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Hintergrund

V-Zug Ofen mit Pizzastufe: heiss ist geil

Für eine gute Pizza braucht es einen anständigen Teig, gute Zutaten und Hitze. Viel Hitze. Daran scheitern die meisten Öfen. Das Beispiel V-Zug zeigt, dass es eigentlich einfach wäre.

Es gibt Dinge, die ohne spezielle Küchengeräte nicht gelingen. Glace braucht eine Eismaschine. Cremesuppen brauchen einen Pürierstab oder einen Standmixer. Bei Pizza war ich stets der Überzeugung, dass sie auch im normalen Backofen gelingt. Hitze macht Teig knusprig und lässt Käse schmelzen. Easy … aber falsch!

Dass die Hitze eines handelsüblichen Ofens bei weitem nicht für die perfekte Pizza reicht, musste ich vor ein paar Jahren bei meinen ersten Versuchen feststellen. Entweder war der Teig gummig und der Belag perfekt, oder der Belag war trocken, dafür der Teig knusprig. Wie naiv ich doch war!

So eine Pizza würde im normalen Ofen nie gelingen.
So eine Pizza würde im normalen Ofen nie gelingen.

Der Konsens unter Hobbypizzaioli ist, dass normale Backöfen die nötige Hitze nicht erreichen. Im Internet gibt es daher abenteuerliche Anleitungen, wie du den Backofen so frisieren kannst, dass er Temperaturen von 300 Grad und mehr erreicht. Das Risiko eines Stromausfalls in meiner Strasse oder eines Küchenbrandes will ich aber nicht eingehen und begnüge mich daher mit den 230 Grad, die mein Kombisteamer liefert. Für eine gute Blechpizza reicht das. knusprige oder luftige Pizza wie in New York oder Neapel ist damit aber nicht möglich. Dazu müsste mein Ofen mindestens 100 Grad heisser sein.

Trendprodukt Pizzaofen

Pizzaöfen sind in den letzten Jahren wie Pilze auf die Pizza geflogen aus dem Boden geschossen. Wahlweise elektrisch oder befeuert mit Holz, Pellets oder Gas. Es gibt sie für den Balkon, für die Küche, für unterwegs. Diverse solcher Modelle konnte ich schon testen.

Der Schweizer Ofenhersteller V-Zug hat die Zeichen der Zeit erkannt. Darum sitzen Fotograf Chris und ich in einem Sitzungsraum mit Küche und schauen uns eine Powerpoint-Präsentation mit Fotos von Pizzen, Neapel und schönen Menschen in ihren Küchen an. Die Pflicht, bevor wir zum «gemütlichen Teil des Nachmittags» übergehen.

Die emotionsgeladenen Bilder sollen vermitteln, was eigentlich schnell erklärt ist: V-Zug hat in den Backöfen seines Premiumsegments eine Pizzastufe mit Temperaturen bis zu 350 Grad. Temperaturen, die bisher dedizierten Pizzaöfen vorbehalten waren.

Die Pizzastufe schafft bis 350 Grad.
Die Pizzastufe schafft bis 350 Grad.

Für die Entwicklung hat V-Zug nicht lange gebraucht. Temperaturen von bis zu 500 Grad sind nämlich schon länger möglich, allerdings nur zur Selbstreinigung. Bei der sogenannten Pyrolyse verbrennen Fett und Lebensmittelrückstände im Ofen durch extrem hohe Temperaturen zu Asche.

Die Ingenieure mussten bei diesen Öfen für die Pizzastufe «nur» noch eine Zwischenstufe zwischen Backen und Kremation programmieren, also zwischen 250 und 500 Grad.

«So einfach war das aber nicht», erklärt Marc Schönenberger, Lebensmittelingenieur bei V-Zug. «Damit wir eine Pizza-Stufe mit 350 Grad einbauen durften, brauchte es eine Sicherheitsabnahme». Im Modus Pyrolyse schafft der Ofen zwar noch höhere Temperaturen als auf der Pizzastufe, bei dieser Hitze darf man den Ofen aber keinesfalls öffnen. «Jetzt haben wir die Funktion Profi-Pizza allen Top-Modellen spendiert, die auch Pyrolyse können», so Schönenberger.

Ich backe sie mir selbst

Für eine gute Pizza braucht es aber mehr als Hitze. Deshalb gibt es bei V-Zug auch gleich ein Set bestehend aus Pizzastahl und Schieber. Passende Pizzasteine anderer Hersteller funktionieren genauso, geprüft und getestet mit den eigenen Rezepten ist allerdings nur das Set von V-Zug. Hier kommt Timo Hagemes ins Spiel. Er ist sowas wie der interne Jamie Oliver.

Hagemes entwickelt Rezepte für V-Zug, die auf den Herdplatten und in den Öfen der Schweizer Firma sicher gelingen. In jüngster Zeit hat er sich viel mit Pizza beschäftigt und zeigt mir, wie er geschickt aus einem Teigballen eine Pizza formt, sie mit etwas Sauce bestreicht und dann mit Mozzarella belegt. Mit einem Ruck setzt Timo die Pizza von der Schaufel auf den im Ofen vorgeheizten Pizzastahl ab. Es dauert keine 20 Sekunden und die Ränder blasen sich auf, als wäre die Pizza ein Gummiboot beim Aufpumpen.

Der Rand ist ganz schön dick.
Der Rand ist ganz schön dick.

Dreieinhalb Minuten später stürzen wir uns auf die ersten Pizzastücke des Nachmittags. Sie schmecken tatsächlich besser als in manch mittelmässiger Pizzeria. Weicher Rand, etwas festerer Boden, Mozzarella, der noch nicht ausgetrocknet ist. Zwischen dieser Pizza und meinen Versuchen bei 200 Grad liegen Welten.

Nun bin ich dran. Ich binde mir eine Kochschürze um und soll jetzt den Teig auch so schön formen, wie der Profikoch Hagemes mir das vormacht. Erst gilt es, den Teig von Hand in die richtige Form zu bringen. Wallholz? Fehlanzeige. Dafür habe ich zwei (linke) Hände. Danach soll ich die Pizza auf der Schaufel belegen und in den Ofen bugsieren.

Volle Konzentration hat auch nicht viel gebracht.
Volle Konzentration hat auch nicht viel gebracht.

Vier Minuten und ein paar aufmunternde Worte («Super, für deine erste Pizza») später kommt mein heisses Teig-Ding mit Tomaten und Mozzarella aus dem Ofen.

Ich habe es wenigstens probiert … OK?
Ich habe es wenigstens probiert … OK?

Der Ofen mag wohl über 350 Grad schaffen, mangelnde Übung macht er leider nicht wett. Mir bleibt die Gewissheit, dass ich bei Blechpizza bleiben werde. Mein Ofen schafft nämlich gerade mal 230 Grad.

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Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell. 


Hintergrund

Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.

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later