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Meinung

Kleiner Hebel, grosse Wirkung: der SeatSwitch von Reverse

Nach der Dropper Post ist vor dem SeatSwitch: Du weisst es noch nicht, aber auch du willst einen. Die absenkbare Sattelstütze ist heute Standard, in absehbarer Zukunft wird es auch der kleine Hebel unter dem Sattel deines MTBs, Gravelbikes oder Rennvelos sein.

«Wieder so ein Gadget», schiesst es mir durch den Kopf, als mir der Schweizer Händler des deutschen Brands Reverse Components einen SeatSwitch zum Testen gibt. Und: «Noch ein Hebel mehr, der während der Fahrt bedient werden muss.» Als ob Schaltung, Dropper Post, Bikecomputer, Federgabel vorn und Dämpfer hinten nicht schon genug wären. Bist du mit einem E‑MTB unterwegs, kommt dann auch noch das Handling des Motors hinzu. Einige Knöpfe und Hebel, die während der Fahrt gedrückt werden wollen.

Vielleicht ist dir das auch schon passiert: Auf längeren Uphill-Abschnitten stellst du die Federgabel und den Dämpfer an deinem Mountainbike möglicherweise in den Plattform-Modus oder blockierst sie im Lockout-Modus komplett. So verhinderst du, dass dein Bike bei jedem Tritt in die Pedale einfedert und viel Energie unnötig verloren geht. Und merkst nach einigen Metern Downhill, dass du vergessen hast, sie wieder zu öffnen.

Brauche ich da wirklich noch einen kleinen Hebel, an den ich während der Fahrt denken muss und der die Neigung des Sattels in Uphill-Passagen um einige wenige Grad verändert? Die Antwort lautet: Ja!

Der SeatSwitch von Reverse Components verändert die Neigung des Sattels um 6° oder um bis zu 14 Millimeter.
Der SeatSwitch von Reverse Components verändert die Neigung des Sattels um 6° oder um bis zu 14 Millimeter.
Produktbild Reverse Seatswitch Type 1 - Saddle Angle Adjuster V2
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Reverse Seatswitch Type 1 - Saddle Angle Adjuster V2

Eigenschaften

  • Gewicht: 200 Gramm (± 5 %) (reale Gewichtszunahme: SeatSwitch-Gewicht abzüglich der originalen oberen und unteren Sattelklemmung – circa 65 Gramm)
  • Sattelstützenaufnahme: Typ 1 (siehe Kompatibilitätsliste), zusätzliche Shims erhältlich
  • Aufbauhöhe: + 23 Millimeter
  • Mindestaufbauhöhe Sattel: 25 Millimeter (gemessen von Mitte Sattelrail bis Sattelunterkante)
  • Winkelverstellung: zwei Positionen (je nach Montage -6°/neutral oder neutral/+6°)
  • sichere Zwei-Schrauben-Sattelklemmung
  • optional: Adapter für ovale Rails (7 Millimeter)
  • Material: Aluminium / Stahl

Wozu soll das gut sein?

Tatsächlich bestätigen sich auf den ersten Ausfahrten mit dem SeatSwitch meine Vorurteile gegenüber dem kleinen zusätzlichen Teil unter meinem Hintern. Bin ich in einer Steigung, merke ich erst spät, dass da ja dieses neue Teil wäre, oder ich vergesse es komplett. Erinnere ich mich zu Beginn des Uphill-Abschnitts daran und stelle den Hebel nach unten, kommt es mir auf der Abfahrt auch erst spät in den Sinn. Erst nachdem ich mich wundere, warum sich die Position im Sattel plötzlich so seltsam anfühlt.

Dieses traurige Schauspiel wiederholt sich einige Male, bevor mein Gehirn auch so weit ist und den zusätzlichen Hebel am Bike zu nutzen weiss. Bis dahin fühle ich mich während jeder Tour, sagen wir mal, kognitiv unterkomplex.

Der Nutzen des SeatSwitch? Mit dem Hebel verstellst du die Neigung des Sattels je nach Montage um sechs Grad oder um maximal 14 Millimeter (je nach Sattelmodell) nach unten oder oben. Und erreichst damit eine möglichst optimale Kletterposition sowie Kraftübertragung und minimierst gleichzeitig den Druck auf sensible Stellen im Sitzbereich. Kurzum: Du sitzt besser, fährst kontrollierter und kannst länger, schneller und schmerzfreier klettern.

Schön visualisiert hier im Hersteller-Video:

Meine Meinung zum SeatSwitch

Ja, der SeatSwitch ist ein Gadget mehr an meinem Bike, das bedient werden will. Dieses Mehr an Handling bietet aber auch ein Mehr an Fahrkomfort, wenn es länger bergauf geht. Unterdessen fühlt sich seine Bedienung fast schon so normal an, wie die der absenkbaren Sattelstütze oder der Schaltung. Ein weiteres Teil am Mountainbike, das ich nicht mehr missen möchte.

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Vom Radiojournalisten zum Produkttester und Geschichtenerzähler. Vom Jogger zum Gravelbike-Novizen und Fitness-Enthusiasten mit Lang- und Kurzhantel. Bin gespannt, wohin die Reise noch führt.


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