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Hintergrund

Vorschau «The Witcher 3: Songs of the Past»: Geralt hat’s noch immer drauf

An der Gamescom konnte ich einen ersten Blick auf die neue Erweiterung für «The Witcher 3» werfen. Zusammen mit der Remastered-Version beweist CD Projekt Red, dass der Hexer noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Elf Jahre ist es her, seit «The Witcher 3» erschien, zehn Jahre seit der letzten Erweiterung «Blood and Wine». Mit «Songs of the Past» erscheint nächstes Jahr überraschend eine dritte. Damit rührt CD Projekt Red gleichzeitig die Werbetrommel für «The Witcher 4» und verkürzt die Wartezeit darauf. An der Gamescom sah ich eine knapp einstündige Hands-Off-Demo.

Sie beginnt mit Geralt, dem weisshaarigen Hexer, der nach einer durchzechten Nacht irgendwo auf einem Feld aufwacht. Sofort fällt mir auf: Nicht nur der Monsterjäger ist alt geworden, auch die Gesichtsanimationen können nicht leugnen, dass das Game während der PS4- und Xbox-One-Generation rausgekommen ist. Bei der Welt wiederum beweisen die Designerinnen und Designer von CD Projekt Red, dass es nicht nur auf die Technik ankommt.

Die Gesichtsanimationen wirken mittlerweile etwas steif, aber «The Witcher 3» ist auch schon elf Jahre alt.
Die Gesichtsanimationen wirken mittlerweile etwas steif, aber «The Witcher 3» ist auch schon elf Jahre alt.
Quelle: CD Projekt Red

Auf zu neuen Ufern

«Songs of the Past» spielt in Letten. Das liegt den Entwicklern zufolge «im Norden, irgendwo auf halbem Weg zwischen Kovir und Kaedwen» und somit in der Nähe des Spielgebiets von «The Witcher 4». Letten ist die Heimat von Geralts Freund Dandelion – oder Rittersporn, wie der Barde auf Deutsch heisst. Das Gebiet wirkt idyllisch und farbenfroh. Schon vom Zusehen bekomme ich Lust, jeden Winkel dieser Welt zu erkunden. Auch wenn die zugrunde liegende Engine (Redengine 3) nicht mehr zum Neusten auf dem Markt gehört, zaubert sie beeindruckende Vistas auf den Bildschirm.

Möglich ist das nicht zuletzt dank des grafischen Upgrades, das mit dem kostenlosen Remastered-Upgrade zusammen erscheint. Das folgt bereits am 29. September und bringt zahlreiche Verbesserungen. Dazu gehören eine hübschere Raytracing-Beleuchtung, neue Effekte für Geralts Hexerzeichen, neue Kampfanimationen, angepasstes Monsterverhalten und vieles mehr. Falls dir das visuelle Upgrade bekannt vorkommt, ist das kein Zufall. Der Schöpfer von HD Reworks, einem der bekanntesten Mods für «The Witcher 3», hat verraten, dass er mit CD Projekt Red zusammenarbeite und sein Projekt offiziell ins Spiel integriert werde.

Apropos kostenlos: Die beiden bisherigen DLCs «Hearts of Stone» und «Blood and Wine» gibt es ab sofort umsonst für alle, die «The Witcher 3» besitzen.

Mal wieder vermisst

Nachdem Geralt seine Gedanken sortiert hat, trifft er auf einen Trunkenbold, der eine ungewöhnliche Laute mit sich herumträgt: Dandelions Laute. Geralt könnte sie ihm vielleicht freundlich abnehmen, aber die Mehrheit bei dieser Gamescom-Präsentation will Fäuste fliegen sehen. Das sieht noch genauso holprig aus wie vor zehn Jahren, aber nach drei Schlägen ist die Laute bereits unsere. Damit geht es weiter zum prunkvollen Familiensitz des Barden. Dort hat Geralt eine Verabredung mit dessen Grossmutter.

Das Familienanwesen von Dandelion kann sich sehen lassen.
Das Familienanwesen von Dandelion kann sich sehen lassen.
Quelle: CD Projekt Red

Ebenfalls zu Gast ist Dandelions Cousine Lilla. Es scheint da gewisse Spannungen zwischen ihr und der Grossmutter zu geben. Genüsslich folge ich der Unterhaltung, bei der Geralt nicht so recht weiss, wie er sich verhalten soll. Sie zeigt, warum die Welt von «The Witcher 3» so fasziniert. Die Charaktere wirken glaubhaft und vielschichtig und alle verbergen irgendein Geheimnis.

Nachdem sich herausstellt, dass Dandelion mal wieder vermisst wird, reist Geralt zusammen mit Lilla zu einem geheimnisvollen Ort namens «Garden of Thorns». Nach einem kurzen Ritt durch ein wohlhabendes Dorf voller üppig geschmückter Gärten lassen wir die letzte Strassenlaterne hinter uns und schwenken in einen Waldpfad ein. Die Vegetation wird bald so dicht, dass wir zu Fuss weiter müssen.

Der riesige Vollmond am Himmel scheint unheimlich auf den düsteren Märchenwald. Ich rechne jeden Moment damit, dass uns ein Werwolf anspringt. Stattdessen begegnet Geralt Pflanzenmonstern, die giftige Abkömmlinge um sich herum wachsen lassen. Ein paar Gasbomben in Verbindung mit dem Igni-Feuerzeichen und ein paar gezielten Hieben mit dem Silberschwert sorgen dafür, dass die Grünabfuhr am nächsten Tag viel zu tun hat.

Zusammen mit Dandelions Cousine Lilla erkundet Geralt einen geheimnisvollen Wald.
Zusammen mit Dandelions Cousine Lilla erkundet Geralt einen geheimnisvollen Wald.
Quelle: CD Projekt Red

Kurz darauf stehen Geralt und Lilla vor einem riesigen alten Baum. Es erinnert mich an Tim Burtons «Sleepy Hollow». Nur dass dieses Gehölz noch bedrohlicher wirkt. In seinen Wurzeln entdecken wir ein totes Reh. Der Baum scheint mit seinen Dornen dessen Blut zu trinken. Sind Bäume nicht vegan? Für ethische Diskussionen hat der Hexer keine Zeit, darum hackt er sich kurzerhand einen Weg frei.

Eine Prise «Mortal Kombat»

Damit nähern wir uns dem Ende der Demo, das uns auf eine schummrige Lichtung führt. Grosse Flächen nach verschlungenen Pfaden bedeuten in Spielen immer eines: Es wird gekämpft. So ist niemand von den Gamescom-Besuchenden überrascht, dass das mit Pflanzen überwachsene Skelett am Boden zum Leben erwacht.

Dass CD Projekt Red am Kampfsystem geschraubt hat, fällt hier am deutlichsten auf. Das Wort «Schwerttanz» trifft Geralts Animationen perfekt. Trotz seines gehobenen Alters von über 100 Jahren (Hexer werden deutlich älter als normale Menschen) bewegt er sich leichtfüssig wie ein Balletttänzer.

«Get over here»
«Get over here»
Quelle: CD Projekt Red

Für die Remastered-Version hat CD Projekt Red alle Hexerzeichen überarbeitet. Sie sehen nun deutlich spektakulärer aus. Zusätzlich erhält Geralt eine Kette, mit der er dem Swarmion – eines der neuen Monster in Letten – sein Pflanzenschild kurzzeitig wegreissen kann. Noch besser wird es am Schluss. Dann nutzt er die Kette, um das Monster zu sich heranzuziehen, und haut ihm mit einem der neuen Finisher-Moves den Schädel ab. Scorpion aus «Mortal Kombat» wäre stolz.

Kurz darauf endet die Demo und ich muss sagen: Hut ab. Es ist beeindruckend, dass mich «The Witcher 3» nach all den Jahren immer noch so packt. Das polnische Studio beweist, dass es immer noch packende Geschichten erzählen kann. Zusammen mit den spielerischen und visuellen Verbesserungen der Remastered-Version verspricht «Songs of the Past», ein würdiger Abschluss für «The Witcher 3», respektive die perfekte Überleitung zu «The Witcher 4» zu werden.

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Als Kind durfte ich keine Konsolen haben. Erst mit dem 486er-Familien-PC eröffnete sich mir die magische Welt der Games. Entsprechend stark überkompensiere ich heute. Nur der Mangel an Zeit und Geld hält mich davon ab, jedes Spiel auszuprobieren, das es gibt und mein Regal mit seltenen Retro-Konsolen zu schmücken. 


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Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.

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