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Warner Bros. Ent.
Kritik

«The End of Oak Street»: Dino-Spass und 1980er-Vibes

Patrick Vogt
12.8.2026

Menschen aus dem scheinbaren Vorstadtidyll, die sich statt mit Alltags- und Beziehungsproblemen plötzlich mit hungrigen Dinosauriern herumschlagen müssen: «The End of Oak Street» ist straight from the 80s – nicht nur im Film.

Keine Sorge: Die folgende Filmkritik enthält keine Spoiler. Ich verrate dir nicht mehr, als ohnehin schon bekannt und in den Trailern zu sehen ist. «The End of Oak Street» läuft ab dem 13. August in den Deutschschweizer Kinos.

Mit «Jurassic Park» schrieb Steven Spielberg 1993 einmal mehr Filmgeschichte. Meinem 16-jährigen Ich fiel im Kino die Kinnlade ähnlich runter wie Ellie Sattler (Laura Dern) und Alan Grant (Sam Neill, mögest du in Frieden ruhen …), als sie den ersten Dinosaurier sahen. Viele Jahre und viele «Jurassic Park»-Ableger später erstaunen mich Urzeitechsen im Film kaum mehr. Daran ändert auch der neueste Dino-Plausch «The End of Oak Street» nichts. Trotzdem ist er einen Blick wert.

Darum geht’s

Wir sind im Jahr 1982. Die Familie Platt lebt an der Oak Street den klassischen Vorstadttraum. Doch unter der idyllischen Oberfläche brodelt es: Vater Greg (Ewan McGregor) hat seinen Job verloren und versucht als Pizzakurier, die Familie über Wasser zu halten. Mutter Denise (Anne Hathaway) hadert zunehmend mit ihrer Ehe. Erfüllung findet sie in einer Leidenschaft, die sie vor den anderen geheim hält. Die Kinder Audrey (Maisy Stella) und Brian (Christian Convery) wiederum haben mit Problemen zu kämpfen, die Teenager nun mal so haben.

Das alles wird vom Tisch gefegt, als die gesamte Oak Street auf unerklärliche Weise über Nacht an einen völlig anderen Ort und in eine andere Zeit verfrachtet wird. Plötzlich gibt es lästigere und vor allem viel gefährlichere Nachbarn als den bisherigen Mel (P.J. Byrne): Dinosaurier, die einem Menschensnack so gar nicht abgeneigt sind. Um zu überleben, muss sich die Familie Platt zusammenraufen.

Das verheisst definitiv nichts Gutes.
Das verheisst definitiv nichts Gutes.
Quelle: Warner Bros. Ent.

Auf Spielbergs Spuren

Mit «The End of Oak Street» verneigt sich Regisseur und Drehbuchautor David Robert Mitchell («It Follows») tief vor Steven Spielberg. Klar, wie bei dessen «Jurassic Park» kommen Dinos vor. Das ist aber längst nicht alles. Vielmehr arbeitet Mitchell mit Elementen, die wiederholt in Spielbergs Filmen aus den 1980er-Jahren oder jenen seiner Produktionsfirma Amblin Entertainment auftauchen: Vorort, Familie, Zusammenhalt, Abenteuer und Science-Fiction. «E.T. the Extra-Terrestrial», «Gremlins», «The Goonies», «Back to the Future» – du weisst, was ich meine.

Dass mit J.J. Abrams ein weiterer bekennender Spielberg-Fanboy als Produzent fungiert, passt da wie die Faust aufs Auge. Abrams brachte ja schon 2011 mit «Super 8» eine Hommage an Spielbergs frühe Jugend- und Sci-Fi-Klassiker ins Kino (der den Film gleich mitproduzierte). Apropos «Super 8»: Der oscarprämierte Komponist Michael Giacchino («Up»), der den Soundtrack beitrug, hat für «The End of Oak Street» ebenfalls den Dirigentenstab geschwungen.

Auch der Cast mit den beiden Zugpferden Anne Hathaway und Ewan McGregor ist eine sichere Sache. Vor allem Hathaway zeigt sich einmal mehr in bester Spiellaune: Sie schreit, kämpft, weint, verzweifelt und rappelt sich wieder auf. Es ist eine wahre Freude, ihr zuzuschauen. Etwas passiver agiert McGregor, was aber an seiner Rolle liegt. Auch die übrigen Darstellerinnen und Darsteller machen ihre Sache gut, allen voran die Jugendlichen. Und die Dinos? Die haben Hunger, und das ist gut so.

Familie Platt dreht eine Runde in der neuen Umgebung.
Familie Platt dreht eine Runde in der neuen Umgebung.
Quelle: Warner Bros. Ent.

Deus ex Machina

Die Zutaten stimmen, alles ist vom Feinsten angerichtet. Da kann gar nichts schiefgehen, zumal ich mit den alten Spielberg- und Amblin-Filmen aufgewachsen bin. Trotzdem begeistert mich «The End of Oak Street» nur so mittel. Natürlich triggert der Film mein Nostalgie-Zentrum, gleichzeitig wandelt er aber so sehr auf den Pfaden der Klassiker, dass er vergisst, etwas Eigenständiges zu sein.

Dazu kommt: Mein 49-jähriges Ich schaut sich Filme anders an als früher. Als Kind war mir das egal – heute nehme ich völlig unerwartete Drehbuchkniffe und Wendungen nicht mehr einfach so hin. «Ist so, weil ist so» ist nicht mehr so einfach; ich erwarte Erklärungen fürs Tun, Handeln und Geschehen, selbst wenn sie halbgar sind. Das heisst nicht, dass ich mir keine Nonsense-Filme wie «Crank» mehr anschaue. Natürlich tue ich das weiterhin! Diese Filme geben aber nicht vor, mehr zu sein, als sie eben sind.

Und genau hier krankt es für mich bei «The End of Oak Street». Der Film nimmt sich viel Zeit für die Ausgangslage. Er führt die Familie Platt sauber ein und skizziert die Probleme jedes einzelnen Mitglieds. Eine interessante Ausgangslage für etwas Tiefgang – der sich mit dem Auftauchen der Dinosaurier schnell wieder verzieht.

Während des Films habe ich noch gedacht, dass die Dinos vielleicht sinnbildlich für die Familiendynamik stehen, so wie der Elefant im Raum. Na ja. Oder ich bin zu doof, um es zu verstehen. Das ist immer möglich. So oder so denke ich, dass weniger Exposition und dafür mehr Dino-Action dem 99-minütigen Film gutgetan hätten.

Hier zwei Hauptdarsteller des Films: Vorschlaghammer und Schrotflinte.
Hier zwei Hauptdarsteller des Films: Vorschlaghammer und Schrotflinte.
Quelle: Warner Bros. Ent.

Fazit

Unterhaltsamer Dino-Streifen, der die Nostalgie-Welle reitet

«The End of Oak Street» ist handwerklich gut gemacht und hat einen überzeugenden Cast. Er atmet den Geist der Spielberg- und Amblin-Klassiker aus den 80ern, ohne an seine Vorbilder heranzukommen. Dafür fehlen ihm ein wenig Herz und Seele. David Robert Mitchell ist trotzdem ein Film gelungen, der über weite Strecken gut unterhält.

Bist du der Meinung, dass Dinos im Kino immer gehen? Dann kommst du nach einer etwas längeren Einleitung voll auf deine Kosten. Mach dich auf ein paar besonders hungrige Exemplare gefasst – und das eine oder andere Plot Hole. Sei nicht wie ich und fall nicht hinein – at «The End of Oak Street».

Titelbild: Warner Bros. Ent.

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Ich bin Vollblut-Papi und -Ehemann, Teilzeit-Nerd und -Hühnerbauer, Katzenbändiger und Tierliebhaber. Ich wüsste gerne alles und weiss doch nichts. Können tue ich noch viel weniger, dafür lerne ich täglich etwas Neues dazu. Was mir liegt, ist der Umgang mit Worten, gesprochen und geschrieben. Und das darf ich hier unter Beweis stellen. 


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