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Michelle Brändle
Ratgeber

An alle Kunstschaffenden: Der «Inktober» 2026 steht an

Die weltweite Kunst-Challenge «Inktober» motiviert tausende Kreative, täglich zum Stift zu greifen. Das simple Prinzip: ein Wort pro Tag, ein Werkzeug, ein Monat voller Inspiration. Warum der Hype gut tut und was du dafür brauchst, erfährst du hier.

Jedes Jahr im Oktober verpflichte ich mich dazu, an der «Inktober»-Challenge teilzunehmen. Sie braucht etwas Disziplin und immer wieder Überwindung. Dennoch liebe ich den Monat voller Kunst, weil er mich aus der Komfortzone holt.

Dank Inktober hab ich meine Kunst konstant verbessert.
Dank Inktober hab ich meine Kunst konstant verbessert.

Das ist der Inktober und darum lieb ich ihn

Der Inktober findet jährlich den ganzen Oktober statt. Der Monat dient als Kunst-Challenge und fokussiert sich darauf, deine illustratorischen Fähigkeiten voranzutreiben – mit möglichst geringem Aufwand.

Jeden Tag im Oktober bist du dazu aufgefordert, zu einem vorab definierten Wort ein Bild zu malen, rein mit schwarzer Tinte. Egal wie gross, wie detailreich, ob digital oder analog. Du entscheidest, wie viel Zeit du in dein tägliches Kunstwerk investieren kannst und möchtest. Ich beispielsweise koloriere meine Bilder trotzdem immer im Anschluss, weil ich Farben so gerne mag.

Die Liste wird jeweils im September bekannt gegeben, damit du schon mal einen Blick drauf werfen kannst.

So sieht die diesjährige Liste aus.
So sieht die diesjährige Liste aus.

Falls du Instagram hast, postest du dein Bild anschliessend mit den Hashtags #inktober und #inktober2026 sowie dem Hashtag zum aktuellen Wort. So kannst du dich mit den Kunstschaffenden online austauschen und gucken, was sich die anderen Leute so zum gleichen Wort ausgedacht haben.

Auf Instagram sehe ich, was andere Leute zum Thema gezeichnet haben.
Auf Instagram sehe ich, was andere Leute zum Thema gezeichnet haben.

Ich mache schon seit einigen Jahren mit und freue mich immer darauf. In der übrigen Zeit vernachlässige ich nämlich meine Kunst hin und wieder. Meistens liegt es daran, dass ich mir zu viel vornehme und dann gar nicht erst anfange.

Genau deshalb gefällt mir der Inktober so gut. Ich bin dazu angehalten, in einem bestimmten Zeitraum täglich zu malen. Die Vorgabe eines Wortes inspiriert mich, auch ausserhalb meiner Komfortzone zu zeichnen. Zudem hadere ich dank des Themas nicht schon beim weissen Blatt, weil mir die Ideen fehlen.

Im Verlauf des Monats komme ich in einen Rhythmus und integriere die Zeichensessions erfolgreich in meine Morgen- oder Abendroutine. Dass ich danach online gucken kann, was andere gemalt haben, inspiriert mich noch mehr. Ich fühle mich zugehörig, bin überrascht über die vielen kreativen Einfälle und lerne immer wieder neue Künstlerinnen und Künstler kennen.

Zuletzt mache ich aus meinen Favoriten einen Kunstkalender, der in meinem Freundeskreis sehr beliebt ist. So liegen nicht einfach 31 Bilder in meiner Schublade herum, sondern es finden immerhin 12 davon ihren Weg in diverse Wohnzimmer.

Aus meinen besten Inktober-Werken erstelle ich jeweils einen Kalender.
Aus meinen besten Inktober-Werken erstelle ich jeweils einen Kalender.

Die Story und der kreative Kopf dahinter

Die Idee des Inktober kommt von Jake Parker. Seine künstlerische Karriere hat mit dem Animieren von Filmen angefangen. Später wurde er unabhängiger Comic-Artist und Illustrator der New York Times. 2009 hat er seine Idee des Inktober zum ersten Mal in die Tat umgesetzt und führt ihn seither jedes Jahr durch. Die offizielle Liste gibt er seit 2016 für alle im September raus.

Die Idee kam ihm damals, als er den Brush-Pen entdeckte. Der Stift hat eine Spitze wie ein regulärer Pinsel. Die Tusche fliesst allerdings über eine Tintenpatrone nach vorn. Ich selbst nutze dieses Werkzeug ebenfalls ab und an, doch es benötigt viel Übung. Das hat auch Jake gemerkt und sich deshalb einer Challenge gestellt, damit er das Ding möglichst rasch beherrscht.

Er setzte sich den Zeitrahmen von 30 Tagen – wie bei einer 30-Tage-Sport-Challenge. In dieser Zeit wollte er täglich zu einem vorab bestimmten Wort eine Zeichnung erstellen. Zusätzlich machte er seine Idee öffentlich. und zwang sich damit, es auch durchzuziehen.

Mit so einem Brush Pen hat alles angefangen.
Mit so einem Brush Pen hat alles angefangen.

Schnell hat sich diese Idee etabliert. Die Hürde ist so gering, wie es nur geht: mit möglichst wenigen Werkzeugen und vorab definierten Themen eine Illustration erstellen. Den positiven Effekt merkst du, wenn du es selbst ausprobierst: Du lernst nämlich täglich dazu und verbesserst deine künstlerischen Fähigkeiten innerhalb von nur vier Wochen.

Jetzt bist du an der Reihe

Inzwischen teilen Kunstschaffende aus der ganzen Welt ihre Inktober-Werke in den Sozialen Medien. Täglich erscheinen so über eine Million Kunstwerke pro Thema.

Das kannst du auch. Ob du gerne figurativ malst, abstrakt, mit Buchstaben oder schon lange keinen Stift mehr in der Hand hattest. Unabhängig davon, ob du lieber mit einem schwarzen Filzer, einem Bleistift oder digital malst. Die Regeln sollen dich nicht von deinen Präferenzen abhalten, sondern simple Rahmenbedingungen liefern.

Falls du digital mitmachen möchtest, dich aber noch nicht dazu überwinden konntest, wäre auch das der perfekte Zeitpunkt. Einen Einstieg ins digitale Zeichnen und beginnerfreundliche Tipps dazu findest du in meinen Tablet-Kursen:

Ein echter Pro-Tipp: Halte es wirklich so einfach wie möglich. Ich übertreibe es beispielsweise immer und habe dann extrem viel zu tun. Vielleicht lerne ich es dieses Jahr. Oder nächstes …

Falls du Inspiration für die Werkzeuge brauchst: Mein Lieblingsstift kommt von Tombow und heisst Fudenosuke. Ihn gibt es mit einer weichen (unten verlinkt) und einer festeren Spitze, die ähnlich wie ein feiner Pinsel aussieht, sich aber mehr wie ein Filzstift verhält. Damit kannst du die Liniendicke durch mehr oder weniger Druck variieren, ohne die Skills eines Pinsels beherrschen zu müssen. Ausserdem ist er wasserfest und ich male mit ihm problemlos auf rauen Aquarellpapieren.

Produktbild Tombow Fudenosuke (1x)
Marker
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EUR4,06 bei 3 Stück

Tombow Fudenosuke

1x

Als Maluntergrund organisiere ich mir jeweils einen oder mehrere Blöcke Aquarellpapier. Wichtig ist, dass du mindestens 31 Blatt hast, damit dir nicht kurz vor dem Ende das Papier ausgeht. Es spielt keine Rolle, ob du Druckerpapier oder Mix-Media-Bögen benutzt.

Während eines anderen Inktobers habe ich mir ein dünnes Skizzenheft geschnappt, damit ich alles beisammen habe, weil ich da über eine Woche unterwegs war. Jake Parker hat auch schon ein grosses DIN-A3-Werk erstellt, indem er jeden Tag auf demselben Bogen ein bisschen weiter gemalt hat. Alles ist möglich.

Block (19 × 24 cm) mit 12 Bogen

Produktbild Canson Aquarellblock Montval (19 x 24 cm, Speziallineatur, Harter Einband)
Heft + Block
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EUR8,12 bei 4 Stück

Canson Aquarellblock Montval

Aquarell-Skizzenbuch (A5) mit 36 Bogen

Produktbild Canson Skizzenbuch GRADUATE Aquarelle, 216 x 140 mm schwarz, 28 Blatt, fein gekörntes Papier 250 g/qm, Hard (A5, Blanko, Harter Einband)
Heft + Block

Canson Skizzenbuch GRADUATE Aquarelle, 216 x 140 mm schwarz, 28 Blatt, fein gekörntes Papier 250 g/qm, Hard

A5, Blanko, Harter Einband

Mix-Media-Block (A3) mit 30 Bogen

Hast du ein Bild fertig, kannst du es auf Instagram, Tiktok und Co. stellen. Falls du dich von den Sozialen Medien lieber fernhältst, kannst du auch einfach für dich malen oder – wie in meinem Freundeskreis – eine Kunstgruppe auf Whatsapp erstellen.

Reiss dir kein Bein aus, wenn es einen Tag nicht klappt. Lass ihn einfach weg und hole ihn nach Wunsch später nach. Ich habe meine Liste auch schon in den November weitergezogen oder nicht alles gemalt.

Hast du weitere Tipps für die Challenge oder Lieblings-Utensilien beim Zeichnen? Teile sie gerne in der Kommentarspalte.

Titelbild: Michelle Brändle

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Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los. 


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