Foldable Abstimmung
Welcher Formfaktor sagt dir am meisten zu?

Samsungs neue Foldable-Serie bringt gleich drei verschiedene Formfaktoren auf den Tisch. Ich zeige dir, welches sich wofür eignet – und was du damit besser nicht machst.
Mein Umfeld überhäuft mich momentan mit Fragen wie «Ist das neue Galaxy Z Fold 8 nicht viel zu quadratisch?» oder «Das grosse Foldable ist doch viel zu dick und schwer?» und nicht zuletzt «Wer muss denn schon ein Smartphone so klein zuklappen können wie das Flip?»
Wenn du die drei neuen Samsung-Foldables nicht selbst in der Hand hattest, kommen natürlich viele Fragen und Bedenken auf. Ich möchte Licht ins Dunkel bringen, indem ich die Falter einander gegenüberstelle und zeige, welche Dimensionen welche Vorteile im Alltag bringen.

Für die Gegenüberstellung nehme ich die drei aktuellen Geräte von Samsung, das Galaxy Z Flip 8, das Galaxy Z Fold 8 und das Galaxy Z Fold 8 Ultra. Alle drei habe ich in separaten Artikeln ausführlich getestet. Hier widme ich mich einzig dem Formfaktor, damit der Ratgeber auch universell auf andere Falthandys übertragbar ist.
Zur Vereinfachung nenne ich die drei Kandidaten im Artikel einfach Flip, Fold und Fold Ultra. Danke, Samsung, fürs Verständnis!
Let’s fold!
Die grundlegendste Frage, die mich bislang erreicht hat, ist, ob die Foldables so gut in die Hosentasche passen wie ein reguläres Smartphone. Tatsächlich weicht keines der drei Foldables so krass vom Standardformat ab, dass es in der Hosentasche mühsam wird.
Das Flip ist zusammengeklappt am kleinsten, dafür natürlich auch etwas dicker. In der Hosentasche stört mich das nicht. Es ist easy zugeklappt und weggepackt.
Das Fold Ultra verhält sich am ehesten wie ein reguläres Smartphone: gleich gross, gleich dick und gleich schwer.

Das Fold wirkt am klobigsten. Dennoch misst es nur einen Zentimeter mehr in der Breite als das Fold Ultra. Es trägt auch mit einem knappen Zentimeter Dicke nicht zu dick auf. Kein Problem also für meine Hosentasche. Nach dem letzten Spiderman-Film frage ich mich allerdings, wo genau Peter Parker sein Flip im Anzug verstaut…
Die meiste Zeit verbringe ich am Smartphone beim Tippen von Nachrichten. Da steht Komfort an erster Stelle, etwa gleichzeitig schreiben und essen.
Beim Flip kann ich problemlos mit einer Hand am Aussenbildschirm Nachrichten und Notizen tippen. Die Tastatur zeigt es gleich gross an wie im aufgeklappten Zustand. Doch offen fällt mir das Tippen einhändig tatsächlich schwerer. Aus dem einfachen Grund, dass Samsung den Schwerpunkt des Flips zu weit oben hat. Es ist zwar trotzdem möglich. Andere Foldables mit dem gleichen Formfaktor haben das Problem dennoch weniger, beispielsweise die Motorola-Razr-Serie.

Beim Fold habe ich die grösste Mühe. Der knappe zusätzliche Zentimenter in der Breite genügt, damit ich nicht über die ganze Tastatur komme. Mit meiner kleinen Hand komme ich aber bei den meisten Phones nur knapp über die ganze Tastatur.
Das Fold Ultra wiederum funktioniert dank handelsüblicher Grösse ganz normal zugeklappt. Tippen ist einhändig also keine grössere Hürde, aufgeklappt natürlich schon.

Der Falz sieht bei Foldables gerade auf Fotos und wenn die Sonne draufscheint extrem aus. Tatsächlich ist er bei aktuellen Foldables nicht nur subtiler geworden und stört auch in der alltäglichen Nutzung kaum.
Wenn ich handschriftliche Notizen mache, komme ich zum Beispiel gut drumherum. Nicht einmal wenn ich zeichne muss ich ausweichen. Der Falz stört mich null. Ich kann also problemlos coole Skizzen anfertigen und Gedanken unterwegs festhalten.

Na gut, nicht ganz problemlos: Samsung hat die Stiftfunktion aus seinen Foldables gestrichen – laut Hersteller zugunsten der dünneren Bauweise. Mit Drittanbieter-Stiften kann ich dem entgegenwirken, allerdings reagieren sie aber nicht auf Druck und Neigung. Da komme ich aber bei anderen Herstellern gut weg. Namentlich finde ich die Stiftunterstützung und offizielles Zubehör beim Motorola Fold oder beim Honor Magic V6.
Wenn ich mich rein auf den Formfaktor beim Malen und Schreiben beziehe, bringt das Flip keinen Vorteil, das Fold und Fold Ultra dagegen schon. Hier gilt meine persönliche Präferenz dem Fold, weil ich privat sehr gerne auf quadratischem Papier arbeite.
Gute Kameras brauchen Platz, und Foldables sollten möglichst dünn sein. Dennoch sind die Kameras schon länger sehr gut, hier und da fehlt die Telekamera. Dafür kann ich dank der Aussendisplays bei allen drei Kandidaten mit den Hauptkameras Selfies knipsen.
Für Gruppenfotos und Selfies ist das Flip mein Favorit, weil ich es wie ein Stativ aufstellen kann. Samsung und Motorola haben zudem die praktische Funktion eingespeist, damit ich mit einem Handzeichen den Selbstauslöser betätige – bei allen Foldables übrigens. Manko beim Flip: Es befinden sich lediglich zwei Kameras am Aussenbildschirm – eine Telelinse fehlt.

Das Fold hat ebenfalls nur zwei Linsen, aber auch zwei Selfiekameras (innen und aussen je eine). Für Gruppenfotos kann ich das Foldable allerdings nicht wie ein Stativ aufstellen. Beim Fold Ultra geht das auch nicht, dafür habe ich mit der Telekamera noch eine Linse mehr zur Verfügung.
Der Vorteil der beiden Folds ist, dass ich beim Fotografieren jeweils rechts das Motiv sehe und links meine bereits gemachten Fotos – etwa wenn ich einen Vergleich benötige.
Oh ja, so was von! Mein absoluter Hauptgrund für ein Foldable.
Mit einem Smartphone kann ich neben Doomscrolling tatsächlich auch intelligente Inhalte lesen und sogar Comics konsumieren. Je grösser das Display, desto angenehmer für die Augen. Deshalb punkten hier die beiden Falter, die sich grösser aufklappen lassen.
Das kleine Aussendisplay vom Flip ist fürs Lesen von längeren Texten absolut ungeeignet. Aufgeklappt liefert es keinen Mehrwert gegenüber einem regulären Smartphone.

Das Fold punktet hier am allermeisten. Gerade aufgeklappt kommt es dem Formfaktor eines E-Readers im Hochformat sehr nahe. Bücher werden übersichtlich dargestellt, ohne unnötig viele Zeilenumbrüche. Meine Mangas lese ich darauf auch etwa in Originalgrösse. Das passt einfach perfekt! Und sogar zugeklappt zeigt es Texte noch etwas grösser und übersichtlicher an, als ich das bei einem regulären Phone gewohnt bin.
Das Fold Ultra punktet ebenfalls in aufgeklapptem Zustand, hat aber keine ganz so passende Form wie das Fold. Der grosse Screen ist insgesamt dennoch ein Mehrwert für Bücher und Comics.

Faltphones sind echte Ingenieurskunst, weil alles in einem so dünnen und kompakten Format funktionieren muss. Akkus findest du beispielsweise in beiden Smartphone-Hälften. Zum Kühlen von Akku und Chip steht einem Foldable deshalb weniger Platz zur Verfügung.
Ich kann es nicht schönreden: Foldables werden generell schneller heiss als reguläre Smartphones. Beim Zocken drosseln sie dann die Leistung. Das fällt noch mehr auf, wenn du grafiklastige Games wie «Wuthering Waves» oder «Genshin Impact» spielst.
Aber das Format spielt beim Zocken ebenfalls eine grosse Rolle.
Beim Flip hole ich dich schon mal vom hohen Gaming-Ross runter: Das eignet sich einfach nicht für grafiklastige Spiele. Dafür hat es absolutes Tamagotchi- und Gameboyfeeling am Aussenbildschirm. Mit Casual-Games wie Sudoku, Tetris und Co. bist du hier bestens aufgehoben – und das Faltphone brutzelt dir nicht die Finger weg.

Das Fold fühlt sich derweil wie ein richtiger Handheld an, wenn ich es aufklappe. Ich mag das Format beim Zocken richtig gerne. Auch das Fold Ultra hat diese Qualitäten, wenn auch etwas quadratischer im aufgeklappten Zustand. Und beide sind geschlossen spieletauglich mit viel Platz.
Nun kennst du die Vor- und Nachteile der einzelnen Formfaktoren. Was ich nicht drin habe, ist die Robustheit der Scharniere. Da habe ich selbst nur einen persönlichen Referenzwert mit meinem Foldable von Google (Pixel 10 Pro Fold). Das leistet bisher gute Dienste und wirkt äusserst robust. Zudem ist es wasser- und staubdicht nach IP68. Von anderen Usern mit anderen Foldables habe ich im Gegenzug schon alles gehört. Das ist aber mit regulären Smartphones nicht anders…
Die einzige Frage, die noch offen bleibt, ist, ob es dir das Geld wert ist. Leider sind Foldables im Vergleich zu ihren Pendants mit nur einem Display schon wesentlich teurer. Aber wie auf dem regulären Smartphonemarkt gibt es auch hier preislich enorme Unterschiede je nach Marke.
Zusammen mit Honor gehört Samsung zu den teuersten in dieser Auswahl. Motorola ist etwas günstiger. Noch günstiger, dafür mit Abstrichen bei Kameras und Software, kommst du mit einem Foldable von Nubia.
Aber abgesehen vom Preis:
Welcher Formfaktor sagt dir am meisten zu?
Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los.
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