Eine Zwergenstatue, die Erinnerungen weckt, liebevoll gestaltete Sammlerstücke und jede Menge Nostalgie: Die Collector’s Edition von «World of Warcraft: Forever» begeistert mich. Nur bei einer Sache hat Blizzard die Vergangenheit vergessen.
Hinweis: Am Ende des Beitrags kannst du die hier gezeigte Collector's Edition von «World of Warcraft: Forever» gewinnen.
Ich weiss nicht, wie oft ich das allererste Cinematic von «World of Warcraft» inzwischen gesehen habe. Dutzende Male? Hunderte? Keine Ahnung. Aber ich weiss noch genau, was ich empfand, als ich zum ersten Mal diesen Zwergenjäger sah, der mit seiner Flinte auf einem verschneiten Berg stand. Neben ihm: sein treuer Bär. Bruno, wie ich ihn in meinem Kopf irgendwann getauft habe.
Fragt mich nicht, warum. Er heisst für mich einfach so.
Über zwanzig Jahre später stehen die beiden Figuren nun auf meinem Schreibtisch. Nicht als Pixel auf einem Bildschirm, sondern als kleine, erstaunlich detaillierte Skulptur. Ich kann sie anfassen, drehen, aus jedem Winkel betrachten. Und während ich das tue, bin ich gedanklich wieder dort, wo meine Liebe zu Azeroth einst begann.
Eine Verpackung wie ein kleines Schaufenster nach Azeroth. Und dahinter wartet mein persönliches Highlight.
Genau das ist es, was eine gute Collector’s Edition für mich ausmacht. Sie verkauft mir nicht einfach ein paar hübsche Gegenstände. Sie erinnert mich daran, warum ich dieses Spiel überhaupt liebe. Und Blizzard? Hat das mit der Collector’s Edition von «World of Warcraft: Forever» erstaunlich gut verstanden. Zumindest fast.
Der Star der Box ist ein alter Bekannter
Die Verpackung allein macht bereits einiges her. Eine grosse, aufwendig verzierte Box, die mit ihren goldenen Ornamenten und dem ikonischen Warcraft-Design sofort Erinnerungen an frühere Sammlereditionen weckt. Das Ganze wirkt weniger wie eine gewöhnliche Spieleverpackung und mehr wie eine kleine Schatztruhe aus Azeroth.
Darin wartet das eigentliche Schmuckstück: eine rund 19 Zentimeter grosse Statue des legendären Zwergenjägers und seines Bären.
Gut verpackt ist die Statuette auf jeden Fall. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie ich sie aus diesem Styropor-Gefängnis befreie.
Wer ans ursprüngliche Intro von «World of Warcraft» denkt, erkennt die beiden sofort. Der Zwerg, die Flinte, der mächtige Bär – es ist eines der ersten Bilder, mit denen Blizzard uns damals seine neue Fantasywelt vorstellte. Lange bevor wir selbst zum ersten Mal durch die Wälder von Elwynn streiften oder in Dun Morogh gegen Wölfe kämpften.
Dass Blizzard ausgerechnet dieses Motiv für die Collector’s Edition gewählt hat, ist deshalb ein Volltreffer. «WoW: Forever» will schliesslich nicht einfach nur ein weiteres Kapitel von «World of Warcraft» sein, sondern auch an das Gefühl erinnern, das uns damals zum ersten Mal nach Azeroth zog.
Und die Statue selbst? Die ist wirklich wunderschön geworden.
Beim Barte des Zwergenjägers! Da wird selbst Magni Bronzebart neidisch.
Das Fell des Bären, die Falten in der Kleidung des Zwergs, sein langer Bart, die kleinen Verzierungen an der Rüstung: Überall entdecke ich neue Details. Dazu kommt die bronzefarbene Oberfläche, die dem Ganzen beinahe etwas von einer alten, ehrwürdigen Skulptur verleiht.
19 Zentimeter Warcraft-Geschichte. Und Bruno brüllt noch immer so schön wie vor über zwanzig Jahren.
Für mich ist sie das Herzstück der gesamten Edition. Mehr noch: Ich würde behaupten, dass sich die Box für eingefleischte «WoW»-Fans allein wegen dieser Statue beinahe schon lohnt.
Kleine Schätze aus Azeroth
Natürlich steckt noch mehr in der Box. Zwei Sammler-Pins etwa, ein Azeroth-Kompass und das Emblem der neuen Skyborne-Rasse. Eigentlich Kleinigkeiten, aber solche, die ich gerne in die Hand nehme. Sie haben ein angenehmes Gewicht, glänzen schön und sind sauber verarbeitet. Kein billiger Plastikschrott, wie man ihn leider auch in teuren Sammlereditionen immer wieder findet.
Klein, aber fein: Die beiden Pins haben ordentlich Gewicht und fühlen sich alles andere als billig an.
Besonders gefallen mir die beiden Kunstdrucke mit Landschaftsmotiven aus «WoW: Forever». Sie kommen bereits in stabilen, schwarzen Präsentationsrahmen, bereit fürs Regal oder die Wand. Ein richtiges Artbook, wie es früher bei den Collector’s Editions üblich war, hätte ich trotzdem gerne gehabt. Andererseits: Wie oft blättere ich tatsächlich noch in meinen alten Artbooks? Eben. Die beiden Bilder hingegen könnte ich jeden Tag anschauen.
Dann wäre da noch ein hübsch geprägtes Notizbuch, mit dem ich persönlich wenig anfangen kann, und ein Mauspad, das für meinen Geschmack etwas klein und dunkel geraten ist. Aber gut, das ist Jammern auf hohem Niveau. Insgesamt hat Blizzard hier wirklich schöne Sammlerstücke zusammengestellt, die ich gerne behalte und ausstelle.
Zwei wunderschöne Kunstdrucke, bereit fürs Regal oder die Wand.Die Landschaften von Azeroth machen einfach Lust auf mehr.Hübsch geprägt. Jetzt müsste ich nur noch Notizbücher benutzen.Das Mousepad, etwas dunkel und ziemlich klein.Alle physischen Beigaben auf einen Blick – bis auf die Statue.
Bei all der Begeisterung gibt es allerdings etwas, das ich vermisse: eine richtige Spieleverpackung.
Eine verpasste Chance namens Nostalgie
Jep. Richtig gelesen. Eine Spieleverpackung. Denn so wunderschön die Collector’s Edition auch ist, das eigentliche Spiel steckt nur als Downloadcode auf einer kleinen Karte darin. Keine DVD, keine klassische Spielehülle, nichts.
Hübsch verpackt ist der Downloadcode ja. Trotzdem hätte ich mir etwas mehr als eine Karte gewünscht.
Ja, ich weiss. «World of Warcraft» ist ein Online-Rollenspiel. Eine Disc wäre heute kaum mehr als Dekoration, zumal ich mir ohnehin gigabyteweise Updates herunterladen müsste. Und trotzdem: Erinnert ihr euch noch an die ursprüngliche «World of Warcraft»-Box von 2004? An das aufklappbare Cover mit der Nachtelfe und dem Zwerg, hinter dem sich weitere Bilder aus Azeroth verbargen? An die vielen CDs, die man während der Installation ständig wechseln musste?
Okay, das mit den CDs vermisse ich jetzt nicht unbedingt. Aber dieses Gefühl, schon beim Auspacken ein kleines Stück jener Welt zu entdecken, in die man gleich eintauchen würde? Verdammt, das fehlt mir.
Die legendäre Originalverpackung von 2004. Hach, Erinnerungen.Schon die Rückseite machte Lust auf Abenteuer in Azeroth.Und erst das aufklappbare Cover! Genau so etwas vermisse ich heute.
Gerade «WoW: Forever», das so sehr von der Nostalgie des ursprünglichen Spiels lebt, hätte diese Erinnerung wunderbar aufgreifen können. Wie schön wäre eine kleine Nachbildung der Originalverpackung gewesen? Mit dem alten Klappcover, ein paar Artworks und meinetwegen einfach dem Downloadcode darin. Ich hätte nicht einmal eine Disc gebraucht. Nur dieses eine Stück Vergangenheit, das ich wieder in den Händen halten könnte.
Stattdessen gibt's eine Karte. Funktional, praktisch, zeitgemäss. Und irgendwie auch verdammt langweilig. Klar bin ich ein alter Nostalgiker, der sich noch immer an Kartonschachteln erfreut, während die Gamingwelt längst digital geworden ist. Mag sein. Aber wenn es einen Ort gibt, an dem solche Erinnerungen noch Platz haben sollten, dann doch wohl in einer Collector’s Edition jenes Spiels, das uns ausdrücklich in die Anfangszeit von «World of Warcraft» zurückversetzen will.
Meinung
Wir müssen über «World of Warcraft: Forever» reden
Luca Fontana
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Blizzard hat mit dem Zwergenjäger und seinem Bären bewiesen, wie schön das funktionieren kann. Schade, dass ausgerechnet bei der Verpackung des Spiels selbst die Nostalgie aufhört.
Sind 140 Franken dafür gerechtfertigt?
Etwa 140 Franken verlangt Blizzard für die Collector’s Edition, je nach Währungskurs. Klingt erstmal nach viel Geld. Doch neben den physischen Sammlerstücken gibt's auch reichlich digitale Inhalte: «WoW: Forever», «Warcraft III: Reforged» samt «Forsaken Kingdom» und 30 Tage WoW-Spielzeit. Dazu kommen exklusive Reittiere, Haustiere, Transmog-Sets und weitere kosmetische Extras.
Gerade wer sowohl «WoW: Forever» als auch das moderne «World of Warcraft» spielt, bekommt damit einiges geboten.
Natürlich lässt sich der Wert solcher Extras nur schwer beziffern. Was dem einen völlig egal ist, ist für eingefleischte Fans ein begehrtes Sammlerstück. Dazu kommt die detaillierte Zwergenstatue, die auch einzeln kein billiges Vergnügen wäre. Insgesamt halte ich die 140 Franken deshalb für durchaus fair.
Würde ich die Edition jedem empfehlen? Nein. Wer einfach nur «WoW: Forever» spielen möchte, braucht sie nicht. Dafür reicht ein laufendes WoW-Abo, zumal sich die digitalen Boni auch einzeln oder als Paket dazukaufen lassen.
Wer hingegen seit Jahren durch Azeroth streift und Freude an physischen Sammlerstücken hat, dürfte mit der Box ziemlich glücklich werden. Ich jedenfalls bin's. Trotz der fehlenden Spieleverpackung. Denn die schönste Beigabe dieser Collector’s Edition ist für mich etwas, das sich ohnehin nicht in Franken beziffern lässt: Nostalgie.
Die Collector's Edition von «World of Warcraft: Forever» wurde mir von Blizzard zur Verfügung gestellt. Fürs Unpacking habe ich die Box, die hier verlost wird, geöffnet.
Gewinne die Collector's Edition von «World of Warcraft: Forever»
Um zu gewinnen, beantworte folgende Frage: Wie oft kannst du auf den Bildern dieses Beitrags das Wort «Forever» lesen? Es reicht, wenn das Wort nur teilweise sichtbar ist. Einsendeschluss ist Freitag, 6. November, 15:00 Uhr. Die oder der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt. Viel Glück beim Zählen und Mitmachen!
Ich schreibe über Technik, als wäre sie Kino, und über Filme, als wären sie Realität. Zwischen Bits und Blockbustern suche ich die Geschichten, die Emotionen wecken, nicht nur Klicks. Und ja – manchmal höre ich Filmmusik lauter, als mir guttut.
Meinung
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