SUP-Support für Anfänger: Wie du die dümmsten Fehler vermeidest
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SUP-Support für Anfänger: Wie du die dümmsten Fehler vermeidest

Michael Restin
Michael Restin
Zürich, am 22.06.2021
Wenn du aufs Paddeln stehst und dir dein erstes SUP anschaffst, solltest du Kleinigkeiten beachten. Zum Beispiel die Bedienungsanleitung. Oder diesen Text.

Fehler machen wir alle. Ich zum Beispiel habe mich mal über das hässliche Abtropfgitter einer neuen Kaffeemaschine beschwert. Vom Support kam zurück: «Ziehen Sie doch bitte die Schutzfolie ab!» Das ist über zehn Jahre her und mir heute noch peinlich. Dummheit verjährt nie. Warum ich dir diese Geschichte im Zusammenhang mit Stand Up Paddling erzähle? Auch so ein Board bietet Anfängern einige Gelegenheiten, mit Anlauf ins Fettnäpfchen zu springen. Welche das sind, habe ich vergangenes Jahr gelernt. Seit meinem Besuch bei Indiana Paddle & Surf bin ich schlauer, was das Material und seine Tücken betrifft. Solltest du kurz vor der Kaufentscheidung stehen oder einfach mehr über den Aufbau eines SUP wissen wollen, empfehle ich dir diesen Beitrag.

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Wenn dein Board schon vor dir liegt, rate ich dir, ein scheinbar überflüssiges Teil gut aufzubewahren. Es sieht aus wie ein abgebrochener Türgriff und kann noch wichtig werden.

Fehler #1: Dem Ärger über das Ventil voreilig Luft machen

Spätestens, wenn dein neues SUP bei dir angekommen ist, wirst du feststellen: Es hat ein Ventil. Zumindest dann, wenn du dich nicht für ein Hardboard, sondern wie die meisten für ein aufpumpbares iSUP entschieden hast. So ein Ventil ist grundsätzlich eine gute Sache. Es ist gemeinsam mit dem Dropstitch-Material im Inneren dafür verantwortlich, dass die Boards aufblasbar und dadurch massentauglich wurden. Es hat aber auch ein paar Tücken. Der Pin in der Mitte lässt sich eindrücken und mit einer Vierteldrehung arretieren. Dann ist das Ventil offen und die Luft, die du ins Board pumpst, verpasst dir beim Abziehen des Schlauchs eine wunderbare Fönfrisur.

Drücken und drehen – das ist der ganze Trick.
Drücken und drehen – das ist der ganze Trick.

Mit einer Vierteldrehung in die andere Richtung ist der Spuk vorbei. Dann bleibt die Luft drin. In dieser Ventilstellung solltest du das Board lagern und aufpumpen. Dann ist in der Regel alles gut und eine Beschwerde oder Rücksendung nicht nötig. Nur ein kleiner Dreh. Natürlich gibt es solche Reklamationen trotzdem. Nach meiner Kaffee-Blamage kann ich das gut nachvollziehen.

Das zweite Ventil-Problem lässt sich noch leichter als Defekt missverstehen. Das Ventil ist nicht geklebt, sondern verschraubt und kann sich lösen. Dann ist es undicht. So etwas kann zum Beispiel auf der strapaziösen Reise aus China passieren, wo die Boards in der Regel produziert werden. Das Containerschiff steckt im Suezkanal, die Sonne brennt, die Waren sind hohen Temperaturen ausgesetzt, bevor sie in unseren Breitengraden landen und in irgendeinem kühlen Lager auf den Sommer warten. Viel schneller, als sich das Ventil löst, lässt sich dieses Problem lösen. Das Werkzeug dafür hast du vermutlich mit der Anleitung, und, sofern du eines hast, mit dem Repair-Kit beiseite gelegt.

Den Ventil-Schlüssel solltest du nicht verlegen, das Teil kann wichtig werden.
Den Ventil-Schlüssel solltest du nicht verlegen, das Teil kann wichtig werden.

Um das Ventil nachzuziehen, muss dein Board platt sein. Dann kannst du den unteren Ventilteil am Boden fixieren und das Gewinde greift, wenn du den oberen Teil mit dem Werkzeug anziehst. Das geht viel schneller, als dein Board frustriert zur Post zu schleppen und einzuschicken. Auch nach dem Überwintern schadet ein kurzer Ventil-Check nicht.

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Fehler #2: Vor der Pumpe kaputt sein

Zu den ersten SUP-Erfahrungen gehört, dass das Pumpen ganz schön auf die Pumpe geht. Es ist anstrengend, den entsprechenden Druck ins Board zu bringen. Du schwitzt vielleicht schon, aber die Nadel zeigt immer noch keinen Fortschritt an. Um den Fehler nicht gleich beim Material zu suchen, hilft es auch bei diesem Gerät, sich mit der Funktionsweise vertraut zu machen. Die fiese Nadel der Druckanzeige bewegt sich tatsächlich lange gar nicht. Aber mit etwas Übung und den richtigen Handgriffen kommst du schneller ans Ziel.

Noch nicht mal im gelben Bereich? Etwas Geduld und die richtige Technik helfen weiter.
Noch nicht mal im gelben Bereich? Etwas Geduld und die richtige Technik helfen weiter.

Einsteigerinnen und Einsteiger entscheiden sich meist für ein Set, in dem neben dem Board mit Pumpe, Paddel und Leash einiges Zubehör enthalten ist. In der Regel trägt der mitgelieferte Blasebalg mindestens den schönen Namen «Double-Action-Pumpe». Das heisst nichts anderes, als dass er über eine Art Gangschaltung verfügt. Einen Hebel, den du umlegen kannst. Oder einen Pfropfen, den du ein- und ausschrauben kannst. In der einen Position hast du eine Doppelhubpumpe, die beim Ziehen und Drücken Luft ins Board befördert. Das hilft, um anfangs Volumen ins Board zu bekommen, wird aber irgendwann ziemlich anstrengend. Dann schaltest du um, pumpst nur noch beim Herunterdrücken und kommst sicher auf den empfohlenen Druck.

Mit geradem Rücken, dem Oberkörper über der Achse und aus den Beinen pumpt es sich am leichtesten. Falls du den Prozess beschleunigen willst, kannst du dir auch eine «Triple-Action-Pumpe» oder eine elektrisch betriebene anschaffen. Für alle, die keine zehnköpfige Familie oder einen SUP-Verleih haben, ist das manuelle Pumpen allerdings ein super Warm-up.

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Triple Action Pump HP6
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Fehler #3: Zu sorglos aufs Wasser

Board prall, Puls auf 120 und voller Vorfreude? Dann ab aufs Wasser! Dieser Drang ist ebenso verständlich wie der der Behörden, den Wassersport im Sinne der Sicherheit zu regulieren. Vielleicht ist dir nicht bewusst, dass du mit deinem SUP auf einem «wettkampftauglichen Wassersportgerät» in See stichst. Das bedeutet unter anderem, dass du es gut lesbar mit deinem Namen und deiner Adresse beschriften musst und ab einer Uferentfernung von 300 Metern eine zertifizierte Rettungsweste oder Schwimmhilfe mit 50 Newton Mindestauftrieb pro Person brauchst. Auf Flüssen ist sie ebenfalls Pflicht.

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Vorschriften und Sicherheitsbedenken schiebt unser Hirn an schönen Sommertagen gerne beiseite. Nach einem Besuch bei den Lebensrettern der SLRG und einem Gespräch über Badeunfälle habe ich mir fest vorgenommen, das nie wieder zu tun. Über dusselige Ventil- oder Pumpen-Pannen kannst du irgendwann lachen – über eine Busse oder einen Unfall mit Sicherheit nicht.

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Michael Restin
Michael Restin

Editor, Zürich

Sportwissenschaftler, Hochleistungspapi und Homeofficer im Dienste Ihrer Majestät der Schildkröte.

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