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Produkttest

Marstek Venus E 3.0 im Test: Günstiger Helfer beim Stromsparen

Der Stromspeicher Venus E 3.0 von Marstek sammelt seit Mai bei mir im Keller überschüssigen Strom von der Solaranlage auf dem Dach. Im Zusammenspiel mit einer smarten Steuerung reduziert er meine Stromkosten.

Batteriespeicher boomen, sowohl für Privathaushalte als auch in der Industrie. Der Grund liegt auf der Hand: Vor allem in den Mittagsstunden produzieren Solarmodule häufig mehr Strom als gerade gebraucht wird. Und mit einem Speicher kannst du ihn quasi für später aufheben oder ihn dann verkaufen, wenn er teuer ist. Für manche Firmen ist das ein eigenes Geschäftsmodell.

Als Hauseigentümer mit einer kleinen Photovoltaikanlage (9,5 Kilowatt Peak-Leistung) auf dem Dach werde ich nicht reich. Aber ich will vom produzierten Strom so viel wie möglich selbst verbrauchen. Das entlastet Netzkapazitäten – und ein bisschen die Stromrechnung.

Bei der Installation der PV-Anlage vor rund fünf Jahren waren Speicher noch sehr teuer. Inzwischen sind die Preise deutlich gesunken. Ein regelrechter Preisbrecher ist der Venus E 3.0 von Marstek. Für unter 1500 Franken gibt es einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 5,2 Kilowattstunden (kWh).

Für einen Test hat mir der Schweizer Importeur des China-Schnäppchens ein Exemplar zur Verfügung gestellt. Wie immer bei Tests der Galaxus-Redaktion ohne Einflussnahme und ohne eine Verpflichtung, wie der Test durchgeführt werden müsste oder das Ergebnis zu sein habe.

Installation ohne Installateur

Der Preis macht den Marstek-Speicher attraktiv. Es gibt noch einen zweiten Grund: Ich kann ihn in Betrieb nehmen, ohne eine Elektrofirma beauftragen zu müssen. So etwas kostet ja schnell noch einmal ein paar Hundert Franken. Der Venus E 3.0 ist ein Plug-and-Play-Speicher. Ich stecke ihn in eine freie Steckdose, und los geht es. Die Steuerung für den Speicher ist integriert, ebenso ist ein bidirektionaler Wechselrichter bereits an Bord. Den braucht es, um wahlweise Strom zu speichern oder ihn wieder in unser Hausnetz zurückzuspeisen.

Erst einmal aber muss das Teil an den richtigen Ort, bei mir ist dieser im Keller. Auch in der Garage oder sogar im Freien kannst du ihn übrigens aufstellen – er ist mit IP67 zertifiziert, also staubdicht und geschützt vor Strahlwasser. Da kann es also aus Eimer schütten, dem Speicher ist es egal. Der von der Spedition gelieferte Speicher wiegt samt Verpackung rund 60 Kilogramm; du solltest nicht versuchen, ihn alleine zu tragen. Hat er einmal sein Verpackungskleid abgeworfen, ist der Venus E 3.0 eine erstaunlich schmale und kompakte Erscheinung: 50 Zentimeter breit, 63 Zentimeter hoch und gerade einmal 15 Zentimeter tief.

In meinem Technikraum im Keller hängt bereits der Wechselrichter für die PV-Anlage, das Energiemanagementsystem (EMS) ist im Stromkasten montiert und der gepimpte Boiler verrichtet dort seine Arbeit. Da sollte sich der Marstek-Speicher wohlfühlen. Ich stelle ihn auf den Boden, könnte ihn aber mit einer mitgelieferten Schiene auch an die Wand hängen, entsprechende Schwerlastdübel sind schon dabei.

Massive Metallbügel sind die Wandhalterung für den Venus 3.0. Einer kommt an die Wand als Aufhänger, der andere wird mit vier Schrauben am Speicher selbst montiert.
Massive Metallbügel sind die Wandhalterung für den Venus 3.0. Einer kommt an die Wand als Aufhänger, der andere wird mit vier Schrauben am Speicher selbst montiert.

Im Lieferumfang ist genau ein Kabel dabei. Das passt nur an einen Anschluss am Venus E 3.0. Am anderen Ende ist ein normaler Stecker für eine Steckdose. Das ist idiotensicher.

Verbindung mit dem Solarmanager

Damit der Venus E 3.0 weiss, wann die PV-Anlage auf dem Dach mehr Strom produziert, als gerade im Haus verbraucht wird, braucht er Zugriff auf die Gesamtstrommessung. Die Marstek-App erkennt während der Installation zuerst das WLAN, verlangt das Passwort und ist verbunden. Dann findet die App den Shelly im Verteilerkasten, der die Verbrauchs- und Produktionsdaten liefert, und verbindet sich auch mit ihm.

Das klingt fast zu einfach, oder? Stimmt. Denn trotz erfolgreicher WLAN-Integration und Shelly-Verbindung legt der Speicher nicht los. Die Werte in der Marstek-App bleiben bei Null. Einzig sehe ich, dass der Speicher ab Werk einen Ladestand von 47 Prozent hat. Auch in der Solar-Manager-App wird der Marstek-Speicher als Gerät erkannt; er ist aber nicht funktional. Angeblich fehlt die Verbindung.

Nach einer Stunde des Herumprobierens in den Einstellungen gebe ich auf. Ich kontaktiere Hans Fischer, einen der Erfinder des Solar Managers. Er muss es wissen. Und siehe da: Keine zehn Minuten nach meiner E-Mail-Anfrage habe ich eine Antwort von ihm und die Lösung. Es braucht eine Ethernet-Verbindung, wie mir Hans erklärt. Die WLAN-Verbindung zum Solar Manager wird von Marstek blockiert. Ich folge einer kurzen Anleitung, und kaum steckt ein LAN-Kabel im Port am Venus E 3.0 und an meinem Switch, meldet der Solar Manager den Speicher als «verbunden». Die Sache mit dem LAN steht übrigens auf der Solar-Manager-Website auch. Ich hätte also nur mal meine Augen aufmachen müssen.

In Internetforen berichten Nutzer und Nutzerinnen des Marstek-Speichers von Problemen bei der Einrichtung. Häufig ist eine instabile WLAN-Verbindung der Grund – das von Marstek verbaute Modul hat offensichtlich nicht die beste Leistung. Eine Kabelverbindung hat eben doch ihre Vorteile. Die Installation ist grundsätzlich einfach, aber ein bisschen technisches Verständnis schadet nicht. Eine gute Liste mit möglichen Problemen und Lösungen findest du hier.

Besser mit LAN-Kabel. Gilt auch für den Marstek-Speicher.
Besser mit LAN-Kabel. Gilt auch für den Marstek-Speicher.

Laden und Entladen läuft

Der erste Test mit Batteriespeicher findet an einem Tag im Mai statt, Sonne und Wolken wechseln sich am Himmel ab. Der Speicher von Marstek geht sofort in den Lademodus. Er greift 600 Watt des von der PV-Anlage gelieferten, überschüssigen Solarstroms ab und lagert ihn in seinem LiFePO₄-Akku. Schieben sich Wolken vor die Sonne, reagiert die Steuerung fast sekündlich und reduziert den Stromfluss zur Batterie. Da gibt es so gut wie keine Latenz.

Ein typischer Sommertag: Die blauen Ausschläge nach unten zeigen an, wann Energie eingespeichert wird, die roten die Entladung. Die obere blaue Kurve ist der Ladestand über einen Zeitraum von 24 Stunden.
Ein typischer Sommertag: Die blauen Ausschläge nach unten zeigen an, wann Energie eingespeichert wird, die roten die Entladung. Die obere blaue Kurve ist der Ladestand über einen Zeitraum von 24 Stunden.

Der Hersteller verspricht eine Lebensdauer von 15 Jahren. Oder 6000 volle Lade- und Entladezyklen. Zehn Jahre lang läuft die Garantie. Mein innerer Taschenrechner findet heraus, dass bei fünf kWh Kapazität in den nächsten Jahren mindestens mal 30 000 Kilowattstunden durch den Speicher gehen werden.

Lohnt sich das dann finanziell? Bei einem Anschaffungspreis von 1500 Franken lässt es sich grob berechnen. Ich setze die Investition in Relation zu den Kilowattstunden. Wenn ich bei jeder einzelnen kWh-Transaktion fünf Rappen einsparen kann, hat sich die Anschaffung schon gelohnt.

Das ist problemlos möglich. Speichere ich zum Beispiel eine kWh Sonnenenergie, verliere ich die Vergütung vom EKZ, derzeit um die zehn Rappen. Aber wenn ich diese eine kWh zum Beispiel am Morgen nutze, um Kaffee und Tee zu machen, spare ich mir die 25 Rappen, die ich sonst bezahlen müsste. Die Differenz ist quasi mein Gewinn. Sehr vereinfacht gesagt.

Marstek-Speicher kann auch Notstrom liefern

Ich will aber nicht vor jedem Kaffee überlegen, wie sich diese Differenz auf meine Stromrechnung auswirkt. Deshalb lasse ich denken. In der Marstek-App gibt es vier Modi. Sie heissen Eigenverbrauch, KI-Optimierung, Manuell und UPS. Letzterer ist interessant, wenn der Speicher als Notstromversorgung im Einsatz sein soll. Im «Uninterruptible Power Supply», kurz UPS, lädt er immer auf, wenn gerade Strom vorhanden ist – egal ob vom EKZ oder von der Solaranlage auf dem Dach. Er hamstert also Strom, wann immer er kann. Kleiner Exkurs: Vor allem auch deshalb sind Stromspeicher wie jener von Marstek derzeit stark nachgefragt in der Ukraine, wo durch russische Angriffe immer wieder die Versorgung unterbrochen wird. In der Schweiz oder in Deutschland ist das zum Glück kein Thema. Trotzdem gut zu wissen: Am Venus E 3.0 gibt es eine Steckdose, die ich anzapfen kann, sollte bei uns der Strom einmal ausfallen.

Dank der Steckdose am Marstek-Speicher könnte ich in der Not hier auch noch Geräte versorgen.
Dank der Steckdose am Marstek-Speicher könnte ich in der Not hier auch noch Geräte versorgen.

In den anderen Modi kann ich manuell sehr genau einstellen, wann geladen und entladen werden darf. Im «KI-Modus» könnte ich im 15-Minuten-Takt wechselnde Preise in dynamischen Tarifmodellen nutzen, um supergünstig Strom einzukaufen und ihn dann wieder ins Netz zu speisen, also zu verkaufen, wenn die Preise hoch sind. Das ist in der Schweiz aber derzeit nicht sinnvoll, weil die dynamischen Tarife hierzulande noch in den Kinderschuhen stecken und die Unterschiede zu gering sind. In den Nachbarländern ist da mehr möglich. Teilweise bekommst du dort zu bestimmten Zeiten Geld, wenn du überschüssigen Strom abnimmst.

Ziel: viel Strom selbst verbrauchen

Mein Fokus ist eher, so viel wie möglich des produzierten Stroms selbst zu nutzen. Und das im Zusammenspiel mit der Ladestation fürs Elektroauto in der Garage und mit der Wärmepumpe sowie dem Boiler. Das alles läuft ohnehin schon über mein EMS, also den Solar Manager. Deshalb steuere ich auch den Marstek-Speicher damit und nicht mit der Marstek-App. Ich muss auf keine Funktionalitäten verzichten, im Gegenteil: es gibt dort weitere Modi.

Mein 600-Watt-Problem

Ich gebe aber zu, dass mich diese Vielfalt etwas überfordert. Spontan spricht mich der «Eco»-Modus an. Er soll die Batterie passend zum Verbrauch sinnvoll laden und sie schonen, weil die Einspeisung während der Mittagsspitzen reduziert wird. Brauche ich das?

Und dann gibt es da noch die Frage, wie viel Watt ich in den Marstek maximal pumpe. Zuerst habe ich da 600 Watt definiert, sowohl für die Lade- als auch die Entladeleistung. Mehr Einspeisung ins Netz ist in der Schweiz auch nicht erlaubt.

Aber ich war wohl zu vorsichtig. Jedenfalls gibt mir Hans Fischer noch den Tipp, die Ladeleistung für den Akku etwas höher einzustellen. Mit 1500 Watt ist der Venus E 3.0 nämlich in gut drei Stunden voll. Dann ist auch der «Eco»-Modus eine gute Idee.

Erst Neugier, dann Rendite

Die ersten zwei, drei Tage hänge ich viel am Handy. Ich muss den Batteriestand checken, ich muss schauen, wie viel Watt gerade in der Speicher gehen, ich will wissen, wie viel Strom heute Nacht verbraucht wurde. Es ist spannend, das zu beobachten. Ich könnte mich auch vor den Speicher im Technikraum setzen und das LED-Band beobachten. Pulsiert das Licht von links nach rechts, lädt der Akku, von rechts nach links entlädt er sich. Das hat etwas Meditatives. Wer will, kann die LED-Spielerei auch abstellen.

Weisse LED links und rechts für verschiedene Status, in der Mitte ein Balken, der anzeigt, ob gerade ge- oder entladen wird.
Weisse LED links und rechts für verschiedene Status, in der Mitte ein Balken, der anzeigt, ob gerade ge- oder entladen wird.

Nach ein paar Tagen lässt die Neugier nach. Ich habe jetzt genug Vertrauen, dass der Speicher das tut, was ich von ihm erwarte. Und die Solar-Manager-App bestätigt mich. Per Push teilt sie mir mit, dass Autarkiegrad und Eigenverbrauchsquote in unserem Haushalt gestiegen sind.

Der Mai geht zu Ende. In den kommenden Wochen steigen die Temperaturen in der Schweiz, die Zahl der Sonnenstunden auch. Oft ist der Marstek-Speicher bereits am späten Vormittag prall gefüllt. Ich überlege, ob ich mir zusätzlich zum Testgerät noch einen zweiten anschaffe.

Die fünf Kilowattstunden Kapazität reichen zwar im Sommer an vielen Tagen durch die Nacht, wenn im Haus nur die Lüftung und ein paar Standby-Geräte Strom brauchen. Einige Tage in Folge beziehen wir keine einzige Kilowattstunde Strom vom Netzbetreiber. Mit einem zweiten Speicher könnte ich die Zahl der autarken Tage sicher noch etwas erhöhen.

Fazit

Perfekter Einstieg ins Speicher-Game

Einfacher geht’s wirklich nicht. Der Marstek-Speicher ist spannend, wenn du eine PV-Anlage hast – egal ob auf dem Hausdach oder nur ein paar Module auf dem Gartenhäuschen oder am Balkon. Er ist einfach zu installieren, braucht nicht viel Platz und ist mit der Marstek-App auch gut zu steuern. Die Solar-Manager-Lösung, die ich nutze, ist rein optional.

Pro

  • attraktives Preis-Leistungsverhältnis
  • schnelle Reaktionszeit zwischen Laden und Entladen
  • kostenlose, verständliche App
  • einfache Installation
  • Wandmontage möglich
  • benötigt wenig Platz

Contra

  • eher instabiles WLAN

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Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln. 


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