
Zwischen Brushpens und Sternenhimmel: Kreative Auszeit im Bubble Tent
Ein Koffer voller Bastelmaterial und der Himmel voller Sterne: Ich teste, ob sich beim Malen und Gestalten in besonderer Atmosphäre wirklich abschalten lässt.
Einmal kurz raus aus dem Alltag und ab in die Natur, das Handy weglegen und dabei etwas gestalten. Und das Ganze in besonderer Kulisse: in einem Bubble Tent. Das wollte ich ausprobieren und bin dafür für eine Nacht unter den Sternenhimmel gezogen.
Aber von vorne: Es ist halb drei an einem bewölkten Nachmittag in Hamburg, als ich eine Freundin ins Auto lade und mit ihr Richtung Norden fahre. Keine Stunde später steigen wir bei inzwischen klarem Himmel aus dem Auto aus. Vögel zwitschern, wir hören nicht weit weg Pferde galoppieren, als wir einem kleinen Weg entlang den Schildern «Zu den Bubbles» folgen.

Kreativität in einer gigantischen Seifenblase
Und schon stehen wir vor unserem Domizil für diese Nacht. Wie eine gigantische Seifenblase steht die durchsichtige Unterkunft mitten in der malerischen Landschaft. Im Inneren ein Bett, ein Tisch mit zwei Stühlen und freie Sicht auf den weiten Himmel. Dazu gibt es ein umfangreiches Materialpaket mit Brush Pens, Bastelbüchern, Wolle, Origami- und Mandalazubehör, Katsuki-Schmuck und mehr. Unsere DIY-Herzen schlagen sofort höher – hier gibt es einiges auszuprobieren.

Aber was steckt überhaupt hinter dieser ungewöhnlichen Idee?
Hinter dem Erlebnis steht eine Kooperation des TOPP-Verlags mit Book a Bubble. Letztere ist eine Plattform, über die Gastgeber Bubble-Unterkünfte in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Frankreich anbieten. An besonderen Standorten, fernab des städtischen Stresses, mitten in der Natur. Vom 4. September bis zum 18. Oktober 2026 stattet der TOPP-Verlag zusammen mit weiteren Partnern wie Staedtler, Ohuhu, Addi und Gründl ausgewählte Zelte mit einem umfangreichen Kreativpaket aus. So können Gäste gemeinsam Neues entdecken, abschalten und kreativ werden.

Wie die Kuppel in Form bleibt – und doch beinahe zusammensackt
Wir erkunden noch kurz das zugehörige extra Gartenhaus mit Kochecke, Waschbecken und Toilette, dann machen wir uns auch schon ans Basteln und Malen. Davor bringe ich allerdings unsere durchsichtige Unterkunft noch fast zum Einsturz. Die riesige Blase wird nicht von Streben, sondern durch Überdruck in Form gehalten: Ein Gebläse pustet ständig Luft ins Innere. Beim Ein- und Aussteigen soll eine Schleuse verhindern, dass die Bubble in sich zusammensackt. In meiner Euphorie öffne ich jedoch beide Reißverschlüsse gleichzeitig – und schon beginnt die Blase zu schrumpfen. Schnell wieder abgedichtet, richtet sie sich zum Glück ebenso rasch wieder auf. Nochmal gut gegangen.
Camping-Feeling mit Schmuck-Set und Origami
Weil es trotz angenehmer 24 Grad Außentemperatur in der transparenten Blase zu heiß ist, beziehen wir zunächst draußen Stellung und stürzen uns dort auf die Bastelprojekte. Um in Auszeit-Stimmung zu kommen, versuchen wir uns zunächst an der Box für mehr Gelassenheit. Nach ein paar schlauen Sprüchen zur Entspannung und ein wenig Fingermassage mit den mitgelieferten Ringen legen wir die Karten wieder zur Seite. Wir wollen die Gelassenheit dann doch lieber beim Gestalten finden.

Nächstes Projekt: Katsuki-Armbänder. Das Set enthält verschiedene Perlen, Gummibänder und Verschlüsse. Leider fehlen Schere (zum Abschneiden des Gummibands) und Quetschzange, um die Verschlüsse zu befestigen. Unser Campingequipment gibt ein Messer als Scherenersatz her, für die Quetschperlen müssen wir improvisieren. Am Ende knote ich das Band einfach zu und verzichte auf den Verschluss – der Gelassenheit zuliebe.

Über unsere Ergebnisse freuen wir uns, die Armbänder sind richtig hübsch geworden. Langsam kommen wir in Stimmung.
Inzwischen ist es Abend geworden. Unser Versuch, schnell noch mit der Origami-Box etwas zu falten, scheitert an fehlender Geduld und einem zu kurzen Blick in die Anleitung. Also machen wir uns erstmal Abendessen. Da das zweite Zelt am Standort gerade unbewohnt ist, haben wir Küche, Toilette und Grillplatz für uns allein. Überhaupt sehen wir während unseres Aufenthalts keine Menschenseele und sind wirklich ungestört in der Natur.

Malen, malen, malen bis die Lichter ausgehen
Nach dem Essen geht es mit den nächsten Projekten weiter: Wir nehmen uns die Mandalabox vor und dazu die Marker von Ohuhu.

Das ist der Moment, an dem sich zum ersten Mal ein richtiges Gefühl von kreativer Entspannung einstellt. Wir kommen in den Flow und bemalen eine Mandalakarte nach der nächsten. Dabei haben es uns besonders die Brush Pens angetan.
Inzwischen ist es dunkel geworden. Unsere Bubble liegt als leuchtende Kugel surreal in der Landschaft. Mit den Lichtern im Inneren ist es gemütlich, wenn auch die Temperatur selbst im August langsam kühl wird. Bei 13 Grad Außentemperatur ist es durch den ständigen Luftaustausch auch innen nicht wärmer. Zeit also, sich ins gemütliche Bett zu kuscheln. Falls es uns nachts trotz der dicken Decken zu kalt werden sollte, ist das Bett mit Heizdecken ausgestattet.

Licht aus, Sterne an
Zunächst ist vom Sternenhimmel nichts zu sehen. Die beschlagene Kuppel lässt uns wie unter Milchglas in einem hell beleuchteten Schaufenster sitzen. Müssen wir das ersehnte Sternegucken etwa abschreiben? Nein: Als wir uns schließlich von Stiften und Papier trennen und die Lichter ausschalten, klart die Sicht auf. Plötzlich liegt ein Meer aus Sternen vor und über uns. Wir verstummen und staunen. Es ist, als würde unser Bett frei im Weltall stehen. Wir bewundern Cassiopeia und suchen nach weiteren Sternbildern, bis uns die Augen zufallen.

Aufwachen unter weitem Himmel
Nach dem magischen Einschlafen unter Sternen ist auch das Aufwachen ein Highlight. Als ich meine Augen öffne, sehe ich die Sonne hinter den Bäumen durchblitzen, leichter Nebel liegt auf den Wiesen um uns herum und der Himmel ist in ein klares Blau getaucht.

Mit dem Watercoloring-Set von Staedtler male ich noch ein paar Blumen. Als die Sonne höher steigt, wird es aber schnell wieder warm im Zelt, und so trotten wir ins Gartenhäuschen und kochen uns einen Kaffee.

Zum Frühstück sitzen wir mit Blick auf die Bubble im Freien und holen noch einmal die Materialkiste heraus. Ich beginne ein kleines Häkel-Croissant (also ein Häkelset, aus dem ich ein kuscheliges Croissant häkeln kann), meine Freundin gestaltet mit den Ohuhu-Pens ein paar Klappkarten, bevor wir uns schließlich von unserem ungewöhnlichen Übernachtungsort verabschieden.
Eine Nacht, die nachwirkt
Meine Erwartung, bei diesem Kurztrip abzuschalten und dabei neue DIY-Impulse zu sammeln, hat sich voll erfüllt. Nach dem ersten Ausprobieren fanden wir beim Malen in einen echten Flow, genossen die Ruhe und erlebten mit dem Sternenhimmel den besonderen Moment, auf den wir gehofft hatten. Das vielfältige Kreativangebot bietet auch für einen längeren Aufenthalt genügend Abwechslung. Eine Nacht ist deshalb ein wunderbarer Einstieg, für die volle Auszeit würde ich aber mindestens zwei empfehlen. Dann bleibt auch genug Zeit für ein komplettes Häkel-Croissant, weitere Boxen und das Wichtigste: den Blick nach oben.

Wissenschaftsredakteurin und Biologin. Ich liebe Tiere und bin fasziniert von Pflanzen, ihren Fähigkeiten und allem, was man daraus und damit machen kann. Deswegen ist mein liebster Ort immer draußen – irgendwo in der Natur, gerne in meinem wilden Garten.
Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.
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