
Der Smartwatch-Vergleich: Galaxy Watch 9 versus Pixel Watch 5
Die neuesten Smartwatches von Samsung und Google laufen nur auf Android und halten gut zwei Tage durch. Während die Pixel Watch 5 mit schnellem Laden punktet, überzeugt die Galaxy Watch 9 mit einem grossen, hellen Display.
Welche aktuelle Smartwatch darf es sein: die Galaxy Watch 9 von Samsung oder die Pixel Watch 5 von Google? Rein optisch hast du dich bestimmt schnell für einen Favoriten entschieden, aber was unter dem Zifferblatt steckt, ist mindestens genauso wichtig.
Die beiden Smartwatches unterscheiden sich nur in wenigen Details. Auch ihren Vorgängern gegenüber, der Pixel Watch 4 und der Galaxy Watch 8, finde ich kaum Neuerungen. Hier die Spezifikationen meiner beiden Testkandidaten:
Für meinen Test vergebe ich zu den verschiedenen Szenarien jeweils einen bis fünf Sterne (⭐) und zähle sie für die Endabrechnung zusammen.
Design und Display: futuristisch versus schlicht
Samsung und Google bieten die Watches jeweils in zwei Grössen an: 40 und 44 Millimeter bei der Galaxy Watch, 41 und 45 Millimeter bei der Pixel Watch. Für meinen Test nutze ich jeweils die kleineren Versionen.
Samsung setzt beim Design auf eine Mischung aus rund und eckig. Die Galaxy Watch sieht allerdings klobig und schwer aus, und fühlt sich an meinem schmalen Handgelenk auch so an. Dabei ist die Displaygrösse fast gleich wie bei der Pixel Watch mit gleichem Gewicht (31 Gramm). Positiv finde ich das Display an sich, es ist flach und mit bis zu 3000 Nits äusserst hell. Apps und Nachrichten stellt die Watch schön gross und scharf dar.

Die Pixel Watch ist da ziemlich das Gegenteil: Das Design ist schlicht und mit den Rundungen organisch. Zudem fühlt sie sich an meinem Handgelenk leicht an. Dafür hapert es an der Darstellung: Bei strahlendem Sonnenlicht spiegelt das abgerundete Display stark.
Vorteil beider Smartwatches: die Armbänder. Beide wirken extrem robust. Sie fühlen sich angenehm an und halten gut. Jenes von Google lässt sich allerdings noch etwas einfacher an- und ausziehen.

Google: ⭐⭐⭐⭐
Samsung: ⭐⭐⭐
Die Akkulaufzeit ist bei beiden schlecht
Die Akkus reichen bei beiden Watches nur knapp zwei Tage. Eine Apple Watch Series 11 kommt zwar nur auf einen Tag, allerdings schaffe ich mit Uhren von Huawei, Garmin und Polar bis zu einer Woche. Nutze ich zusätzlich GPS für eine Stunde, komme ich noch knapp auf 24 Stunden.
Einen wichtigen Unterschied gibt es aber dennoch: Die Samsung Galaxy Watch 9 lade ich in etwa 1,5 Stunden auf. Bei der Google Pixel Watch 5 brauche ich nur 30 Minuten. Wenn ich morgens also merke, dass der Akku leer ist, kann ich die Pixel Watch kurz aufladen, bevor ich aus dem Haus gehe. Bei Samsung kann ich das vergessen.
Die Lademechanismen sind bei den Watches etwas unterschiedlich. Die Samsung Watch lädt auf der Rückseite. Allerdings verhindert die Wölbung des Armbands, dass die Watch flach auf der Ladestation liegt. Ich muss die Uhr zum Laden deshalb auf die Kante stellen.

Die Google Watch lade ich gewollt auf der Kante. Das ist praktisch und hält gut. Beim Vorgängermodell waren teilweise mehrere Versuche fürs korrekte Laden notwendig, berichtete mir Kollege Philipp. Bei meiner Watch hat es immer auf Anhieb geklappt.
Google: ⭐⭐
Samsung: ⭐
Bedienung über Knöpfe, Wischgesten und Sprachbefehle
Einen grossen Vorteil liefert die Google Pixel Watch 5 mit dem dreh- und drückbaren Knopf an der Seite. Samsungs Buttons erwische ich bei einem Workout regelmässig aus Versehen und beende damit ungewollt meine Session. Das passiert mir bei Google nicht. Das liegt zum Einen daran, dass das Drehrad weniger empfindlich ist, aber auch daran, wie ich ein Workout beende: Bei der Pixel Watch beende ich es auf dem Display, nicht über einen Knopf.
Neben den Knöpfen kann ich beide Uhren auch mit Gesten bedienen: Mit einer Doppeltipp-Geste nehme ich beispielsweise Anrufe entgegen. Schüttle ich die Uhr, lehne ich ihn ab. Mache ich mit der Galaxy Watch eine Klopfgeste, löse ich den Schnellstart aus, in meinem Fall für ein Workout. Die Gestensteuerung klappt bei beiden Geräten nicht immer auf Anhieb.

Ich nutze meine Smartwatch oft zum Festhalten meiner sportlichen Aktivitäten. Das sollte also möglichst easy gehen. Bei beiden Watches starte ich meine Session mit zweimal nach links wischen. Also perfekt. Die meistgenutzten Sportarten sind jeweils gleich am Anfang aufgelistet. Ansonsten wähle ich aus den Workoutlisten. Mein Favorit Seilspringen fehlt bei Google allerdings.

Praktisch ist das einfache Aufrufen von Gemini auf den zwei Uhren. Hierzu hebe ich das Handgelenk, um die Watch zu aktivieren und sage: «Hey Google.» Anschliessend kann ich so einen Wecker stellen oder eine Route auf Google Maps starten. Das klappt mit beiden Watches zuverlässig.

Google: ⭐⭐⭐⭐
Samsung: ⭐⭐⭐⭐
Schlaf- und Gesundheits-Tracking ist bei beiden umfangreich
Beide Uhren erfassen eine Vielzahl an Gesundheitswerten, nur entsprechen sie nicht immer ganz der Realität: Samsungs Watch rechnet beim Kalorienverbrauch beispielsweise sehr optimistisch mit bis zu 500 kcal mehr am Tag als Googles Uhr und meine Garmin. Auch bei den Schritten gibt es immer wieder Abweichungen.
Ich nutze die Daten deshalb vor allem als Richtwerte statt als absolute Zahlen. Ob ich jetzt 5000 oder 6000 Schritte gemacht habe, ist mir schnuppe, solange ich einen ungefähren Vergleich habe und mich gesund durch den Alltag bewege.
Spannend finde ich, wie die Uhren die Daten aufbereiten:
- Die Pixel Watch 5 verknüpft Herzfrequenz, Ruhepuls und Herzfrequenzvariabilität und erkennt etwa schlechten Schlaf oder Alkoholkonsum zuverlässig. Auch Wetter und Bewegung werden kombiniert – bei gutem Wetter motiviert die Uhr zu einem Spaziergang.
- Die Galaxy Watch 9 fasst die Herzgesundheit aus Schlaf, Training, Gefässbelastung und dem (umstrittenen) BMI zusammen. Die Gefässbelastung wiederum entsteht aus optischen Messungen des Blutvolumens und des Stresspegels bei Erholungsphasen (also beim Schlafen). So lässt sich ablesen, wie fit man für das nächste Training ist.
Beim Schlaftracking erfasst die Pixel Watch 5 meine Wachphasen im Bett etwas schlechter als Samsung. Nachmittagsschläfchen erkennen hingegen beide zuverlässig. Die Samsung Galaxy Watch hat jedoch ein Ergonomie-Problem: Sie ist mir im Bett schlicht zu gross und unbequem. Da lückenlose Daten für gutes Schlaftracking wichtig sind, bringt mir das System in der Praxis wenig. Immerhin trägt die Samsung-App auch ohne meine Watch Schlaf-Richtwerte ein und fragt, ob diese in etwa stimmen.

Der weibliche Zyklus bekommt in der Smartwatch-Welt immer mehr Beachtung, das freut mich. Beide Watches haben hier ihre Vorteile. Die Pixel-Uhr bietet ein detailliertes Tracking inklusive Symptomerfassung und automatischer Anzeige der aktuellen Phase sowie der nächsten Periode. Die nächtliche Hauttemperatur fliesst direkt in die Vorhersage ein.
Bei der Galaxy-Uhr geht die Erfassung schneller, fällt aber magerer aus, da ich keine Symptome eintragen kann. Neben der Hauttemperaturmessung liefert Samsung dafür verständliche Erklärungen zur jeweiligen Zyklusphase. Wie genau die Vorhersagen sind, kann ich aktuell nicht beurteilen, weil ich dazu ein paar Monate Testzeit anhängen müsste.


Google: ⭐⭐⭐⭐
Samsung: ⭐⭐⭐
Samsungs App macht fast zu viel
Beide Watches haben jeweils ihre eigenen Smartphone-Apps zur Datenerfassung und für mehr Übersicht als auf der Watch selbst. Die Apps sind kostenlos und funktionieren prinzipiell mit jedem Android- oder iOS-Smartphone. Nur ist mir bei Samsung aufgefallen, dass einige Zusatzfunktionen nur auf Galaxy-Geräten funktionieren: EKG, Blutdruckmessung und eine Schlafapnoe-Erkennung. Persönlich haben sie mir allerdings nicht gefehlt.
Die Health-App von Google ist auf der Startseite sehr übersichtlich. Ich finde hier meine tägliche Schrittzahl, verbrannte Kalorien und wie gut ich geschlafen habe. Mit dem KI-Premium-Modell bekomme ich täglich zwei bis drei schriftliche Zusammenfassungen zu meiner aktuellen Verfassung und Bewegung sowie personalisierte Workout-Inputs. Die KI ist allerdings auch fehlerbehaftet und nicht zwingend notwendig.

Die weiteren Unterteilungen in der App, Fitness, Schlaf und Gesundheit, sind etwas wirr. Bei der Gesundheit kann ich dafür ein- und ausblenden lassen, was mir wichtig ist. Auch die Reihenfolge der Informationen schiebe ich nach Belieben herum. So mag ich das.
Samsung gestaltet die App übersichtlich und ich finde vieles direkt auf der Startseite. Icons ganz oben listen Aktivität, Schlaf, Vitalwerte und Achtsamkeit sowie ein Ernährungstracking auf. Die letzten beiden nutze ich nie.

Bei Samsung kann ich sehr viele zusätzliche Dinge wie den Blutzucker, die Gefässbelastung oder den Blutsauerstoff tracken. Vieles davon muss ich aber suchen und manuell aktivieren oder von Hand eintragen. Da wird es schnell anstrengend und komplex.
Google: ⭐⭐⭐
Samsung: ⭐⭐⭐
Sport und GPS: präzise mit kleinen Ausreissern
Wenn es um die Pulsmessung geht, liefern beide Smartwatches verlässliche Werte, die sich kaum von den Ergebnissen meiner Garmin unterscheiden. Beim Intervalltraining fällt mir am häufigsten auf, dass die Uhren jeweils etwas hinterherhinken bei der Pulsanzeige. Das stört mich aber tendenziell weniger.
Bei der Galaxy Watch 9 schleichen sich etwas öfter kleine Fehler ein, obwohl Samsung auf dieselbe Sensorik setzt wie bei der Galaxy Watch Ultra 2. So habe ich beim Puls jeweils zu starke Ausreisser nach oben und unten. Ausserdem ist sie viel zu optimistisch beim Kalorienzählen im Vergleich zu Google.

Die automatische Sporterkennung funktioniert bei beiden Testkandidaten zuverlässig. Spaziergänge, Joggen oder eine Runde im Schwimmbecken werden von beiden Uhren zügig erkannt und aufgezeichnet.
Beim GPS habe ich wenig zu meckern: Der Empfang ist auf beiden Geräten relativ präzise. Bei Runden auf einer Rennbahn weichen die Uhren zwar jeweils etwas vom Weg ab, allerdings kaum mehr als einen Meter. Für den Privatgebrauch ist das mehr als akzeptable. Bei Samsung finde ich stärkere Ausschwenkungen als bei Google. Angezeigt werden mir die Strecken anschliessend beide auf einer Karte von Google.

Praktisch ist das GPS auch im Alltag für Navigationsanweisungen via Google Maps direkt am Handgelenk. Sowohl die Pixel Watch 5 als auch die Galaxy Watch 9 sind zwar gelegentlich für wenige Sekunden verwirrt, in welche Richtung ich mich gerade bewege, korrigieren den Standort aber jeweils rasch. Auch hier bemerke ich den halben Meter Fehleinschätzung.
Google: ⭐⭐⭐⭐
Samsung: ⭐⭐⭐⭐
Fazit: Google siegt knapp dank Alltagskomfort und Schnellladen
Beide Smartwatches liefern ein starkes Gesamtpaket ab und zeigen, wie gut Android-Wearables mittlerweile sind. Im direkten Vergleich gewinnt die Google Pixel Watch 5 meinen Praxistest mit 21 Sternen gegenüber der Samsung Galaxy Watch 9 mit 18 Sternen.
Google punktet vor allem dort, wo es im Alltag zählt: Das organische, leichte Design stört selbst beim Schlafen nicht, der drehbare Navigationsknopf verhindert versehentliche Eingaben beim Sport und dank der extrem kurzen Ladezeit von 30 Minuten fällt die mässige Akkulaufzeit kaum ins Gewicht.
Samsung liefert ein traumhaft helles Display, ein extrem detailliertes Gesundheitstracking und präzise Sensoren, leidet aber unter der unhandlichen Grösse am Handgelenk, langen Ladezeiten und störenden Buttons beim Workout. Immerhin ist sie zur Zeit des Testberichts ein gutes Stück günstiger zu bekommen.
Google Pixel Watch 5
Pro:
- angenehmes, leichtes Design, ist auch beim Schlafen bequem
- praktische Bedienung über die drehbare Krone
- extrem schnelle Ladezeit (in ca. 30 Min. voll)
- übersichtliches, motivierendes Gesundheits- und Zyklustracking
Contra:
- Display spiegelt bei starker Sonneneinstrahlung
- wichtige Sportart wie Seilspringen fehlt in den Standard-Workouts
- Akku hält nur knapp zwei Tage (wie bei Samsung)
Samsung Galaxy Watch 9
Pro:
- flaches, extrem helles Display (bis zu 3000 Nits)
- detaillierte App mit vielen zusätzlichen Messwerten
- sehr präzise Herzfrequenzmessung dank Ultra-Sensorik
- viele Sportarten direkt verfügbar (inkl. Seilspringen)
Contra:
- wirkt klobig und fühlt sich an schmalen Handgelenken schwer an (unbequem in der Nacht)
- lange Ladezeit (ca. 1,5 Stunden) und sperriger Lademechanismus
- Knöpfe werden beim Sport leicht versehentlich gedrückt
- einige Features funktionieren nur mit Galaxy-Smartphones
Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los.
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