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Schrubben, bürsten, wischen – Ich hab meinen Grill geputzt, 2 Stunden lang

Oliver Fischer
Oliver Fischer
26.05.2022
Bilder: Oliver Fischer

Ich koche oft und gern und halte meine Küche darum grundsätzlich sauber. Beim Grill sieht’s etwas anders aus … Der hat seit letztem Sommer keine gründliche Reinigung mehr erlebt. Nach einer 2-stündigen Grossputz-Aktion findet sogar meine Frau, ich dürfe ihr darauf wieder etwas grillieren.

Damit ein Balkon-Grill regelmässig zum Einsatz kommt, darf er nicht zu weit von der Küche entfernt stehen. Die genaue Formel rund um Variablen wie die Kühlschrank-Balkontür-Distanz und den Bier-Aufwärm-Koeffizienten suche ich noch. Ich vermute aber, es hat was mit 42 zu tun. Sicher ist nur: In meiner Wohnung sind Grill und Balkon zu weit von der Küche weg, als dass ich wirklich oft grillieren würde. Kein Wunder also, taugt mein Grill-Instandhalte-Management nicht als Vorbild.

Als aber irgendwann Anfang Jahr unsere Einkäufer vorschlugen, jemanden aus der Redaktion mit einem Grill-Putz-Set für einen Test zu beglücken, packte ich die Gelegenheit beim Schopf. Die letzte gründliche Reinigung meines 3-Brenner-Gasgrills passierte nämlich irgendwann in den verrauchten Corona-Sommer-2021-Anfängen. Höchste Zeit also, Grillplatte, Wärmeablagen und Deckel-Innenseite wieder mal ernsthaft zu Leibe zu rücken. Ausgerüstet mit dem Reinigungsset für Edelstahlgrills von Weber, einem Eimer lauwarmem Wasser und mehreren alten Lappen habe ich mich in die verklebte, verbrannte und verkohlte Arbeit gestürzt:

Das beinhaltet das Reinigungsset

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, heisst es doch so schön. Nun, vor der Arbeit kommt bei meinem Putzset-Test das Auspacken. Was brauchst du nach Meinung von Weber Grill, um deinen Grill einmal so richtig gründlich zu putzen?

Das:

  • 2 Stahlbürsten
  • 2 Schwämme
  • 1 Schaber
  • 1 Minibürste
  • 1 Mikrofasertuch
  • 1 Grillrost-Putzspray
  • 1 Lack-Putzspray
  • 1 Anti-Haft-Spray
  • 1 Reinigungsanleitung

Ran ans fett-verklebte Gestänge

Auf den ersten Blick sieht der Grill gar nicht mal sooooo dreckig aus, finde ich. Auf den zweiten und dritten etwas genaueren muss ich mir eingestehen, dass die Fettflecken und verkohlten Irgendwas-Reste, die da rumkleben, schon nicht den appetitlichsten Eindruck machen. Also dann: Ärmel hochkrempeln und ran ans Fett, immer schön der Weber-Anleitung folgend.

Als erstes schrubbe ich mit dieser dreieckigen Stahlbürste alle Stangen und Flächen der Grillauflagen gründlich ab. Das geht schnell und schon ist der Grillrost-Putzspray dran. Leider steht da nirgends, wie viel von dem Spray ich brauchen soll. Also bin ich lieber grosszügig:

Schön grosszügig einsprühen...
Schön grosszügig einsprühen...
... und nur nicht zu sparsam sein.
... und nur nicht zu sparsam sein.

30 Sekunden einziehen lassen und dann mit dem Schwamm ordentlich rubbeln. Obs am Schwamm, dem Putzmittel, meiner Rubbelkraft oder daran liegt, dass ich einfach zu lange gewartet habe mit dem gründlichen Putzen? Ich weiss es nicht, aber ich muss das Prozedere stellenweise noch zweimal wiederholen, bis die letzten Fettflecken besiegt sind.

Nach und nach arbeite ich mich durch die Anleitung und sprühe ein, schabe weg, schrubbe sauber und spüle ab. So werden nacheinander alle Grilloberflächen, Deckelinnenseite, Brenner und Fettauffangpfanne einer penibel genauen, maximal gründlichen Reinigung unterzogen. Zum Schluss folgt noch eine Schicht Anti-Haft-Spray über die Grilloberflächen.

Denn Deckel innen von Jahre alten Spritzern befreien.
Denn Deckel innen von Jahre alten Spritzern befreien.
Gasbrenner abschrubben nicht vergessen.
Gasbrenner abschrubben nicht vergessen.

Fazit

Einige Punkte der Putzanleitung lasse ich aus, weil da Grill-Teile gebürstet und besprüht werden, die meinem Nicht-Weber-Grill fehlen. Die Bürste, die mich an eine übergrosse Zahnbürste erinnert, brauche ich darum gar nicht.

Auch das Mikrofasertuch zum Glänzend-Reiben des Deckels brauche ich nur, weil ich mich genau an die Anleitung halte. Jeder feuchte Lappen und jedes Trockentuch erzielen ein gleich gutes Resultat.

Die längliche Stahlbürste dient zur Reinigung der Brennerelemente. Einerseits habe ich nicht wirklich einen Bedarf gesehen, diese abzubürsten, weil sie sowohl bei meinem, als auch bei jedem Weber-Gasgrill gegen Fett- und andere Spritzer geschützt sind. Andererseits kann ich bei Bedarf auch mit der anderen Bürste Hand anlegen.

Ich schätze, ich habe deutlich mehr von dem Putzmittel auf die verschiedenen Oberflächen gesprüht, als normalerweise nötig wäre. Nach diesem Verbrauch wird das Putzmittel höchstens noch für drei viel sparsamere Reinigungen reichen..

Mit 90 Minuten wird die Putzzeit auf der Anleitung angegeben. Das dürfte bei mir in etwa hinkommen. Ich bin zwar rund zwei Stunden an der Arbeit, das beinhaltet aber auch ständiges Fotografieren, Kontrollieren und Wiederholen. Ich denke, die 90 Minuten sind beim ersten Mal gewissenhaft nach Plan putzen realistisch. Je nachdem, wie regelmässig du das machst, wirst du danach deutlich weniger lange brauchen.

«Der ist ja richtig sauber!» Das überrascht-wohlwollende Urteil meiner Frau.
«Der ist ja richtig sauber!» Das überrascht-wohlwollende Urteil meiner Frau.

Mit Sicherheit kann ich sagen: So sauber wie nach dieser Grossputzaktion war mein Grill seit langem nicht mehr. Vermutlich seit der ersten Grillade im Frühsommer 2018. Ich behaupte aber auch, ich brauche nicht dieses ganze Set, um das zu erreichen. Meine ganz klaren Must-haves daraus sind: die dreieckige Stahlbürste, der Schaber, die Schwämme, der Grillrost-Putzspray, der Anti-Haft-Spray. Nice to have, aber auch nicht absolut zwingend ist die längliche Stahlbürste. Überflüssig finde ich das Mikrosfasertuch, die kleine Bürste und den Emaille-Putzspray.

Ob ich meinen Grill nun öfter im Einsatz haben werde als die letzten beiden Sommer? Ich wage es zu bezweifeln, denn die Küche-Grill-Distanz bleibt ja gleich gross. Solange ich nicht alle Variablen so auf eine Formel gebracht habe, dass das Resultat 42 ist, wird mein Grill – leider – ein ziemlich sperriger Pollenfänger auf dem Balkon bleiben. Immerhin bleibt er unter dem Deckel jederzeit einsatzbereit.

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Oliver Fischer

Weltenbummler, Wandersportler, Wok-Weltmeister (nicht im Eiskanal), Wortjongleur und Foto-Enthusiast.


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