

Der MTB-Trailspass beginnt bei den Rädern
Laufräder, Tubeless-Reifen, Tire Inserts und Ventile: Der Spass auf dem Trail beginnt mit den Rädern. Ein kleiner Ratgeber mit möglichen Komponenten.
Welches ist wohl die wichtigste Komponente eines Moutainbikes: Ist es der Rahmen, der Antrieb oder sind es vielleicht die Bremsen? Es gibt nicht wenige, die der Meinung sind, dass den Laufrädern diese Rolle zukommt. So hat mir beispielsweise kürzlich Michel Juhasz, Geschäftsführer der Schweizer Mountainbike-Manufaktur Transalpes, in Baar im Interview Folgendes erläutert:
«Die Bedeutung von hochwertigen Rädern für den richtigen Einsatzzweck kann gar nicht oft genug betont werden. Das Rad ist bewegte Masse. Wenn du bei der Felge zehn Gramm Gewicht einsparst, entspricht das etwa 100 Gramm beim Rahmen oder anderen Teilen.»

Mit einem Satz Laufräder alleine ist es aber noch nicht getan. Hinzu kommen die Reifen, die Ventile und pro Rad ein Insert. Auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt, sollen diese Einlagen das Defektrisiko minimieren und den Grip sowie den Fahrkomfort deutlich steigern. Mehr dazu liest du hier:
Stan's NoTubes
Ein Pionier und führender Hersteller im Bereich Tubeless-Systeme ist der US-Brand Stan's No Tubes, der neben den Laufrädern auch für seine Reifendichtmittel bekannt ist. Vor rund 25 Jahren entwickelte das Unternehmen ein Verfahren, bei dem Schläuche durch ein flüssiges Dichtmittel ersetzt wurden.
Ist der Reifen luftdicht mit der Felge abgeschlossen, füllt dieses Dichtmittel während der Fahrt allfällige kleine Löcher. Dadurch erhöht sich der Pannenschutz. Auch das Fahrgefühl verbessert sich, da mit weniger Reifendruck gefahren werden kann und so mehr Grip entsteht. Einziger Nachteil: Montage und Wartung sind aufwendiger als bei einem Reifen mit klassischem Schlauch.
Systemlaufräder: Arch MK4
Gemäss Stan's handelt es sich beim Arch MK4 um das vielseitigste Aluminium-Laufrad mit 29 Zoll des Herstellers. Dieses Modell eignet sich für Reifen mit einer Breite zwischen 2,2 und 2,5 Zoll. Eine Besonderheit des Hinterrades ist die M-Pulse-Nabe mit magnetischen Sperrklinken, die weniger Reibung und Widerstand und somit eine direkte, effizientere Kraftübertragung ermöglicht. Diese spezielle Nabe und die High-End-gefertigten Felgen machen die Arch MK4 im Vergleich mit anderen Aluminiumrädern jedoch ein wenig teurer.
Verglichen mit Karbonlaufrädern sind solche aus Aluminium in der Regel schwerer, dafür weniger steif und verzeihen im Gelände etwas mehr. Karbon ist hingegen besonders steif, bietet weniger Komfort, dafür höchste Effizienz. Unter dem Strich ist es, wie so oft, ein Abwägen zwischen Gewicht, Leistung, der Pannenanfälligkeit und letztlich dem Preis. Die Arch MK4 stellen aus meiner Sicht einen guten Kompromiss dar.
Alle Laufräder in unserem Shop findest du hier.
Ventil: ExoCore
Erst kürzlich musste ich wieder einmal die Erfahrung machen, wie nervig es sein kann, wenn Produkte unterschiedlicher Hersteller aufeinander treffen. Und nicht kompatibel sind. Darum gehe ich auf Nummer sicher und bleibe in Sachen Ventile beim selben Anbieter.

Das ExoCore-Tubeless-Ventil von Stan's ist unter anderem mit Tubeless-Einlagen, den Inserts, kompatibel. Es lässt sich ohne Werkzeug komplett öffnen und der Ventileinsatz soll gemäss Hersteller verstopfungssicher sein. Bisher kann ich das aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich habe das ExoCore jedoch erst seit einigen Wochen im Einsatz. Eine weitere Eigenheit ist der sogenannte «Tap Cap»-Ventildeckel, der sich einfach auf das Ventil stecken und wieder abziehen lässt. Ja, ich weiss: Diesbezüglich gehen die Meinungen auseinander. Fährt man mit oder ohne Deckel? Mach es ganz einfach so, wie du es für richtig hältst.
Diese Tap Caps gibt's übrigens auch in bunt. Zum Beispiel in Rot. Ich habe an meinem Bike die Variante in Kupfer montiert. Siehe das Bild oben.

Du suchst ein anderes Ventil? Hier entlang bitte.
Zleen
Reifen: Tiger Pro
Neue Brands haben es am Markt anfänglich traditionellerweise schwer. Fragt man zum Beispiel ChatGPT nach den beliebtesten MTB-Reifenmarken der Schweiz, lautet die Antwort: Schwalbe, Maxxis, Continental, Vittoria, Michelin, Pirelli oder WTB. Den Namen Zleen sucht man vergebens, was eher überraschend kommt. Kooperiert das Unternehmen doch mit Ralson, einem der weltweit führenden Reifenhersteller. Ausserdem unterstützt der tschechische Olympiasieger von 2012 im Cross-Country Jaroslav Kulhavý die Marke als Ambassador und in der Entwicklung.
Seit ich vor rund einem Jahr mein Gravelbike auf den Premium-Reifen der Tschechen umgerüstet habe, bin ich restlos zufrieden. Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis hat es mir besonders angetan.
Seit einigen Wochen habe ich nun den Tiger Pro auf meinem Mountainbike montiert. In der Pro-Version kommt der Reifen mit einer 120 TPI Skinwall Karkasse, in der normalen Version sind es 60 TPI. Dieser Wert gibt die Dichte des Gewebes an. TPI steht für «Threads per Inch», also Fäden pro Zoll. Vereinfacht lässt sich sagen, dass ein Reifen umso hochwertiger ist, je engmaschiger die Karkasse gewebt wurde. Je feiner die Karkasse, desto geringer der Rollwiderstand und besser die Fahreigenschaften.

Du möchtest weiterhin bei Schwalbe & Co. bleiben? Dann wirst du hier fündig.
Pepis
Tire Insert: PTN R-Evolution
Das beste und irgendwie skurrilste Produkt von Pepis kommt zum Schluss. Diese sogenannten Tire Noodles oder Tire Inserts sollen Reifenbeschädigungen und Snakebites vorbeugen und zusätzlich auch als Felgenschutz dienen. Kommt Luft in den Reifen, zieht sich die Noodle zusammen, entweicht die Luft, dehnt sie sich wieder auf ihr ursprüngliches Volumen aus. Und füllt so den Pneu beinahe aus. Mit diesen Einlagen ist es sogar möglich, mit einem platten Vorder- oder Hinterreifen ohne Reparatur nach Hause zu fahren. Ich kann das hier nur wieder bestätigen und werde, solange ich Tubeless-Reifen nutze, immer mit einem Insert unterwegs sein.
Weiteres Zubehör dieser Art findest du hier.
Vom Radiojournalisten zum Produkttester und Geschichtenerzähler. Vom Jogger zum Gravelbike-Novizen und Fitness-Enthusiasten mit Lang- und Kurzhantel. Bin gespannt, wohin die Reise noch führt.
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