

Darum braucht jeder Haushalt ein Ortungsgerät
Wer in die Wand bohrt und eine Leitung trifft, riskiert im dümmsten Fall einen Kurzschluss oder Brand. Abhilfe schafft ein kleines, cleveres Gerät.
Lange Zeit habe ich unbedarft in Wände gebohrt. Meine einzigen Sorgen lagen darin, wenn der Putz einer Altbauwand herunterbröckelte oder die Betonwand eines Neubaus unnachgiebig war. Dass hinter der Oberfläche Strom- und Wasserleitungen verlaufen, hatte ich verdrängt oder in blinder Hoffnung abgetan: Wieso sollte ausgerechnet dort eine Leitung verlaufen, wo ich das Regal befestigen will?
Mittlerweile finde ich es verrückt, ja geradezu fahrlässig, wie mein damaliges Ich gedankenlos in Wände bohrte. Erst seit ich selbst einen Umbau miterlebt habe, ist mir bewusst, wie viele Leitungen hinter den Wänden liegen.

In Stromleitungen, aber auch in Wasserleitungen willst du aus offensichtlichen Gründen nicht bohren. Moderne Elektroinstallationen verhindern einen Brand mittels Schutzschaltern in den meisten Fällen. In Altbauten ist das nicht unbedingt der Fall. So oder so: Eine beschädigte Leitung, die ein Profi reparieren muss, ist nicht erstrebenswert.
Einfach merken kann ich mir, nicht rund um Steckdosen und Lichtschalter zu bohren. Von aussen nicht ersichtlich ist beispielsweise, wo hinter den sauber verputzten Wänden die Leitung zur Deckenlampe verläuft. Wer einen Installationsplan hat, kann im Vorteil sein. Ich habe aber festgestellt, dass Installationen in der Praxis manchmal vom Plan abweichen.
Vorsorgen statt Bohrsorgen
Meine sorglose Bohrerei ist passé. Auch wenn ich anmerken möchte, dass ich tatsächlich nie eine Leitung getroffen habe. Die Wahrscheinlichkeit, die Leitungen zu verfehlen, ist trotz allem deutlich grösser als sie zu treffen. Nun habe ich aber eine Lösung gefunden, die mir sicher erscheint: ein kleines Ortungsgerät. Vielleicht hast du längst eins, dann gratuliere ich dir. Wenn nicht, und du planst, dein Regal im Wohnzimmer anzubohren oder endlich die Vorhangstangen im Schlafzimmer aufzuhängen, dann empfehle ich dir solch ein Gerät wärmstens.

So sicher habe ich noch nie gebohrt.
Meine Wahl fiel auf den Truvo von Bosch – ein Mittelpreismodell für rund 40 Franken. Die Community bewertet ihn mit 4.3 Sternen. Das System ist einfach: Du führst das Gerät über die Stelle an der Wand, an der du bohren möchtest. Ein Ampelsystem zeigt an, ob sich dahinter etwas verbirgt: Grün bedeutet freie Bahn, Gelb warnt vor Metall in der Nähe, Rot heisst «Hier auf keinen Fall bohren!». Dazu ein nerviges, warnendes Piepsen. Um Metall und Strom so zuverlässig wie möglich zu lokalisieren, führe ich das Gerät mehrmals über die gleiche Fläche.
Limitiert, wenn’s genau sein muss
Nicht helfen kann mir das Gerät, wenn es um Millimeterarbeit geht. Konkret: Ich möchte die Vorhangstange direkt neben der Deckensteckdose aufhängen, damit sie auf gleicher Höhe wie die anderen hängt. Verständlicherweise blinkt und piepst der Truvo nun wie verrückt.

Dass hier wohl das zugehörige Stromkabel in der Wand verläuft, leuchtet auch einem Laien wie mir ein. Weniger verständlich finde ich, dass das Gerät grossflächig piepst. Ich beginne seine Messgenauigkeit anzuzweifeln. So bleibt es schwierig, einen möglichen Bohrpunkt in der Nähe einer Leitung zu finden.
In den Bewertungen zu einem teureren Truvo-Modell lese ich, ein solches Gerät würde eventuell genauer messen. «chribi2805» zum Beispiel schreibt: «teurere Modelle haben ein Loch, um den Bohrpunkt genau bezeichnen zu können». Vielleicht ist das die Lösung für Fälle wie diesen, in denen Millimeterarbeit gefragt ist? Dem werde ich noch nachgehen müssen. Mir hilft der Truvo von Bosch bis dahin einwandfrei, um einen ungefähren Eindruck zu bekommen, wo Leitungen hinter der Wand versteckt sind – und wo ich freie Bahn zum Bohren habe.
«AnonymousWasTaken» bringt es schön auf den Punkt mit zwei unschlagbaren Argumenten, die für alle Stromfinder dieser Welt gelten: «Bohre nicht in Leitungen und löse dadurch keine Explosion aus» und «Ich lebe weiter». Was will man mehr?
Teilst du meine Meinung, dass in jeden (Bohr-)Haushalt ein Ortungsgerät gehört? Oder findest du, dass das Geld- und Ressourcenverschwendung ist? Schreib’s in die Kommentare.
Eigentlich bin ich Journalistin, in den letzten Jahren aber auch vermehrt als Sandkuchenbäckerin, Familienhund-Trainerin und Bagger-Expertin tätig. Mir geht das Herz auf, wenn meine Kinder vor Freude Tränen lachen und abends selig nebeneinander einschlafen. Dank ihnen finde ich täglich Inspiration zum Schreiben – und kenne nun auch den Unterschied zwischen Radlader, Asphaltfertiger und Planierraupe.
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