Grün der Hinweis «Sinusrhythmus» auf. Außerdem zeigt die Waage mir die gemessene Pulsfrequenz.

Wie exakt ist das EKG, das die «Body Scan» schreibt? Die Waage besitzt die CE-Zulassung als medizinisches Produkt. Das bedeutet aber nicht, dass die Ergebnisse so exakt wie beim Arzt sind.

Das dürfte auch jedem einleuchten, der schon einmal in einer Praxis zum EKG war. Da wirst du mit vielen Elektroden verkabelt. Bei der Waage hast du lediglich den Messstab in der Hand. Also kann dieses EKG gar nicht so exakt sein, wie das beim Profi. Einen leichten Herzinfarkt oder eine andere Herzschwäche zu erkennen, ist selbst für Mediziner bei einem professionellen EKG nicht immer ganz eindeutig

Die «Body Scan» kann allerdings Vorhofflimmern erkennen, eine Herzrhythmusstörung, die das Schlaganfallrisiko erhöht. Zudem bewertet die Software von Withings auch die Arteriensteifigkeit (PWV). Diese Elastizität der Arterien ist ein Indikator für das Herz-Kreislauf-Risiken und Bluthochdruck.

Aber: Wenn du das Gefühl hast, einen Herzinfarkt erlitten zu haben, oder das Risiko dafür besteht, gehörst du nicht auf die Waage, sondern in die Notaufnahme!

Nächster Stopp: die Nervengesundheit

Nach dem Schreiben des EKG bin ich noch immer nicht fertig. Insgesamt stehe ich nun schon 70 Sekunden auf der Waage. Jetzt ermittelt die «Body Scan» meine «Nervengesundheit». Du hast keine Ahnung, was das sein soll? Ich bisher auch nicht. Deswegen mache ich mich schlau.

Der Nervengesundheitswert (NHS) von Withings untersucht, wie mein Nervensystem die Aktivität der Schweißdrüsen an den Füßen steuert. Ein schwacher elektrischer Strom läuft dabei durch meine Füße. Damit will die Software erkennen, ob es an den peripheren Nerven eine Schädigung gibt. Denn eine solche «periphere Neuropathie» kann ein Hinweis auf Diabetes sein.

Den Wert gibt die Waage in einer Zahl zwischen 0 und 100 sowie einer qualitativen Einschätzung zwischen «normal» und «niedrig» an.

Zum Abschluss zeigt der Bildschirm noch das aktuelle Wetter und eine Einschätzung der Luftqualität an meinem Ort. Das nenne ich mal Rundum-Service.

Die «Body Scan» kann bis zu acht Personen unterscheiden

Die Waage ist WG- und familientauglich, denn sie kann bis zu acht Personen unterscheiden. Als Inhaber eines Hauptkontos kann ich Unterkonten in der App anlegen. Die Personen, die ich dort eintrage, erhalten eine Einladung zur Registrierung ihres eigenen Kontos. Den genauen Ablauf dazu erklärt Withings ausführlich online.

Kann die Waage eine Messung nicht zuordnen, weist die App mich darauf hin.
Kann die Waage eine Messung nicht zuordnen, weist die App mich darauf hin.

Da die «Body Scan» mich nicht direkt erkennen kann, zeigt sie im Display den Namen der Person an, die sie auf der Waage vermutet. Wie sie die Menschen unterscheidet? Am Gewicht. Stellst du dich auf die Waage, bietet sie die Waage gar nicht erst den Namen deines Kindes an, wenn es 20 Kilo leichter als du ist.

Erwachsene kann ich via Mail einladen, ein eigenes Profil zu eröffnen. Für Kinder richte ich es selbst ein.
Erwachsene kann ich via Mail einladen, ein eigenes Profil zu eröffnen. Für Kinder richte ich es selbst ein.

Nutzt du die Waage allerdings mit mehreren Personen, die vom Gewicht dicht beieinander liegen, wirst du bei jeder Messung zwischen den Namen wählen müssen. Keine Sorge: Falls das einmal falsch gelaufen ist, lassen sich die Messungen in der App auch einer anderen Person zuweisen.

Messungen individualisieren

Messungen, deren Ergebnisse mich nicht interessieren, kann ich in der App deaktivieren. Sie werden dann übersprungen und tauchen in den Dialogen auf der Waage nicht mehr auf. Die Anzeigereihenfolge kann ich aber nicht verändern.

In den Optionen der App habe ich auch noch die Wahl zwischen verschiedenen Modi:

  • Augen zu: Das bedeutet nicht, dass ich mit geschlossenen Augen auf der Waage stehen soll. Das Display zeigt in diesem Modus keine Werte an. Die landen lediglich in der App. Gedacht ist das für Menschen, die ihr Gewicht und ihre Vitalwerte lieber nicht so genau wissen wollen.
  • Nur Gewicht: Dieser Modus ist für alle Menschen wichtig, die einen Herzschrittmacher tragen. Aktiviere ich diesen Modus, ist die «Body Scan» einfach nur eine Waage. Die Gesundheitsfunktionen, inklusive der Bestimmung der Körperzusammensetzung, sind deaktiviert. In diesem Modus wird kein Strom durch den Körper geleitet, der einen Schrittmacher sprichwörtlich aus dem Tritt bringen könnte.
  • Athletenmodus: Okay, diesen Modus werde ich vermutlich nie aktivieren. Falls du aber mehr als acht Stunden pro Woche trainierst und einen Ruhepuls unter 60 Schlägen pro Minute hast, empfiehlt Withings den Athletenmodus.
  • Schwangerschaftsmodus: Klar, mit Baby an Bord nehmen Schwangere zu. In diesem Modus ermittelt die Waage nicht allein das Gewicht, sondern zeigt die Gewichtszunahme pro Woche und stellt diese in Relation zu Personen ähnlichen Gewichts.

Withings+ brauche ich nicht

In der App macht Withings viel Reklame für das Abo von Withings+. Dort bekomme ich Tipps für Work-outs und Ernährung, alles basierend auf meinen verschiedenen Messdaten. Die «Body Scan» kann ich aber auch ohne dieses Abo benutzen und habe weiterhin Zugriff auf alle meine Werte. Sobald ein neues Gerät für ein Benutzerkonto bei Withings registriert ist, gibt es den Dienst vier Wochen kostenlos. Werbung halt.

Mir genügen die zahlreichen Ergebnisse und Auswertungen in der App. Und da ich die Waage nicht dazu bringen kann, ein erfreuliches Ergebnis zu zeigen, werde ich jetzt eine Runde laufen gehen.

Fazit

Luxus für Gesundheitsbewusste

Die «Body Scan» sieht edel und schick aus und hat ihren Preis. Für eine einfache Körperwaage wäre sie mir zu teuer. Wer jedoch Spaß am Tracking seiner Werte hat, kommt bei der Waage voll auf seine Kosten, obwohl die gemessenen Werte natürlich nicht mit einer medizinischen Untersuchung mithalten können. Gut finde ich die einfache Einrichtung mehrerer Konten und die Zuweisung verschiedener Modi.

Pro

  • Funktionsvielfalt
  • einfache Einrichtung und Bedienung
  • individuelle Profile bis zu acht Personen

Contra

  • anfällig für Staub und Abdrücke
Titelbild: Stephan Lamprecht

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Hamburger, Leseratte, Eishockey-Fan. Papa und Grosspapa. Bastelt ständig an seinem Smarthome herum. Interessiert an DIY, Outdoor, Mode und Kosmetik.


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