Klever in Köln: Das S-Pedelec X Speed Pinion im Test
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Klever in Köln: Das S-Pedelec X Speed Pinion im Test

Michael Restin
Michael Restin
Zürich, am 12.08.2020
Ein Bike wie die Stadt: Irgendwie anders. Ich bin mit dem X Speed Pinion von Klever Mobility eine Woche in Köln unterwegs. Mal schauen, was passiert, wenn das S-Pedelec mit dem lokalen Grundgesetz kollidiert.

Ein Industriegebiet am Stadtrand von Köln, hinterster Hinterhof. Nebenan rauscht die A1, eine der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands. In ihrem Schatten versteckt sich die Zukunft. Das Team von Klever Mobility arbeitet daran, Pendler aus den Autos zu holen. Mit S-Pedelecs, den bis zu 45 km/h schnellen kennzeichenpflichtigen E-Bikes, die auch für längere Strecken über 30 Kilometer eine Alternative sein können. Beziehungsweise könnten. «Ihr in der Schweiz seid da weiter», sagt Produktmanager Daniel Wilden, bei dem ich mein Testgefährt abhole.

Während sich S-Pedelecs in Deutschland hinter den Autos einreihen müssen und auf Velowegen verboten sind, gehören sie bei uns genau dorthin. Auf den Veloweg, sofern vorhanden. Auch das Fahren mit Kinderanhänger ist erlaubt. Entsprechend viele Flyer und Stromer mischen den Verkehr auf. Zur Einordnung: In Deutschland wurden vergangenes Jahr nur 6 700 S-Pedelecs verkauft, in der Schweiz 19 000 – mehr als sonst irgendwo in Europa. Weiter so, denn auf dem Weg zu wirklich velofreundlichen Strassen gibt es noch viel zu tun.

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Egal. Für meinen Test gilt ohnehin das Kölsche Grundgesetz – elf zu Paragraphen erhobene Sinnsprüche, mit denen in der Domstadt jeder und jede durchs Leben kommt. «Et es wie et es» besagt der erste. Es ist, wie es ist. Entsprechend offen sage ich: Von Klever habe ich bislang noch nichts gehört. Dabei ist das Bike, das mir der Produktmanager präsentiert, ein Hingucker. Statt den Akku irgendwo im Unterrohr zu verstecken, prangt er – kantig wie ein Benzinkanister– mitten im Rahmen, der eine spezielle Geometrie aufweist, die sogar der Gepäckträger aufnimmt.

Daniel Wilden von Klever Mobility.
Daniel Wilden von Klever Mobility.

Während ich mich mit der Optik anfreunden kann, hat Kollege Philipp Rüegg, der gerade auf Bike-Suche ist und dem ich das Teil vorab im Büro am Bildschirm gezeigt habe, mit einem langgezogenen «Nääääh» reagiert und geschaut, als hätte er in eine Zitrone gebissen. «Klar polarisiert das Design», weiss auch Daniel Wilden.

Klever ist ein Tochterunternehmen des Roller-Herstellers Kymco. Vielleicht soll das auffällige Design eine Hommage an die motorisierten Wurzeln sein. Jedenfalls versucht das X Speed gar nicht erst zu verstecken, dass die Power nicht nur aus den Beinen des Fahrers kommt. Den Löwenanteil liefert ein Hinterradantrieb, der beim X Speed Pinion mit 600 Watt und einem Drehmoment von 49 Nm ordentlich Vortrieb verspricht. Zum Vergleich: Der stärkste Stromer-Motor im ST5 leistet 800 Watt und kommt auf 48 Nm. Eine 800-Watt-Variante ist bei Klever ebenfalls geplant.

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Während bei E-Bikes bis 25 km/h die Mittelmotoren von Bosch & Co. den Markt dominieren, ist bei den schnelleren S-Pedelecs häufiger der Hinterradantrieb angesagt. Die Kraft wird direkt an der Nabe aufs Rad übertragen, andere Komponenten werden weniger belastet. Auf das bürstenlose Biactron-System von Klever gibt es fünf Jahre Garantie. Ich werde es eine Woche lang durchs Rheinland quälen und frei nach Paragraph 2 des Kölschen Grundgesetzes davon erzählen: «Et kütt wie et kütt.» Es kommt, wie es nun mal kommt.

Abfahrt

Im Alltag fahre ich ein Singlespeed mit Hinterrad-Nabenmotor, der beim Anfahren oder am Berg auf Knopfdruck Zusatzpower liefert. Er tut das nach einer kurzen Kunstpause derart laut röhrend, dass ich den Motor beim Überholen rechtzeitig abschalten und den Schwung mitnehmen muss, wenn ich andere Velofahrer mit meiner scheinbar überlegenen Fitness frustrieren will. Ausserdem haben wir noch ein E-Bike mit Mittelmotor im Haushalt, dessen konstantes Surren die Tretunterstützung verrät. Als ich die erste Runde mit dem X Speed drehe, höre ich: nichts. Während das Velo gewaltig nach vorne schiebt, rauscht mir nur der Wind um die Ohren.

Die Luxus-Variante ist mit Pinion-Getriebe und Riemenantrieb ausgestattet.
Die Luxus-Variante ist mit Pinion-Getriebe und Riemenantrieb ausgestattet.

Natürlich ist mir vorher schon aufgefallen, dass S-Pedelecs nicht laut unterwegs sind. Und doch verblüfft es im ersten Moment, weil Riemenantrieb und Motor nicht zu hören sind. Geräusche gibt es nur beim Schalten, wenn ich das verkapselte Pinion-Getriebe knackend in einen anderen der zwölf Gänge zwinge. Und wenn die kräftigen Scheibenbremsen von Magura zupacken. Im Trockenen zwitschern sie, bei Nässe wird ein kreischendes Quietschen daraus.

Das reicht, um Fussgänger, die achtlos die Strasse überqueren, zurück aufs Trottoir springen zu lassen. Ein Fuchs, der mich auf der Landstrasse zunächst nicht bemerkt hatte, stand ebenfalls kurz vor dem Herzinfarkt. Bremsen tut bei so viel Power unter dem Hintern nicht weh. Nach ein paar Pedalumdrehungen zeigt der Tacho schnell wieder 40 km/h an. Dafür muss ich im Flachland nicht einmal runterschalten.

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Fahrgefühl

Vorne ist beim X Speed eine RockShox Recon Air Federgabel verbaut, die mit 100 mm Federweg und in Kombination mit den 27.5-Zoll-Reifen (Schwalbe Super Moto X) etwas dämpft. Das Fahrgefühl ist trotzdem sportlich-straff. Bei hoher Geschwindigkeit reicht der steife Aluminiumrahmen einige Schläge weiter und ich denke an die optional erhältliche gefederte Sattelstütze. Insgesamt passen Optik, Sitzposition und rasanter Antritt sehr gut zusammen.

Mit einer auffälligeren Rahmenfarbe sieht das X Speed meiner Meinung nach besser aus, doch auch so hebt es sich von der Masse ab. Die Rahmenkonstruktion um den kantigen Akku herum erlaubt weder ein gerades Oberrohr noch einen Tiefeinsteiger. Sie ist, wie sie ist und die Sattelstütze ragt unabhängig von der Grösse des Fahrers weit heraus. Kabelstränge verschwinden im Vorbau und sind im Rahmen verlegt.

Die Schweizer Variante wird unter dem Licht einen Reflektor haben. In Deutschland ist eine Hupe vorgeschrieben.
Die Schweizer Variante wird unter dem Licht einen Reflektor haben. In Deutschland ist eine Hupe vorgeschrieben.

Es ist definitiv ein Bike, dass eine eigene Handschrift hat. Was die Fahreigenschaften angeht, muss sich das Klever X Speed Pinion nicht verstecken. Kräftig, agil und gut im Handling ist dieses 29 Kilogramm schwere S-Pedelec. Das Gewicht ist angenehm verteilt, doch der Sprinter braucht Energie.

Akku

«Spezialakku, ne?» Kaum bin ich am Rheinufer vor dem Dom vom Bike gestiegen, kommt der erste Neugierige auf mich zu. Käppi verkehrt herum auf dem Kopf, ein Mundschutz schlabbert unter dem Kinn, das nach unten klappt, als ich ihm das Konzept erkläre und von meinem Test erzähle. «Boah, da hast du aber 'nen geilen Job, ne?» Heute stimme ich zu. Als ich zwei Tage zuvor im strömenden Regen von der Landstrasse gehupt wurde, habe ich ihn verflucht. Immerhin ging mir nicht auch noch die Energie aus.

Ich bin kein Freund überdimensionierter Akkus. Sie wiegen viel und werden selten wirklich gebraucht. Die Reichweite muss zur regelmässig gefahrenen Strecke passen. Und da S-Pedelecs vor allem Pendler im Visier haben, ist diese klar definiert. Wie weit dich eine Akkuladung schlussendlich trägt, hängt von vielen Faktoren ab. Gewicht, Streckenprofil, Reifendruck, Temperatur und Pflege, um nur einige zu nennen.

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Mach nur nicht den Fehler, davon auszugehen, dauerhaft mit niedriger Unterstützung unterwegs zu sein. Der Power-Modus ist zu verlockend und wird schnell zur Gewohnheit. Dann sinkt die Reichweite rapide. Klever hat Akkus mit 360, 570 und 850 Wh im Sortiment und – das ist ein Vorteil des Designs – noch Platz im Rahmen: Eine 1200-Wh-Variante wird es bald geben. Bei meinem Testbike ist serienmässig der 850-Wh-Akku eingebaut. Und den brauchst du auch. «Drinkste ene met?» Frei nach Paragraph 10 lässt sich das X Speed auf der höchsten Unterstützungsstufe nicht zweimal bitten, wenn es darum geht, den Akku zu leeren. Wenn du richtig Gas gibst, kann es bei 40 Kilometern in der Ebene schon eng werden.

Der Verbrauch ist nicht alles, ein fahrbarer Untersatz muss auch Spass machen.
Der Verbrauch ist nicht alles, ein fahrbarer Untersatz muss auch Spass machen.

Meine typische Tour sieht so aus: Ich fahre aus einem vierzehn Kilometer entfernten Vorort ins Zentrum, kreuz und quer durch die Stadt und abends wieder zurück. Meistens mit hoher, manchmal mit mittlerer Tretunterstützung. Einmal drehe ich ein paar Extrarunden um dem Block, bis der Akku komplett leer ist. Vorher regelt er automatisch nach und nach die Unterstützungsstufen herunter, um die Reichweite zu erhöhen. Den letzten Rest Energie verweigert er dir, um das Licht am Leuchten zu halten.

Bei den etwa 80 Kilo, die ich mit Gepäck wiege, kam ich im Flachland exakt 53.5 Kilometer weit. Es ist mehr drin, wenn ich in der Stadt auf niedrige Unterstützung umstelle, die immer noch genug Vortrieb bringt. In 30er-Zonen brauche ich nicht viel Kraft, um im Verkehr mitzuschwimmen. An einem anderen Tag fahre ich sparsamer und komme nach 55.6 Kilometern mit mehr als einem Drittel Restakku ans Ziel. Aber ein bisschen Spass muss sein – und der fängt erst ab Stufe zwei so richtig an.

Nach ungefähr 3.5 Stunden ist der Akku wieder voll.
Nach ungefähr 3.5 Stunden ist der Akku wieder voll.

Solltest du mit dem Gedanken spielen, im Büro nachzuladen, machst du dich bei den Kollegen unbeliebt. Der Lüfter des Schnellladegeräts ist sehr viel lauter, als das X Speed auf der Strasse. Im Keller oder in der Garage ist das kein Problem. In der Wohnung musst du dir den Geräuschpegel ungefähr so vorstellen, als würde sich jemand hinter einer verschlossenen Tür vier Stunden lang die Haare föhnen. Ein leises Ladegerät ohne Lüfter wird es von Klever voraussichtlich Ende Jahr geben.

Rekuperation

Ich brauche einen Berg. Das ist gar nicht so einfach in Köln, wo der Dom über allem steht und die höchste Erhebung der Monte Troodelöh mit 118,04 m ü. M. (sic!) ist. Ich habe sechs Jahre lang hier gelebt und war immer irritiert, wenn Einheimische so etwas wie «do jeht et dä Bersch erop!» zu mir sagten, um auf eine angeblich anstrengende Steigung hinzuweisen. Alles flach hier.

Bis auf elf Trümmerhügel, die nach dem Zweiten Weltkrieg aufgeschüttet wurden. Einer davon dient mir als Teststrecke. Das X Speed kann dem Akku per Rekuperation wieder etwas Energie zuführen. Genau genommen sind Leerlauf- und Bremsrekuperation möglich und im entsprechenden Gelände sinnvoll.

Der Herkulesberg ist für das Klever X Speed keine Herkulesaufgabe.
Der Herkulesberg ist für das Klever X Speed keine Herkulesaufgabe.

Ich habe beides auf «Automatik» gestellt. Davon merke ich nur bei hoher Geschwindigkeit etwas, dann rumort und rekuperiert es, sobald ich aufhöre zu treten oder den Bremshebel ziehe. Ein kleiner Balken zeigt im Display an, dass etwas Energie zurückfliesst. Um den Effekt bergab zu testen, erklimme ich den Herkulesberg, der tatsächlich eine nennenswerte Steigung zu bieten hat.

Eigentlich dürfte ich hier nicht unterwegs sein, aber das lautlose Pedelec stört die schnaubenden Jogger nicht. Ich fahre extra langsam und muss runterschalten, damit der Motor seine Kraft bei niedriger Geschwindigkeit auf den Boden bringt. Oben angekommen, schalte ich die Leerlauf-Rekuperation auf die höchste Stufe 3. Damit kann ich den Hügel ohne zu bremsen wieder runterrollen und werde trotzdem nicht schneller als 15 Stundenkilometer.

Der kleine Balken oben links zeigt an, dass Energie zurückfliesst.
Der kleine Balken oben links zeigt an, dass Energie zurückfliesst.

Auf längeren Abfahrten würde das sicher nennenswerte Energiemengen zurückbringen und die Bremsen entlasten. Im Alltag ist die Automatik-Einstellung vorteilhaft. Irgendwann schalte ich sie ganz aus. Hier in der Rheinischen Tiefebene greift Paragraph 4 des Kölschen Grundgesetzes: «Watt fott es es fott.» Weg ist weg, also verschwende keinen weiteren Gedanken daran. Die verbrauchte Energie kommt nicht wieder.

 Sicherheit

Um das Klever X Speed zu starten, brauchst du einen Dongle. Das tönt wie Kölsche Mundart, ist aber englisches Fachchinesisch für einen kleinen Stick, den du in die entsprechende Buchse am Display steckst. Nach kurzem Warten ziehst du ihn wieder ab und das Bike ist startklar. Einmal erschreckt mich das Display mit der Meldung «Wrong E-Key», weil ich ihn zu schnell angesteckt habe. Ansonsten klappt das einwandfrei.

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Sobald du das Display ausschaltest, aktiviert sich der Alarm – sofern du das nicht in den Settings unterbindest. Steht das Bike längere Zeit unbewegt herum, signalisiert ein Piepsen, dass das Display nun aus und der Sicherheitsmodus scharf ist. Macht sich dann jemand an deinem Bike zu schaffen, geht ein Alarm los und das Hinterrad wird blockiert. Daniel Wilden hat mir erzählt, dass sein X Speed mal eine Nacht lang ohne weiteres Schloss in der Kölner Innenstadt stand.

Vermutlich hat er auf Paragraph 3 des Kölschen Grundgesetzes vertraut: «Et hätt noch immer jot jejange.» Und es ging gut, er hat es am nächsten Tag zwanzig Meter weiter wiedergefunden. Sein Glück, denn ansonsten gilt wieder: «Watt fott es es fott.» Über eine GPS-Verfolgung verfügt das Bike nicht. Dafür lassen sich alle wichtigen Teile anhand der Seriennummer identifizieren.

Mir gelingt es auf Anhieb, den Dongle auf der Strasse zu verlieren, was ich zum Glück nach ein paar Metern bemerke. Mer losse de Dongle in Kölle? Muss nicht sein. Zumindest erinnere ich mich daran, dass zwei davon zum Lieferumfang gehören und sie bei Bedarf gesperrt und neu codiert werden können. Die Sicherheitsfeatures sind sinnvoll. Nicht überall bewacht ein Fernsehclown die Bikes. Auch wenn es ein Fake ist – gut ist er.

 Display

Die Steuerzentrale ist simpel. Sie gewinnt wohl weder einen Desingpreis noch ist sie visionär. Das muss nicht schlecht sein, es kommt auf die individuellen Bedürfnisse an. Manche werden beim Anblick des klassischen Bauteils sagen «Do laachste dech kapott» (§ 11) und auf vollintegrierte Systeme wie bei Stromer verweisen. Dort sitzt ein Farbdisplay im Oberrohr, das Bike kommuniziert per SIM-Karte über das Mobilfunknetz und saugt Updates automatisch.

Andere Nutzer finden bei zu viel Schnickschnack: «Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet» (§ 6). Sie brauchen all die Zusatzfunktionen nicht und sind froh über ein LCD-Display am Lenker, das sie – ohne den Hals zu verrenken – auch im Sonnenlicht gut ablesen können.

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Beim X Speed hast du die Geschwindigkeit und Unterstützungsstufe im Blick. Das reicht in vielen Fällen. Über gummierte Tasten kannst du zwischen High, Medium und Low umschalten oder die Unterstützung ganz abschalten. Der Info-Knopf wechselt zwischen Tageskilometern, Uhrzeit und anderen Angaben, die Velocomputer seit Anbeginn der Zeit anzeigen. Ein langer Druck darauf führt ins Menü, wo du zum Beispiel die Rekuperations-Modi findest und die Unterstützungsstufen deinen Wünschen anpassen kannst: Wie high ist high, wie low ist low?

Ausserdem gibt es noch einen Knopf für die Schiebehilfe, der, während der Fahrt gedrückt, sofort die volle Motorpower liefert. Du kannst also mit niedriger Unterstützung fahren und bei Bedarf den Button gedrückt halten. Leider ist direkt darunter die Hupe und ich verwechsle beides manchmal. Hinter einer Abdeckung versteckt sich der Slot für den E-Key.

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Das Bluetooth-Symbol verrät, dass es auch eine App gibt, die Klever bislang nicht weiter erwähnt. Zu viele Nutzer haben gefunden: «Do laachste dech kapott.» Ganz klar: Hier muss die Firma nachlegen, wenn auch die Zielgruppe abgeholt werden soll, die, was die Techniknutzung betrifft, im 21. Jahrhundert angekommen ist. Wer selbst seine Zahnbürste per App konfiguriert, erwartet diese Möglichkeit bei einem S-Pedelec erst recht und will es auch via Bluetooth entsperren können.

Ein modernes Farbdisplay ist in der Pipeline. Es kommt voraussichtlich nächstes Jahr und wird an den bisherigen Modellen einfach nachzurüsten sein. Frei nach Paragraph 5: «Nix bliev wie et wor.» Nichts bleibt, wie es war – obwohl weniger smartphone-affine Zeitgenossen auch mit dem Status Quo zufrieden sein dürften. Weil er sich bewährt hat und reibungslos funktioniert. Sie halten es mit Paragraph 8: «Mach et jot ävver nit ze off.» Mach es gut, aber nicht zu oft.

Fazit

Klever baut ein S-Pedelec mit tollen Fahreigenschaften. Ich durfte die Luxusvariante mit Riemenantrieb und Pinion-Getriebe testen. Sie ist teuer, aber wartungsarm und sorgt für spektakulär leises Fahren. Mit anderen Komponenten bestückt, gibt's das X Speed günstiger. Die leicht sportliche Sitzhaltung inklusive straffer Federung bleibt gleich.

Wenn du ein leises Schnellladegerät und ein modernes Display weit oben auf der Prioritätenliste stehen hast, musst du warten oder nachrüsten. Und falls dir die Designsprache gar nicht zusagt, bleib entspannt: Et es wie et es.

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Michael Restin
Michael Restin

Editor, Zürich

Sportwissenschaftler, Hochleistungspapi und Homeofficer im Dienste Ihrer Majestät der Schildkröte.

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