Deine Daten. Deine Wahl.

Wenn du nur das Nötigste wählst, erfassen wir mit Cookies und ähnlichen Technologien Informationen zu deinem Gerät und deinem Nutzungsverhalten auf unserer Website. Diese brauchen wir, um dir bspw. ein sicheres Login und Basisfunktionen wie den Warenkorb zu ermöglichen.

Wenn du allem zustimmst, können wir diese Daten darüber hinaus nutzen, um dir personalisierte Angebote zu zeigen, unsere Webseite zu verbessern und gezielte Werbung auf unseren und anderen Webseiten oder Apps anzuzeigen. Dazu können bestimmte Daten auch an Dritte und Werbepartner weitergegeben werden.

Produkttest

Der Steam Controller ist der Traum aller Sofa-PC-Zocker

Der Steam Controller ist das perfekte Gerät für PC-Spielerinnen und -Spieler, die vom Sofa aus zocken. Für alle anderen gibt es günstigere Alternativen.

Um es gleich vorwegzunehmen: Hast du dich noch nicht in die Warteschlange für einen Steam Controller eingetragen, wirst du noch längere Zeit nur über Wiederverkaufsportale fündig. Und legst erst noch drauf. Unser Testmodell musste ich auch auf diesem Weg ergattern. Neubesteller erhalten von Steam derzeit Lieferfristen ab 2027. Wann Digitec/Galaxus den Controller aufnimmt, steht in den Sternen.

Spannend bleibt der Controller trotzdem. Valve liess sich vom ambitionierten, aber gefloppten ersten Steam Controller nicht entmutigen. Version 2.0 orientiert sich beim Design am Steam Deck. Die beiden Trackpads in der Mitte machen das unverkennbar. Sie sind nicht das Einzige, was den Steam Controller von der Konkurrenz abhebt.

Ungewöhnliches Design, das gut in der Hand liegt

Was mir sofort gefällt, ist das Gewicht. Mit 292 Gramm ist er rund 10 Gramm schwerer als Sonys Dualsense. Der Steam Controller liegt gut in der Hand und ich mag sein ungewöhnliches Aussehen. Ein paar farbliche Akzente würden aber nicht schaden.

Der Steam Controller hat ein einzigartiges Aussehen, das nicht allen gefallen wird.
Der Steam Controller hat ein einzigartiges Aussehen, das nicht allen gefallen wird.

Die Griffe sind genau richtig gewinkelt und schmiegen sich perfekt in meine Hand. Die Analogsticks liegen mir etwas zu weit in der Mitte. Mit einem Dualsense spiele ich entspannter. Das ist alles sehr subjektiv und hängt stark mit der Grösse der Hände und der Länge der Finger zusammen. Die Sticks setzen auf die magnetische TMR-Technologie. Damit sind sie präziser und langlebiger als klassische, die Potenziometer benutzen. Die Abtastrate ist dagegen nur 250 Hertz (Hz). Viele Third-Party-Hersteller setzen bereits auf 1000 Hz für kürzere Reaktionszeiten. Das beansprucht aber den Akku stärker. Ich bin zu wenig Pro-Gamer, um einen Unterschied festzustellen. Die rund 35 Stunden Akkulaufzeit des Steam Controllers fallen mir hingegen positiv auf.

Die Tasten klicken sich angenehm. Auch die Druck- und Auslösepunkte sind perfekt. Obwohl normale Membran-Technik zum Einsatz kommt und keine Micro-Switches, wie beispielsweise beim hervorragenden Flydigi Vader 5 Pro. Die Schultertasten drücken sich ebenfalls befriedigend und klappern nicht wie die beim Dualsense. Der zählt sonst zu meinen präferierten Controllern. Auch Grösse, Höhe und Widerstand der drei Menütasten fühlen sich genau richtig an.

Die vier runden Zusatztasten auf der Rückseite sind gut positioniert. Hier könnte der Auslösewiderstand etwas grösser sein. Drücke ich die unteren Tasten mit meinem Ringfinger, bewege ich meist auch leicht den Mittelfinger. Dabei löse ich gelegentlich aus Versehen die andere Zusatztaste aus.

Auf der Rückseite befinden sich vier zusätzliche Buttons.
Auf der Rückseite befinden sich vier zusätzliche Buttons.

Präziser hätte das D-Pad ausfallen können. Es ist mir einen Ticken zu schwammig. Aber wie ich in einer Diskussion mit Kollege Kevin bereits zu Protokoll gegeben habe, spiele ich ohnehin überwiegend mit den Analogsticks.

Bei der Haptik kommen zwei LRA-Motoren zum Einsatz. Technisch ist der Steam Controller auf der Höhe des Dualsense. Der vibriert aber immer noch deutlich komplexer und hat obendrein noch die adaptiven Trigger. Er bleibt damit der Platzhirsch in dieser Kategorie. In gewissen Vibrationsfrequenzen gefällt mir der Steam Controller trotzdem besser. Er fühlt sich dann «wärmer» an, während der Dualsense manchmal etwas zu aggressiv vibriert.

Den Steam Controller verbinde ich entweder per USB-C-Kabel mit dem PC oder mit dem mitgelieferten Puck. Dieser schnappt magnetisch am Steam Controller an. Gleichzeitig befindet sich darin ein 2,4-GHz-Sender für die drahtlose Verbindung, die den Input-Lag minimiert. Alternativ nutze ich Bluetooth.

Der Puck dient als Ladestation und als Wireless-Sender.
Der Puck dient als Ladestation und als Wireless-Sender.

Was dem Controller fehlt, ist ein 3,5-mm-Kopfhöreranschluss. Will ich Kopfhörer verwenden, muss ich sie direkt mit dem PC verbinden.

Spezialtricks

Den Steam Controller kaufst du dir aber nicht wegen ein paar Zusatztasten und seines ungewöhnlichen Designs. Im Zentrum stehen die beiden Trackpads. Sie sind nicht mit klassischen Trackpads von Laptops zu vergleichen. Sie basieren auf Beschleunigung. Ich bewege den Mauszeiger wahlweise langsam, wenn ich etwas genau anwählen muss und schnell, wenn ich grössere Strecken überbrücken will. Es fühlt sich fast so an, als würde ich eine Trackball-Maus benutzen. Nur dass der Trackball in diesem Fall ein flaches Pad ist. Ich spüre ein leichtes Feedback, wenn ich sie mit den Daumen steuere.

Das Steam Deck diente eindeutig als Vorlage für den Steam Controller.
Das Steam Deck diente eindeutig als Vorlage für den Steam Controller.

Valve hat sie entwickelt, weil viele PC-Games für Maussteuerung konzipiert sind. Hast du mal ein mausbasiertes Game mit einem Analogstick gespielt, weisst du, dass das absoluter Mist ist. Der Controller wurde zusammen mit der Steam Machine enthüllt, die PC-Games ins Wohnzimmer bringt. Die wenigsten wollen dort mit einer Unterlage für Maus und Tastatur spielen, geschweige denn, wie ich, eine basteln. Darum besitzt der Steam Controller zwei Trackpads.

Mit einer echten Maus können sie nicht mithalten. Als Alternative, um bequem vom Sofa aus klassische PC-Games zu zocken, reichen sie aber allemal. Das rundenbasierte Fantasy-Strategie-Game «Heroes of Might and Magic: Olden Era» spielt sich damit einwandfrei. Dank der Beschleunigung in den Pads kann ich meine Einheiten schnell und zielgenau auswählen und quer über das Schlachtfeld schicken.

Mit den Trackpads kann ich auch klassische Mausspiele zocken.
Mit den Trackpads kann ich auch klassische Mausspiele zocken.

Bei Shooter-Games, wo jede Millisekunde zählt, bevorzuge ich weiterhin meine Unterlage, um mit Maus und Tastatur zu spielen. Dafür bin ich schon zu lange PC-User.

Dann gibt es noch die Gyro-Sensoren. Diese ermöglichen Bewegungssteuerung, was man nicht unterschätzen sollte. Kollege Domagoj hat bereits eine Ode an sie verfasst. Ich bin nie warm damit geworden. Bei «Subnautica 2» habe ich es mal wieder ausprobiert. Das Spiel erfordert keine blitzschnellen Reflexe, aber Analogsticks sind mir dennoch zu träge. Will ich sehen, ob mich ein gefrässiger Fisch verfolgt, wische ich kurz über das Trackpad und schon blickt sich mein Charakter um.

Ein weiteres fantastisches Feature nutze ich mit der Schnellmenü-Taste in der Mitte des Controllers. Damit öffne ich in Steams Vollbildmodus «Big Picture» ein seitliches Menü mit Einstellungen für FPS-Anzeige, Displayscaling oder Aufnahmefunktion. Halte ich die Taste und bewege gleichzeitig den linken Analogstick, verändere ich die Lautstärke. Ungemein praktisch.

Die erste und zweite Generation des Steam Controllers.
Die erste und zweite Generation des Steam Controllers.

Das Schweizer Taschenmesser namens Steam Input

Gyro-Sensoren besitzen auch andere Controller. Was nur der Steam Controller hat, sind die kapazitiven Analogsticks und die Drucksensoren in den Griffen. Um sie zu nutzen, starte ich mit dem Steam-Button das Steam-Menü und wechsle zu den Controller-Einstellungen. Steam-Input nennt Valve dieses umfassende Konfigurations-Tool. Hier kann ich meinen Controller nach Lust und Laune anpassen.

Ich kann die Oberflächen der Analogsticks beispielsweise so belegen, dass ich damit die Gyro-Steuerung aktiviere. Dann kann ich sie zeitweise einschalten, wenn ich in einem Shooter genau zielen muss. Kreismenüs öffne ich mit einer Berührung der Sticks. Danach gehe ich direkt zur Auswahl über, indem ich den Stick bewege. Ich wünschte mir allerdings, dass ich die Empfindlichkeit einstellen könnte. Mir lösen sie zu schnell aus.

Die Analogsticks sind kapazitiv und damit berührungsempfindlich.
Die Analogsticks sind kapazitiv und damit berührungsempfindlich.

Zuverlässiger sind die Griffensoren. Der Steam Controller weiss, ob ich die Griffe halte oder nicht und spürt sogar, wie fest. Damit gibt es eine weitere Möglichkeit, um Gyro zu aktivieren. Ich kann einstellen, dass mein Spiel automatisch pausiert, wenn ich einen Griff loslasse. Ideal, wenn mich ein Game so hässig macht, dass der Controller durch die Gegend fliegt. Dafür hat Valve sogar ein passendes Easter Egg versteckt. Wenn der Controller fällt, gibt er den berühmten Wilhelm Scream von sich.

Das Beste an Steam Input ist, dass ich mir selten eigene Steuermuster ausdenken muss. Für fast alle Spiele stehen unzählige Community-Profile bereit, die ich mit einem Klick aktivieren kann. Dort wird die Vielseitigkeit des Controllers erst so richtig ersichtlich.

Dank Steam Input kann ich den Controller komplett meinen Wünschen anpassen.
Dank Steam Input kann ich den Controller komplett meinen Wünschen anpassen.

Weil der Steam Controller auf Steam Input und nicht wie andere Controller auf Xinput setzt, funktioniert er ausserhalb von Steam nur bedingt. Als Workaround füge ich die gewünschten Games bei Steam hinzu und starte sie von dort. Mit Scissor und Steamless Controller gibt es auch Software-Alternativen.

Fazit

Ein genialer Controller, vorausgesetzt, du brauchst ihn

Der Steam Controller ist der vielseitigste Controller, den du kaufen kannst. Die hervorragenden Trackpads sind eine solide Mausalternative für Strategie-Games und andere Titel, die keine schnellen Reflexe erfordern. Die zusätzlichen Tasten, die Griffsensoren und die kapazitiven Analogsticks machen den Steam Controller extrem flexibel. Dabei profitiere ich von der aktiven Steam-Community, die dank Steam Input für jedes Spiel das passende Profil erstellt.

Die TMR-Sticks sind eine willkommene Ergänzung, sind mittlerweile bei anständigen Controllern aber auch Standard. Technisch gibt es zweifellos Controller, die mehr draufhaben und trotzdem weniger kosten. Auch an das haptische Feedback eines Dualsense reicht der Steam Controller nicht heran – wobei die technischen Voraussetzungen wohl gegeben wären.

Ein Controller ist etwas sehr Persönliches. Er muss sich in deinen Händen gut anfühlen. Ich liebe das Design des Steam Controllers und wie er sich perfekt ins Steam-Ökosystem einfügt. Lediglich die Analogsticks dürften weiter aussen liegen. Für die ganze Palette an Steam-Games gibt es dennoch keinen besseren Controller – besonders, wenn du vom Sofa aus zockst.

Pro

  • extrem vielseitig
  • präzise Trackpads
  • Griffsensoren und kapazitive Analogsticks sind mehr als ein Gimmick
  • liegt gut in der Hand
  • tolle Haptik

Contra

  • kein Kopfhöreranschluss
  • braucht Workaround für Games, die nicht bei Steam sind
  • Analog-Sticks zu weit in der Mitte

2 Personen gefällt dieser Artikel


User Avatar
User Avatar

Als Kind durfte ich keine Konsolen haben. Erst mit dem 486er-Familien-PC eröffnete sich mir die magische Welt der Games. Entsprechend stark überkompensiere ich heute. Nur der Mangel an Zeit und Geld hält mich davon ab, jedes Spiel auszuprobieren, das es gibt und mein Regal mit seltenen Retro-Konsolen zu schmücken. 


Produkttest

Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.

Alle anzeigen

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

1 Kommentar

Avatar
later