
Produkttest
Neue Düse, komprimierter Staub: der neue Dyson im Alltagstest
von Lorenz Keller

Dutzende Akkustaubsauger habe ich getestet, doch der Dyson PencilVac Fluffycones fühlt sich anders an: leichtgängig, flexibel, clever. Staubsaugen wird damit für mich zum Genuss.
Dyson ist mit dem PencilVac Fluffycones etwas gelungen, was heutzutage selten ist. Der Akkusauger wirkt wie eine echte Innovation, wie etwas Neues und Anderes, das es so noch nicht gegeben hat.
Schon die Schachtel ist viel kleiner und leichter als sonst. Und nach dem Auspacken liegt fast nichts auf dem Tisch. Der Staubsauger besteht aus drei Komponenten: der Fluffycones-Bodenbürste, einem stabförmigen Akku – und einem weiteren Stab mit integriertem Motor, Staubbehälter und der restlichen Technik.

Ich stecke alles zusammen und bin beeindruckt. Der ganze Sauger besteht aus Stiel und Düse. Es wirkt für mich, als hielte ich eher einen Besen in der Hand als einen Akkusauger. Natürlich, der Stab ist knapp vier Zentimeter dick, was schon deutlich mehr ist als ein Besenstiel. Aber beim PencilVac ist das ganze Gerät so dick wie sonst nur das Rohr bei einem Akkusauger.
Dyson hat den Sauger radikal abgespeckt. 1,8 Kilogramm wiegt die gesamte Konstruktion, das ist halb so viel wie der neue Dyson V16 Piston Animal. Gefühlt ist er noch leichter, denn das Gewicht ist gut verteilt und liegt so zum Teil auf der Bürste.
Ich sauge los und bin begeistert. Die Düse wiederum gleitet nahezu schwerelos über den Boden, da die sich gegenläufig drehenden Bürsten den Sauger fast schon von selbst nach vorne ziehen. So kann ich mit Leichtigkeit und einhändig den Boden putzen.
Der PencilVac ist so konzipiert, dass ich den Stiel in alle Richtungen neigen und rundherum saugen kann. Rückwärts funktioniert das genauso wie vorwärts. Der Stiel neigt sich in alle Richtungen. Ich drehe die Hand leicht, die Bürste stellt sich quer, ich komme problemlos in schmalere Lücken. Mit einem normalen Akkusauger ist das kaum mit dieser Leichtigkeit möglich.

Das liegt daran, dass Dyson die Bürste mit zwei zweigeteilten Fluffycones ausstattet. Beim V16 ist es nur eine. Fluffycones sind weiche Bürsten, die in der Mitte dicker sind als aussen. Lange Haare wickeln sich so nicht drumherum und müssen mühsam aus der Bürste geschnitten werden. Die Cones transportieren sie nach aussen, wo sie eingesaugt werden. Das hat im Test ausgezeichnet geklappt.
Die vielen Bürsten sorgen dafür, dass zumindest auf Hartböden mit einem Zug alles gereinigt ist. Das kann ich gut nachprüfen, weil Dyson einen grünen Laser eingebaut hat, der den Boden entlang leuchtet und so jeden Partikel hervorstechen lässt. Vor allem auf dunklen Böden und bei wenig Licht funktioniert das gut. Paradoxerweise habe ich im Alltag das Licht gelöscht, um den Schmutz besser zu sehen.

Weil Dyson die Technik geschrumpft hat, muss ich Abstriche machen. Die fluffige Bürste beispielsweise ist klar auf Hartböden ausgelegt. Ich kann damit meine zwei kleinen Teppiche saugen, aber ideal ist das nicht. Denn die Walzen fahren über das Gewebe und kommen gar nicht zwischen die Fasern, was vor allem bei Hochflor sinnvoll wäre.

Auf Teppichen merke ich auch, dass die Saugkraft mit 55 Airwatt deutlich geringer ist als beispielsweise beim V16 mit 315 Airwatt. Der PencilVac ist insgesamt ganz klar auf Hartböden ausgerichtet. Kleinere Teppiche kann ich einigermassen reinigen, sind jedoch ganze Zimmer ausgelegt, dann sind andere Modelle besser darauf ausgerichtet.
Die grössten Abstriche muss ich bei der Akkulaufzeit machen. Standardmässig läuft der «Eco»-Modus, der im Alltag ausreicht. Dyson gibt dafür eine Laufzeit von 30 Minuten an. Realistisch sind knapp 23 Minuten, was halb so viel ist wie bei einem grossen Akkusauger. In der Stufe «Med» sind es noch rund 16 Minuten, in «Boost» noch 8 Minuten. Ist die Batterie leer, dauert es rund dreieinhalb Stunden, bis sie wieder voll geladen ist.
Hätte ich nur den PencilVac für die wöchentliche Reinigung der Familienwohnung, dann würde ich damit nicht glücklich. Der kleine Sauger ist als Zweitgerät, fürs kurze Saugen zwischendurch oder für kleine Wohnungen und Appartements gedacht. Ein typisches Gerät für einen Single-Haushalt.
Dyson hat sich wirklich viel überlegt, das merke ich beispielsweise beim Staubbehälter. Den mussten die englischen Ingenieure in den Stiel verbauen, eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Der eingesaugte Schmutz wird nun im untersten Teil des Stabes eingelagert. Viel Platz ist da nicht, es sind gerade mal 80 Milliliter. Zum Vergleich: Bei den grossen Brüdern sind es 500 bis 700 Milliliter.
Im Alltag reicht das aber durchaus. Ich habe einfach nach jedem Saugen den Behälter geleert. Und dafür hat Dyson eine clevere Lösung gefunden. Ich nehme die Bodendüse ab und halte dann das vordere Ende des Stabes über – oder noch besser in – den Abfallkübel. Etwa in der Mitte des Stiels löse ich mit einem Knopf die Verriegelung und kann danach die transparente Ummantelung nach unten schieben. Dadurch wird der Schmutz nach vorne gedrückt.

Da die Öffnung nur vier Zentimeter gross ist, kann ich so Staub und Dreck sehr zielgerichtet entsorgen. Das klappt besser als bei vielen grossen Konkurrenten mit grosser Klappe, wo sich beim Öffnen manchmal der Staub in alle Richtungen verteilt.
Mein persönliches Highlight ist die kleine, unauffällige Ladestation, die der Hersteller mitliefert. Sie ist zwar total einfach konzipiert und besteht aus recht grobem Kunststoff, aber sie erfüllt ihren Zweck. Ich kann sie irgendwo im Raum platzieren und den PencilVac zum Aufladen und zur Aufbewahrung einfach dort einhängen. Sogar die Zusatzbürste findet Platz.
Wie oft bin ich bei anderen Modellen schon verzweifelt! Dyson und auch die Konkurrenz spendieren zwar eine Halterung, diese muss ich jedoch an die Wand montieren. Habe ich keine Lust auf zusätzliche Löcher im Verputz, muss ich das Gerät irgendwo hinstellen und jedes Mal am Kabel einstecken. Und da die meisten Akkusauger nicht selbst stehen, muss ich sie an die Wand lehnen – wobei immer die Gefahr besteht, dass sie dann doch wegrutschen und auf den Boden donnern.
Mit der Ladestation wird nicht nur das Saugen zum Genuss, sondern auch das Deponieren des Gerätes.

Bei einem Detail könnte sich Dyson aber noch verbessern. Ich halte den PencilVac jeweils ganz oben am Stiel, direkt am aufgesteckten, röhrenförmigen Akku. Leider ist die Oberfläche glatt und anfällig für Fingerabdrücke. Griffiger wäre besser.
Der Dyson PencilVac hat einen klar definierten Zweck: Er ist ein idealer Zweitsauger und perfekt für Singlewohnungen oder andere kleine Flächen. Für den wöchentlichen Grossputz hat er zu wenig Akkulaufzeit. Zudem ist die Bürste auf Hartböden ausgerichtet – Teppiche werden mit anderen Akkusaugern besser gereinigt.
Der grosse Vorteil des Konzepts: Der PencilVac ist halb so schwer wie andere Modelle, ultraflexibel und leichtgängig. Es macht Spass, damit herumzudüsen. Zudem hat Dyson eine clevere neue Bodendüse mit zwei Lasern und vier fluffigen Rollen eingebaut. Ich sehe, wo der Dreck liegt – und kann ihn schnell und effizient wegsaugen.
Pro
Contra
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