

Der Kinderhochstuhl Polly Armonia hat mich und meine Enkelin überzeugt

Der «Polly Armonia» von Chicco ist ein Kinderhochstuhl, der mitwächst und sich schnell wegräumen lässt. Seit einigen Wochen begleitet er meinen Alltag.
Die ersten Mahlzeiten mit dem Baby am Tisch sind schöne gemeinsame Momente. Und mit dem Eintritt in das Kleinkindalter auch ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Doch nicht in jedem Haushalt ist ausreichend Platz, um dauerhaft einen Hochstuhl am Esstisch stehenzulassen.
Oder es ist wie bei mir. Ich brauche einen Hochstuhl nur, wenn meine Enkeltochter zu Besuch ist. Da kam das Angebot, den «Polly Armonia» zu testen, gerade recht, denn der soll sich nach Gebrauch problemlos verräumen lassen.
Auspacken und Montage
Der Hochstuhl wird vormontiert und zusammengeklappt geliefert. Ich muss lediglich vier Elemente montieren: die beiden Fußteile (eines davon mit Rollen), das Tischchen sowie eine Fußstütze. Die Röhren der Fußteile haben einen Schnellverschluss, der eine falsche Montage ausschließt. Wer schon mal einen Hochstuhl benutzt hat, ist in fünf Minuten fertig. Auch ohne Blick in die Anleitung.

Diese fällt knapp aus, erklärt aber alle Schritte und Funktionen verständlich. Beim Zusammenbau lerne ich auch gleich die wesentlichen Bedienelemente des Stuhls kennen.
Wenn das Kind bereits groß genug ist, um direkt am Tisch zu sitzen, lässt sich das Tischchen des Stuhls einfach abnehmen.
Erster optischer Eindruck
Noch ohne Enkelin schaue ich mir den Stuhl genauer an. Die tragende Konstruktion besteht aus Metall, die Bedienelemente und der Sitz aus Kunststoff. Damit ist der «Armonia» jedenfalls potenziell pflegeleicht. Meine Erfahrung mit drei Kindern und vier Enkelkindern besagt allerdings, dass Brei, Saft, Tusche oder Fingerfarben exakt an den Stellen landen, die eben schlecht zu erreichen und schwer zu reinigen sind.
Da ich einen Hochstuhl brauche, den ich nach Gebrauch schnell aus dem Weg räumen kann, muss sich das Möbelstück bei mir nicht «harmonisch» in meine Einrichtung einfügen. Funktionalität geht vor. Klar, es gibt auch edle Hochstühle aus Holz. Dafür musst du dann aber deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Geeignet bis zum Alter von 36 Monaten
Der «Armonia» ist für alle Lebensphasen bis zum Alter von drei Jahren konzipiert. In den ersten Lebensmonaten lässt er sich ähnlich wie eine Wiege benutzen. Das Baby liegt dann neben mir am Tisch. Für besseren Halt und mehr Sicherheit ist eine Sitzverkleinerung wie bei Autositzen vormontiert.
Da meine Enkelin längst aus diesem Alter heraus ist, entferne ich die Sitzverkleinerung schon mal. Die Sicherheitsgurte lassen sich ohne Probleme hindurchziehen. Das erleichtert das Waschen des Bezugs, sofern die Verkleinerung im Einsatz ist.
Mit zunehmendem Alter darf das Baby allmählich in die aufrechte Position wechseln. Sobald es selbstständig sitzt und Kopf und Rücken eigenständig aufrecht hält, kann die Neigung des Sitzes über einen Hebel an der Rückenlehne in die entsprechende Position gebracht werden.
Die Gurte sind verstellbar. Praktisch finde ich den transparenten Einsatz für das Tablett. Ich kann es separat im Spülbecken reinigen. So besteht die Chance, dass das Tablett länger ansehnlich bleibt.

Das Tablett ist optional. Mit einem Knopfdruck kann ich es abziehen. So steht der Stuhl näher am Esstisch.
Chicco gibt als Höchstgewicht für die Tragfähigkeit 40 Kilogramm an. Nach aktuellen Entwicklungstabellen erreichen erst Schulkinder dieses Gewicht. Und in dem Alter will der Nachwuchs unter Garantie nicht mehr in einem «Babystuhl» sitzen.
Enkeltochter sitzt bequem, der Opa ist zufrieden
Im Alltag mit meiner fast dreijährigen Enkeltochter hat sich der Hochstuhl bewährt. Da sie gerade im «Hey-guck-mal-ich-kann-klettern»-Alter ist, sitzt sie bei mir nur angeschnallt. So kann ich dann auch mal schnell in die Küche, um Getränkenachschub zu holen oder das Wasser fürs Tuschen zu wechseln.

Falls die Kleine irgendwann einmal weniger Kletterambitionen entwickelt, kann ich die Gurte auch vollständig entfernen. Die müssen lediglich aus den rückwärtigen Schlitzen der Lehne gezogen werden. Keine Sorge: Das kann rein mechanisch nur ein Erwachsener.
Testurteil meiner kleinen Besucherin: Sie sitzt sicher und bequem und findet den Stuhl «schön». Wenn das nichts ist, oder? Im Alltag ist es für das Kind angenehmer, wenn es Teller und Becher dichter vor sich hat. Binnen weniger Sekunden stecke ich dann den Tisch wieder an den Stuhl.
Apropos Klettern: Der Stuhl besitzt zwar eine Fußablage, die ist jedoch nicht als Treppenstufe gedacht und lediglich eingehängt. Ich muss die Kleine also hochheben und in den Stuhl hineinsetzen. Das findet sie zwar mittlerweile blöd («Opi, ich kann das allein»), kennt sie aber auch von den meisten Hochstühlen in der Gastronomie.
Platzsparend aus dem Weg
Wenn die Enkelin wieder auf dem Heimweg ist, heißt es einmal durchatmen und aufräumen. Beim Stuhl geht das am schnellsten. Ich muss zwei Hebel an der Seite gleichzeitig ziehen, um die Beine zusammenzuklappen. Anschließend noch die Armlehnen nach unten bewegen und schon misst der Stuhl nur noch rund 30 Zentimeter Tiefe.
So passt er dann hinter eine Tür oder in eine Nische neben einem Schrank. Angenehm finde ich, dass du ihn dank der Rollen einfach zu seinem neuen Platz schieben kannst. Beim Rest der Wohnung habe ich mehr Arbeit, aber dafür kann der Stuhl ja nichts.

Der Klappmechanismus ist so konstruiert, dass der Stuhl sich nicht von allein wieder auffaltet oder angelehnt werden müsste. Dort, wo du ihn hinschiebst, bleibt er auch sicher stehen.
Ich würde mir stärkere Bremsen wünschen
Eines der Fußenden ist mit zwei Rollen, wie an Schränken oder Bürostühlen, versehen. Damit sich ein größeres Kind nicht einfach vom Tisch abstößt (oder ältere Geschwister das Nesthäkchen durch die Gegend chauffieren), besitzen die Rollen Feststellbremsen. Die rasten wie bei einem Kinderwagen mit einem Fußtritt ein.

Auf Teppich respektive Teppichboden steht der Stuhl bei mir auch richtig fest. Auf meinem Laminat hingegen haben die Räder für meinen Geschmack bei angezogener Bremse noch zu viel Spiel. Vielleicht wäre das nicht so, wenn die Reifen aus Gummi wären. Ich würde mich mit härteren Bremsen wohler fühlen.
Fazit
Ein praktischer und budgetfreundlicher Kinderhochstuhl
Pro
- wächst mit dem Kind mit
- lässt sich gut verstauen und nimmt wenig Platz weg
- leicht in der Höhe zu verstellen
Contra
- die Bremsen dürften gern stärker sein
- größere Kinder können sich nicht allein hineinsetzen



Hamburger, Leseratte, Eishockey-Fan. Papa und Grosspapa. Bastelt ständig an seinem Smarthome herum. Interessiert an DIY, Outdoor, Mode und Kosmetik.