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Hintergrund

«Lego Skylines» angespielt: Das offensichtliche Konzept geht perfekt auf

Es scheint so offensichtlich und doch hat es bis jetzt gedauert, dass jemand Lego mit einer Städtebausimulation kombiniert. Mit «Lego Skylines» wird der Traum Realität – oder zumindest digitale Kunststoff-Realität, wie ich mich selbst überzeugen konnte.

Es gibt sie mit Piraten, Römern, Bibern und nun auch mit Lego. Mitverantwortlich für das Revival der Städtebausimulationen ist Iceflake Studios mit seinen beiden «Cities Skylines»-Titeln. Nun kombiniert das finnische Studio das Erfolgsrezept mit den beliebten Klemmbausteinen von Lego. An der Gamescom (und zuhause) durfte ich selbst Hand anlegen.

Auch für Nicht-«Skylines»-Veteranen verständlich

Wenn du «Cities Skylines» schon einmal gespielt hast, brauchst du für «Lego Skylines» keine lange Einweisung. Es ist die entspannte «Ich-baue-mit-Lego»-Version des nach eigenen Aussagen «realistischsten Städtebausimulators aller Zeiten». Die Entwickler sind ambitioniert: «Lego Skylines soll der zugänglichste City Builder überhaupt werden», erklären sie mir. Der Storymodus führt dich dabei sanft an die Systeme heran.

Als Erstes wähle ich mein Lego-Figürchen aus. Ich entscheide mich für das Modell im Pinguin-Kostüm. Es gibt nur einen wahren Namen dafür: Pingu. Pingu fungiert als Bürgermeister, der sich – ganz volksnah – mit der Bevölkerung unterhält. Damit die auch einzieht, braucht es Häuser. Ob schicke Backsteinoptik oder modernes Einfamilienhaus – ich habe die Wahl oder lasse das Spiel entscheiden. Farben anpassen, Modell wechseln? Kein Problem. Sobald ich auf «Bauen» klicke, setzt sich das Gebäude mit befriedigenden Klickgeräuschen aus einzelnen Steinen zusammen.

Ich liebe es, zuzusehen, wie Gebäude entstehen.
Ich liebe es, zuzusehen, wie Gebäude entstehen.
Quelle: Paradox

Die Welt selbst besteht zwar nicht aus Lego, aber beim Platzieren hilft ein weisses Lego-Raster. Dass die Welt nicht komplett aus Lego ist, sei bewusst: «Wir wollten, dass die Stadt deutlich aus der Welt heraussticht.» Das ist ihnen definitiv gelungen.

Sobald das Haus steht, zieht eine Familie ein – mit den typischen Ansprüchen in einer Städtebausimulation. Zum Wichtigsten zählt ein Arbeitsplatz. Also baue ich eine Farm. Oder eine Mühle. Eigentlich egal – die Unterschiede sind rein visuell. Genau wie in «Cities Skylines» schalte ich Milestones frei, die meine Möglichkeiten erweitern.

Das Terrain selbst besteht nicht aus Lego. Trotzdem musst du dich ans Raster halten.
Das Terrain selbst besteht nicht aus Lego. Trotzdem musst du dich ans Raster halten.
Quelle: Paradox

Als Nächstes soll ich die Produktivität der Farm steigern. Ich baue eine Scheune und einen Gemüsegarten dazu. Alle Gebäude in «Lego Skylines» benötigen eine Strassenanbindung. Ist bereits eine da, klicke ich nur kurz drauf und ziehe sie weiter. Diagonales Bauen ist leider nicht möglich – das würde mit echten Lego schliesslich auch nicht funktionieren.

Wunschkonzert

Auf Wohn- und Industriezone folgt die Gewerbezone. Irgendwo wollen meine gelben Figürchen ihr hart verdientes Geld auch wieder ausgeben. Also platziere ich ein paar Shops. Hier kommt das Zufriedenheitssystem ins Spiel: Ich kann die Attraktivität einer Liegenschaft steigern, indem ich Bedürfnisse erfülle. Ein Café-Besitzer wünscht sich Deko? Mit zwei Klicks steht das Tischchen mit Sonnenschirm vor der Tür. Die grosse Werbetafel am Strassenrand sorgt dann noch für gute Stimmung bei den Nachbarbetrieben.

Was auch in keinem modernen City Builder fehlen darf, sind Strom und Wasser. Beides platziere ich etwas abseits. Die Verschmutzung spielt auch hier eine zentrale Rolle für das Befinden der Plastikmenschlein. Iceflake Studios will das Spiel trotzdem nicht unnötig verkomplizieren. So ist der Verkehr im Vergleich zur komplexen Verkehrsführung in «Cities Skylines 2» vergleichsweise harmlos.

Jedes Gebäude benötigt eine Strassenanbindung.
Jedes Gebäude benötigt eine Strassenanbindung.
Quelle: Paradox

Strom- und Wasserleitungen muss ich nicht manuell verlegen. Solange alles per Strasse verbunden ist, fliesst der Saft. Trotzdem gibt es einen Wirkungskreis. Meine erste Farm hatte weder Strom noch Wasser – was mir zunächst nicht auffiel, weil das Spiel die Warnung recht subtil versteckt hatte. Der Entwickler, der mir über die Schulter schaute, half mir schliesslich auf die Sprünge: Ich hatte meine Farm-Upgrades einfach zwischen Farm und Strasse platziert. Einmal kurz um 90 Grad gedreht – und alles lief.

Wo bleibt der Editor?

Nach und nach wächst mein Dorf zur Stadt. Ein Park hier, ein Springbrunnen da – das Lego-Design ist einfach wunderbar verspielt. Es macht riesigen Spass, dem Gewusel der kleinen Männchen zuzuschauen. Gelegentlich tauchen Bewohner mit Quests auf: «Bau mir dies», «Verschönere das».

Ich spüre, wie ich hier unzählige Stunden versenken könnte. Es ist komplex, ohne kompliziert zu sein. Nur eines fehlt: ein Editor. Jedes Gebäude und Fahrzeug sei zwar mit echten Lego nachbaubar, versichern die Entwickler. Darf ich dann auch eigene Kreationen erstellen? Das ist schliesslich die Essenz von Lego! Aktuell gibt es leider keinen Editor, und auf die Frage, ob etwas geplant sei, reagieren sie ausweichend. Das Potenzial wäre gigantisch, gerade für die Community. Ich kann mir kaum vorstellen, dass hier nichts mehr kommt.

Die Städte bleiben wohl etwas überschaubarer als in «Cities Skylines 2».
Die Städte bleiben wohl etwas überschaubarer als in «Cities Skylines 2».
Quelle: Paradox

Zum Abschluss zeigt mir Iceflake Studios eine seiner grossen Städte. Und wow. Von so einer gewaltigen Legostadt habe ich als Kind geträumt. Hochhäuser, Feuerwehrstationen, riesige Brücken – ein Gewusel, bei dem man gar nicht weiss, wo man zuerst hinschauen soll. Trotzdem bleibt die Stadt überschaubarer als in «Cities Skylines 2». Hätte ich damals nur eine Turnhalle und Eltern gehabt, die bei sämtlichen Legokäufen sofort «Ja» gesagt hätten...

Auch wenn «Lego Skylines» deutlich zugänglicher ist als sein grosser, ernster Bruder: Ein gewisses Grundverständnis für das Genre brauchst du. Oder du spielst es einfach mit anderen. Das werde ich definitiv mit meinen Kindern tun, sobald das Spiel offiziell erscheint.

«Lego Skylines» hat noch kein Release-Datum, wird aber für PC, PS5, Xbox Series X/S und Switch 2 erscheinen.

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Als Kind durfte ich keine Konsolen haben. Erst mit dem 486er-Familien-PC eröffnete sich mir die magische Welt der Games. Entsprechend stark überkompensiere ich heute. Nur der Mangel an Zeit und Geld hält mich davon ab, jedes Spiel auszuprobieren, das es gibt und mein Regal mit seltenen Retro-Konsolen zu schmücken. 


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