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Debora Pape
Kritik

Survival-Fans aufgepasst: «Enshrouded» erscheint im Full Release und wird dich begeistern

Debora Pape
14.10.2026
Bilder: Debora Pape

Großartiger Basenbau, bildhübsche Biome und ein Upgrade für Magier: Zum Release liefert «Enshrouded» nochmal ordentlich Content nach. Trotz einiger ärgerlicher Schwächen fesselt mich das Spiel schon seit fast 250 Stunden. Die Story habe ich jetzt durch, aber ich bin noch lange nicht fertig.

Ich stehe auf einem Felsvorsprung. Ein paar Meter unter mir tummelt sich eine Handvoll feindlich gesinnter, mechanischer Wesen. Hervorragende Voraussetzungen für das folgende Szenario: Ich zücke meinen Magierstab und platziere vier Feuertotems, magische Selbstschussanlagen, um die Gegner herum. Während die dummen Kerlchen da unten auf meine Totems eindreschen, holze ich mächtige Feuerbälle und Feuersäulen mitten in das Chaos und verwandle den Bereich in ein Flammenmeer. Wenige Sekunden später sind die mechanischen Konstrukte Altmetall.

Ich bin Feuer und Flamme und die da unten haben keine Chance.
Ich bin Feuer und Flamme und die da unten haben keine Chance.

Nur einer nicht. Der hat sich mir unbemerkt von hinten genähert. Nun drischt er mit seiner stählernen Faust auf meinen Schädel und zieht mir damit drei Viertel meiner Gesundheitsleiste ab. Als Magierin lege ich zwar aus der Ferne alles in Schutt und Asche, kippe aber um, sobald mich ein Gegner auch nur anstupst. Ich gehe kein Risiko ein und stürze mich vom Felsen, öffne den Gleiter und segle davon, während die wunderschöne Welt von «Enshrouded» unter mir vorbeizieht.

Vor dem Update: Die Gebäude auf dem Bergkamm sind noch etwas «Minecraft»-artig. Das ändert sich jetzt.
Vor dem Update: Die Gebäude auf dem Bergkamm sind noch etwas «Minecraft»-artig. Das ändert sich jetzt.

Und die Aussicht ist jetzt noch besser. Das Open-World-Survival-Spiel «Enshrouded» erscheint am 15. Oktober nach fast drei Jahren Early Access im Full Release. Dazu spendiert das Entwicklerstudio Keen Games dem Spiel nicht nur eine deutlich verbesserte Fernsicht, sondern auch ein ordentliches Content-Update. Das war für mich der Anlass, meine bereits knapp 200 Spielstunden noch weiter aufzustocken und dem Game eine abschließende Bewertung zu verpassen.

Dass die bei so vielen Stunden nicht allzu schlecht ausfällt, kannst du dir vielleicht denken. Eine reine Lobeshymne erwartet dich hier aber nicht, denn ein paar Aspekte im Spiel treiben mich regelmäßig in den Wahnsinn.

«Enshrouded» stand schon im Early Access super da

Die Story fühlt sich nicht bahnbrechend neu an. Ich erwache als eine der letzten Überlebenden nach dem Untergang der Zivilisation. Irgendjemand hat mich kurz vor dem Niedergang in eine Art Tiefschlaf geschickt und jetzt soll ich den Mist wieder richten. Eine meiner ersten Aufgaben ist, nach anderen Überlebenden (NPCs) zu suchen. Die stellen mir ihre Herstellungsfähigkeiten zur Verfügung, mit denen ich meinen eigentlich angedachten Job erledige: die Ausbreitung eines giftigen Nebels, des sogenannten Miasmas (englisch: Shroud), zu bekämpfen.

Im Miasma überlebe ich nur kurze Zeit.
Im Miasma überlebe ich nur kurze Zeit.

Wie in vielen Survival-Games stehen das Verbessern des Spielcharakters, der Bau einer Basis und das Erkunden der Welt im Vordergrund. Und genau hier liegen die großen Stärken des Spiels. All das geht übrigens auch im Koop-Modus mit bis zu 16 Spielerinnen und Spielern.

Bei der Spielweise meines Charakters gibt es kaum Grenzen: Ich muss mich nicht für eine Klasse entscheiden, sondern kann mir frei einen Build zusammenstellen und die Talentpunkte auch nachträglich jederzeit wieder neu vergeben. Ob Plattenrüstung oder Stoffgewand, Zweihandschwert oder Zauberstab: Ich könnte meinen Charakter jeden Tag anders spielen, wenn ich das wollte. Will ich aber nicht; ich bin und bleibe eine notorische Magierin.

Auch beim Basenbau lässt «Enshrouded» einen Großteil der Konkurrenz locker hinter sich. Die Möglichkeiten für die Errichtung meines virtuellen Zuhauses sind schier unendlich. Das liegt nicht nur an den absurd vielen freischaltbaren Baustilen sowie der gigantischen Zahl an Möbelstücken und Dekogegenständen, sondern auch an der formbaren Welt.

Ich mag meine erste Basis. Mittlerweile ist sie zu einem Dorf angewachsen.
Ich mag meine erste Basis. Mittlerweile ist sie zu einem Dorf angewachsen.

Ich kann eine beeindruckende Superschurkenbasis in einen Berg hineinhacken. Oder eine gemütliche Hobbithöhle. Oder ich baue unter Wasser – seit knapp einem Jahr lässt mich das Spiel auch Wasser manipulieren. Oder ich errichte einfach ein ganzes Dorf – schließlich wollen die NPCs auch irgendwo unterkommen. Und sie wollen Platz für all ihre Handwerksstationen. Wer Basenbau mag, muss «Enshrouded» einfach lieben.

Auch die offene Welt hat einiges zu bieten. Sie ist schier unendlich groß und mit ihren verschiedenen Biomen zudem sehr abwechslungsreich. Von der hügeligen, idyllischen Auenland-Region des Startgebiets über Wälder mit gigantischen, uralten Bäumen sowie Wüsten, Gebirge und einem tropisch angehauchten Gebiet ist für jeden Geschmack etwas dabei. Immer wieder finden sich versteckte Schätze, Quests oder Lore-Gegenstände, sodass sich Umwege lohnen. Vor allem die Biome bis zum mittleren Levelbereich finde ich hinsichtlich Abwechslung und Entdeckungsmöglichkeiten überragend gut. Das ist Open-World-Feeling par excellence.

Aus der Vogelperspektive: Nur ein Teil der erkundbaren Welt liegt mir hier zu Füßen.
Aus der Vogelperspektive: Nur ein Teil der erkundbaren Welt liegt mir hier zu Füßen.

Bei den späteren Biomen, den Albaprachtgipfeln und teilweise auch der Wogschimmerbucht, kommt dieses Gefühl etwas abhanden. Die Gebiete sind durch viele Klippen und steile Hänge schwieriger zugänglich, sodass die Querfeldein-Erkundung auf der Strecke bleibt. Eine Augenweide sind sie aber trotzdem.

Die tropische Wogschimmerbucht ist wunderschön, aber stellenweise anstrengend zu erkunden.
Die tropische Wogschimmerbucht ist wunderschön, aber stellenweise anstrengend zu erkunden.

Das neue Biom: Nichts wie weg hier

Zum Full Release gesellt sich mit dem Glimmkessel ein neues Biom dazu, der als Endgame-Bereich dient und die Story zu Ende führen soll. Für mich war die Hintergrundgeschichte nie relevant: Erzählt wird sie hauptsächlich durch Tagebücher, Briefe und Notizen, die ich zufällig in der Welt verteilt finde. Das hat mir nur fragmentierte Einblicke gegeben, die ich zudem meist auch schnell wieder vergessen habe.

Aber jetzt bin ich wirklich gespannt, denn im neuen Gebiet dreht sich alles um die geheimnisvollen Erbauer. Das ist eine mächtige Rasse, die lange vor den Menschen in Embervale unterwegs war und unter anderem die riesigen Teleport-Türme in die Landschaft gestellt hat. Wer die Erbauer genau sind und was aus ihnen wurde, war nie klar – doch im Glimmkessel erhalte ich viele Hinweise und möchte mehr über sie erfahren.

Ruinen der Erbauer wie die im Hintergrund gibt es in «Enshrouded» überall.
Ruinen der Erbauer wie die im Hintergrund gibt es in «Enshrouded» überall.

Um den Glimmkessel überhaupt zu betreten, muss ich schon viel Zeit in den anderen Gebieten zugebracht haben. Erst mit dem Flammenaltar auf Stufe 10 ist der Zugang durch das tödliche Miasma am Eingang frei. Dabei ist der Glimmkessel nur das Vorspiel: Mein eigentliches Ziel sind die wolkenverhangenen schwebenden Inseln, zu denen sich die Erbauer angeblich zurückgezogen haben.

Und oh boy, will ich da gern hin. Der Glimmkessel ist kein Gebiet, in dem ich mich gern aufhalte. Er lässt sich trotz seiner nicht zu leugnenden schroffen Schönheit am ehesten mit Mordor vergleichen: Kaum ein Pflänzchen sprießt in dieser kargen Gebirgsregion. Dafür ist ständig ein entferntes Grollen und der ewig rauschende Wind zu hören. Ich begegne hauptsächlich den eingangs erwähnten Konstrukt-Gegnern. Wildtiere gibt es nicht. Flammenaltare und einen Schnellreiseturm suche ich ebenfalls vergeblich.

«Trostlos» passt wahrscheinlich ganz gut zum Glimmkessel.
«Trostlos» passt wahrscheinlich ganz gut zum Glimmkessel.

Im Gegensatz zu früheren Gebieten gibt es abseits der Pfade so gut wie nichts zu entdecken. Statt neugierig durch die Landschaft zu streifen, bewege ich mich meist auf vorgegebenen Wegen zwischen Klippen und Lavafeldern.

So präsentiert sich vielerorts der Glimmkessel. Wie Strandurlaub sieht das nicht aus.
So präsentiert sich vielerorts der Glimmkessel. Wie Strandurlaub sieht das nicht aus.

Dass der Glimmkessel ein Gebiet ist, das ich möglichst schnell hinter mir lassen will, ist schade. Deswegen liegen all meine Hoffnungen auf den schwebenden Inseln.

Der Weg ist in «Enshrouded» ausdrücklich nicht das Ziel

Doch als ich endlich den Teleporter erreiche, der mich zu den Inseln bringen soll, lacht das Spiel mich aus. Ich soll zunächst sechs Dungeons absolvieren – erst danach kann ich den Teleporter aktivieren. Deren ungefähre Position im Glimmkessel wird mir auf der Karte angezeigt. Fluchend mache ich mich auf den Weg.

Fluchend nicht wegen der Dungeons selbst, sondern weil mich deren Suche erneut mit dem größten Langzeitproblem von «Enshrouded» konfrontiert: der mangelhaften Karte. Oder besser, die nicht darauf eingezeichneten Wege in Gebieten, die ich schon erkundet habe. Das ist solange kein Problem, wie ich einfach querfeldein loslaufen kann. Aber in zerklüfteten, unzugänglichen Gebieten wie dem Glimmkessel bin ich auf Wege angewiesen. Die Karte aufzudecken hat normalerweise den Sinn, es bei zukünftigen Besuchen des Gebietes einfacher zu haben. Wenn ich dann aber trotzdem nicht weiß, wo ich mich bewegen kann, ist das ärgerlich.

Ich (der rote Pfeil links) soll zur gelben Questmarkierung rechts. Direkt hinlaufen geht wegen der zerklüfteten Landschaft nicht. Es gibt Wege – aber wo?
Ich (der rote Pfeil links) soll zur gelben Questmarkierung rechts. Direkt hinlaufen geht wegen der zerklüfteten Landschaft nicht. Es gibt Wege – aber wo?

Schon in den Albaprachtgipfeln habe ich daher angefangen, Wege unterwegs durch eigene Markierungen zu kartieren. Das ist mühsam und müllt die Karte voll, hilft später aber dabei, Orte erneut aufzusuchen oder zu neuen Questgebieten zu gelangen. Warum das Spiel nicht selbst Wege anzeigt, ist mir unverständlich. Es macht null Spaß, trotz aufgedeckter Karte immer wieder im Dunkeln zu tappen, weil ich nicht weiß, wo Durchkommen möglich ist und wo nicht. Auch potenzielle Schätze entgehen mir, weil ich später nicht sehe, wo ich einen abzweigenden Weg noch nicht weiterverfolgt habe.

Mit schwarzen und weißen Fähnchen habe ich Wege in den Albaprachtgipfeln markiert. Sieht kacke aus, hilft aber in der Not.
Mit schwarzen und weißen Fähnchen habe ich Wege in den Albaprachtgipfeln markiert. Sieht kacke aus, hilft aber in der Not.

Dungeons statt Open World

Trotzdem finde ich murrend die markierten Dungeons früher oder später. Es handelt sich um alte Gemäuer der Erbauer und sie spiegeln teils mehr, teils weniger den Stil der sechs Embervale-Biome wider. Der erste Dungeon etwa ist ein Museum, in dem Tierarten und Pflanzen aus der Hochweiden-Region ausgestellt werden. Es gibt auch ein Forschungslabor, ein Planetarium und eine Art Fabrik, in der die feindlich gesinnten Konstrukte hergestellt werden.

Alle Dungeons spielen sich völlig anders. Manchmal muss ich Schalter finden und aktivieren, dann wieder eine bestimmte Menge Gegner killen. In zweien wartet ein recht starker Boss auf mich. Der lässt sich nach Beobachtung seiner Mechaniken, genügend Heilverbänden und Ausnutzung der Spitzhacke zum Graben von Schutzhöhlen aber gut besiegen.

Danach darf ich endlich zu den schwebenden Inseln aufsteigen. Dort erwartet mich zu meiner Enttäuschung kein offenes Gebiet zur Erkundung, sondern ein sehr ausgedehntes Schlauchlevel, genannt Funkenstieg. Die Quest sagt, ich soll die Zitadelle der Erbauer erreichen, und nur ein Weg führt dorthin. Immerhin fällt damit das Wegfindungsärgernis weg und es gibt eine fantastische Aussicht über das unter mir liegende Land.

Die Aussicht von den schwebenden Inseln ist atemberaubend.
Die Aussicht von den schwebenden Inseln ist atemberaubend.

Der Funkenstieg spielt sich ebenfalls wie ein Dungeon, in dem ich Schalter aktivieren und diverse Gegner töten muss. Zudem finde ich hier immer wieder Story-Schnipsel und das lineare Design des Funkenstiegs baut weitere Spannung auf. Auch die musikalische Untermalung unterscheidet sich vom restlichen Spiel. Es ist klar: Das hier ist der Weg zum Showdown.

Ich finde es schade, dass sich das neue Biom nicht zur offenen Erkundung eignet und zudem eher spärlich mit interessanten Gegnern und Orten bestückt ist. Aber ich erkenne den Vorteil: Dadurch lässt sich die Spielerin besser auf die Geschichte einstimmen, die hier schließlich zu Ende geht.

Ich mag die Ästhetik der Erbauer. Dieser Dungeon gefällt mir besonders gut.
Ich mag die Ästhetik der Erbauer. Dieser Dungeon gefällt mir besonders gut.

Je näher ich der Zitadelle der Erbauer komme, desto klarer wird mir, wer diese Wesen eigentlich sind. Das fügt für mich viele zuvor lose Story-Fäden zusammen. Der Showdown am Ende findet aber ohne viel Palaver statt. Der Kampf ist nervenaufreibend, aber fair. Fragen an die Story habe ich danach trotzdem. Ich kann aber nicht ausschließen, dass ich die fehlenden Puzzlestücke in der Welt noch nicht gefunden oder einfach wieder vergessen habe.

Jedenfalls: Embervale ist gerettet – doch das Shroud bleibt. Auch das finde ich bitter. So stehe ich zwar nun mit Max-Level 50 vor dem gefallenen letzten Boss, aber die Welt hat sich kein bisschen verbessert. Ich fände es schöner, wenn ich tatsächlich Frieden und Heilung in die Welt bringen könnte. Das ist ja schließlich genau der Job, den ich erledigen soll.

Weitere Punkte, die mich in «Enshrouded» stören

Auch andere Punkte fallen mir mehr oder weniger nervend auf. Dass ich etwa bei der Auswahl der Zauber durch eine Liste scrollen muss, macht hektische Kämpfe unnötig frustrierend. Immer wieder wähle ich beim Rennen und Ausweichen den falschen Zauber.

Mir gefällt auch nicht, dass es nur die Erbauer-Türme als offizielle Schnellreisestationen gibt. Für weitere Schnellreisepunkte zweckentfremde ich den Basisbau: Das Spiel erlaubt mir das schnelle Reisen zwischen meinen Basen. Durch das Reservieren eines Bauplatzes schalte ich einen Reisepunkt frei. Aktuell habe ich nur zwei echte Basen, aber 14 weitere Bauplätze dienen mir als Reisepunkte. Das finde ich nicht schön gelöst.

Hier entsteht eine Hobbithöhle, die ich selbst in den Fels geschlagen habe.
Hier entsteht eine Hobbithöhle, die ich selbst in den Fels geschlagen habe.

Manchmal ist das Spiel mir auch etwas zu grindlastig. Für bestimmte Aufgaben oder Rezepte muss ich sehr seltene Materialien zusammensuchen. Wenn ich die nur zufällig finde, artet das nicht in meditatives Bergbauen, sondern in eine frustrierende Suche aus.

Mit steigender Anzahl an NPCs in meiner Basis wird das Herstellungssystem auch immer unübersichtlicher. Gegenstände stelle ich bei zig NPCs oder den verschiedenen Produktionsstätten her. Immer wieder muss ich googeln, wo ich einen bestimmten Gegenstand herstelle. So können mehrere NPCs unterschiedliche dekorative Pflanzen herstellen. Hier würde ich mir ein einziges Menü wünschen, nicht gefühlt 20.

In meiner zweiten Basis versuche ich mich an einem Indoor-Wasserbecken.
In meiner zweiten Basis versuche ich mich an einem Indoor-Wasserbecken.

Rückkehrer bekommen viel Neues geboten

Natürlich will ich nicht nur meckern. Falls du schon länger nicht mehr ins Spiel geschaut hast, kann sich eine Rückkehr lohnen. Das Team hat vieles optimiert und etwa das Kisten-Management in der Basis deutlich vereinfacht.

Eine Abladestation sortiert deinen Kram aus dem Inventar automatisch in die richtigen Stapel deiner magischen Kisten. Werden diese zu klein, kannst du sie direkt aus dem Kisteninventar heraus vergrößern und musst nicht den gesamten Inhalt umständlich in eine neue Truhe umziehen. Beim Basisbau musst du die benötigten Baublöcke auch nicht mehr im Inventar haben, sondern greifst auf den Inhalt der magischen Truhen zu. Das alles bedeutet viel weniger Gefummel.

Einige Punkte, die das Team für den Full Release verbessert hat, siehst du in diesem Video.

Ein riesiger neuer Aspekt von «Enshrouded» ist das Funkenwerk-System. Damit kannst du Objekte innerhalb deines Basisbereichs mit Logikverknüpfungen interaktiv machen: Du definierst Voraussetzungen, die bestimmte Aktionen triggern. Ich habe etwa eingestellt, dass sich die Haustür meiner Basis öffnet, wenn ich mich ihr nähere.

Stets offenstehende Türen haben mich immer genervt. Jetzt öffnet und schließt sich die Haustür automatisch, wenn ich einen festgelegten Bereich davor oder dahinter betrete.
Stets offenstehende Türen haben mich immer genervt. Jetzt öffnet und schließt sich die Haustür automatisch, wenn ich einen festgelegten Bereich davor oder dahinter betrete.

Die Möglichkeiten sind ziemlich umfangreich und erfordern etwas Einarbeitung. Du kannst jetzt auch Dungeons bauen und sie mit Feinden, Fallen und Schaltern versehen. Mit dem Funkenwerk-System programmierst du, wie sich diese Elemente verhalten. Der Dungeon soll sich auch teilen lassen, sodass auch andere dein Werk ausprobieren können.

Neu zum Full Release ist auch das Talent «Architekt der Lüfte». Damit kannst du beim Basisbau in einen Flugmodus wechseln und Objekte in der Vogelperspektive einfacher platzieren. Darüber hinaus lassen sich bei Rüstungen und den «ewigen Zaubern» zusätzliche Boni und Talentverstärkungen freischalten. Dazu solltest du alle Runen einsammeln, die du bekommen kannst, denn du brauchst vor allem im Late Game buchstäblich Tausende davon.

Um wieder auf meinen Einstieg als Magierin zurückzukommen: Für uns Stoffträger gibt es mit dem Full-Release-Update auch viele Neuerungen. Kurz: Magier sind noch stärker geworden. Ich fand schon zuvor meinen Feuerball overpowered, weil er so viel Schaden anrichtet. Mit den neuen Eis-, Feuer- und Blitz-Totems kommen jetzt kleine Helfer dazu, die nicht nur Schaden machen, sondern vor allem Gegner an sich binden und damit von mir ablenken.

Mit «Verwurzeln» gibt es einen Zauber, in dessen Wirkbereich alle Gegner bewegungsunfähig gemacht werden. Dadurch wird der ebenfalls neue Zauber «Feuersäule» – fieser Feuerschaden in einem festgelegten Bereich – noch gemeiner. Pendants gibt es für Eis und Blitz. Und als wäre das noch nicht alles, kann ich mit Zauberstäben jetzt noch eine Spezialattacke entfesseln. Als Magierin fühle ich mich also mächtiger als jemals zuvor.

«Enshrouded» erscheint am 15. Oktober im Full Release für PC und PS5.

Fazit

«Enshrouded» bietet Survival-Fans Hunderte Stunden Beschäftigung

Im Early Access habe ich bereits rund 200 Stunden verbracht. Die Entdeckung der gigantischen Spielwelt, aber auch der Basisbau hat mich lange bei der Stange gehalten. Und auch jetzt nach Abschluss der Story habe ich mehrere Ideen für weitere Basen oder den Ausbau der bestehenden Basen. Zahlreiche Optimierungen in der Vergangenheit machen die Verwaltung meiner Vorräte inzwischen deutlich komfortabler als noch am Anfang des Early Access.

Das Story-Ende betrachte ich mit einem lachenden und einem gleichgültigen Auge. Mir gefällt die errungene Erkenntnis über die Erbauer, aber komplett erleuchtet bin ich noch immer nicht. Das neue Biom, der Glimmkessel, ist dagegen trotz einer gewissen Ästhetik für mich zu abgespeckt. Das tut der Bewertung allerdings keinen großen Abbruch, denn die Welt ist auch ohne das neue Biom groß genug.

Was ich dem Spiel nicht verzeihe, sind die fehlenden eingezeichneten Wege. Ein Open-World-Game, das auf Erkundung ausgelegt ist, sollte die Erkundung nicht derartig erschweren. Auch ein paar Quality-of-Life-Probleme mindern den Spielspaß, allen voran die fummelige Wahl von Zaubern und viel zu viele Herstellungsstationen in der Basis.

Pro

  • riesige Spielwelt
  • freie Wahl der Talente, Skills und Ausrüstung
  • extrem umfassende Möglichkeiten zum Basenbau
  • gutes Kistenmanagement in der Basis
  • viele versteckte Schätze, Sammelgegenstände und Dekoobjekte
  • super schöne Grafik
  • Full-Release-Update bringt viele Quality-of-Life-Verbesserungen

Contra

  • Karte hilft nicht genug bei der Routenplanung
  • fummelige Wahl von Zaubern im Kampf
  • herstellbare Gegenstände auf zu viele Werkbänke und NPCs verteilt
  • geringer Einfluss auf die Welt
Titelbild: Debora Pape

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Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


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