
Die 3 häufigsten Herbstschnitt-Fehler
Zu früh, zu viel oder mit der falschen Schere: Beim Zurückschneiden von Pflanzen kann einiges schieflaufen. Diese Fehler habe ich selbst schon gemacht.
«Das ist das Zeichen!», rufe ich meinem Mann zu, als unser Fingerstrauch vor ein paar Tagen die ersten Blätter verliert. «Der perfekte Zeitpunkt für eine neue Frisur!» Die Vergangenheit hat mich jedoch gelehrt: Mein Bauchgefühl ist kein verlässlicher Gartenratgeber.
Deshalb werfe ich sicherheitshalber einen Blick in vertrauenswürdigere Online-Pflanzenlexikone von Mein schöner Garten und Lubera, bevor ich zur Schere greife … und vermeide so die häufigsten herbstlichen Schnittfehler:
1. Zu früh
Der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt hängt von der Pflanzenart ab. Viele sommerblühende Gehölze schneidest du am besten im Spätwinter (ab Februar) oder zeitigen Frühjahr (bis März). Frühjahrsblüher wie Forsythien und Flieder kommen dagegen in der Regel erst nach der Blüte (zwischen April und Juni) unter die Schere.
2. Zu radikal
Nicht alle Pflanzen vertragen einen starken Rückschnitt im Herbst. Bei manchen Arten reicht es, kranke Triebe zu entfernen. Vertrocknete Stängel und Blätter können nämlich auch empfindliche Pflanzenteile vor Frost schützen und Insekten einen Unterschlupf bieten.
Im Herbst gilt also (die Liste ist nicht abschliessend):
Kräftig zurückschneiden: Abgeerntete Brombeerruten, abgestorbenes Laub von Staudenpfingstrosen und – je nach Art oder Sorte – abgeerntete Ruten von Herbsthimbeeren. Sorten, die an neuen Trieben Früchte tragen, kannst du aber auch erst im Spätwinter (bis Februar) bodennah zurückschneiden.
Leicht schneiden: Hecken nur, wenn Art und Schnittzeitpunkt es erlauben. Bei Lavendel und anderen mediterranen Halbsträuchern solltest du im Herbst höchstens die verblühten Blütenstände entfernen und keinen starken Rückschnitt vornehmen. Der eigentliche Rückschnitt erfolgt im Frühjahr (März bis April). Dann wird die Pflanze eingekürzt, damit sie kompakt bleibt und kräftig austreibt.
Lieber stehen lassen: Ziergräser, viele Stauden und Bauernhortensien. Auch Rosen, Clematis, Forsythien und Flieder solltest du im Herbst nicht routinemässig zurückschneiden. Bei Forsythien und Flieder erfolgt der Schnitt am besten nach der Blüte. Sommerflieder schneidest du kräftig im Spätwinter (ab Februar) oder zeitigen Frühjahr (bis März). Dann kannst du auch Bauernhortensien schneiden. Immergrüne Gehölze wie Kirschlorbeer, Eibe, Buchs oder Stechpalme benötigen in der Regel keinen Herbstschnitt.
Oder als kurze Faustregel:
Frühlingsblüher nach der Blüte schneiden, Sommerblüher im Spätwinter, im Herbst nur Krankes oder Abgestorbenes entfernen.
3. Falsche Hilfsmittel
Letztes Jahr habe ich meine Pflanzen im Herbst noch mit einer normalen Haushaltsschere geschnitten (ich war halt grün hinter den Ohren). Seit ich den Garten- und Baumscherenhersteller Felco besucht habe, weiss ich: Unscharfe Klingen können die Triebe quetschen, die Wundheilung erschweren und Krankheiten begünstigen. Deshalb verwendest du am besten scharfe, saubere und für den jeweiligen Schnitt geeignete Werkzeuge.
Übrigens: Wintermäntel und Schals musst du empfindlichen Pflanzen erst kurz vor dem ersten Frost anziehen. Vereinfacht gesagt ist es beim Zurückschneiden oft wie bei einer Dauerwelle (wenn ich den Erzählungen älterer Damen glauben darf):
Erst nur die Spitzen, dann die Haube. Der grosse Formschnitt kommt später. Das gilt nun auch für unseren Fingerstrauch.
Welche Fehler sind dir beim Zurückschneiden schon passiert? Und welche weiteren Tipps hast du für mich? Verrate es in einem Kommentar.
Ich liebe alles, was vier Beine oder Wurzeln hat – besonders meine Tierheimkatzen Jasper und Joy sowie meine Sukkulenten-Sammlung. Am liebsten pirsche ich auf Reportagen mit Polizeihunden und Katzencoiffeurinnen umher oder lasse in Gartenbrockis und Japangärten einfühlsame Geschichten gedeihen.
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