
WMF Fusiontec: Töpfe für alles, ausser Pasta
Das WMF Topfset mit Fusiontec-Beschichtung verspricht Langlebigkeit und 30 Jahre Garantie. Damit zu kochen, will aber geübt sein. Ich bin zwiegespalten.
Auch wenn es mir schwer fällt: In diesem Beitrag wirst du keine Witze über «alte Pfannen, auf denen man kochen lernt» oder «Töpfe, die einen passenden Deckel erhalten» lesen. Obwohl beide Sprichwörter passen würden.
Schick sieht es aus, das Topfset in der Farbe «Eucalyptus Hazel». Innen schwarz beschichtet, aussen farbig. Leichte Glasdeckel dienen als Guckloch. Insgesamt sind es vier Töpfe in den gängigen Grössen:
- Kochtopf (16 cm/2 L) mit Deckel
- Kochtopf (20 cm/3,7 L) mit Deckel
- Kochtopf (24 cm/6,4 L) mit Deckel
- Stielkasserolle (16 cm/1,3 L)
Preislich ist das Set im gehobenen Segment zwischen 300 und 400 Franken angesiedelt. Die 30 Jahre Garantie versprechen, ein ganzes Leben zu halten.
Das gefällt mir
Beim ersten Kochen war ich überrascht, wie viel Hitze diese Töpfe speichern und wie schnell sie sich auf dem Glaskeramikherd aufheizen. Die Zwiebeln sind mir leicht angebrannt, weil sie bei zu grosser Hitze in der Pfanne gelandet sind. Dort haben sie noch weiter gebrutzelt, obwohl ich den Topf sofort vom Herd genommen habe. Das kenne ich sonst nur von emailliertem Gusseisen.
Es ergibt also Sinn, dass die WMF-Töpfe samt Deckel bis zu 250 Grad ofenfest sind. Schmorgerichte gelingen in den Töpfen super, auch wenn die Topfform nicht richtig passt. Hier wünschte ich mir einen Bräter im Stile von [Le Creuset](/brand/le-creuset-1105?q=le creuset). Die Töpfe von WMF kann ich wenigstens in die Spülmaschine geben, sie sind «spülmaschinengeeignet». WMF empfiehlt in der Anleitung dennoch die Handreinigung. Ich bevorzuge die Maschine.

Hier habe ich Fragen
Die innere Beschichtung der Pfanne ist schwarz. Das bringt zwei Nachteile mit sich: Einerseits sehe ich jeden kleinen Kratzer in der Oberfläche. Mich stört das nicht gross, die Penibelchen unter euch sollen aber gewarnt sein. Andererseits habe ich Mühe zu erkennen, wie braun der Boden ist, etwa beim Anbraten von Gemüse. Das kann mühsam sein und braucht Erfahrung. Wer mit Gusseisen arbeitet, kennt das Problem.

Die von mir getestete Version hat Deckel ohne Gummidichtungen. Sie sitzen nicht perfekt auf den Töpfen, was beim Kochen gerne mal klimpert und klappert. Schlimm ist das nicht, es kann aber nerven.

Das echte Problem
Mein grösster Kritikpunkt ist die Mineralbeschichtung, die nicht mit stärkehaltigen Lebensmitteln klarkommt. Mir sind am Boden der Töpfe mehrmals Teigwaren klebengeblieben. Wenn ich nicht sofort umrühre und danach im Minutentakt die Pasta in Bewegung bringe, bleibt diese am Topfboden haften wie Klimakleber an der Strasse.
Dasselbe geschieht bei Linsen oder Reis. Reis koche ich seit Jahrzehnten auf die gleiche Art und hatte nie Probleme: Je nach Sorte ein bis zwei Teile des Reisvolumens Wasser dazugeben, zugedeckt aufkochen (du erkennst bei WMF am Klimpern, wann es so weit ist), Hitze auf die niedrigste Stufe stellen und zwanzig Minuten warten. Dabei den Deckel nicht öffnen. Noch nie ist mir Reis so am Boden angeklebt. Bei diesem Topfset klebt der Reis immer an.

Offenbar bin ich nicht der einzige mit dem Problem.

WMF sagt auf Anfrage: «Die sehr glatte Oberfläche kann dazu führen, dass Reis oder Pasta eher anhaften als bei Edelstahl, das auf mikroskopischer Ebene eine rauere Oberfläche hat.» Man würde auf das Problem eingehen und entsprechende Kochempfehlungen nachliefern.
Ein Topf, in dem ich nur mit höchster Vorsicht Pasta kochen kann, scheint mir mühsam im Alltag. Daher würde ich das Set nicht als solches kaufen. Weil die Töpfe sehr gut Hitze speichern und ofensicher sind, empfehle ich den Bratentopf. Aber ausgerechnet der ist im vierteiligen Pfannenset nicht enthalten.
Fazit
Schöne Töpfe, aber nicht für Pasta
Die WMF-Töpfe haben tolle Eigenschaften: Sie sind schnell warm, speichern die Hitze gut und können bei Temperaturen bis 250 Grad problemlos in den Ofen. Und das dank Mineralbeschichtung erst noch PFAS-frei. Das Topfset mit Fusiontec-Beschichtung scheint die eierlegende Wollmilchsau.
Beim Kochen zeigen sich dann leider die Mängel: Die schwarze Oberfläche ist anfällig auf sichtbare Kratzer. Und bereite ich stärkehaltige Speisen wie Pasta oder Reis zu, kleben diese am Boden, egal wie sehr das Wasser kocht. Drum kann ich dieses Set aus vier Töpfen nur dann empfehlen, wenn du nie gedenkst, damit Pasta, Reis, Polenta oder ähnliches zu kochen.
Pro
- speichert die Hitze lange
- überträgt schnell Hitze
- Glasdeckel bieten Einsicht
- PFAS-frei
Contra
- Pasta und Reis haften beim Kochen am Topfboden
- anfällig auf oberflächliche Kratzer
- schwarze Beschichtung macht Anbraten schwierig
- Deckel passen nicht genau
Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell.
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